Kontrollierbare digitale Zähler

Bild: Timecodex CC BY NC ND

Gastbeitrag von Susanne Holzgraefe

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Hausverwaltungen und Vermieter beauftragen gern externe Abrechnungsfirmen mit der Ablesung von Wohnungszählern. Viele Mieter und Eigentümer haben jedoch ein Problem damit, wenn der Ableser in jedes Zimmer der Wohnung vordringt, um die Werte an den Heizkörpern abzulesen. Lieber würden sie ihre Zähler selbst ablesen und die Werte dann der Hausverwaltung, dem Vermieter oder der Abrechnungsfirma mitteilen.

Sowohl nach dem Bundesdatenschutzgesetz (Daten sind grundsätzlich vom Betroffenen selbst zu erheben) als auch nach dem Grundgesetz (Schutz der Wohnung) steht Wohnungsnutzern das Recht auf Selbstablesung zu. Leider jedoch lassen dies einige Abrechnungsfirmen, Hausverwalter und Vermieter nicht zu. Wohnungsnutzer werden hier unter Generalverdacht gestellt, sie würden beim Ablesen betrügen. Statt eine Selbstablesung zuzulassen, wird der Verbrauch geschätzt, wenn der Nutzer den Ableser nicht in die Wohnung lässt.

Es ist hier dringend notwendig, dass Wohnungsnutzer über ihre Rechte aufgeklärt werden. Selbstablesung muss immer die erste Wahl sein, wenn es um das Ablesen von Wohnungszählern geht.

Durch Funkübertragung in den Messgeräten soll der Wohnungsnutzer hier noch weiter in seinem Recht der Selbstablesung eingeschränkt werden. Darüber hinaus können Abrechnungsfirmen durch den Empfang der Messewerte per Funk den Verbrauch der Wohnungsnutzer überwachen und entsprechende Nutzerprofile erstellen.

Wohnungsnutzer, die keine Funkübertragung möchten, müssen die Möglichkeit erhalten, die Funkübertragung abzuschalten.

 

Susanne Holzgraefe ist Expertin für Datenschutz und Informationsfreiheit und Listenkandidatin (Platz 34) der Piratenpartei NRW für die Landtagswahl 2017

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Hinweis: Dies ist ein Gastbeitrag und stellt nicht notwendigerweise die Meinung der Piratenpartei Deutschlands dar.

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Kommentare

2 Kommentare zu Kontrollierbare digitale Zähler

  1. Andreas schrieb am

    In vielen Bundesländern wird versucht, den Einsatz funkfähiger Wasserzähler „durch die Hintertür“ zu etablieren. Wir im Kreisverband Augsburg (Bayern) haben bereits mehrfach zugetragen bekommen, dass von Wasserversorgern solche Funkzähler einfach beim turnusmäßigen Wechsel eingebaut werden ohne die betroffenen Haushaltsbewohner von dessen neuen „Fähigkeiten“ in Kenntnis zu setzen.

    Der Einsatz eines solchen funkfähigen Zählers erfolgt derzeit zumindest in einigen Bundesländern ohne gesetzliche Grundlage, so dass man sich durchaus gegen den Einbau einer solchen Funkwanze wehren kann.
    Leider ist das dem Bürger nur möglich, wenn er über die Hintergründe in Kenntnis gesetzt wird. Wir sollte deshalb uns deshalb auf lokaler Ebene unbedingt entsprechend engagieren, auch wenn das Interesse der betroffenen Bewohner in den meisten Fällen eher gering ausfällt.

    Sail ho!
    Andreas

    Weiterführende Links:
    http://piraten-augsburg.de/2016/06/27/einsatz-vom-neuen-smartmeter-als-wasserzaehler-erfolgt-ohne-gesetzliche-grundlage/
    http://jung-andreas.net/logbuch/archiv/LDSB_20160510.pdf

  2. Christoph Schüren schrieb am

    Eine gute Lösung wären hier neuartige digitale Zähler, die _nicht_ per Funk senden.
    Stattdessen generieren diese Zähler aus dem Zählerstand basierend auf einem geheimen Schlüssel des Netzbetreibers einen Kontrollcode.
    Den Kontrollcode muss der Wohnungsinhaber zusätzlich zum Zählerstand an den Netzbetreiber übermitteln, so dass eine Manipulation erschwert wird.

    So werden gleichzeitig die Zuverlässigkeit des Ablesewertes und die Privatsphäre der Wohnungsinhaber gewährleistet.

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