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Regierung versagt bei eSport-Förderung

Vergangenen Mittwoch wurden im Sportausschuss des Bundestages Experten im Bereich eSport angehört. Erneut flammte die Debatte über die Förderungsmöglichkeit des virtuellen Sports auf. Die eSport-Szene kämpft bereits seit Jahren um Anerkennung für ihre Arbeit. Die neuerliche Ablehnung seitens der Regierungsparteien ist eine Demütigung für die Szene.

„Erst wird uns eSportlern im Koalitionsvertrag Anerkennung versprochen, wenn es dann aber an die Umsetzung geht, ziehen sich die Regierungsparteien aus der Verantwortung. Wir lassen uns nicht gerne zum Stimmenfang missbrauchen. Die Anerkennung ist ein wichtiger Schritt, um sich dem Wandel des Sports anzupassen. eSport ist da, eSport existiert.“

kommentiert Christoph Schönfeld, Themenbeauftragter eSport der Piratenpartei.

In fast jeder großen deutschen Stadt existieren heute gemeinnützig-handelnde Vereine, die den eSport voranbringen und für eSportler eine Heimat darstellen. Eine entsprechende Anerkennung dieser Arbeit, auch im steuerrechtlichen Sinne, ist längst überfällig und wird von der Piratenpartei gefordert. Mit dem eSport Bund Deutschland (ESBD) existiert auch eine Interessensvertretung der eSportler, die Vereinsstrukturen sind ausgeprägt wie noch nie zuvor.

Die Ablehnung von eSport im allgemeinen aus Gründen der angeblichen Gewaltverherrlichung ist für die Piratenpartei nicht nachvollziehbar. Eine Korrelation zwischen Gewalt in Videospielen und der Realität ist wissenschaftlich bereits mehrfach ausgeschlossen worden, das belegen auch neueste Ergebnisse.

„Gewalt ist klar abzulehnen, das gilt aber nicht nur für den eSport, das ist ein Grundsatz, den wir auch im traditionellen Sport anlegen sollten. Der Mythos, dass Ego-Shooter gewaltätig machen, ist wissenschaftlich nicht haltbar, eine Trennung des eSports ist hier also auch völliger Irrsinn. Wir müssen mit dem Fortschritt gehen und ein Signal an die jüngeren Generationen senden,“

so Schönfeld weiter.

Die Piratenpartei setzt sich für eine Gleichberechtigung des eSports zum traditionellen Sport ein. eSport zeigt viel Potenzial, um gemeinschaftliche Strukturen zu schaffen und den Sport ins 21. Jahrhundert zu bringen.

14 Kommentare zu “Regierung versagt bei eSport-Förderung

  1. Reiner Hohn

    Die Bezeichnung eSports ist doch völliger Unsinn. Es muss eSpiele heissen! Mit Sport (Definition Duden: nach bestimmten Regeln [im Wettkampf] aus Freude an Bewegung und Spiel, zur körperlichen Ertüchtigung ausgeübte körperliche Betätigung) hat das gezuppel doch nichts, aber auch gar nichts zu tun! Für diese Bespassung wäre jede Förderung mit Steuergeldern geradezu lächerlich. Wömöglich fordert ihr auch noch die Bezuschussung von Rauschmitteln, die kostenlose Nutzung des ÖPNV und freie Bengalos in Fussballarenen….. Habt ihr sie noch alle?

    • Natürlich hat das was mit Sport zu tun. Es braucht ebenfalls Taktik, ebenfalls Nervenstärke, ebenfalls Geschick Und ist sowieso viel spannender als jedes Fußball Spiel. Wer Selber schonmal sich mehr damit beschäftigt hat, weiß genau was der unterschied zwischen Esport Und PC Spielen ist.
      Und nur Weil der Duden Sport mit von Beweglichkeit definiert, Muss nicht jeder Sport so interpretieren.

