Der Ökopopulismus der Grünen

Bild: be-him CC BY NC ND

Gastbeitrag von Kai Schmalenbach, MdL PIRATEN NRW

 

Nun ist es mal wieder so weit: Die Grünen haben wohl ein Thema gefunden, bei dem sie schön populistisch auf den Putz hauen wollen;
sie wollen Benzin und Dieselautoneuzulassungen ab 2030 verbieten

Das klingt natürlich erst mal sinnvoll, denn wer könnte widersprechen, dass Autos zum Teil Dreckschleudern sind. Man möchte umgehend
applaudieren. Wäre da nicht die Frage, wieviel CO2 produziert eigentlich so ein Elektroauto? Und da gibt es natürlich einige Berechnungen, die dem E-Auto eine bessere Bilanz zuschreiben als dem Verbrennungsmotor – irgendwas zwischen 95 und 110g pro Kilometer.

Das ist ein guter Wert, der ist besser als der von Verbrennungsmotoren, gar keine Frage, aber ist er das wirklich? Ich behaupte: NEIN!

Wie komme ich dazu? Nun, die Rechnung ist relativ einfach. Alle Berechnungen, die ich gefunden habe, berufen sich auf den Strommix:
aee_strommix_deutschland_2013_mai14_72dpi
Bildquelle

Das Problem an dieser Berechnung ist sehr einfach zu erklären.

Natürlich ist der reale Wert augenscheinlich der Wert, der sich aus dem Strommix ermitteln lässt, aber wir reden hier von einer massiven
Verschiebung der Primärenergie-Quelle, und so wünschenswert es ist, die Elektromobilität voranzutreiben, so falsch ist es zu glauben,
man könnte eine solch massive Verschiebung mit dem Strommix kalkulieren, denn heute und auch noch in mittelbarer Zukunft wird jede ZUSÄTZLICHE kWh, die wir benötigen, aus fossilen Energieträgern kommen, und da wir jetzt von einem Strommix ausgehen, der aktuell etwa
aus 1/4 Erneuerbaren besteht, rechne ich jetzt einfach mal 1/4 oben drauf bei den CO2-Werten, also zwischen 120 und 145g pro Kilometer.
(jaja, das ist bestimmt nicht wissenschaftlich, aber ich glaube, das dürfte ungefähr passen. Man überzeuge mich gerne vom Gegenteil)

Eine Verringerung der CO2-Emissionen funktioniert meiner Meinung nach nur dann, wenn wir gleichzeitig an anderen Stellen Strom einsparen.
Ansonsten ist das eher ein Nullsummenspiel, bei dem man dann noch berechnen müsste, wie viel energieintensiver die Herstellung eines
E-Autos mitsamt Batterien pro Kilometer ist, zumal die Batterien auch nur eine begrenzte Laufleistung haben.

Für mich wirft dieser Move der Grünen viele Fragen auf:

– Was soll das?
– Warum ausgerechnet das Auto?
– Warum nicht Flugzeuge?
– Warum nicht LKW?
– Warum nicht Baumaschinen?
– Warum fängt man nicht mit einer Hubraumbegrenzung viel früher an?
– Warum wird z. B. alles über 2 Liter Hubraum ab 2020 nicht mehr zugelassen?
– Warum nicht Tempo 120 sofort?
– Warum nicht SUV und White Vans sofort mit Sondersteuern und Tempolimit ausbremsen?
– Warum nicht etwas Positives, z.B. Fahrscheinloser ÖPNV?
– Warum nicht ein LKW-Tempolimit für alle LKW über 2,2 Tonnen?

Ideen und Ansätze gäbe es genug.

Aber allem voran: Warum hält man, wenn man sich eine solche Forderung ins Poesiealbum schreibt, an einer Braunkohleförderung in NRW bis 2045
fest und konterkariert damit eine solche Forderung massiv? Ob wir das erfahren werden?

