Intransparenter Deal zwischen YouTube und GEMA

URHEBERRECHT - TIMECODEX CC BY NC ND

Gastbeitrag von Rene Pickhardt, Spitzenkandidat für die Bundestagswahl der rheinland-pfälzischen PIRATEN

Verlierer sind kleine Unternehmen und eventuell sogar die kreativen Kunstschaffenden

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Heute morgen ist bekannt geworden, dass YouTube und die Gema über die Vergütung von Urhebern nach über sechs Jahren Verhandlungen eine Einigung erzielt haben. Die in Deutschland bekannten Sperrbilder und die Selbstzensur auf YouTube haben ab heute ein Ende. Die Höhe der Vergütung sowie weitere Details des Vertrags sind nicht bekannt.

Deutschland ist überrascht und jubelt. Auf Twitter trendet der Hashtag #GEMA. Die Tweets sind überwiegend positiv und fröhlich gestimmt. Natürlich war es lästig, dass immer wieder Videos gesperrt wurden. Betroffen war zum Beispiel ein kreatives studentisches Videoprojekt an meiner Uni. In einem Cover des Trailers von „Game of Thrones“ war der Soundtrack durch die GEMA geschützt. Das Video wurde deshalb in Deutschland auf YouTube nicht angezeigt. Probleme dieser Art gehören nun der Vergangenheit an. Die Kreativität wird gefördert und das Remixen wird leichter. Die kulturelle Vielfalt nimmt augenscheinlich zu.

Auch Musiker, die sich von der GEMA vertreten lassen, dürften sich über den abgeschlossenen Vertrag aus zwei Gründen freuen. Erstens werden sich die GEMA-Tantiemen der Künstler erhöhen. Zweitens können Musiker jetzt ihre Musikvideos auch zu Promozwecken in Deutschland auf YouTube verwenden, ohne eine Zensur befürchten zu müssen. Nicht nur kleinere Künstler beklagten immer wieder diese fehlenden Promomöglichkeiten auf Grund der harten Linie der GEMA.

Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Die Intransparenz des Vertrages ist ein dunkler Fleck in den aktuellen Entwicklungen. Prof. Dr. Leonhard Dobusch schreibt auf Netzpolitik.org heute morgen wie folgt:

„Wermutstropfen der außergerichtlichen Einigung sind deshalb deren Vertraulichkeit und der Umstand, dass es dadurch kein höchstrichterliches Urteil in der Auseinandersetzung geben wird. Das bedeutet, dass die Rechtsunsicherheit für andere Plattformbetreiber oder neue Diensteanbieter bestehen bleibt; unklar bleibt, ob sie mehr oder weniger als YouTube für dieselben Inhalte zahlen müssen. Transparente Vergütungsstrukturen sehen anders aus.“

Die von Dobusch angesprochene Rechtsunsicherheit spielt einem Megakonzern wie Google ganz klar in die Hände. Immer wieder wird bekannt, dass YouTube eine enorme Machtstellung auf seiner Plattform hat und die Regeln für Urheber dort nahezu willkürlich diktieren kann. ( Wenn bestimmte Inhalte unliebsam sind, werden sie einfach weniger sichtbar oder lassen sich nicht monetarisieren. Man kann davon ausgehen, dass sich die Marktmacht von YouTube in Deutschland durch die neue Vereinbarung weiter ausbreiten wird. Auch kleinere Unternehmen und Startups werden behindert, weil die GEMA auf diese mehr Druck ausüben kann als auf Google.

Aus genau diesen Gründen fordern die PIRATEN seit Jahren ein modernes, dem Internetzeitalter angepasstes Urheberrecht. Ein inhaltlich ähnlicher Kommentar ist auch in meinem Video zu sehen:

Werde jetzt PIRAT oder beteilige dich an der AG-Urheberrecht, um für ein moderneres, sozialeres und faireres Urheberrecht zu kämpfen.

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Hinweis: Dies ist ein Gastbeitrag und stellt nicht notwendigerweise die Meinung der Piratenpartei Deutschlands dar.

Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

2 Kommentare zu Intransparenter Deal zwischen YouTube und GEMA

  1. Simon Lange schrieb am

    Sprecht mir nach: Vertragsautonomie!

    Aber Urheberrecht ist ja seit 2012 nicht mehr wichtig. Sagt die Bundespartei. Davon wurde sich nie distanziert und auch nicht durch Taten dies umgekehrt. Nur die GEMA Klage von Kramm gibt es noch – und der ist dank der super Unterstützung dieses Kernthemas zu denen geflohen welche mittlerweile das weite Feld der Netzpolitik authentischer UND kompetenter besetzen als die Piraten Repräsentanten – den Grünen.

    Ich empfehle noch ein paar BGE Events.
    PS: Ja ich lege den salzigen Finger so lange in die Wunde bis endlich das Umdenken beginnt.

    • Rene Pickhardt schrieb am

      Ich erwähne in dem Video dass es natürlich legal ist eine Vertragsautonomie zu haben, auch wenn ich das Wort nicht verwende. Es kommt dennoch ein Problem damit einher, welches ich auch beleuchte. Findest du nicht? Ich verstehe den Rest deiner Aussage nicht, da ich deinen Kommentar als sehr frustriert bis sarkastisch wahrnehme. Bist du enttäuscht, weil Piraten zu den Grünen gegangen sind? Falls ja, kann ich dich vielleicht beruhigen, wir haben auch so die Chance gute Urheberrechtspolitik zu machen.

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