Darf es einen Bundeswehreinsatz gegen den IS geben?

Bild: ENNO LENZE IN KURDISTAN 2015 - FOTO ENNO LENZE CC BY

Gastbeitrag von Enno Lenze.

Als ich jung war, war klar, dass die Bundeswehr nie einen Einsatz außerhalb eines Hochwassers machen wird. Das änderte sich nach und nach. Der Einsatz im Kosovo war eine der am meisten polarisierenden Entscheidungen unserer jüngeren Vergangenheit. Und nun gibt es erneut Diskussionen, wie die Bundeswehr eingesetzt werden kann und wie nicht.

Am überraschendsten  finde ich die Position einiger Soldaten, die mir sagten, sie seien nicht zur Bundeswehr gegangen, um Krieg zu führen. Das irritiert mich sehr, ist das doch seit Jahrtausenden die Kernkompetenz der Armeen der Welt. Ich hatte dort mehr auf Befehl und Gehorsam gesetzt. Doch sehen die Soldaten, die ich kenne, die Bundeswehr oft eher als einen sicheren Job und einen großen Spielplatz. Ob sie einen guten Einsatz abliefern würden, ist mir unklar. Ich bin mir aber sicher, dass es genug andere Soldaten gibt, die noch wissen, wofür sie trainiert wurden.

ENNO LENZE IN KURDISTAN 2015 - C - FOTO ENNO LENZE CC BY

Derzeit geht es auch „nur“ um Aufklärungsflüge mit dem Tornado. Im Prinzip veraltet und doch wie geschaffen für diesen Einsatz. Das erinnert etwas an die A-10, welche oft totgesagt wurde und alle 10 Jahre wieder aus der Garage geholt wird, um im Irak Bodenziele anzugreifen. Ich habe den IS selber gesehen und bin von dieser Terrorbande beschossen worden. Ich habe die Opfer gesehen und mit ihnen gesprochen und ich kenne die Soldaten, die gegen sie kämpfen. Für mich ist klar, dass so ein Einsatz gerechtfertigt ist und durchgeführt werden soll.

Die alliierten Luftstreitkräfte haben zusammen mit den Peschmerga und einigen alliierten Special-Forces in den vergangenen zwölf Monaten ca. 10.000 Quadratkilometer im Nord-Irak vom IS befreit. Die YPG (kurdische Volksbefreiungseinheit in Syrien) kämpft ebenfalls seit Jahren gegen den IS und kann die Luftschläge und die Aufklärung am Boden unterstützen. Der selbst ernannte IS konnte in weniger als 24 Stunden aus der Stadt Shingal (Sindschar) vertrieben werden. Warum sollte dies nicht in Syrien funktionieren? Und warum sollten sich die Deutschen aus diesem Thema raus halten? Wir sehen hier, wie viele Menschen vor dem Assad-Regime sowie dem IS fliehen. Statt an den Symptomen herum zu doktern, sollten wir das Übel lieber an der Wurzel packen.

ENNO LENZE IN KURDISTAN 2015 - D - FOTO ENNO LENZE CC BY

Wenn wir also „Ja“ zum Einsatz sagen – was passiert dann?

In Syrien kämpfen derzeit rund 40 Gruppen mit und gegeneinander. Assads Armee kämpft zusammen mit der russischen Luftwaffe und iranischen Milizen für den Machterhalt Assads. Der IS versucht, seine Position zu verfestigen und weitere Gebiete einzunehmen. Die kurdische YPG versucht, die kurdischen Gebiete („Rojava“) zu sichern und diverse „Rebellen“-Gruppen kämpfen für verschiedene Ziele gegen Assad. Rebellen in Anführungszeichen, weil es keine einheitliche Gruppe gibt und nicht alle die klassischen Ziele von Rebellen verfolgen. Vielmehr ist es ein Chaos von kleinen Gruppen, welches man kaum adäquat erklären kann.

