Wir weinen mit Paris…..

Die französische Hauptstadt Paris wurde am gestrigen Abend wieder von schrecklichen Ereignissen heimgesucht. Während des Freundschaftsspiels der Fußball-Nationalmannschaften, Frankreich gegen Deutschland, waren mehrere Explosionen zu hören. Zeitgleich wurden an mehreren Stellen in der Stadt Anschläge auf unschuldige Menschen verübt. Auf der Straße, in Konzertveranstaltungen. Wahllos, scheinbar ziellos. 

Die Geiselnahme in dem Konzerthaus Bataclan forderte die meisten Opfer. Laut AFP (Agence France-Presse) haben schwerbewaffenete Terroristen das Konzerthaus  gestürmt und begannen, während des Liveauftrittes der Band Eagles of Death Metal in die Menge der flüchtenden Menschen zu feuern.
Die Anschläge insgesamt offenbaren einen hohen Grad an militärischer Planung, so abgestimmt, wie sie von schwerbewaffneten Terroristen verübt wurden.

Bisher betrauern wir mehr als 127 Opfer der Anschläge, weitere 250 Menschen wurden verletzt. Allein die Anzahl der Opfer offenbart den Umfang dieser Anschlagserie. Die französische Regierung hat die höchste Alarmstufe ausgerufen und den Ausnahmezustand verhängt. Desweiteren hat sie die Grenzen geschlossen und Grenzkontrollen in Kraft gesetzt. Die Regierung hat weitere 1500 Soldaten in die Hauptstadt entsandt, um die Straßen zu sichern und die Attentate aufzuklären.

Die Attentäter haben, im Gegensatz zu den Angriffen auf die Redaktion der Satirezeitung „Charlie Hebdo“ im Januar diesen Jahres, nicht einen kleinen speziellen Kreis von Opfern gezielt ausgewählt, sondern den Fokus darauf gelegt, eine möglichst große Menge von Opfern zu hinterlassen. Diese Tat bedurfte einer großen logistischen Vorbereitung, was für eine andere Tätergruppe als im letzten Jahr sprechen könnte.

Weder Politik noch Sicherheitsbehörden in Frankreich haben diese Taten im Vorfeld erkennen können, sie sind davon vollkommen überrascht worden. Rückblickend muss man konstatieren, dass alle Sicherungssysteme der französischen Terrorismusbekämpfung nicht geholfen haben, diesen Anschlag zu verhindern.

Stefan Körner, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland: „Wir fühlen mit den Menschen in Paris, den Opfern und den Angehörigen. Wir stehen an ihrer Seite in unserer Trauer und mit unserem Mitgefühl. Wir sind fassungslos, dass Terroristen unsere Freiheit mitten im Herzen von Europa angreifen und versuchen, uns alle damit zu treffen. Wir lassen uns unsere Art zu leben, unseren Pluralismus, unsere weltoffene, demokratische Gesellschaft, in der Toleranz groß geschrieben wird, nicht zerstören. Wir wollen eine Gesellschaft, die es jedem Menschen ermöglicht, nach seinen Vorstellungen glücklich zu werden, auf der Grundlage unserer Verfassungen und unserer Gesetze. Wir sind heute alle Paris.“

 

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Kommentare

9 Kommentare zu Wir weinen mit Paris…..

  1. LinuX uZer schrieb am

    In Frankreich hats Vorratsdatenspeicherung, was hats genutzt ? Gar nix !

    Denke das man an einem Krieg nicht vorbei kommt, solche Terrorarmeen wie den IS oder Boko Haram besiegt man nicht durch den Aufbau eines orwellschen Überwachungsstaates oder durch ein par Drohnenangriffe. Diese Strukturen müssen militärisch vernichtet werden.

    • Alfred schrieb am

      “ Diese Strukturen müssen militärisch zerschlagen werden,“ In Frankreich ? In Deutschland ? Wenn ein Staat sein Territorium (seine Grenzen) nicht beherrschen/kontrollieren kann oder will wird er dazu übergehen (müssen ?) die Menschen auf dem Territorium zu beherrschen / kontrollieren.