Die Energiewende ist ins Stocken geraten in Deutschland! Es wäre primäre Aufgabe, diese voran zu treiben, statt sich um ungelegte Eier zu kümmern, die den eigenen Namen in die Schlagzeilen bringen, ohne Vorteile zu bieten. Wenn die Grünen wirklich etwas tun wollen, sollten sie sich umgehend darum kümmern, die Energiegewinnung aus fossilen Energieträgern einzudämmen, und wenn das geschafft ist, ja dann ist die Bilanz eines E-Autos wirklich toll!

 

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Kai Schmalenbach ist energiepolitischer Sprecher der Piratenfraktion im Landtag NRW

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Hinweis: Dies ist ein Gastbeitrag und stellt nicht notwendigerweise die Meinung der Piratenpartei Deutschlands dar.

Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

19 Kommentare zu Der Ökopopulismus der Grünen

  1. zarathustra schrieb am

    moin

    also es gibt einen off-shore windpark.

    der weil, mininisterpräsident von niedersachsen hat den zum amtseingang als erstes offiziell eingewieht.
    erste amtshandlung.
    grosses tara in der presse.

    bisher hat dieser offshore-windpark – seit damals – exakt null, null strom geliefert.

    aus umweltschutzgründen währen sich die grünen gg ein stromkabel.

    stell dir mal vor, da ist eine windkraftanlage, bereit strom zu liefern und die grünen verlangen, dass aus umweltschützgründen braunkohle verheizt wird.

    der weil – spd – hat die anlage zu seinem amtsantritt offiziell eingeweiht – sein erster presseauftritt -, laut grünen ist das kabel ins netz umweltfeindlich und deswg muss eben braunkohle verfeuert werden.

    da steht ein windpark in der nordsee – und die grünen lassen keinen ökostrom ins netz – kabel.

    ich will ökostrom und krieg den nicht!

    das macht mich sauer

    zara

    • Kai Schmalenbach schrieb am

      Hast du einen Link dazu. dass sich die Grünen wehren?
      Ansonsten stimme ich dir zu, miese Nummer, wobei man aber auch wissen muss, dass Offshorestrom im Moment deutlich teurer ist, als Onshore. Zudem bedeutet er eine weitere Konzentration der Erneuerbaren im Norden.

  2. nuunjaa schrieb am

    Eine Betrachtung einzig in Hinblick auf CO² Emissionen erscheint mir nicht sinnvoll. Die Feinstaub und Stickstoffdioxidbelastung in Städten durch Individualverkehr, speziell Dieselfahrzeuge, überschreitet vielerorts die Grenzwerte. In Stadtgebieten dürfte auch die Lärmbelastung, wenn auch nicht enorm, so doch imho spürbar abnehmen.(Grad Nachts sind hier „Sportfahrer“ störend)
    Ein Ansporn in die Entwicklung von E-Autos zu investieren ist offensichtlich nötig, gefördert wurde dies ja schon reichlich.
    Ansonsten fällt mir übrigens, außer vielleicht mit Veggydays, kaum ein Thema ein, was in Deutschland unpopulärer wäre. Insofern kann ich auch den Populismusvorwurf gerade hier nicht nachvollziehen.

    • Kai Schmalenbach schrieb am

      ja, korrekt, es sind vor allem die Dieselfahrzeuge, DIE Dieselfahrzeuge für die man vor 20 Jahren noch deutlich höhere Steuern zahlen musste, bis irgendwer die Idee hatte, Diesel und Benziner gleichzusetzen, was zum Boom der Diesel führte. Mit anderen Worten, man hat schwerwiegende Fehler gemacht und statt zuerst an diese Fehler zu gehen, versucht man einen Kahlschlag, der aber gar nicht sinnvoll sein wird zum angesagten Zeitpunkt. Dass der kommen muss und wird, ist ja nicht Bestandteil der Debatte, sondern das wann und wie.

