PIRATEN: Keine Verwendung von Filtersoftware auf Schulcomputern

Bild: Timecodex - CC BY NC ND

### Presse-Service der Piratenpartei Deutschland ### Berlin, den 7. Juli 2016 PM 121 / 16

Rechtsextremistische Parteiseiten sind erreichbar, demokratische Parteien wie die PIRATEN sind gesperrt

Dazu sagt Simon Kowalewski, stellvertretender Vorsitzender der PIRATEN Berlin:

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»Dass in einer bundesweit von zahlreichen Schulen benutzten Filtersoftware die Webseite der Piratenpartei gesperrt ist, die Seiten von allen rechtspopulistischen und rechtsextremistischen Parteien jedoch erreichbar sind, ist ein Skandal. Nazis verteilen heute ihre Schulhof-CDs virtuell und die Schulleitung lässt zu, dass von kommerziellen Anbietern die Möglichkeit blockiert wird, sich bei einer demokratischen Partei über ihre Lügen und Methoden zu informieren. Wir fordern die Abschaffung von Filtersoftware in Schulen und Bibliotheken und ein Schulfach Medienkompetenz, das Schüler_innen befähigt, selbst Informationen aus dem gesamten politischen Spektrum zu vergleichen und dadurch nicht in die Hände von Volksverhetzern zu fallen.«

 

KRISTOS THINGILOUTHIS - FOTO - be-him CC BY NC ND - IMG 5991

KRISTOS THINGILOUTHIS – FOTO – be-him CC BY NC ND – IMG 5991

Kristos Thingilouthis, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Deutschland:

»Wir fordern die verantwortlichen Stellen auf, diesen Unsinn zu beenden. Da kann man sich nur wundern, dass die Law-and-Order-Politiker hier anscheinend auf dem rechten Auge blind sind. Eine in vier Landtagen vertretene demokratische Partei wie die PIRATEN von den Schulrechnern auszusperren, spricht für sich. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.«

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Kommentare

4 Kommentare zu PIRATEN: Keine Verwendung von Filtersoftware auf Schulcomputern

  1. hwing schrieb am

    Welche Filtersoftware ist denn das? Eine technische Lösung des Problems wäre die Piratenseite so oft Ihr könnt zu spiegeln. Filtersoftware arbeitet üblicherweise mit Blacklists. Das Spiel mit Hase und Igel gewinnt Ihr. Außerdem bringt Ihr Euch damit wieder als Experten ins Gespräch, auch in Bezug auf Freiheit des Internets im Allgemeinen.

  2. Johann schrieb am

    @hwing:
    Das wäre aber nur ein umgehen eines Problems, nicht die Lösung. Eine demokratische Partei darf niemals gesperrt/gefiltert werden. Wobei mich allerdings im Artikel stört, daß mal wieder nur rechte Seiten als Problem gesehen werden. Linksradikale, linksautonome sind wie auch Rechtsradikale gleichermaßen ein Problem. Sich nur auf eine Extremseite einzuschlagen ist falsch. Kurz, in der Sache hat Kowalewski Recht, aber bitte ohne farbenblind zu sein. Wehret den Anfängen sollte für jeden Extremismus gelten.

  3. Jano schrieb am

    Ist denn ein Internet frei, in dem die Meinungsbildung i.R. eines Räuber-Beute-Spiels ohne Filter falscher, perverser oder faschistoider Argumente durch den gelenkt und gesteuert wird, der medial und finanziell die Oberhand hat?

    Warum sollten Filter-Programme zur Medienkompetenz durch Optimierung von Argumentationen und Diskussionen hinsichtlich Empirie, Logik und Grundwerten nicht allen zugänglich sein, auch Schulen und Universitäten? Im Grunde ist es nämlich genau das was Wissenschaft ausmacht: die Selektion von Information, Modellbildung und Maßnahmenentwicklung nach (realitäts- und realisierungsorientierten) Qualitätskriterien.

    Vielleicht machen manche hier in Sachen Interpretation von Meinungs-, Informationsfreiheit und Netzneutralität auch grundsätzlich den Fehler zu glauben, dass jeder Pups gleich einer Meinung oder qualitativ hochwertigen, die Basis(-werte) repräsentierenden und gültigen/gewissenhaften Beschlussbildung entspricht?

    Kann man also, bloß weil mal ein unspezifisches Votum für eine Repräsentanz vorlag, jeden Pups als eine die Basis repräsentierende Kernaussage („Piraten fordern Abschaffung von Filtersoftware) verkaufen, v.a. wenn man Bürgerinteressen, demokratische Werte und Verfassungsschutz ernstnimmt?

  4. Name schrieb am

    @jano Die 1) rein dezentrale „Zugänglichmachung“ von Software selektierender Natur und 2) zentralistische Zwangsfilterung zensierender Natur sind unterschiedliche Dinge.

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