PIRATEN wollen neue Jugendorganisation gründen

PLAKAT FUER DEN BUNDESPARTEITAG 162 DER PIRATENPARTEI DEUTSCHLAND

### Presse-Service der Piratenpartei Deutschland ### Berlin, den 30. Juli 2016 PM 144 / 16

Die bisherige Jugendorganisation der Piratenpartei Deutschland, die ‚JuPis‘ haben sich entschieden, den Weg der fortschrittlichen sozialliberalen Politik zu verlassen und ihre Segel in Richtung unparteiliche europäische Jugendpolitik zu setzen. Wir wünschen Ihnen „Mast-, und Schotbruch“, auf das sie ihre Ziele am Horizont erreichen, soweit sie auch entfernt sein mögen.

PIRATEN - STEFAN KOERNER - FOTO - be-him CC BY NC ND

PIRATEN – STEFAN KOERNER – FOTO – be-him CC BY NC ND

Stefan Körner, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland:
»Wir haben mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, dass unsere bisherige Jugendorganisation sich nicht mehr mit unseren piratigen Zielen identifiziert und sich von der Piratenpartei abspalten möchte.

Abseits aller üblichen Probleme von Parteien mit ihren Jugendorganisationen – die SPD und die Liberalen können ein Lied davon singen – haben sie uns in den letzten Jahren mit ihrer frischen Art bereichert. Wir wünschen ihnen auf ihrem neuen politischen Weg „Alles Gute und viel Erfolg“.

Gleichzeitig ist es meinen Kollegen und mir im Bundesvorstand eine große Freude, bekannt geben zu können, dass es weiterhin viele junge Leute gibt, die sich für die Ziele der Piratenpartei engagieren möchten und angekündigt haben, in Kürze eine neue, parteinahe Jugendorganisation zu gründen.

Ich freue mich sehr darüber, dass wir diese Neugründung wohl auf unserem nächsten Bundesparteitag „Bundestag 2017 – PIRATEN“ Ende August in Wolfenbüttel erleben werden. Es ist schön, dass sich auch weiterhin junge Leute für die fortschrittlichen Ziele der PIRATEN einsetzen und mit uns an deren Verwirklichung arbeiten wollen.«

Lea Laux, Junge PIRATIN aus dem Saarland:
»Für uns, die jungen Menschen in der Piratenpartei, bedeutet die Abspaltung der ‚JuPis‘ sicherlich nicht das Ende unserer Aktivität, ganz im Gegenteil werden wir nun versuchen, die jungen Menschen zu motivieren, weiterhin am Thema Jugendpolitik mitzuarbeiten.«

Jonathan-Benedict Hütter, Beisitzer im Landesvorstand NRW:
»Leider hat sich ein Teil der ‚JuPis‘ entschieden, nicht weiter Teil der Piratenpartei sein zu wollen. Das macht uns traurig, dennoch akzeptieren wir diese demokratische Entscheidung zur Abspaltung, Wir stehen allerdings bereits vor einer Neugründung einer parteinahen Jugendorganisation.«

Felix Wöstmann, Junger Pirat aus NRW:
»Es ist schade, dass sich an diesem Punkt die Wege trennen, trotzdem wünsche ich ‚beyond‘ alles Gute für die Zukunft. Für uns „Junge Piraten“ bedeutet das, eine neue Organisation aufzubauen um auch weiterhin einen Ort für junge Visionäre zu bieten.«

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Kommentare

9 Kommentare zu PIRATEN wollen neue Jugendorganisation gründen

  1. Ingenieur schrieb am

    Reisende soll man ziehen lassen. Trotzdem finde ich es schade, das es offensichtlich keine gemeinsame Basis mehr gab. Bitte an beide Gruppen; sucht nicht ausschließlich Fehler in der jeweils anderen Gruppe. Es ist wie in einer guten Ehe, Schuld haben immer beide. Ich wünsche beiden Gruppen einen guten neuen Anfang. Mfg, Thomas

  2. Samy schrieb am

    Schade. Vergesst die gemeinsamen Ziele nicht und macht was Gutes draus.