  3. Hans Mikschl schrieb am

    Man muß das größer denken. Das Hauptproblem bei den erneuerbaren Energien ist die unstete Verfügbarkeit. Wenn man es schaffen würde den Großteil des deutschen Fuhrparks zu elektrifizieren, hätten wir einen riesigen Energiespeicher zur Verfügung. Ich stelle meine Kiste um 15:00 in die Garage und sage dem Netz, Morgen um 7:30 will ich die Batterie geladen haben, bis dahin kannst du damit machen was du willst. Das ganze mal 20 oder 30 Millionen PKW. Damit könnte man einige Kraftwerksausfälle ausgleichen. Von 8:00 bis 15:00 steht das Auto in der Firma, man könnte Starkwindphasen an der Küste wegspeichern anstatt den Strom „weg zu schmeißen“! Nach 8 – 10 Jahren, wenn die Kapazität langsam nachläßt besorge ich mir neue Akkus fürs Auto und schließe alten im Keller an. Die Speicherleistung im Netz wird ‚Auto’matisch wachsen und wachsen.
    Und die Fahrzeuge selbst? Wer schon mal eins gefahren hat weiß, die Fahrleistungen sind absolut der Hammer! Der ganze Motor besteht aus einem (1) einzigen beweglichen Teil, keine Einspritzpumpe, keine Benzinpumpe, kein Getriebe, keine Kupplung, kein Kühler, kein Auspuff, kein Tank, keine Zündkerzen usw, usw! Eigentlich gar nichts mehr was kaputt gehen kann oder gewartet werden muß. Es gibt nur noch zwei Probleme.
    Erstens die Preise, die sind aber schon unterwegs nach Süden, und zwar mit zunehmender Geschwindigkeit!
    Zweitens die Infrastruktur. Gefragt sind Ladestationen, Ladestationen, Ladestationen -und deren Standardisierung. Da muß der Gesetzgeber endlich aktiv werden!!

    • Kai Schmalenbach schrieb am

      Das war lange Zeit mein Argument für E-Fahrzeuge, ich glaube aber nicht mehr daran. Das Problem ist, dass Batterien eben eine begrenzte Anzahl an Ladezyklen haben und sie als Puffer zu nutzen, genau die Ladezyklen massiv reduziert für den Besitzer. Ein Besitzer wird einer solchen Nutzung nur dann zustimmen, wenn er ein Plus-Geschäft macht und das wiederum würde eine weitere Förderung bedeuten, die ich schlicht und ergreifend nicht kommen sehe im aktuellen politische Klima.
      Ansonsten absolute Zustimmung insbesondere zu den Ladestationen, das haben wir schon mal versucht anzuschieben, aber irgendwie, ach ach *seufz* :-)

      • TheBug schrieb am

        Mal auf den aktuellen Stand bringen was Batterietechnik betrifft. Aktuell sind 1500 Ladezyklen bei >70% Restkapazität überhaupt keine tolle Sache mehr.

        Die Batterietechnik entwickelt sich momentan recht stetig und relativ schnell vorwärts.

  4. @HuWutze schrieb am

    Man echauffiert sich über Forderungen der Grünen und kommt man auch nicht weiter über den Tellerrand, scheint einer der entscheidenden Faktoren dieser Gesellschaft zu sein. Nun ja, kann man machen, ich mach dann mal in Teilen mit. ;o)

    Autos sind laut dieses Blogposts nur zum Teil Dreckschleudern. Ja, auch Piraten sind nicht gefeit vor der Problematik, das eigene liebgewordene Spielzeug als solches zu betrachten was es ist – schädlich für das ganze Ökosystem –

    Ich nenne den Beitrag insofern „postfaktisch“, weil er, wie Frau Merkel vor einigen Tagen sagte, von Gefühlen und Glauben geleitet ist. Fakten sind nur marginal zu finden.

    Zum Kernthema. Man berechnet anhand eines Strommixes in Deutschland die CO2 Werte, die solch ein Elektrofahrzeug beim Betanken kosten dürfte. So weit gibt es noch nichts zu bemängeln. Liest man aber weiter, wird eine gewisse Ahnungs- oder Konzeptlosigkeit spürbar. Man wirft den Grünen Fragen vor, die weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück bleiben, die Piraten sich einstmals gestellt haben. Es wird oberflächlich „Warum ausgerechnet das Auto?“ gefragt oder der Hinweis auf LKW, Flugzeuge usw. eingeflochten. Bei den meisten Fragen gehe ich sogar mit, dennoch kratzen sie nur am Rande eines viel größeren Problems.

