PIRATEN fordern die sinnvolle Regulierung, denn jeder Drogentote ist einer zu viel!

### Presse-Service der Piratenpartei Deutschland ### Berlin, den 21. Juli 2016 PM 134 / 16

+++ PIRATEN fordern die sinnvolle Regulierung, denn jeder Drogentote ist einer zu viel! +++

Am 21. Juli wird international zum 18ten Mal der „Aktions- und Protest- und Gedenktag für an Drogen verstorbene Menschen“ veranstaltet. Ein trauriger Tag, der für hinterbliebene Freunde oft die einzige Gelegenheit darstellt, um Abschied zu nehmen.

Anlässlich des Gedenktages macht die Piratenpartei Deutschland darauf aufmerksam, dass die Zahl der Drogentoten seit einigen Jahren auch in Deutschland wieder steigt und ruft gleichzeitig zum Protest gegen die Menschen verachtene Drogenpolitik auf.

2015 meldete das Bundeskriminalamt (BKA) 1224 Drogentote für Deutschland. Damit verkündeten sie eine Steigerung der Zahlen zum vierten Mal in Folge seit 2012. Gleichzeitig war eine zunehmende Strafverfolgung der Konsumeneten zu beobachten. Die Steigerung der Todesfälle könnte demnach mit der in den Jahren zugenommenen Repression in direktem Zusammenhang stehen.

Immer noch sind die meisten Opfer durch den Konsum legaler Drogen zu beklagen, denn Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jährlich knapp 200.000 Menschen an den Folgen ihres Alkohol- und Tabakkonsums.

Die PIRATEN fordern den bundesweiten Ausbau einer objektiven, umfassenden und frühzeitigen Aufklärung, die „nicht zwischen legal und illegal“ unterscheidet, sondern auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Für die PIRATEN ist das der Weg einer modernen Drogen- und Suchtpolitik, die den Menschen im Fokus hat und selbstverantwortlichen wie mündigen Umgang mit Drogen erst möglich macht.

Millionen von Menschen sterben noch immer im Krieg gegen Drogen. Und das, obwohl er längst als gescheitert gilt. Dabei werden Menschen von der Polizei im Einsatz grausam erschossen, wie aktuell auf den Philippinen, obwohl dort die Todesstrafe 2006 abgeschafft worden ist. Auch in Südamerika sterben jedes Jahr unzählige Menschen im Drogenkrieg.

Bei all dem werden Milliarden von Euros umgesetzt, die am Fiskus vorbei in weitere dubiose Geschäfte fließen. Der „Krieg gegen Menschen“ muss endlich beendet und der Anbau, Handel und Konsum entkriminalisiert werden.

Cannabis Social Clubs und Drogenkonsumräume sind hier wie geschaffen, um den kriminellen Strukturen den Markt zu entziehen.

Viele Drogenkonsumenten werden das Opfer von durch Streckmittel verunreinigten Drogen, einhergehend mit dem Mangel an Information über Inhalt und Konzentration jener Substanzen. Auch hier ist der Gesetzgeber gefordert, eine umfassende Regulierung für psychoaktive Substanzen zu finden, um Verbraucherschutz zu gewährleisten. Ein erster wichtiger Schritt wäre der Ausbau und die Förderung weiterer „Drug-Checking“ Angebote.

Drogenkonsumräume und Drug-Checking sind kein Allheilmittel, können aber in Zeiten einer fehlenden und umfänglichen Regulierung dennoch Leben retten.

Andreas Vivarelli, themenpolitischer Sprecher der Piratenpartei für Drogen- und Suchtpoplitik:

»Wir PIRATEN sind der Ansicht, dass es Zeit ist für eine moderne, fundierte und verantwortungsvolle Drogenpolitik. Der Krieg gegen die Drogen ist gescheitert, und das lässt sich jeden Tag aufs Neue feststellen. Statt Konsumenten zu kriminalisieren, sollten die politisch Verantwortlichen sich endlich dazu durchringen, eine regulierte Abgabe von
psychoaktiven Substanzen mit Augenmaß zuzulassen. Wir leben nicht im Mittelalter, wir gehen von aufgeklärten Bürgern aus.«