ENNO LENZE IN KURDISTAN 2015 - FOTO ENNO LENZE CC BY

Neben der russischen Luftwaffe, die zusammen mit der syrischen Armee auf Assads Seite kämpft, fliegen auch die alliierten Luftstreitkräfte unter Führung der USA Angriffe auf den IS. Während Russen und Syrer in Syrien starten, müssen die alliierten meist mit Jordanien, Kuwait, Kurdistan (Irak), der Türkei oder Flugzeugträgern vorliebnehmen. Dies macht die Anflüge länger und teurer. Von wo aus die Tornados starten sollen, ist bisher unklar – die Türkei wäre aber wahrscheinlich.

 

Die Bundeswehr würde also relativ tief fliegen, um Luftbilder zu erstellen, welche andere Nationen für ihre Angriffe nutzen würden. Die Einsätze sind mäßig gefährlich. Der IS verfügt zwar über MANPADs (Schultergestützte Raketenwerfer), doch diese sollten für den Tornado keine zu große Gefahr darstellen. Die USA klären im Nord-Irak mit unbewaffneten und ungepanzerten Beechcraft RC-12D Flugzeugen auf und melden bisher auch keine Verluste.

ENNO LENZE IN KURDISTAN 2015 - B - FOTO ENNO LENZE CC BY

Was spricht also gegen den Einsatz?

Es gibt maßgeblich zwei Gegenargumente:

Wenn wir im Kampf gegen den IS noch aktiver werden, machen wir uns zum Anschlagsziel. Diese Sorge möchte ich nicht mal von der Hand weisen, aber für zu realistisch halte ich die Gefahr auch nicht. Die Frage ist: Will man dem IS aus Angst vor ihm keine Stirn bieten? Soll der IS nun die Leitlinien unserer Politik vorgeben? Das kann nicht sein.

Das zweite Argument ist: Wenn wir diesem Einsatz zustimmen, dann werden weitere kommen. Auch hier sehe ich keine Gefahr. Die Bundeswehr wurde unter anderem im Kosovo und in Afghanistan eingesetzt, dennoch haben wir der US-Luftwaffe die Überflugrechte während des Irak Kriegs verwehrt.

Beide Argumente fußen auf der gleichen Idee: Die eigene Politik von Angst leiten lassen. Angst vor dem IS und Angst vor einem Präzedenzfall. Wenn man diesen Gedanken weiter denkt, dann kann man nur noch im Schneckenhaus wohnen und hoffen, dass in der Welt nichts geschieht. Man wird als eines der mächtigsten Länder der Welt vom Spielfeldrand aus zusehen, wie sich die Welt verändert und immer hoffen, dass man nicht auffällt. Oder man spielt mit – mit allen Vor- und Nachteilen.

 

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von Enno Lenze in unserer Serie zur Aussenpolitik.

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Hinweis: Dies ist ein Gastbeitrag und stellt nicht notwendigerweise die Meinung der Piratenpartei Deutschlands dar.

Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

21 Kommentare zu Darf es einen Bundeswehreinsatz gegen den IS geben?

  1. Dr. Bob schrieb am

    Ich halte es für falsch, sich militärisch in Syrien gegen den IS zu engagieren, denn ich bin mir sicher, dass dies vor allem zu zusätzlichen Toten führt: Es sind zu viele potente Externe involviert.
    Assad, Russland, Saudi-Arabien, Iran, Irak, Türkei, USA, Frankreich sind alles potente (indirekte) Kriegsparteien, die jeweils ihre eigenen Interessen verfolgen. Solange derart potente Kriegsparteien beteiligt sind, die teilweise direkt und teilweise indirekt gegeneinander kämpfen, ist nicht zu erwarten, dass Syrien bald befriedet sein wird. Der sog. IS ist dabei nur ein Machtfaktor, der von den anderen Parteien kriegstaktisch berücksichtigt wird. Beispielsweise würde eine Schwächung des IS auch Assad stärken, was „der Westen“ nicht möchte.