    Was kostet ein herkömmliches Auto, was ein Elektroauto? Die in der Herstellung benötigte Energie und insbesondere der Ressourcenbedarf eines eAutos liegt um einiges höher als mit der konventionellen Technologie. Insbesondere hochwertige und seltene Materialien, werden bei der Herstellung eines eAutos benötigt. Und der Artikel beschreibt noch lange nicht die Kosten und den Aufwand, der auf die Gesellschaft zukommen wird, wenn dieses eAuto sein Lebensende erreicht hat. Ein großer Teil gehört dann zum Sondermüll. Ganz zu schweigen von den Folgeschäden, die seine Betriebslaufzeit mit sich gebracht hat.

    Folgeschäden, z.B. in Form von Nanomüll. Wir reden gerne von „Plastik vermeiden“, das ja heute in den Ozeanen unter anderem als sogenanntes Nanomaterial zurück in den Nahrungsmittelkreislauf gelangt. Vergessen werden die Millionen Tonnen Feinstaub, welche durch Reifenabrieb und anderes entstehen. Weitere Folgeschäden in der Natur werden billigend in Kauf genommen, um eben an jene Materialien, wie z.B. Lithium oder Gold zu kommen, die eAutos und deren hochwertige Elektronik zwangsläufig benötigen.

    Die einzige Frage „Fahrscheinloser ÖPNV“ verschwindet leider im Dickicht der Polemik. Wenn wir als Partei schon Fragen stellen, warum dann nicht mal die richtigen? Wie sieht es denn aus mit einem ökologisch-vernünftigen Transportwesen? Ist der Individualverkehr tatsächlich noch zeitgemäß oder gar zukunftsfähig?

    Wenn wir diesen Planeten erhalten wollen, wovon ich zuerst einmal ausgehe, dass dies noch Ziel der Piratenpartei ist, muss man anfangen umzudenken. Und ja, der Gedanke wird schmerzen, das allseits geliebte Fortbewegungsmittel, das so als letztes Refugium der Freiheit betrachtet wird, gegen etwas zu ersetzen, damit unseren Kindern und Kindeskindern ein vernünftiges und künftiges Überleben überhaupt erst ermöglicht wird!

    Ist es nicht an der Zeit, diverse Entwicklungen auf der Welt neu zu bewerten? Die Folgen des heutigen Individualverkehrs werden immer auf die Schultern der Anderen gelegt. Sei es Umweltverschmutzung, Landraub, Kosten usw. Statt nun Polemiken zu einem unausgegorenen Plan der Grünen zu schreiben, hätte ich ja gedacht, man nimmt das Thema auf und zeigt wie man so ein Thema durchaus auch intelligent behandeln kann, ohne gleich mit der Verbotskeule zu winken.

    Schade, von Abgeordneten des Landtags NRW erwarte ich mehr Initiative und Weitblick. Also von unseren … :o)

    • Seepferdchen schrieb am

      Ich stimme dir in weiten Teilen zu. Allerdings frage ich mich, woher du die Erkenntnis nimmst, Elektroautos wären in Herstellung ressourcenhungriger und im Recycling problematischer. Wenn du dazu vielleicht ein paar nahrhafte Links hättest. Ich bin von Natur aus Zweifler, lasse mich durch Fakten jedoch gerne überzeugen.

