Julia Reda

Euro-Piratin: Für de, EU, WWW und Menschenrechte.

„Grenzenlos“ ist Julia Redas Traum und Lebensmotto. Es steht für ihre Vision von einem Europa der Zukunft, in dem jeder alle Möglichkeiten und Vorteile einer liberalen, sozialen und digitalen Welt genießt. Konkret kämpft unsere EU-Abgeordnete für den Abbau von Grenzen und Aufbau eines offenen, fortschrittlichen, zukunftsorientierten, nachhaltigen und lebenswerten Europas.

Sie kämpft für:

  • Modernisierung des Urheberrechts, um Innovation und den Zugang zu Wissen und Kultur zu fördern.
  • Beteiligungsmöglichkeiten in der EU-Politik für jeden EU-Bürger und besonders die Jugend, weil deren Interessen und Bedürfnisse kaum Gehör finden.
  • Freies Europa mit offenen Grenzen: Offline wie auch online.
  • Menschenrechte für alle – für mehr Zusammenhalt und Frieden.
  • Bessere Kommunikations-Strukturen, die offener, sicherer, schneller und preiswerter sind.
  • Transparenz staatlicher Institutionen, um Missbrauch und Vetternwirtschaft zu verhindern.

Julia ist Berichterstatterin für die Copyright-Reform im EU-Parlament und damit die Verantwortliche für dieses Vorhaben. Die Kernaussage ihres Berichtsentwurfs fasst sie kurz zusammen:

„Die Bestimmungen der Urheberrechtsrichtlinie aus dem Jahr 2001 haben es nicht geschafft mit dem wachsenden kulturellen Austausch, welcher durch das Internet ermöglicht wurde, Schritt zu halten. Das derzeitige Urheberrechtsregime verhindert den grenzüberschreitenden Austausch von Wissen und Kultur. Um die derzeitigen Herausforderungen zu meistern, müssen die Gesetze aktualisiert und weiter vereinheitlicht werden.“

Die geplante EU-Urheberrechtsreform läuft aber Gefahr, diese Ziele zu verfehlen. Der Verleger-Lobby ist es gelungen, das dysfunktionale deutsche Leistungsschutzrecht in den Entwurf zu hieven. Dazu droht eine weitere Gefahr durch sogenannte „Uploadfilter“. Die Lobby der Rechteverwerter will, dass Internetplattformen gezwungen werden, hochgeladene Inhalte mit automatisierten Filtern auf Verstöße gegen Urheberrechte zu prüfen. Da der Rat diese Punkte bereits gebilligt hat, kann jetzt nur noch das Parlament diese Pläne stoppen.

„In den letzten Wochen haben sich Menschen auf der ganzen Welt informiert, was sie tun müssen, um die heute wirksam werdende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu befolgen. Viele wünschen sich, sie hätten der Verordnung mehr Aufmerksamkeit gewidmet, als sie vor zwei Jahren verabschiedet wurde. Beim Thema Urheberrecht ist genau JETZT der Moment, sich einzumischen – und nicht erst in zwei Jahren, wenn wir „plötzlich“ Uploadfilter und das EU-Leistungsschutzrecht umsetzen – bzw. feststellen müssen, dass unser Handlungsspielraum auf unseren Lieblingsplattformen deshalb massiv eingeschränkt wird.“

Werdegang

  • 1986 in Bonn geboren.
  • 2002 SPD-Mitglied geworden.
  • 2008 nach Streit um bürger- und innovationsfeindliche Netzsperren ausgetreten.
  • 2009 als Frankfurter Piratin angeheuert.
  • 2010 zur Vorsitzenden der Jungen Piraten gewählt.
  • 2012 wurde sie Navigator der internationalen Piraten-Jugend.
  • 2013 gründete sie die Young Pirates of Europe und lenkte diese bis 2015.
  • 2014 fand sie ihre neue Heimat im EU-Parlament.
  • 2014 brachte sie die EU dazu, 1 Million Euro in die Sicherheit von freier Software zu investieren.
  • 2015 betraute das Parlament Julia mit der Evaluierung des EU-Urheberrechts. Besonders ihr Kampf für die Panoramafreiheit brachte ihr europaweit Zuspruch ein.
  • 2015 startete sie eine Initiative zur Lobby-Transparenz im EU-Parlament, die von ihrer Fraktion und schließlich von der NGO Transparency International Europe übernommen wurde.
  • 2016 gründete sie eine Kampagne gegen Geoblocking, also Grenzbalken im Netz.
  • 2016 wurde Julia vom Politmagazin “Politico” zur 37. wichtigsten EU-Abgeordneten von 751 gewählt, vom Onlinemedium Netzpolitik.org zur zweitwichtigsten NetzpolitikerIn im Parlament, und vom US-Magazin Forbes unter die Top “30 unter 30” der jungen Politikerinnen und Politiker in Europa
  • 2016 vereinte sie Abgeordnete aller Fraktionen im Widerstand gegen das EU-Leistungsschutzrecht.
  • 2017 deckte sie einen Skandal auf: die Kommission hält Studien zurück, wenn ihr die Ergebnisse nicht passen.
  • 2017/18 vereinte sie Abgeordnete aller Fraktionen in einer Kampagne gegen Uploadfilter.
  • 2018 führt sie den Widerstand im Parlament gegen Zensurmaschinen und Leistungsschutzrecht in der EU-Urheberrechtsreform an.

 

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