Die Internet-Freiheit soll abgestellt werden. Rettet die Netzneutralität!

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei Deutschland ruft alle Freiheitskämpfer auf, für die Netzneutralität zu kämpfen! Am 27./28. Oktober 2015 entscheidet das EU-Parlament über die Zukunft der Netzneutralität im Internet. Nach aktuellem Stand plant die EU, die Netzneutralität de facto zu beenden.

Netzneutralität bedeutet, dass alle Datenpakete unabhängig von deren Herkunft, Adressat, Verwendungszweck, Dateitypoder Inhalt gleich schnell durch Telekommunikationsnetze transportiert werden. Entscheidet sich das Parlament gegen eine strenge Netzneutralität, droht das freie und offene Internet, wie wir es kennen, nach und nach zu sterben.

Wird dieser Grundsatz erst aufgeweicht und nicht mehr grundsätzlich und uneingeschränkt an einer strikten Netzneutralität festgehalten, drohen gravierende und lenkende Eingriffe in den Internetverkehr. Internetprovider analysieren den Internetverkehr und klassifizieren Dateninhalte per Deep-Packet-Inspection. Dadurch können sie feststellen, um welche Art von zu übermittelnden Daten es sich handelt und hätten die Möglichkeit, Inhalte im Netz unterschiedlich zu behandeln und neue Flatrate-Modelle zu schaffen, für die unterschiedliche Tarife verlangt werden können.

Provider können die Geschwindigkeit dann drosseln und ihre Nutzer somit zwingen, für die Nutzung bestimmter Dienste wie beispielsweise für Video-Streaming, Internet-Telefonie oder Online-Gaming zusätzlich zu den monatlichen Kosten für den Internetzugang einen Aufpreis zu zahlen. Welche Webinhalte mit welcher Geschwindigkeit abgerufen werden können, hängt dann vom jeweils abgeschlossenen Zusatzvertrag und damit letztendlich vom Geldbeutel des Einzelnen ab. Nicht nur Internetnutzer müssten für zusätzliche Dienste-Pakete zahlen, sondern auch Inhalteanbieter wie Streaming- oder Gaming-Portale.

Während Großkonzerne wie Google und Amazon zähneknirschend Zusatzgebühren für das Hochgeschwindigkeitsnetz zahlen würden, können kleinere, junge Unternehmen und Start-ups sich das häufig gar nicht leisten und müssen im langsamen Netz bleiben. Dies führt zwangsläufig zu einem Massensterben von kleineren Webanbietern, sodass Großkonzerne letztendlich das Netz unter sich aufteilen. Insgesamt entsteht ein Mehrklassen-Internet.

Internetprovider verlangen also nicht nur für die Nutzung des Internets Geld, sondern auch noch dafür, dass man bei der Nutzung nicht noch zusätzlich ausbremst wird. Wir PIRATEN wollen die Einführung von Netzklassen verhindern und kämpfen für den Erhalt der strengen Netzneutralität. Nur durch sie kann ein offenes Internet gesichert werden, das Garant für Meinungsfreiheit, Medienpluralität und kulturelle Vielfalt ist, Werte, denen sich die Piratenpartei von Anfang an verschrieben hat. Ohne Netzneutralität entstünde eine Zwei-Klassen-Netz-Gesellschaft. Das wollen wir verhindern.

Was könnt Ihr tun?

Ruft „Eure“ EU-Abgeordneten KOSTENLOS an und fordert sie auf, sich bei der Abstimmung über das Telekom-Paket am 27./ 28. Oktober für Netzneutralität einzusetzen und damit GEGEN ein Zwei-Klassen-Internet mit Überwachungs-Struktur-Ausprägung zu stimmen.

Hier findet ihr den Link zum kostenlosen Anrufen: Call your elected representatives for free and make yourself heard

Verbreitet diese Information und Euren digitalen Widerstand in Foren, Mailinglisten, Facebook, Twitter etc. sowie bei Freunden und Bekannten. Diesen Kampf dürfen wir nicht verlieren.

Weitere Infos zum Thema:

Weitere Argumentations-Hilfe:

Argument „Neue Infratest-Umfrage: Deutliche Mehrheit ist für Netzneutralität“

Gastbeitrag von Jörg Arweiler

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Kommentare

Ein Kommentar zu Die Internet-Freiheit soll abgestellt werden. Rettet die Netzneutralität!

  1. Seepferdchen schrieb am

    Mhm – interessanter Artikel zu einem KERNthema.
    Die Kernthemen sind dermaßen kernig…
    Da könnte ich stundenlang darüber diskutieren. Aber nicht ‚mal Alfred macht mit.

    Nicht dass mich jemand falsch versteht- ich finde Netzneutralität durchaus wichtig; bin ja ITler. Bienen sind auch wichtig und das Bienensterben ist ein Problem – trotzdem wen interessiert’s?

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