    Gut, dass dieser Gastbeitrag nicht die Meinung der Piratenpartei Deutschlands wiedergibt. Wäre es da nicht sonnvoll, ihn von dieser Seite wieder zu löschen?!

    • Enno Lenze gilt einfach als DER Nahost-Experte der PIRATEN, die ja sonst kaum jemand für in irgendeiner Weise kompetent hält.
      Und er macht schon was her, wie er da immer mit Helm und Schutzweste neben seinen „Frontberichten“ abgebildet ist.
      Politik halt: Ob es irgendwelche Probleme löst oder nur einfach ein paar Tote mehr gibt ist nachrangig gegenüber der gelungenen Selbstdarstellung „wir haben keine Angst“, „wir sind noch da“, „wir haben eine Meinung“ etc.

      Ansonsten geht es natürlich auch um eigene (PIRATEN-)Befindlichkeiten. Den Satz „Ich hatte dort mehr auf Befehl und Gehorsam gesetzt.“ würde ich auch im Zusammenhang mit dem (auch parteiintern) unerfüllten Demokratieversprechen lesen. Überhaupt ist es die Frage, ob die Situation in Syrien nicht ein bisschen zu nützlich ist für das Gemeinsamkeits- und Überlegenheitsgefühl der „westlichen, [ach so] aufgeklärten Welt“. Solche Fragen stellen sich dem tapferen Enno aber wohl nicht.

      Zum Thema Luftwaffeneinsatz finde ich den Beitrag im Postillon lesenswert:
      http://www.der-postillon.com/2015/11/uberfullter-syrischer-luftraum-17.html

    • Hans schrieb am

      Respekt gilt natürlich jenen, die sich vor Ort einsetzen. Nur brauchen die noch mehr Munition oder nicht besser die anderen weniger, indem sie das nämlich nicht mehr bezahlen können oder keinen Nachschub bekommen? Wer sichert denn nun die „Flüchtlingskorridore“ per FrontEx ab, wenn alle in Syrien kämpfen? Irgendwas läuft hier bisschen schief.

  2. Enavigo schrieb am

    Zu erst einmal ist jede Diskussion über dies Thema wichtig.
    Interessant ist an diesem Beitrag, dass Enno Lenze mit seinen Erfahrungen vor Ort, so ziemlich genau die „Mainstream“ Meinung treffen dürfte.
    Aber wie bei Mainstream Meinungen üblich, werden oft wichtige Fragen nicht angesprochen.

    Thema Bundeswehr: Die Bundeswehr soll also wieder aus der Türkei operieren? Dabei hat die Bundeswehr gerade einen Nato Auftrag in der Türkei früher abgebrochen als geplant. Die Gründe hierfür sollten erst mal aufgearbeitet werden, bevor unsere Soldaten dort wieder stationiert werden. Also mal überlegen warum die Bundeswehr nicht in Kahramanmaras geblieben ist?
    Dies hat übrigens weniger mit der Einstellung der Soldaten zu einem Auslands-Einsatz zu tun, als Enno glaubt.

    Thema IS: Es ist klar, dass sich Deutschland bei der IS Frage nicht heraushalten kann. Aber ist die militärische Antwort der einzig mögliche Weg eines Landes, hier Präsenz zu zeigen?
    Zur Zeit ist gar nicht klar, wird der Kampf gegen den IS mit, gegen oder ohne Assad geführt?
    Müsste nicht Assad vorher „entfernt“ werden? (Sturz; Abtreten)
    Gegen und mit wem kämpfen unsere Soldaten vor Ort, wem geben wir die Informationen der Aufklärungsflüge?
    Was wenn die syrische Armee und mit ihr Assad wieder zum starken Mann aufgebaut wird? Ist dies die Lösung für die syrische Bevölkerung und deren Flucht, oder nur das vermutlich „kleinere Übel“?

