PIRATEN: Patrick Schiffer und Bruno Kramm zur AGH-Wahl in Berlin

PIRATEN - BPT162 - BUNDESVORSITZENDER PATRICK SCHIFFER - FOTO be-him CC BY NC ND

### Presse-Service der Piratenpartei Deutschland ### Berlin, den 19. September 2016 PM 173 / 16

 

PIRATEN - BPT162 - BUNDESVORSITZENDER PATRICK SCHIFFER - FOTO be-him CC BY NC ND

PIRATEN – BPT162 – BUNDESVORSITZENDER PATRICK SCHIFFER – FOTO be-him CC BY NC ND

Patrick Schiffer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, zum gestrigen Wahlergebnis der Piratenpartei Berlin:

»Dieses Ergebnis enttäuscht uns alle sehr. Die derzeitige politische Stimmungslage macht es zukunftsorientierten Parteien wie uns nicht leicht, sich zu behaupten. Den Trend nach oben haben wir auch in Berlin noch nicht einleiten können.

Wir müssen uns neu aufstellen, noch viel stärker angreifen und unser Können unter Beweis stellen. Die Berliner PIRATEN trifft keine alleinige Verantwortung für dieses Ergebnis. Ich weiß, dass wir uns auf Bundesebene wieder viel stärker ins Gespräch bringen müssen, und diese Herausforderung habe ich angenommen.«

 

Foto: Bernhard Hanakam

Foto: Bernhard Hanakam

Bruno Kramm, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der PIRATEN in Berlin:
»Trotz riesengroßem Engagement der Berliner PIRATEN und einem überwiegend positiven Feedback an den Infoständen, ist es uns nicht gelungen, uns gegen den medial inszenierten Abgesang zu stemmen. Für uns in Berlin bedeutet das: Zurück in die ausserparlamentarische Opposition und für das Zukunftslabor der Teilhabe und Emanzipation zu kämpfen.«

 

 

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Kommentare

4 Kommentare zu PIRATEN: Patrick Schiffer und Bruno Kramm zur AGH-Wahl in Berlin

  1. maxrhahn schrieb am

    “ Die derzeitige politische Stimmungslage macht es zukunftsorientierten Parteien wie uns nicht leicht, sich zu behaupten.“

    „… uns gegen den medial inszenierten Abgesang zu stemmen.“

    Da ist auf jeden Fall was dran, wenn auch nicht der alleinige Grund der Stimmenverluste. Habe soweit es meine Zeit zuließ „die Medien“ verfolgt – es war teilweise widerlich, man hörte die Absicht heraus, man hat eine sich selbsterfüllende Prophezeiung herbeigeredet. Wenn man sich Mühe gab, konnte man auch die Sendungen/Videoclips finden, in denen Bruno Kramm das Programm der Berliner Piraten in begrenztem Zeitrahmen präsentieren durfte. Bruno hat die Möglichkeiten meiner Meinung nach so gut wie es irgendwie ging ausgeschöpft. Nur wie im Vorsatz schon angedeutet, die Medien, die wenigstens eine neutrale Plattform für die Piraten boten, hatten nicht so viel „Marktdurchdringung (aka Reichweite, beste Sendezeiten usw.)“ wie die mit dem medial inszenierten Abgesang. Manchmal fragte ich mich, wenn die Berliner Wähler (bzw. Nichtwähler, Unentschlossene) den Bruno so hören, was könnte sie von einem Kreuz bei den Piraten abhalten, wenn sie nicht gerade verbohrte Nazis sind.

    Alle, sie am Straßenwahlkampf beteiligt waren, ob nun Plakate hängen, Infostände betreuen usw., haben sich auch nichts vorzuwerfen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, das es ein überwiegend positives Feedback gab. Letztendlich haben sich wohl doch viele Wähler von gewissen Ängsten leiten lassen, z.B. dass ihre Stimme verloren sein würde (siehe 23000 Stimmen zu den Linken, 19000 Nichtwähler), ganz zu schweigen von den Rattenfänger-Parolen der AfD.

