Orlando 2016

Bild: Timecodex - CC BY NC ND

Gastbeitrag der Queeraten

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Mit Bestürzung haben wir von den aktuellen Ereignissen in Orlando erfahren. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Angehörigen. Wir stehen an ihrer Seite.

Es ist nicht das erste, aber wohl das größte Verbrechen gegen LGBTIQ* Menschen in diesem Jahr.

Absehbar ist, was nun kommt: Von vielen Seiten werden Gesetzesänderungen gefordert werden. Es wird wieder Hass gegen Unschuldige geschürt werden, es werden pauschale Anschuldigungen fallen.

Ein Spiel, das wir nicht mitmachen werden! Die Nationalität des Täters spielt z. B. absolut keine Rolle. Ein Mensch hat ein Verbrechen begangen und dieser Mensch muss dafür zur Rechenschaft gezogen werden. So ziemlich jede Gruppierung hat einen bestimmten Prozentsatz Fanatiker. Eine ganze Gruppe wegen eines Menschen zu verurteilen, ist einfach gänzlich falsch.

Pauschalisierung und Diskriminierung sind nur Nährboden für Angst, Ablehnung und Hass.

Zudem besorgt uns, dass Menschen aus der Community verweigert wird, aktiv zu helfen. Sie wollen z. B. Blut spenden, dürfen das aber, auch in Deutschland, nicht. Aufgrund moderner Testmethoden sind die Risiken fast komplett auszuschließen. Hier müsste längst ein Umdenken eingesetzt haben. Zudem gefährdet das Blutspendeverbot auch in Deutschland Menschenleben, denn es kommen immer wieder Engpässe, die man leicht umgehen könnte. Dass es nun – leider angesichts eines aktuellen Notstands – auch anders geht, zeigt die Süddeutsche in ihrem Bericht.

Sicherlich werden einige von euch fragen, was denn unsere Antwort auf diese und ähnliche Taten sein soll.

Unsere Antwort ist: Seid noch lauter und noch bunter! Zeigt den Fanatikern, dass sie uns nur gestärkt und nicht geschwächt haben! Wir haben zu lange für unsere Rechte gekämpft, als dass wir uns nun von verblendeten Menschen einschüchtern ließen.

Wir werden mit den Queeraten, der Arbeitsgemeinschaft der Piratenpartei für Queer-Themen, auf den kommenden CSDs besonders laut und bunt sein. Und wir werden feiern. Wir werden das Leben feiern! Wir werden uns feiern! Dass wir großartige Menschen geworden sind, obwohl uns manche die Pest oder Schlimmeres an den Hals wünschen. Wir werden feiern, dass kein Fanatiker uns unterkriegen kann! Ihr seid herzlich eingeladen, es uns gleich zu tun.

UPDATE: Dass One Blood, der dortige Blutspendedienst, entgegen der normalerweise geltenden Regeln auch Männer, die mit Männern Sex haben, zur Blutspende zugelassen hat, hat sich inzwischen als Falschmeldung herausgestellt. Am Blutspendeverbot in Deutschland ändert dies jedoch nichts. Selbst in Katastrophenfällen dürfen Queermenschen in Deutschland kein Blut spenden.

 

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Hinweis: Dies ist ein Gastbeitrag und stellt nicht notwendigerweise die Meinung der Piratenpartei Deutschlands dar.

Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

2 Kommentare zu Orlando 2016

  1. Markus Hoffmann schrieb am

    Dass es anders geht ist leider eine Falschmeldung, der Artikel der Süddeutschen wurde überarbeitet.

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