      Ja – warum eigentlich nicht die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren ab 2030 verbieten? Populismus? Kann sein. Reiner Populismus? Nein. Zweifellos ist die Rechnung des Herrn Schmalenbach hinsichtlich des CO2-Ausstoßes von Elektroautos richtig, allerdings nur basierend auf dem BESTEHENDEN Energiemix. Würde der Anteil erneuerbarer Energien nur bei 50 statt bei 25% liegen, sähe die Bilanz schon wieder ganz anders aus. Würden wir Elektroenergie zu 100% aus regenerativen Quellen erzeugen (was schon mittelfristig, politischen und gesellschaftlichen Willen vorausgesetzt, möglich wäre), wäre die C02-Bilanz eines Elektromobils tatsächlich Null. Vorsicht Ironie: Nach Logik des Autors müsste man dann auch 100% CO2-Ausstoß aufschlagen, um zu den wahren (?) CO2-Emissionswerten zu gelangen. Ich hab‘ `ne Weile gebraucht, um überhaupt nachvollziehen zu können, wieso man so rechnen kann und finde diese Rechnung, gelinde gesagt, befremdlich.

      Richtig ist, wie es auch andere hier schon gesagt, dass der Energiemix nicht stimmt. Ich erlaube mir, diese Aussage zu verschärfen, indem ich behaupte, dass das sog. EEG (erneuerbare Energien Gesetz) mehr und mehr zur Mogelpackung verkommt, weil die ursprünglich dort formulierten Ziele mit jeder Novelle des Gesetzes verwässert werden. Abkehr von Kohle- und Atomstrom? Geht nicht – wir müssen das Loch, durch das wir unseren notleidenden Energiekonzernen Zucker in den A. blasen, schließlich weit offen halten, koste es am Ende, was es wolle; die Zukunft unserer Kinder eingeschlossen.

      Interessant die Sichtweise von Hans bezüglich der Batteriespeicher. 20 Mio Kfz mit durchschnittlich 15 kWh Batteriekapazität ergeben 300 GWh schnelle Speicherkapazität. Wenn sich nur die Hälfte davon im Netz befindet, könnte man damit schon sehr wirkungsvoll Schwankungen ausgleichen, sprich Netzstabilität gewährleisten, OHNE

      a) bei Überschüssen den „verhassten“ Wind- oder Solarstrom wegwerfen oder
      b) bei Mangel Kraftwerke basierend fossilen Energieträgern anfahren

      zu müssen.

      Wir können die Energiewende nur gestalten, wenn wir sie wollen. Wenn andere Parteien diesbezüglich Vorschläge machen, sollten wir sie weniger für diese Vorschläge kritisieren, sondern unterstützen und vor allem beim Wort nehmen; gerade jetzt, wo wir doch erst kürzlich eigenes Blut in diese eine andere Partei eingebracht haben.

  5. David Bruchmann schrieb am

    Dem Beitrag kann ich nur geteilt zustimmen.
    Fakt ist jedoch, daß für die Zukunft formulierte Ziele leicht gekippt oder blockiert werden können, und daß das Jahr 2030 bezüglich neuer Klimaschutzziele viel zu weit in der Zukunft liegt.
    Das Gabriel-Merkel-Gespann hat der Braunkohle den roten Teppich ausgerollt und den Verkehr ganz ausgeschlossen. Scheubles Subventionen auf E-Autos sind nett für Leute, die das Geld größtenteils wahrscheinlich nicht unbedingt benötigen, da die Preise für E-Autos für eher Gering-Verdiener (noch) zu teuer sind. Und daß die Regierung der Autoindustrie mal gerne den freien Willen läßt, statt gesetzliche Vorgaben wirksam durchzusetzen, sollte spätestens seit der VW-Abgas-Affäre ja hinlänglich bekannt sein.
    Unter diesen Aspekten stimme ich dem Artikel zu: zeitnahe Ziele formulieren und durchsetzen, statt publikumswirksame Blasen für die weite Zukunft zu produzieren.
    Bezüglich Energieproduktion muss die ganze Elektrifizierung das Verkehrssektors durch massiven Ausbau der Erneuerbaren begleitet werden, damit der entsprechende Energiebedarf nicht durch schmutzige Kohle- oder Atomkraft-Energie gedeckt werden muss. Im Kontrast zur aktuellen und ausbremsenden Energiepolitik ist aggresives Vorgehen gefragt, ansonsten kann man das Pariser Klimaschutzabkommen gleich begraben.

