PIRATEN: Europäische Zentralbank will Bargeld schreddern – Abschaffung des 500 Euro-Scheins

Europäische Zentralbank in Frankfurt/Main | CC-BY-SA Wikimedia-User ArcCan

### Presse-Service der Piratenpartei Deutschland ### Berlin, den 04. Mai 2016 PM 86 / 16

Die Europäische Zentralbank hat heute das Ende des 500-Euro-Scheins verkündet.

Angeblich würde dieser Schein bevorzugt von Kriminellen zur Finanzierung ihrer Straftaten verwendet. Die Ankündigung der Abschaffung trifft auf wenig Gegenliebe, selbst der Präsident der Deutschen Bundesbank stellt sich dagegen. Die deutsche EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger ist erbost über die Kritiker der Bargeldabschaffung und verteidigt die Entscheidung der EZB auch hinsichtlich der Null-Zins-Politik.

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Kristos Thingilouthis, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Deutschland:

»Mit dem 500-Euro-Schein fängt es an, doch wo wird es enden? Das ist ein weiterer Angriff auf die Freiheit der Menschen, die Möglichkeit mit Bargeld Dinge zu erwerben, ohne das der Staat, der Arbeitgeber oder die Krankenkasse darüber Bescheid wissen.

Bargeld ist ein Stück Freiheit, die es zu schützen gilt. Bei einer vollständigen Abschaffung des Bargeldes haben wir alle nicht mehr die Möglichkeit unbeobachtet einzukaufen, oder unser Geld zu Hause vor der schleichenden Enteignung auf dem Bankkonto im Zuge der „Null-Zins-Politik“ in Sicherheit zu bringen.

Gibt es nur noch Geld auf Konten, können die Banken unser Vermögen mit Minus-Zinsen abschmelzen, ohne dass wir uns zu wehren wissen. Vermögen können so vernichtet werden und sparen wird unmöglich. Wir PIRATEN treten dieser Gängelung mit aller Entschiedenheit entgegen. Bargeld ist Freiheit und Freiheit ist für uns ein hohes Gut, das es zu verteidigen gilt!«

 

 

 

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Kommentare

3 Kommentare zu PIRATEN: Europäische Zentralbank will Bargeld schreddern – Abschaffung des 500 Euro-Scheins

  1. Bernd schrieb am

    Insbesondere das Kriminellen-Argument ist so falsch und blöd das es schon fast wehtut. Gerade wird berichtet über die Cum-Cum-Betrügereien der Großbanken, mit Milliardenschäden für den Steuerzahler. Unmöglich wäre das mit Bargeld. So was geht nur, weil Milliarden in Sekundenbruchteilen um den Globus huschen können – bargeldlos – durch die Banken. Von der Abschaffung des Bargeldes, der einzigen Geldaufbewahrungsmöglichkeit, die dem Geschäftsbankensektor entzogen ist, profitiert wer? Die Banken! Wer sonst noch? Der Staat, er kann auf die Daten dann lückenlos zurückgreifen wer wann was wo kauft, verkauft oder überweist. Die Bankenmafia, sie kann zukünftig einen Bank Run einfach durch Knopfdruck verhindern, in dem sie sämtliche guthaben wie in GR oder Zypern einfach blitzartig an einem Wochenende einfrieren, und so alle erpressen, Staaten, Regierungen, Private, wen auch immer.
    Das Perverse ist: da es der EZB partout nicht gelingen will, die Bevölkerung durch Inflation zu entreichern, geschieht es jetzt eben durch Negativzinsen. Die aber lassen sich nur in den Markt pressen, wenn die Flucht in das Bargeld für den Bürger abgeschnitten ist. Schon jetzt, bei 0,01% Zinsen für Sparbücher, ist es nur noch der Diebstahlsicherheit geschuldet dass die Oma das Geld dort lässt. Würde jedes Jahr was abgezogen (das ist das Ziel) würde jeder, der irgendwie kann, das Geld abzuheben und es in den Tresor wegbunkern. Wenn es dann keine 500-er (und auch keine 200-er oder 100-er) mehr gibt, käme es zum Bankencrash, vor allem wenn sich alle Sparer gleichzeitig in Bewegung setzen und auf Auszahlung in kleinen Scheinen pochen. Dann geht das Geld aus, und es knallt. Die EZB spielt hier mit dem Feuer, aus Verzweiflung. Mit Vertrauen – dem einzigen Kapital einer Zentralbank heutzutage, Goldvorräte gibts nicht mehr – spielt man nicht!

  2. Ralf Becker (Ralle002) schrieb am

    Solange Politiker und Banken sich selbst bedienen, sind die Bedenken der Piratenpartei begründet. Trotzdem glaube ich es, dass die Zukunft des Geldes auf Dauer nur bargeldlos sein kann.

    Wir brauchen jedenfalls ein digitales und kontenbasiertes Geldsystem. Dafür werden Geldhäuser nur noch als Treuhänder des Geldes arbeiten dürfen. Das Eigengeschäft der Banken gäbe es dann nicht mehr.

    Vorteile
    – Krankenkassenbürokratie abschaffen
    – günstige Preise bei Sozialleistungen (auch Gesundheit und Bildung)
    – individuelles Ansparen der Altersrente auf dem persönlichen digitalen Buchführungskonto ersetzt Herbeizocken der Altersrente durch die Banken
    – Vollgeld wird möglich
    – Abschaffung Minijob-Bürokratie
    – keine bürokratielastige Lohn- und Gehaltsabrechnung mehr
    – man kommt plötzlich wieder aus Hartz IV raus, weil der Hinzuverdienst sich wieder lohnt
    – Hartz IV auf Pump könnte die unwirtschaftliche Auflösung von Rentenversicherungen verhindern und Sozialgerichtsverfahren überflüssig machen
    – das fehlerhafte Schuldgeldsystem muss ohnehin reformiert werden
    – Geldmengenexplosion kann verhindert werden

  3. hwing schrieb am

    Ein „ein digitales und kontenbasiertes Geldsystem“ gibt es bereits: den Bitcoin und andere *coins. Ein Konto heißt dort Wallet und ist flexibler als ein Girokonto. Wir erinnern uns, dass Bürger und vor allem Firmen in Griechenland wochenlang weder an ausreichend Bargeld noch an ihre Konten kamen. Einige Firmen konnten sich schon damals mit Bitcoin über Wasser halten. Das Verlustrisiko ist gering. Selbst wenn Bitcoinbroker wie Mt. Gox pleite gehen, ist das Geld im eigenen Wallet sicher.

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