ANDREAS VIVARELLI - FOTO be-him CC BY NC ND - IMG 3075

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Kommentare

3 Kommentare zu PIRATEN fordern die sinnvolle Regulierung, denn jeder Drogentote ist einer zu viel!

  1. Andreas Poll schrieb am

    Hallo,
    gerade habe ich mir den/die Artikel zum Thema Cannabis-Freigabe durchgelesen.Dabei habe ich bemerkt das bei mir eine große Wut entstanden ist.
    Das ewige Thema zur Legalisierung von sog. weichen Drogen,in diesem Fall Cannabis,löst bei mir und(so denke ich)vielen anderen Abhängigen Unbehagen und Unverständnis aus.Jeder,aber wirklich jeder der Süchtig ist,der den weg über den Alkohol oder Cannabis,Medikamente bis hin zu den „harten Drogen“ gegangen ist,weiß das Cannabis ganz bestimmt keine Wohlfühldroge ist.Es ist und bleibt eine Substanz die einen Rausch verursacht und schon nach kurzer Zeit nur noch Mißbraucht wird.
    Mit Cannabis machte ich mich in meiner Jugend kaputt,benutzte es um einfach breit zu sein,nichts mitzubekommen vom sog. normalen Leben.Vor allem um wegzulaufen,vor den bis dahin bereits vorhandenen Problemen.
    Meiner meinung nach sollten sich die Herrschafften,die über eine Legalisierung nachdenken,einmal mit denen Unterhaltendie selbst die Erfahrungen gemacht haben.
    Ein Leben lang kämpfen,Arbeiten und immer wieder Aufstehen um irgendwie ohne Berauschende Substanzen leben zu können.Ganz abgesehen von den Familien,Kindern,Eheleuten,Justiz,Polizei usw.,die „EUCH“ bestimmt das gleiche sagen „werden“!
    Es ist einfach nur purer Stress für alle Beteiligten,am Anfang vielleicht noch nicht aber spätestens dann wenn die ersten „Ausfallerscheinungen“ auftreten.Dabei sollte doch jedermann bekannt sein das Cannabis als Einstiegsdroge gilt,wenn nicht sogar „DIE“ Einstiegsdroge.Meiner Meinung nach genauso wie der Alkohol und die sogenannten „Legal Highs“,Amphetamine,Chrystal usw.
    Nichts davon kann uns bei all unseren Problemen helfen,sondern verschlimmert nur alles.Psyschicher Verfall,Körperlicher Verfall,Sozialer Abstieg usw.,ist doch keinem Unbekannt oder?
    Also worüber reden wir hier überhaupt?
    Wie lange wollen wir uns noch an der Nase rumführen lassen?
    Alles regt sich immer über die allg.Volksverblödung auf(auch in anderen Ländern),aber die Verherrlichung der Abhängig machenden Substanzen geht weiter.
    Also kann ich nur meinen Teil dazu beitragen,meine Erfahrungen weiterzugeben,die ich nach Jahrzehntelangem Konsum von legalen wie Illegalen Drogen,unzähligen Entgiftungen und Therapien gemacht habe.
    Alles andere wurde ja bereits gesagt.Es geht wie immer ums Geld. Die Pharma-Industrie usw,ihr gehts doch bestimmt nicht um den Menschen!!!Das sollte doch mittlerweile wohl jedem klar sein.
    Dabei möchte ich noch sagen das ich bestimmt keinem Menschen irgendeine Hilfe absprechen möchte,solange es denn „wirklich“ auch zur Schmerzlinderung dient.Dafür gibt es genügend Beispiele.Wenn wir Schmerzen betäuben wollen brauchen wir nicht noch mehr Substanzen die uns Abhängig und krank machen.Davon haben wir bereits genug. LG aus Düsseldorf

    • hwing schrieb am

      Von mir aus könnten auch Alkohol und Nikotin verboten werden, persönlich brauche ich das nicht. An andere Drogen kamen wir im Osten dank „Eisernem Vorhang“ sowieso nicht heran. Das Problem bei Drogen aller Art ist doch der soziale Effekt. Es muss endlich uncool werden Alkohol oder Cannabis zu konsumieren. Bei Nikotin setzt sich dieser Effekt glücklicherweise langsam durch. Bei Alkohol ist dies leider noch nicht der Fall. Gerade Politiker und andere reiche Menschen trinken gern teure Getränke bei ihren Empfängen. Die sind somit keine guten Vorbilder und sollten deshalb auch nicht über die Freigabe von Cannabis entscheiden dürfen. Ansonsten sollte es wenigstens kostenlose Beipackzettel für Drogen geben. Wenn Drogen illegal sind, fragt keiner seinen Arzt oder Apotheker nach Nebenwirkungen.

  2. Meines Erachtens wäre es extrem sinnvoll, solche Aussagen wie
    „Millionen von Menschen sterben noch immer im Krieg gegen Drogen.“
    zu belegen. Wenn wir ernst genommen werden wollen.

    Mit ist auch nicht klar, warum wir PIRATEN einerseits „den bundesweiten Ausbau einer objektiven, umfassenden und frühzeitigen Aufklärung“ fordern, während wir andererseits „von aufgeklärten Bürgern aus[gehen]“.
    Entweder die Bürger sind schon aufgeklärt, dann brauchen wir uns darüber keine weiteren Gedanken mehr zu machen – oder es ist noch (u.U. viel) Aufklärungsarbeit zu leisten, dann müssen wir für den Moment aber von nicht (ausreichend) aufgeklärten Bürgern ausgehen.

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Andreas Vivarelli, themenpolitischer Sprecher der Piratenpartei für Drogen- und Suchtpoplitik