    • Kai Schmalenbach schrieb am

      Hallo David, ich finde in deinem Beitrag nicht wirklich einen Widerspruch. Vielleicht legst du den noch offen? Ich stimme deinem Beitrag ansonsten zu.

  6. Ingenieur schrieb am

    Ahoi, ich möchte dem Kollegen aus NRW zustimmen. Der Gedanke zum Energiesparen ist in allen Parteien angekommen. Das ist schonmal positiv. Aber die Energiewende ist steckengeblieben, auch das merke ich. Den Individualverkehr zu reduzieren ist ein Wunsch aus den 80ern. Mittlerweile wissen wir, das der Individualverkehr bleiben wird, deshalb versuchen wir nun die Emissionen zu reduzieren. Der Ford Focus, Bj 2005 liegt in einer Diesel-sparversion bei 116 gr.CO2/km. Ziel erreicht(?), nein. Während meiner Ingenieur- Ausbildung (in den 90ern) verlangte man nachhaltiges und ganzheitliches Arbeiten. Vielleicht sollten wir heute anfangen alles zu kombinieren. Die Erfahrungen aus den 80ern mit den Vorgaben aus den 90ern und den Technikmöglichkeiten von Heute. Und die Politik sollte den Weg dazu freimachen. Mfg, Thomas

  7. Ralf Becker schrieb am

    Ich will es im Moment mal nicht beurteilen, ob das von den Grünen vorgeschlagene Verbot sinnvoll ist.

    Besser als irgendwelche Verbote zu erlassen wäre es, eine völlig andere Politik mit viel weniger Sinnlosigkeiten in allen Bereichen zu machen, weil wir die Umweltziele nur so erreichen können.

    Sinnlosigkeiten gibt es vor allem im Finanzwesen wie z.B.bei Banken und Versicherungen oder bei Juristen. Die Politik muss stattdessen den Bürger in den Mittelpunkt stellen und nicht ohne Sinn und Verstand nicht nachvollziehbare Wirtschaftsziele verfolgen.

    • Kai Schmalenbach schrieb am

      Das ist ein frommer Wunsch! Den Bürger in den Mittelpunkt zu stellen würde bezogen auf dieses Beispiel bedeuten, die Industrie zu treten, statt Verbote auszusprechen. Wenn die Politik dafür sorgt, dass E-Fahrzeuge interessanter sind als Verbrenner, löst sich das Problem von ganz allein. :-)

  8. Kai Schmalenbach ist derjenige der NRW-Piraten-MdLs, der als es um das Nichtraucherschutzgesetz ging am lautesten schrie:

    Warum nicht zuerst die Autoabgase?

    Das ist einfach seine Masche, um zu verhindern, dass sich irgendwas – zu Ungunsten der mächtigen Industrien in Deutschland – verändert. Davon abgesehen – also inhaltlich – muss man das nicht so ernst nehmen.

    • Kai Schmalenbach schrieb am

      Ach Eric, das ist jetzt wie lange her? Und noch ein letztes Mal, der Parteitag hat etwas beschlossen und ich wurde mit der Umsetzung beauftragt. Abgesehen davon dass ich das nicht geschrien habe. Hör doch bitte endlich auf, immer und immer wieder aus dem Höschen zu hüpfen, wenn du meinen Namen liest.

  9. TheBug schrieb am

    Das Argument mit dem Energiemix kann man persönlich entkräften indem man den Stromanbieter wechselt. Bei den meisten Autofahrern wird ein Großteil der Ladevorgänge zuhause passieren. Wechselt man zu einem 100% EE-Stromanbieter, dann sieht die Bilanz deutlich besser aus.

    Nebenbei kann man als Privatkunde damit sogar in den meisten Regionen Geld sparen gegenüber den Standardtarifen und man lenkt Geld um, weg von den Konzernen mit ihren fossilen Anlagen.

    Nach Vattenfalls Ramschverkauf der Braunkohlesparte wird wahrscheinlich bald ein Konkurs eines der großen Stromkonzerne folgen. So ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist zwar nur ein winzig kleiner Baustein dafür, viele davon helfen aber.

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