    Was passiert nach dem IS?
    Der IS ist zur Zeit die jüngere, die brutalere, die bekanntere, die medial erfolgreichere Terror Organisation mit dem klaren Ziel des Kalifats, und einem darauf ausgerichteten militärischem Vorgehen.
    Aber mit dem zurückdrängen des IS (wohin eigentlich? Vermischen mit der „normalen“ Bevölkerung?) ist das Problem der Terrororganisationen vor Ort nicht gelöst. Es darf davon ausgegangen werden, dass al-Qaida dann die übrigen IS Kämpfer gerne in den eigenen Reihen aufnehmen wird, auch wenn jetzt noch so etwas wie Feindschaft oder Konkurrenz herrscht.
    Damit würde al-Qaida wieder erstarken, und auch ihr Ziel des Kalifats mit mehr Nachdruck fordern.
    Denn die Dschihadisten-Bewegung wird mit dem zurückdrängen des IS nicht sterben, sie wird an anderer Ecke wieder auferstehen, und außerhalb des Nahen Ostens unter dem Dach der al-Qaida noch brutaler agieren.

    Deshalb ist es zwingend notwendig, hier klare internationale diplomatische Schritte einzuleiten, bei dessen Implementierung Deutschland eine führende Rolle spielen könnte. Solange diese diplomatische Lösungen nicht mit Hochdruck parallel zu den militärischen Einsätzen geplant und durchgeführt werden, solange haben militärische Erfolge nur eine geringe Halbwertzeit.
    Afghanistan zeigt deutlich auf, der Schutz der Bevölkerung ist nur durch das Zurückdrängen der Terror Organisationen und nach dem Abzug von Militär nicht gewährleistet.
    Jetzt internationale Lösungen zu erarbeiten, zu fordern und durchzusetzen, dies könnte ich mir als dringlichere Aufgabe Deutschlands vorstellen. Besser und wirkungsvoller auf jeden Fall, als den ohnehin überfüllten syrischen Luftraum mit ein paar Tornados noch mehr zu füllen.
    Wir beanspruchen in einer Informations- und Wissensgesellschaft zu leben, und haben auf Gewalt wirklich nur Gegengewalt als Antwort? Dies Dogma zu durchbrechen, dies könnte ich mir als Aufgabe einer zukunftsfähigen Partei gut vorstellen. Auch wenn dies zur Zeit nicht „Mainstream-like“ ist.

  3. @HuWutze schrieb am

    Da steht – Gastbeitrag – und nicht „Meinung der Piraten“. Das nur mal am Rande. Ich finde es gut wenn auch konträre Ansichten publiziert werden. So wegen dem abfragen der (eigenen) Argumente.

    Grundsätzlich muss ich sagen – ich bin gegen einen Einsatz der Bundeswehr außerhalb Deutschlands. Es gibt keinen Grund weswegen wir außerhalb unserer Grenzen agieren sollten. Insbesondere dann wenn es kein UN-Mandat gibt. Und das ist ja im Moment der Fall. Ob sich da andere Staaten Völkerrechtswidrig befinden, spielt an der Stelle keine Rolle. Das gehört in die Hände der UNO.

    Gibt es jedoch ein UN-Mandat, das aufruft zur Hilfe, muss zuerst geklärt sein um welche Art Hilfe es sich handelt. Einen reinen Einsatz von Waffen lehne ich auch hier ab. Hilfe in Form von Ausrüstung, Material, Krankenbetreuung oder Ausbildung und die darin enthaltene Selbstverteidigung sind meines Erachtens nach in Ordnung. Ob nun auch „Überwachung“ dazu gehört ist eine andere Frage. Und die muss man sich angesichts der nach Europa strömenden Flüchtlinge tatsächlich stellen. Denn wie soll man Menschenwürdige Umstände schaffen, damit Flucht gar nicht erst notwendig wird? Oder damit sichere Zustände hergestellt werden, die den ehemals geflüchteten eine sichere Lebensperspektive im eigenen Land gibt und damit eine Rückkehr ermöglicht?