  3. Jürgen Rinne schrieb am

    Es sollte auch bei aller Weitsicht nochmal darann gedacht werden,Politik ist in fast allen Fällen die Kunst den für fast alle gangbaren Kompromis zu finden.Extreme Positionen haben nur sehr selten eine gute Zukunft.Redet mehr mitteinander als übereinander.
    Gruß aus Hambach vom Jürgen

  4. Peter Dambier schrieb am

    In Linux nennt man sowas Fork. Ist in Informatikerkreisen was ganz normales und wir sind eine informatiklastige Partei.

    Auch die EU hat so einen Fork hinter sich. Wer hat eigentlich das bescheuerte Wort Brexit erfunden? Gross Britanien kann uns ebensowenig verlassen wie Nordernei, Helgoland oder Sylt. Das sind alles Inseln, keine Länder. Die Engländer wollen uns verlassen, die Waleser wahrscheinlich auch, die Schotten eher nicht, dafür aber die Iren. Also die Insel Gross Britanien, bleibt wo sie ist, treibt allerhöchstens durch die Kontinentalverschiebung etwas weiter in Richtung Amerika.

    Dass die Jupis den Fork mitmachen ist beinahe schon logisch, verliert die EU doch jetzt das einzige englischsprachige Mitglied und damit eine Amtssprache.

  5. Bernd schrieb am

    Die fatale Aussendarstellung solcher Abspaltungen sind den Abspaltern egal, sie sind ja das Ziel.
    Ich hielt es von Anfang an für Schwachfug, das Spiel der Altparteien mitzumachen mit Jugendorganisation. Piraten waren eine junge Partei, wo inzwischen ja alle, auch Jugendliche mitmachen dürfen wenn sie nur wollen.

    Dass die Jugend in Parteien grundsätzlich links(radikal) ist (Ausnahme Junge Union) ist typisch und nichts besonderes. „Wer mit 20 kein Kommunist ist hat kein Herz, und er mit 40 noch Kommunist ist hat keinen Verstand“ sagt der Volksmund. Die JuPis müssen nicht auf Parteilinie sein, sie sollen anderen, neue, junge, frische Ideen haben und die in die Partei reintragen. Alles durchzugendern oder Kampf gegen Rechts über alles andere stellen zu wollen sind aber keine neuen, jungen, frischen Ideen, sondern Jahrzehnte alte, inzwischen leicht angestaubte Ideologie.
    Bei den JuPis habe ich in der letzten Zeit null neue, junge, frische Ideen erblicken können. Die wenigen, die da geliefert haben (z.B. Wahlalter, Mitgliedsalter), haben es innerhalb der Partei getan und nicht im JuPi-Rahmen.

  6. ehemaligerJupi schrieb am

    Der Antrag am Samstag wurde mit 2 Gegenstimmen angenommen und dann wurden einfach mal alle bürgerlichen Namen öffentlich bei der Versammlung angezeigt. Ich bin am überlegen bei der beyond auszutreten.

  7. 110 schrieb am

    mein präferiertes modell wäre immer gewesen, die jugend machen zu lassen was sie will, und sie nicht in einer parteigliederung zusammenzupferchen.

    hat für solid und die junge union immer prima funktioniert.

  8. Gernot Köpke schrieb am

    Sich Gelder abgreifend abseilen mit der Begründung, man habe sich „weiterentwickelt“, aber die ach so dummen Piraten nicht, kommt mir eher etwas „rückentwickelt“ vor. Rückentwickelt, weil es da keine neuen Positionen gibt, sondern nur eine sehr einseitige Focussierung auf altbackene Themen rund um Antifa, Weltbürgertum, usw. Dass es nach wie vor eine piratige (und von den meisten demokratischen Parteien mehr oder weniger stark getragene) Sichtweise ist, gegen Faschisten, Neonazis, usw. vorzugehen, wird nicht recht wahrgenommen. Alles was nicht radikal genug ist und der Idee elitären Vorkämpfertums entspricht („Wir sind die Helden“), blendet man anscheinend gerne aus. Und aus der Idee des Weltbürgertums eine Antihaltung gegen Begriffe wie Dorf/Heimat, Region, Bundesland, Nation oder gar einen Nationenbund anzuleiten, halte ich dann doch für etwas überzogen. Die Idee des Föderalismus ist es meiner Mening nach, einem übertriebenen Zentralismus das Regionale bzw. Dezentrale ausgleichend entgegen zu setzen und für (vor allem kulturellen) Pluralismus zu sorgen.

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