PIRATEN – Fahrscheinfrei und Spaß dabei – Die Modellkommunen in NRW

Bus und Bahn müssen in der heutigen Zeit immer mehr leisten. Viele Pendlerinnen und Pendler würden den öffentlichen Nahverkehr gern öfter nutzen. Dies käme auch den politischen Zielen vom Klimaschutz bis zur Gestaltung des städtischen Lebensraums entgegen. Trotzdem steht der aktuelle Mix zur Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs auf der Kippe:

Querverbund, kommunale Haushalte, Regionalisierungs- und Entflechtungsmittel – überall drohen die Weichen in Richtung weniger Attraktivität gestellt zu werden. Das muss sich ändern!

PIRAT OLIVER BAYER - VERKEHR - IAA - FOTO OLIVER BAYER- E CC BY

Oliver Bayer, Vorsitzender der Enquete-Kommission „Öffentlicher Personenverkehr“ im Landtag NRW:

»Die Piratenfraktion im Landtag NRW will nun zeigen, dass das freie Fahren ohne Fahrschein in Bus und Bahn, finanziert durch eine Umlage und neue, kommunale Finanzierungsinstrumente, nicht nur theoretisch funktioniert, sondern auch klar und einfach ‘vor Ort‘ umsetzbar ist.

Wie? Dazu beauftragen wir eine Studie, die zeigt, welche Umsetzungsschritte in einer Gemeinde ganz konkret notwendig sind, um dort langfristig Bus und Bahn #fahrscheinfrei einzuführen.«

Bayer erklärt weiterhin: »Um die spätere Übertragbarkeit der Ergebnisse auf das ganze Land NRW optimal leisten zu können, haben wir uns sieben lokale Initiativen näher angesehen und drei Räume ausgewählt, die wir untersuchen wollen. Hier soll die Studie konkrete Umsetzungsschritte erarbeiten.«

Folgende Gebiete wurden ausgewählt:

1. Bad Salzuflen
2. Nördliches Ruhrgebiet (Kreis Recklinghausen)
3. Wuppertal

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Bad Salzuflen in OWL (Ostwestfalen-Lippe) hat nur vier Stadtbuslinien und gute Voraussetzungen, aber auch einiges an Potenzial nach oben, das ein fahrscheinfreier Nahverkehr elegant freisetzen kann.

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Der Kreis Recklinghausen dagegen liegt mitten in NRW und repräsentiert weite Teile des Ballungsraumes und der umliegenden Gemeinden in der Peripherie in allen Facetten. Wir wollen das nördliche Ruhrgebiet nun zum zentralen Experimentierfeld des fahrscheinfreien Nahverkehrs machen. Wie kann diese autozentrierte Region zum Vorbild für den Verkehr von morgen werden?

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Wuppertal ist bereits das Verkehrslabor Nordrhein-Westfalens. Es gibt hier nicht nur gewagte Baustellen, autonom fahrende Autos, die Nordbahntrasse für’s Rad, die Schwebebahn und bald eine Seilbahn im Nahverkehr. Man diskutiert mit der „Bürgerticket Initiative Wuppertal“ bereits seit längerem das Bürgerticket. Wuppertal (350.000 Einwohner) vertritt in unserer Studie die Kategorie der Großstädte.

Die Machbarkeitsstudie „Bus und Bahn fahrscheinfrei in NRW“ für die Piratenfraktion im Landtag NRW wird von tjm-consulting mobilitätsmanagement (Köln) erstellt.

PIRATEN für den ÖPNV von morgen: „Fahrscheinfrei“.

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Kommentare

2 Kommentare zu PIRATEN – Fahrscheinfrei und Spaß dabei – Die Modellkommunen in NRW

  1. Olaf Thurau schrieb am

    Vergesst mir die Bergdörfer Thüringens nicht, ein big-bus und ein people inside pro trip ist hier gar nicht so selten – kostenfrei und umweltschonend zu fahren, wären zwei Motivationsgründe, das zu ändern.

  2. CCK schrieb am

    Natürlich klappt das mit dem fahrscheinlosen Nahverkehr besser in Städten. Wie du schon sagst, ist es bei dünn besiedelten Gebieten schwieriger -> hier könnte man über ein Portal nutzen, auf dem man angibt wann man von wo nach wo möchte, um intelligent Fahrten zu kombinieren und flexibel Busse fahren zu lassen. An den Haltestellen könnte man die Abfahrtszeiten auf einem Monitor anzeigen. Ich denke, daß auch für ländliche Gegenden eine deutliche Verbesserung möglich ist. Zusammen mit Carsharing könnte das ein eigenes Auto überflüssig machen. Außerdem sollten mal die gesetzlichen Regelungen für Taxis abgeschafft werden, die den Kofferraum vorschreiben etc. Für die meisten Fälle würde auch ein Kleinstwagen ausreichen, und das würde Taxis günstiger machen.

    Fahrscheinloser Nahverkehr muss auf jeden Fall in eine Gesamtstrategie mit Fahrrad-Stationen, Fahrrad-Straßen, intelligenten bedarfsorientierten Nahverkehrs-Angeboten, Carsharing, günstigeren Taxis etc. eingebunden werden — dann klappt das :)

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