    Nur all diese Fragen darf man nicht allein für sich beantworten ohne sich auch den Ursachen zu widmen. Denn so lange sich die Türkei als nachgewiesener Unterstützer des IS gibt, so lange weiter Gelder aus Saudi-Arabien an den IS fließen, so lange es keine einheitliche Strategie gibt, sollte da gar nichts passieren. Und eben wegen dieser unübersichtlichen Lage wird es meiner Meinung nach auch kein UN-Mandat geben, da alle im Moment beteiligten Parteien eigene Ziele verfolgen.

    Ein UN-Mandat müsste hier nämlich bedeuten, dass die Verursacher des Krieges draußen bleiben. Allen voran die USA mit ihrer Destabilisierungspolitik in nahen und mittleren Osten. Einsätze der Bundeswehr als – Korrektiv – vielleicht, als so eine Art neutraler Beobachter – wäre eine Möglichkeit. Sie können dann gern mit ihren Tornados Aufklärungsflüge unternehmen und direkt der UNO Bericht erstatten. (Von was träume ich eigentlich Nachts?! ;o))

    Fazit: So lange nicht grundsätzlich geklärt ist – wer gegen wen – sollte Deutschland die Füße still halten und die Finger da raus. Aber dann müsste unsere Politik auch so ehrlich sein und die drängendsten Fragen stellen. Fragen nach: „Wer spielt welche Rolle“, die Frage: „Was macht die Türkei?“ oder: „Was verspricht sich Putin?“ oder: „Müssen Waffenexporte nach Saudi-Arabien sein?“ usw. usf. Fragen gäbe es viele. Denn letztlich müssten diese Fragen die erste Wahl der Waffen sein, mit denen man den Konflikt beheben kann. Tja … worauf sich Piraten nun weitere und eigene Fragen stellen müssten….

    • juergenasbeck schrieb am

      Ich persönlich bin auch strikt gegen den Einsatz der Bundeswehr im Ausland und hätte in jedem Fall das UN-Mandat zur Vorbedingung einer Entscheidung der Bundesregierung gemacht

  4. Hubert Hosenmotz schrieb am

    Der IS hat uns den Krieg erklärt, wir haben also gar keine Wahl wir befinden uns bereits im Kriegszustand unabhängig davon ob wir das wollen oder nicht.

  5. Cifer schrieb am

    Ich denke, es gibt eine Unzahl an Problemen auf dieser Welt (und insbesondere in Nah-Ost), die man am besten ohne Waffengewalt lösen sollte (oder hätte lösen sollen). Leider gehört Daesh nicht dazu. Und wenn die Bundeswehr durch Aufklärungsflüge dazu beitragen kann, dass etwas mehr Daesh-Stellungen und etwas weniger Hochzeitsfeiern bombardiert werden, dann scheint mir das sehr sinnvoll zu sein.

    Zum Thema „Welches Recht haben wir, uns da einzumischen?“ frage ich mich eher „Welches Recht haben wir, es nicht zu tun?“. Es fällt mir schwer, mir eine Zukunft mit Daesh vorzustellen, die schlechter als eine Zukunft ohne diese Mörder ist.

  6. Beate Kiefner schrieb am

    Ich wünsche mir sehr einen Gastbeitrag von z.B. Andreas Zumach, die Meinung der DFG-VK, einen Bericht zur Lage in Syrien von der GfbV.
    Die Außen-und Sicherheitspolitik der Piratenpartei wird im Grundsatzprogramm auf Seite 47 deutlich beschrieben.
    Der Gastbeitrag von Enno Lenze und sein Aufruf zum ‚Mitspielen‘ steht den Piratengrundsätzen diametral entgegen.

    • juergenasbeck schrieb am

      Hallo Beate, Andreas kann sich gern melden, wenn er einen Gastbeitrag zum Thema liefern möchte. Der Beitrag von Enno ist von der AG und vom Themenbeauftragten geprüft und für fundiert befunden worden.

