Vorratsdatenspeicherung

Nach Plänen von CDU, CSU und SPD soll ab 2008 nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Anonymisierungsdienste sollen verboten werden. Die Regierungsparteien stützen sich hierbei auf eine Richtlinie der EU, die am 14. Dezember 2005 beschlossen wurde.

Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden möglich. Zugriff auf die Daten sollen Polizei, Staatsanwaltschaft, Nachrichtendienste und ausländische Staaten erhalten, die sich davon eine verbesserte Strafverfolgung versprechen.

Derzeit dürfen Telekommunikationsanbieter nur die zur Abrechnung erforderlichen Verbindungsdaten speichern. Dazu gehören Standortdaten und Email-Verbindungsdaten nicht. Der Kunde kann verlangen, dass Abrechnungsdaten mit Rechnungsversand gelöscht werden. Durch die Benutzung von Pauschaltarifen kann eine Speicherung zudem bisher gänzlich vermieden werden, was etwa für Journalisten und Beratungsstellen wichtig sein kann.
Wo liegt das Problem?

Die aktuellen Pläne zur Aufzeichnung von Informationen über die Kommunikation, Bewegung und Mediennutzung jedes Bürgers stellen die bislang größte Gefahr für unser Recht auf ein selbstbestimmtes und privates Leben dar.

Eine Vorratsdatenspeicherung belastet alle und hilft niemandem:

  • Eine Vorratsdatenspeicherung greift unverhältnismäßig in die persönliche Privatsphäre ein.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung beeinträchtigt berufliche Aktivitäten (z.B. in den Bereichen Medizin, Recht, Kirche, Journalismus) ebenso wie politische und unternehmerische Aktivitäten, die Vertraulichkeit voraussetzen. Dadurch schadet sie letztlich unserer freiheitlichen Gesellschaft insgesamt.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung verhindert Terrorismus oder Kriminalität nicht. Sie ist unnötig und kann von Kriminellen leicht umgangen werden.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen das Menschenrecht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung ist teuer und belastet Wirtschaft und Verbraucher.
  • Eine Vorratsdatenspeicherung diskriminiert Nutzer von Telefon, Mobiltelefon und Internet gegenüber anderen Kommunikationsformen.

Stand der Dinge
Das Gesetz ist am 1.1.2008 in Kraft getreten. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung klagt, zusammen mit über 34.000 engagierten Bürgerinnen und Bürgern, vor dem Bundesverfassungsgericht.

Quelle: 5-min-Info des AK Vorratsdatenspeicherung

Kommentare

Die Seite müsste mal DRINGEND von Anonym (kein Pirat)
Wisch-Mopp von markus (kein Pirat)
Zur Diskussion von Mario (kein Pirat)
Ich verstehe die Hysterie von Anonym (kein Pirat)
Vorratsdatenspeicherung von Walter Nothaft (kein Pirat)
Terror von Anonym (kein Pirat)
Freiheitskarten von Roland, endlich Pirat (kein Pirat)
Briefe archivieren von Nuke A. (kein Pirat)
Stimme dem voll zu. Allein von hmmu (kein Pirat)
Machen wir uns nicht alle gläsern? von Anonym (kein Pirat)
Payback von Anonym (kein Pirat)
Meiner meinung nach ist es von Anonym (kein Pirat)
Halbwissen von Anonym (kein Pirat)
VDS une Autokennzeichen von Anonym (kein Pirat)
Von wegen Halbwissen ?! von GINA (kein Pirat)
Die Datenspeicherung ist von Anonym (kein Pirat)
Ziel verfehlt von Anonym (kein Pirat)
Erosion der Freiheit von Gorm (kein Pirat)
Treffer! von Ralle (kein Pirat)
Endlich mal sachlich von Th. Janssen (kein Pirat)
Dein Glaube an das Gute ist Naivität von Anonym (kein Pirat)
Art. 2 GG nicht kapiert von Anonym (kein Pirat)
Ziel verfehlt Ich stimme von Anonym (kein Pirat)
Pandorras Büchse von Anonym (kein Pirat)
Aktualität von Anonym (kein Pirat)