    • Alfred schrieb am

      “ Wir wollen eine Gesellschaft die es jedem Menschen möglich macht, nach seinen Vorstellungen glücklich zu werden, auf der Grundlage unserer Verfassung und Gesetze.“ Super. Und wenn, zum Beispiel Migranten, erkennbar andere Werte als die unserer Verfassung haben ? Was dann ? Wir wagen, millionenfach dieses Experiment ? Und diejenigen, die sich nicht an unsere Regeln und Gesetze halten ? Schieben wir die ab ? Dann hätten wir keine Parallelgesellschaften wie in vielen Europäischen Großstädten.

  2. Alfred schrieb am

    “ Wahllos ….“ ? Glaub ich nicht…..Es gibt Menschen, die man sicher nicht umgebracht hätte…die halten sich aber für gewöhnlich nicht an Orten auf, wie denen, an denen die Mordanschläge stattfanden….
    „….Grenzen geschlossen….Grenzkontrollen in Kraft gesetzt….“ zu spät, wenn die Attentäter bereits im Land sind…….

  3. zarathustra schrieb am

    moin

    es sollte getrauert werden.

    hass ist keine antwort.

    der buvo der piraten hat sich geäussert.

    es ist nicht die zeit, kritik zu äussern.

    zarathustra

    • Seepferdchen schrieb am

      @zarathustra:
      Ja – Trauer ist gerade allerorten angesagt. Große Trauer. Auch bei mir.
      Wenn über 200 Russen mit einem (wahrscheinlich) von den gleichen Leuten in die Luft gesprengten Airbus vom Himmel fallen, ist die Trauer schon geringer. Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin – auch bei mir. Warum eigentlich?
      Und wenn die IS-Schurken und deren Verbündete im Nahen Osten oder in Afrika ihrem blutigen Handwerk nachgehen und unschuldige Menschen tagtäglich in den gleichen Größenordnungen wie am Freitag in Paris abschlachten, ist die Trauer nahe Null, weil es uns ja nicht betrifft… Wir erfahren auch nicht so viel darüber. Besser so!(?) Eher nicht. Wir sollten um ALLE trauern, die von Verbrechern ermordet werden. Wir sollten gemeinsam versuchen, den Verbrechern das Handwerk zu legen.

      Hass ist keine Antwort? Hier widerspreche ich dir. Man muss ihn nur SEHR GENAU auf die Leute projizieren, die selbst nichts anderes kennen als Hass. Auf die, die behaupten, im Namen einer Religion über das Leben und die Lebensweise anderer entscheiden zu können. Diese Leute haben keine Religion und jeder Gott, an den sie zu glauben vorgeben, sollte sie persönlich zur Rechenschaft ziehen. Sie haben weder Verstand noch Seele. Sie haben nur ihren Hass. Genau deshalb verdienen sie unseren Hass.

      Aber ich weiß, was du meinst Zara. Das mit der genauen Projektion des Hasses wird nicht gelingen. Pegida wird schon dafür sorgen. Darüber trauere ich nicht erst seit Charlie Hebdo.

      • Alfred schrieb am

        Seepferdchen……Du kannst nicht um alle Menschen / Lebewesen trauern die jetzt leiden / sterben….aber Du kannst in einem gewissen Umfang dazu beitragen, das Menschen, die Dir nahestehen ( bei einem tödlichen Unfall wirst auch Du hoffen, das z.B. Deine Mutter, nicht eines der 2 Opfer ist.) nicht oder möglichst wenig leiden….dazu muss man aber die Welt so sehen wie sie ist ( Politik beginnt mit dem betrachten der Wirklichkeit) und rational handeln….nicht träumen und die Welt in D retten wollen….
        …..Hass….Hass ist nie eine gute Lösung….und die Islamisten sehen sich, das muss man begreifen, nicht als die Bösen, die Verbrecher….sie sehen es genau andersherum….dieses Problem können wir nicht lösen, das müssen die Muslime untereinander klären….in ihrer Heimat, nicht bei uns…..

  4. Bernd schrieb am

    Es geht um Fanatismus und Radikalismus.

    Aus IS-Sicht ist unsere westliche Welt verdorben, wider den Gesetzen Gottes und des Propheten, mit einem aggressiven Weltherrschaftsanspruch die versucht, ihren Weltmachtanspruch überall auf der Welt durchzusetzen mit militärischer Gewalt.
    Aus IS-Sicht sind SIE die Guten und wir hier sind die absolut Bösen, die man bekämpfen und vernichten muss.
    Aus IS-Sicht sind die größte Helden die, die in diesen Kampf gegen das Böse bereit sind, mit ihrem Leben zu bezahlen, also die Dschihadisten, die Selbstmordattentäter.