  7. Alfred schrieb am

    Das sind doch mal gute, differenzierte Kommentare.
    Noch ein paar Anmerkungen. Wenn man in einen Krieg / Konflikt geht sollte man ein klar umrissenes Ziel haben über das man sich mit seinen Freunden / Verbündeten einig ist. Was ist das Ziel ? Ich kann es nicht erkennen.
    Afghanistan, Irak, Libyen, Ägypten…überall hatten wir ganz üble Zustände….was hat sich geändert ? Was haben mehr oder weniger offene Interventionen des Westens gebracht ? In Ägypten gab es Wahlen….was hat es gebrach ? In Afghanistan gab es Wahlen…was hat es gebracht ? In Irak gab es Wahlen….was hat es gebracht ?
    Und nun Syrien….was wollen wir….? Irgendwie Assad und IS weghaben (offensichtlich hat aber niemand eine Vorstellung wie das gehen soll.) und dann ? Wahlen ? Wie in…..?
    Wie sind die Verhältnisse in Irak ? Saddam Hussein, arabischer Sunnit, hat schiitische Araber und Kurden unterdrückt. Nach den Wahlen haben die Schiiten die Sunniten und Kurden unterdrückt…
    In Syrien dominierte die Minderheit der Alawiten Sunniten und Kurden….wie wird man dort wählen, was wird dabei rauskommen wenn der Syrische Staat in seinem jetzigen Umfang bestehen bleibt und gewählt wird ? Wie geht es dann den Minderheiten ? Alawiten ? Schiiten ? Christen ? usw. ?
    Möglicherweise unterschätzen auch viele den Rückhalt den Assad (und seine Anhängerschaft) und IS in weiten Teilen der Bevölkerung haben. In Mosul (Irak) haben einige hundert IS Terroristen genügt um eine Millionenstadt mit Militär, Polizei, Geheimpolizei usw. in kürzester Zeit zu erobern. Sympathisanten haben die Häuser von Polizisten, Militärs, Beamten aber auch Christen gekennzeichnet…..wer nicht schnell genug wegkam…..
    Möglicherweise muß man sich auch hier damit abfinden, das multiethnische / multireligiöse Gesellschaften / Staaten oft nicht funktionieren und Syrien und Irak neu gliedern.
    Militärisch könnte man tatsächlich mal darüber nachdenken warum nicht junge Migranten ausgebildet und bewaffnet für die „Freiheit“ ihrer Heimat kämpfen sollen.
    Bedenkenswert noch ein Satz von Helmut Schmidt : „Wertegebundene Außenpolitik ist abwegig. „

    • Alfred schrieb am

      Was die Kommentatoren bei ZON von „wertegebundener Einwanderungspolitik“ halten kann man derzeit sehr schön unter dem Artikel “ Eingeklemmt zwischen Ackerland und Schienen“ nachlesen. Die Piratenpartei kann ja mal, wertegebunden, fordern, die Eingeklemmten einfliegen zu lassen….

  8. 1Hi schrieb am

    Hi,
    kein Kommentar zum Thema wäre schlecht gewesen. Dieser ist es allerdings auch, vor Allem wenn Themenbeauftragter und AG ihn befürwortet haben.
    Ich will nicht alle Argumente dagegen wiederholen, nur so viel:

    Ist nicht zu erst der völkerrechtliche Aspekt zu klären?

    Dann Verfassungsrecht!

    Und Schließlich: Alternativen und deren jeweilige Folgen abwägen.

    …und mal drüber nachdenken, was wir jetzt schon so alles falsch mach(t)en z.B. Waffenexporte, sichere Herkunftsländer…s.o….und: Was haben die USA und Frankreich so falsch gemacht, wollen wir das auch?

    Hals über Kopf in die Katastrophe – und die Piraten klatschen Beifall….auf einmal hat man es vor Weihnachten ganz eilig, (weil Hollande seine Umfragewerte steigert – braucht die GroKo das auch?) Oder hat man einfach Panik, dass die Russen und Hisbollah dort Erfolge haben könnten?