    Dagegen hilft letztendlich nur beharrlich aufzuklären, die eigenen Positionen immer wieder holzhammermäßig darzustellen – und das neben auf der Straße/in der Nachbarschaft auch in Medien mit besserer „Marktdurchdringung“, was schwierig sein wird, weil die das größtenteils nicht wollen. Ein anderer Aspekt liegt vielleicht auch in der Ansprechbarkeit der menschlichen Psyche: Mit dem Schüren von Ängsten, dem Zeigen auf vermeintliche Sündenböcke usw. lassen sich leider viele Menschen leicht einfangen. Vielen Leuten scheint hingegen das konstruktive, in die Zukunft gerichtete und auf Fortschritt bedachte Aufzeigen von Lösungsansätzen der PIRATEN zu kompliziert, unattraktiv und langwierig. Für die ist es eben attraktiver, z.B. gesellschaftlich Gescheiterte bei Gesetzesübertretungen in den Knast zu stecken anstelle schon von klein auf in Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu investieren, einfach Mauern hochzuziehen anstelle Ursachen zu bekämpfen und Mühen der Integration auf sich zu nehmen usw. usf.

    Dass die politischen Ziele der PIRATEN die Pfründe gewisser Eliten gefährden und die augenblicklichen Bequemlichkeiten von Teilen der verbliebenen Mittelschicht in Frage stellen, ist ja wohl klar. Und leider haben die, machen wir uns nichts vor, den Zugriff auf den gesellschaftlichen Diskurs und die Mainstream-Medien …

  2. Andreas Schneider schrieb am

    Die Zeit, die Herzen der Wähler zu gewinnen waren noch nie so gut wie heute, denn es gab noch nie soviele Themen, die so genannten „Volksparteien“ waren noch nie so schwach und die Piraten waren als Alternative noch nie so wichtig!
    Ich bin seit nunmehr 4 Jahren Piratenmitglied und teile Packis Ansicht, dass sich die Piraten neu aufstellen müssen.
    Ich glaube aber, dass die Piraten dazu mit einigen selbst definierten Gesetzmäßigkeiten brechen müssen und das wird dann der Lackmustest, ob sich die viele Anstrengungen der vielen Freiwilligen irgendwann auszahlen, oder ob wir eine unbedeutende Zeiterscheinung bleiben:
    A) Wahlen werden immer mehr Personenwahlen –> das bedeutet wir müssen aufhören prominente Piraten nur deshalb zu bekämpfen, weil sie prominent geworden sind, sonst werden wir nie aus dem Keller kommen. Die Liste von „Opfern“ dieses unseligen piratigen Dogmas ist lang….
    – Ganz viele Menschen bis in akademische Schichten und haben Angst vor der Digitalisierung und was diese mit Ihrem Jobleben macht –> das ist unsere Kerndomäne, ich habe aber nicht eine öffentliche Äußerung der Partei gehört, die sich mit dieser Angst auseinandersetzt.
    – Wir sollten zu piratigen Kernaussagen zurückfinden und diese kompetent vertreten, anstatt zu glauben, auf allen Hochzeiten per Wahlprogramm tanzen zu müssen. Wir haben unsere DNA verloren und deshalb verlieren wir gerade Wahlen!
    – und wir brauchen eine starke Führung der Partei, auch wenn das gegen das piratige Selbstverständnis prallt, denn nur so hören die Shitstorms auf, mit denen wir immer wieder in unsinnigen Streitereien mit dem Hintern umgeworfen haben, was viele Freiwillige in vielen harten Stunden der Arbeit mühsam aufgebaut haben und nur so entsteht auch öffentliche Bekanntheit eines harten Kerns an Schlüsselpiraten, denen die Menschen dann allmählich über das „Kennen“ „vertrauen“ –> nur so bekommt man ausreichend Wählerstimmen und ich weiß sehr wohl, dass speziell diese meine Aussage vielen in der Partei stinken wird.
    Ich möchte nicht Mitglied in einer Looserpartei sein und ich glaube immer noch an die Richtigkeit unserer politischen Botschaften und inhaltlichen Arbeit.
    Wenn aber Krieg ist und keiner hingeht muss man sich halt auch irgendwann die Sinnfrage stellen und ob man so weitermachen kann wie bisher?

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