    Diese Logik muss man erst mal zur Kenntnis nehmen, um wirksame Maßnahmen dagegen zu identifizieren.

    Was sicher nicht hilft: Verschärfung von Überwachung und VDS, Grenzschließung, Rasterfahndung, Einschränkung der Freiheitsrechte hier, oder Drohneneinsatz, Luftbombardement oder gar Bodentruppen dort. Dem Selbstmordattentäter ist es vollkommen schnuppe, ob man seine Daten nachträglich per VDS abrufen kann, ob ihm Verhaftung, Folter oder die Todesstrafe droht, er zieht sein Ding durch wie es ihm befohlen wird. Er ist ja quasi schon tot bei Beginn seines Einsatzes, jedenfalls in ein paar wenige Stunden.

    Was helfen kann: Stärkung der Diplomatie und Nutzung der supranationalen Strukturen wie UNO, UN, EU, G8, G20 und so weiter, um staatliche Strukturen in den ‚failed states‘ wieder aufbauen zu helfen, um Bereiche mit Machtvakuum oder kriegerische Auseinandersetzung zu reduzieren und das klassische „nation building“ wieder zu befördern.

    Denn nur in zusammengebrochenen staatlichen Strukturen haben radikale, zu allem entschlossene Kräfte die Chance, die Macht an sich zu reißen, allen anderen ihren Willen uns ihre Ordnung aufzuzwingen, zu rauben und zu morden.

    Der größte Fehler des Westens ist es, dass man versucht, sein System in Staaten durchzusetzen, die eine völlig andere Tradition haben, etwa die von Stammesgesellschaften, Fürstentümern oder Königen. Es ist absurd, überall auf der Welt westliche Demokratien, die aber der westlichen Welt wohlgesonnen zu sein haben installieren zu wollen, oder, wenn das nicht gelingt, Vasallenstaaten und brutale Diktaturen hochziehen zu lassen.

    Das Selbstbestimmungsrecht der Völker und das Prinzip der Nichteinmischung, dazu friedliche Koexistenz und Wandel durch Annäherung, das war einmal ein Maßnahmebündel auf das man sich verständigt hatte, als nämlich Ost und West mit ihren Atomarsenalen drohten, den ganzen Erdball kollektiv atomar zu zerbomben und unbewohnbar für Menschen zu machen, und in Stellvertreterkriegen im fernen Osten Millionen und Millionen Tote zu beklagen waren.

    Vielleicht sollte man, trotz inzwischen reduzierter atomarer Bedrohung, zu diesen Prinzipien zurückkehren. Wenn nur die Bedrohung durch Totalzerstörung Politiker dazu bringt, Vernunft anzunehmen und zu verhandeln statt zu bomben, wie damals Reagan und Gorbatschow, wäre das bedauerlich.
    Also: ziehen wir die Lehren aus Paris und anderen Terroranschlägen, und kehren wir zur globalen Vernunft zurück. Verhandeln, verhandeln und noch mal verhandeln, Diplomatie und Ausgleich, auch mit Diktatoren wie dem dicken Kim oder Assad, sind unsere einzige Chance. Krieg ist immer die schlechteste und inhumanste Option.

    • Alfred schrieb am

      Guter Beitrag. Nur : Mit dem IS und ähnlichen Organisationen / Terroristen kann man nicht wirklich verhandeln / kooperieren auch nicht die UNO und Gesellschaften kann man so auch nicht wieder aufbauen. Es ist eine verteufelte Situation die kurzfristig nicht zu lösen ist…jedenfalls nicht von außen, da ein wesentlicher Teil des Problems in Form von Religion / Kultur in den Köpfen der Menschen steckt….. der neue Polnische Außenminister hat laut ZON vorgeschlagen aus Syrischen Flüchtlingen eine Befreiungsarmee aufzustellen um Syrien zu befreien…während der Besatzung Frankreichs und Polens in WK II haben Franzosen und Polen die fliehen konnten bzw. sich im Ausland aufhielten Befreiungsarmeen aufgestellt und für die Freiheit ihrer Heimat gekämpft….also…warum nicht….

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