    Der Autor bemerkt immerhin, dass sich die Gefahr von Gewaltexzessen im deutschen Inland damit deutlich(!) erhöht, aber er findet das o.k…

    Würde er auch den Ausnahmezustand und die Anwendung der Notstandsgesetze befürworten? Sehr piratenhaft….drehen wir die Spirale – in welche Richtung?

    BTW, wie wär es denn, wenn wir die Hälfte unserer Bundeswehr den UN unterstellen (mindestens aber alle, die außerhalb von Staaten des Verteidigungsbündnisses eingesetzt werden) und dies allen Staaten zur Nachahmung empfehlen würden?
    Würde das unserer Verteidigung dienen?

    Apropos Verteidigung, im „Überwachungsstaat“ Großbritannien, gehen Leute auf die Straße, die meinen, es wäre nicht ihre Selbstverteidigung, in Syrien Bomben zu werfen….

  9. Annika schrieb am

    Ich glaube nicht, dass die Ablehnung von Kriegseinsätzen auf Angst basiert, vielmehr auf der Einsicht, dass mehr Tote einfach nicht die Lösung des Problems sind. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die notwendige soziale Stabilisierung auf diesem Weg nicht Eintritt. Hass verschwindet so nicht…sich jetzt mit Militär zu solidarisieren halte ich für wenig zielführend.

  10. Alfred schrieb am

    Hier ist von „wir“ und Deutschland die Rede……
    Am 28.11. fand in Hannover eine Demo statt, unter den Teilnehmern, neben Grünen, mit der Bundestagsvizepräsidentin C.Roth an der Spitze, und Jusos und Linken und Antifas waren auch Hannoveraner Piraten mit dabei….Dem Demonstrationszug vorweg wurde ein Transparent mit der Aufschrift : “ Deutschland du mieses Stück Scheiße “ getragen…dem laufen PIRATEN nach….und die Bundestagsvizepräsidentin…..Nix mitgekriegt ? Nix in Tagesschau und so ? Nee ? Dann gugelt mal…..

    • Alfred schrieb am

      Übrigens war Ganskow, Vize der Niedersächsischen Piraten, offensichtlich auch mit dabei als in Hannover

      “ Deutschland du mieses Stück Scheiße“

      skandiert wurde.
      Ich würde es für angemessen halten, wenn Vorstand / politischer Geschäftsführer sich zu diesem unglaublichen Verhalten von Ganskow und anderen Beteiligten äußern würden.

  11. Ralf Becker schrieb am

    Man mag bezüglich des Machthabers al-Assad geteilter Meinung sein. Dass aber eine Bekämpfung des ISIS-Terrors eine Notwendigkeit darstellt, sehe ich jetzt auch.

  12. Julius Gürlich schrieb am

    Ich halte die Entscheidung, die gestern im Bundestag getroffen wurde für falsch, da ich jede Art von Krieg und Militäreinsätzen ablehne. Wir müssen diese Art von Konflikten diplomatisch lösen – ohne der Bundeswehr. Die „Gegenargumente“ die Herr Lenze hier genannt hat, halte ich für absurd. Es gibt noch eine Reihe anderer Gegenargumente. Ich fordere ein klares „Nein“ zum Krieg und zu Einsätzen der Bundeswehr im Ausland!

  13. Ralf Becker schrieb am

    Kuschen wäre falsch. Allerdings sehe ich in dem Syrien-Kriegseinsatz auch keinen Nutzen. Außerdem sehe ich die Gefahr, dass wir Handlanger für fehlerhafte Kriegseinsätze werden.