      Esport bleibt für mich der spannendste Sport Und braucht endlich anerkennung. Die bekommt man leider nicht von Leuten wie Hier, die sich wahrscheinlich nie wirklich mit Esport beschäftigt haben. Nur Wer ein Spiel versteht, weiß wie geil Professionelle Spiele sind.

      • Lern erstmal Rechtsschreibung, Depp.

        • Recht|schrei|bung

          Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. 😉

        • rly, dude, rly?
          Wir hatten im eSport mehr Zuschauerwachstum als die Lappen mit ihrem Fußball oder sonst irgend einem RL-Sport. Schau dir nur mal die Zahlen von DoTA oder LoL an, kommt noch Overwatch hinzu und die altbekannten Sportarten sehen ziemlich alt aus. eSport ist die Zukunft, aber auch hier wird die Bundesregierung das Schlusslicht spielen, genauso wie beim Haftungsrecht für Wlan.

  2. Sören Schons

    Niemand hier in der Szene braucht oder will Anerkennung von irgendwelchen alten Knackern, die nicht einmal Wissen, wie ein Videospiel überhaupt funktioniert. Die Szene wird fortbestehen und wenn wir mal ehrlich sind, ist es doch gut, wie es jetzt ist? Wer braucht Anerkennung von irgendwelchen Politikern?

  3. Ja wo fängt man da an bei der Doppelmoral? Boxen bis die letzte Hirnzelle hinüber ist? Schachfiguren, die einst Krieg darstellten? Jagd-„Sport“? Handgranatenweitwurf (bis heute bei Bundesjugendspielen werfen harter Lederbälle)? Military-Reiten? Tontaubenschießen? Kerwe-Schießen?

  4. Scheuerer Herbert

    Da waren wohl beide Seiten von falschen Erwartungen ausgegangen. Die Politiker sahen die Simulationsgames als E-Sport, was aber für echte E-Sportler nicht in vollem Umfang akzeptiert wird. Die Vertreter des E-Sports haben sich wohl wie die Axt im Walde aufgeführt und für “Ihren” E-Sport gestritten, das war unklug und undiplomatisch. Anderseits hat aber auch die Politik den E-Sport schon aus gesellschaftlicher Verantwortung gegenüber vielen Gamern in das Vereinswesen zu integrieren und zu unterstützen. Es wäre auch angebracht gewesen nicht immer auf die Augenhöhe zum DOSB mit 90000 Vereinen zu pochen, daß kam als anmaßend rüber! Fazit: Da hat der E-Sport leider die falschen Leute zu dieser Anhörung entsendet.

  5. Eine Förderung wäre ein Schlag ins Gesicht all jener, die wirklich Sport treiben. Es zeigt aber, wie weltfremd die Piraten immer noch sind. Peinlich!

    • Wieso gilt Schach dann als Sportart ? Wenn Schach als Sport gilt so muss eSport auch Sport sein. Sport ist aus meiner Sicht nicht mehr nur auf körperliche Betätigung aus sondern auf Teamplay und Wettkampf aus was ja im eSport der Fall ist und es ist traurig das dieses alte denken Deutschland hintenwirft mit allem jede andere Land ist gefühlt immer weiter mit allen. Technik. Bildung. Wirtschaft. Internet Infrastruktur etc

      Andere Länder haben wohl kein Problem damit eSport als Sport zu deklarieren

  6. Unabhängig davon, ob eSport Sport ist oder nicht:
    Wieso sollte es denn eine Art von Unterstützung geben? Gibt es den Bedarf überhaupt? Oder steht dahinter nicht eine Industrie, die genug Geld hat? Gibt es nicht viel mehr tolle Sportarten, in denen man ohne staatliche Förderung kein Profi werden kann?

    • LetzPlay

      Es gibt genug Vereine denen es an allen Enden mangelt ;), die haben auch eine Förderung verdient, deren Ehrenamt ist genauso wertvoll wie das aller anderen.

Kommentare sind geschlossen.

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