Gesundheitspolitik

Fünf Fragen an...

„Das merkt man dir ja gar nicht an….“

Am heutigen 05. Mai ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Dieser wird seit 1992 von Verbänden und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe veranstaltet. Oft denkt man beim Schlagwort „Behinderte“ an blinde Menschen, Menschen im Rollstuhl oder an die Teilnehmer der Paralympics, die vielfältige körperliche Behinderungen haben.

Mentale, psychische und seelische Behinderungen geraten leicht aus dem Blick der Öffentlichkeit, weil man sie den Menschen nicht ansieht. Wir möchten das ändern und machen heute darauf aufmerksam, dass auch die „unsichtbaren“ Behinderungen ein Recht auf Gleichstellung mit sich bringen. Hierzu haben wir mit einem Betroffenen gesprochen (*).

Kannst Du sagen, welche Art Behinderung Du hast und wie lange Du schon als behindert giltst?
„Meine Behinderung ist psychischer Natur und seit Mai 2017 anerkannt.“

Wie geht es Dir damit?
„Ich finde es gut, dass ich einen anerkannten Grad der Behinderung habe. Es gibt mir die Möglichkeit, mein Erleben wohlwollender zu betrachten und mich nicht unter Druck zu setzen, wenn ich mal wieder in der „normalen Welt“ nicht mithalten kann. Meine Erkrankung selbst steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt…“

Welche Herausforderungen bringt Dein Alltag mit sich?
„Ich bin oft schnell erschöpft, kann mich nicht lange am Stück konzentrieren und muss zusätzlich stark auf einen regelmäßigen Schlaf achten. Auch darf ich mich theoretisch nicht allzu sehr positivem Stress aussetzen (z.B. sowas wie Erfolg im Studium oder Verliebtheit), was ich aber praktisch als unmöglich umsetzbar und auch als starke Einschränkung empfinde. Zudem habe ich starke Schwierigkeiten, mich selbst zu motivieren und bin immer dankbar, wenn es ein von außen vorgegebenes Gerüst gibt.“

Wie gehen Menschen mit Dir um, die von Deiner Behinderung erfahren bzw. denen Du sagst, dass es sich dabei um eine anerkannte Behinderung handelt?
„Meist fällt der Satz: „Das merkt man Ihnen/dir ja gar nicht an.“.“

Welche konkreten politischen Maßnahmen würden Deinen Alltag verbessern?
„Ein Grundeinkommen zu haben, von dem ich leben kann. Aber das wäre wohl bei der Mehrheit der Menschen der Fall, egal, ob eine anerkannte Behinderung vorliegt oder nicht. Aber auch das geplante Landesgesetz über psychiatrische Unterbringung in Bayern macht mir Angst. Solche Gesetze stempeln ab, statt dass sie helfen, Verständnis zu wecken. Ich hoffe, dass das Gesetz überarbeitet oder ganz zurückgezogen wird.“

(*) Die Identität des Betroffenen ist den Interviewern bekannt. Zu seinem Schutz ist das Interview anonymisiert.

  1. Seltsam nichtssagender Beitrag.

    • Piratenlily

      Schade. Ich hätte mir gewünscht, daß Du vielleicht etwas für den Umgang mit Betroffenen daraus ziehen kannst.

  2. hier noch 2 weitere Beiträge von den Piraten http://piraten-erfurt.de/blog/europaeischer-tag-fuer-menschen-mit-behinderung-5-mai-2018/ und https://www.piratenpartei-nrw.de/2018/05/03/schwarz-gelbe-regierung-plant-entfesselung-des-bauordnungsrechts/ leider gibt’s zu diesem Thema seit vielen Jahren nix im PShop dazu während man für andere Themen dutzende Artikel bestellen kann

    • Piratenlily

      Der P-Shop freut sich sicher über Zuarbeit 🙂

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