  14. Hazeangel schrieb am

    Auch wenn man nicht ein Stück nachgeben darf gegen die isis. Und man auch ohne Boden Truppen nicht wirklich Weiterkommen werden wir. Oder man mach die Peshmerga u.s.w so stark das sie nicht wie die iraker alles fallen lassen und sich dan zu verpissen und auch noch alles an Modernen Waffen zurück lassen..Mach ich mir doch sorgen was passieren wird wenn sie wirklich immer mehr an Bdenverlieren und in die Ecke gedrängt werden. Ich denke dann, das sie mehr Terror in den Westen verlagern werden als auch so schon. Ich denke da wird noch einiges in Europa aber auch an denn Grenz nahen Gebieten der Fronten,an Terror und die Situationn für die Flüchtigen noch schwerer und gefährlicheren werden wir!!!!!

  15. der jo schrieb am

    ich empfehle hierzu die sendung von Arte – Mit Offenen Karten :syrien Ursprünge der kriese ,und die doppelfolge über den islam weil hier die bedeutung der spaltung des islam und die hierraus gewachsenen bündnisse gut und sachlich unvoreingenommen erklärt werden,ohne dieses grundwissen denke ich ist es kompliziert zu verstehen. auch interressant ist gefahren für die eu .
    alles in allem frage ich mich wer da noch alles mitspielt , haben wir nicht vor 5monaten etliche hochmoderne u-boote einer deutschen kiel,schleswig holsteininischen werft den griechen verkauft und ihnen danach andauernd geld (zum bezahlen?) geben müssen ,und war es nicht so das von eben diesen hilfen wenig für die bevölkerung da war. hmn . dieser u-boot verkauf wurde gerechtfertigt mit der tatsache man müsse vor dem is schützen ,da tut sich für mich die frage auf wieviel hilfe denn angebracht ist ,sonst schlachten die militärs das volk aus ähnlich wie in den usa .die amis monierten doch tornados wären nicht genug unterstützung ,is ja klar weil die der eignen bevölkerung nach dem afghanistan + irak desaster nicht mehr gut vor der eignen befölkerunng tote und geldverblasen gerechtfertigt bekommen,
    ich bin der meinung dass wir militärisch weit besser dastehn als der is und zwar alles in schutt und asche legen können aber zu was im irak bekommt man mit waffengewalt die taliban ja auch schon jahre nicht weg,und die besatzer können die bevölkerung leider nicht ewig schützen.kann man uns anhand der globalisierung überhaupt vor beklopten schützen? man könnte ja entfanatisierungsprogramme entwickeln wie die entnazifizierungsprogramme in der brd dazu müssten wir aber in die köpfe der leute schauen können.
    oder ist es dort in der gegend nicht sehr trocken ?wäre es nicht billiger die wasserversorgung des islamischen staates zu kontrollieren und die grenzen dicht zu machen ,statts dass denen irgendwer waffen verkauft und dann behauptet wird des ham sie erbeutet,um weiter gründe für teure einsätze und waffen verkäufe zu haben.die zivilen sind denk ich mal eh alle schon weg dank der bombardements vom assad usw.,warum benutzen die amis eigentlich unbemannte drohnen zur aufklärung und mir sollen da unsren arsch ins feuer halten weil die uns keine drohnen geben!.hmn mein cousin soll da jetzt hin ich bin nicht begeistert.
    auch halte ich die frau von der leyen nicht für die geignetste person in dieser entscheidungsposition,“ich errinnere mich an „die bw muss famillienfreundlicher werden „!!und dasss drohnenprojekt dass geld verschwendete und natürlich die schlechten zustände der flieger dass g36 dilemma …..und so solln mir da aufräumen hmn.. dass man die islamisten nicht einfach machen lassen kann ist auch mir bewusst aber denke ich dass es nicht so wie bisher laufen kann sonst schiessen wir uns selber ins bein wenn hier anschläge stattfinden ist die bevölkerung in einer schocksituation und wie jeder weis trifft man da nicht die besten entscheidungen,auch weil ein darauffolgender vergeltungsschlag direkt die russen usw mit involvieren könnte. ich hoffe wir werden irgendwann alle in frieden leben weil alle teilen gelernt haben und sich in ruhe einrauchen dürfen^^D

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