Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut: Europa braucht eine moderne, zeitgemäße Entwicklungspolitik

Bild: be-him CC BY NC ND

### Presse-Service der Piratenpartei Deutschland ### Berlin, den 17. Oktober 2016 PM 183 / 16

### Presse-Service der Piratenpartei Deutschland ###

Berlin, den 17. Oktober 2016

PM 183 / 16

+++ Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut: Europa braucht eine moderne, zeitgemäße Entwicklungspolitik +++

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärte im Jahr 1992 den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut. Doch wie ist der Armutsstand der Welt heute, 14 Jahre nach dieser Resolution?

Die extreme Armut in der Welt ist nach Angaben der Weltbank 2015 erstmals auf unter zehn Prozent zurückgegangen. Rund 9,6 Prozent der Weltbevölkerung leben hiernach in extremer Armut. Die Weltbank warnte jedoch vor überhöhten Erwartungen, da es in vielen Ländern des südlichen Afrikas bisher nur geringe Fortschritte gebe.

Dr. Gernot Reipen, Bundesbeauftragter für Sozialpolitik der Piratenpartei Deutschland, erklärt dazu:

»Nach wie vor sind über 800 Mio. Menschen weltweit von Hunger betroffen, obwohl die Zahl hungernder Menschen in den letzten Jahren dank moderner Nahrungsmittelproduktion, rückläufig ist. Das Fehlen von Nahrungsmitteln ist nicht mehr allein die Ursache von Armut.

Eine moderne Form der Ausbeutung macht sich in den letzten Jahren in den Entwicklungsländern breit. Weltweit agierende Konzerne und Unternehmen kaufen oder pachten zunehmend fruchtbare Ackerflächen in diesen Ländern, um ihre eigenen Produkte anbauen zu können. Neue sogenannte Freihandelsabkommen von Industrienationen mit der Dritten Welt sind so ausgelegt, dass sie den einheimischen Binnenmarkt durch subventionierte Billigimporte aus Europa ruinieren. Bestes Beispiel ist das Freihandelsabkommen „Economic Partnership Agreement“ kurz EPA zwischen der Europäischen Union und afrikanischen Ländern.

So kritisierte Merkels Afrika-Beauftragter Günter Nooke: „EU-Freihandelsabkommen EPA macht Entwicklungshilfe zunichte“. Die weltweite Fluchtbewegung gründet sich auch aus dieser Fehlentwicklung in der Handels- und Entwicklungspolitik der Industrienationen. Eine moderne, zeitgemäße Entwicklungspolitik sollte nicht der eigenen einheimischen Wirtschaft dienen, sondern die Eigen- und Selbstständigkeit eines Entwicklungslandes fördern. Hier ist ein Umdenken dringend geboten!«

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Kommentare

2 Kommentare zu Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut: Europa braucht eine moderne, zeitgemäße Entwicklungspolitik

  1. 1Hi schrieb am

    Guter Artikel – nur das BGE-Logo als Aufmacher ist hier ausnahmsweise nicht so ganz passend :-).

  2. Seepferdchen schrieb am

    Danke an Gernot für das Beleuchten unbequemer, gerne verdrängter Fakten. Wächst hier ein neues Kernthema heran? Ich hätte nichts dagegen, zumal die Piraten doch ohnehin international aufgestellt sind.
    Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass die Änderung der von Gernot geschilderten Zustände mit Einschränkungen für uns Deutsche und Europäer verbunden sein könnte… wenn dann das Kilo Bananen konstant 3.59 Euro statt 1.99 Euro kostet; um mal nur das platteste aller möglichen Beispiele zu bringen.
    Fairer Handel und ECHTE Wirtschaftshilfe sind m.E. die einzigen Mittel, Flüchtlingsströme zu stoppen.
    Viele von uns können ihren persönlichen Beitrag zur Verbesserung der Lage in den sog. Entwicklungsländern leisten, indem sie beim Einkaufen mehr darauf achten, woher die Ware kommt und unter welchen Umständen sie produziert wird. Nur so als Vorschlag.

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