#STOPPTTIP – Großdemo in Berlin

Berlin, den 11. Oktober 2015

Gestern, am 10. Oktober 2015 fand in Berlin die große Demonstration gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa, TTIP, statt.

TTIP-DEMO BERLIN - BANNER -2 - CC BY 3.0 DE @neorevoxos - 10-10-2015 - BLOG TTIP-DEMO BERLIN - BANNER - CC BY 3.0 DE @neorevoxos - 10-10-2015 - BLOG TTIP-DEMO BERLIN - ORANGE PEARL - CC BY 3.0 DE @neorevoxos - 10-10-2015 - BLOG

Vorab waren die Organisatoren von etwa 50.000 Demonstranten ausgegangen. Die Polizei sprach während der Veranstaltung von ca.100.000 Menschen, die Veranstalter zählten da allerdings schon um die 250.000 Demonstrierende. Damit war diese beeindruckende Veranstaltung am letzten Samstag die größte dieser Art während der letzten zwölf Jahre.

Parteien, Gewerkschaften, mittelständische Unternehmer, Umweltverbände, Verbraucherschutzorganisationen, Sozialverbände und der deutsche Kulturrat riefen zur Teilnahme auf; die Veranstaltung war mit protestierenden Menschen aus allen Lagern besetzt.

Der Abbau von Demokratie, die drohende Einführung von niedrigeren Umwelt- und Arbeitsstandards, die Einführung von ominösen Geheimgerichten (ISDS), sowie die vollkommen intransparente Art der Verhandlungen waren Thema der Reden.

PIRATEN, angereist aus der ganzen Bundesrepublik, waren mit orangen Fahnen und dem Segelboot „Orange Pearl“ ein gut sichtbarer Teil der Demonstration.

CC-BY-SA/photo: BARTJEZ.cc

CC-BY-SA/photo: BARTJEZ.cc

Bruno Kramm, Landesvorsitzender der Piratenpartei Berlin:
„Zwischen 150.000 und 250.000 Teilnehmer sind nicht nur eine schallende Ohrfeige für Sigmar Gabriels Wirtschaftslobbyismus. Fast eine Viertelmillion dokumentieren den klaren Willen der Menschen gegen das Freihandelsabkommen und gegen den Raubbau transnationaler Konzerne an der Demokratie im globalen Vakuum. Der friedliche, breite Protest der Menschen trifft auf das autokratische Verständnis der Konzernlobbyisten, die zivilgesellschaftliche Beteiligung an TTIP nur in homöopathischen Dosen zugelassen haben und hinter verschlossenen Türen ungehemmt alles zwischen Daseinsfürsorge, Bildung, öffentlicher Hand und Mindestlohn ihren wirtschaftlichen Interessen unterwerfen.

Die mediale Berichterstattung versucht verstärkt, der Anti-TTIP-Bewegung zu schaden, indem sie in ihrer Berichterstattung eine Verbindung zu der sogenannten Neurechten Bewegung herstellt, u.a. weil einige dieser Personengruppe an der Demo teilgenommen haben. Sowohl den Neurechten als auch den Diskreditierungsversuchen der lobbyistischen Spin Doctors des Freihandelsabkommens müssen wir die Rote Karte zeigen. Sie dürfen nicht die Deutungshoheit gewinnen.“

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Kommentare

6 Kommentare zu #STOPPTTIP – Großdemo in Berlin

    • Seepferdchen schrieb am

      Na ja, stimmt – in DER großen Masse war es schon schwer, wahrgenommen zu werden. Ich war ja selbst nicht da, könnte mir aber vorstellen, zumindest die YACHT ist aufgefallen.

      Und wenn nicht – auch net so schlimm. 150.000 bis 250.000 gegen TTIP – ob Piraten oder nicht – that’s cool!

      Das mit der Siggi-Guillotine fand ich allerdings, gelinde gesagt, geschmacklos und in schlechter Gesellschaft (inkl. der Ordokravieh) mit dem Dredner Pegida-Galgen.

      http://www.welt.de/politik/deutschland/article147570729/Ist-ein-Galgen-schlimmer-als-die-Guillotine.html

      Hat der Sache eher geschadet als genutzt.

      So weit ich weiß, waren das aber keine Piraten; ergo sind die Piraten diesmal wenigstens auch nicht negativ in Erscheinung getreten. Is doch auch schon was.

  1. Alfred schrieb am

    “ …..der Deutsche Kulturrat….“ …Deutsche Kultur ? Ist das nicht Rächtz ?
    „….Abbau von……Arbeitsstandards…..“ durch einen Globalen Arbeitsmarkt ? Open Borders….? Kein Mensch ist illegal ?
    „…transnationaler Konzerne…“ im Gegensatz zu nationalen Konzernen ?
    „Die mediale Berichterstattung versucht verstärkt….“ Lügenpresse ?
    „Guter Journalismus macht sich nicht mit einer Sache gemein. Auch nicht mit einer Guten.“ (HaJo Friedrichs). Das sollte, zumindest für die von uns zwangsfinanzierten Öffentlich Rechtlichen gelten. Statt dessen erleben wir einen Volkspädagogischen Tendenzjournalismus, der dem mündigen Bürger, in Sonntagsreden auch Souverän genannt, „abholt, aufklärt, belehrt, die diffusen Ängste und Phobien nimmt“. Was „diffuse Ängste“ sind entscheidet wer ?

  2. Alfred schrieb am

    Digitaler Wandel und globaler Arbeitsmarkt……Andere kümmern sich um das Thema „Die fünfte industrielle Revolution“. Lesenswert.

  3. Seepferdchen schrieb am

    Zum Thema internationale Schiedsgerichte guggt ihr hier bitte:

    http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Konzerne-klagen-W/Das-Erste/Video?documentId=31181268&bcastId=799280

    Wurde am 19.10.2015 von der ARD im Schutze der Nacht gesendet.
    Wer jetzt immer noch glaubt, TTIP mit Schiedsgerichten inside sei nicht so schlimm, der glaubt wahrscheinlich auch, extensives Kiffen macht schlauer oder gibt sich ebendiesem Hobby schon seit längerem hin.

    • 110 schrieb am

      schiedsgerichte sind etwas ganz feines, wenn sie ordentlichen gerichten niht gliechgestellt werden, sondern zusätzlich existieren und „vorher“ wirken.

      TTIP allerdings wird uns eine form von schiedsgerichten bringen, die ÜBER den ordentlichen gerichten steht, ein system, was fatal an die struktur und die rechtsstellung des ESM apparats erinnert.

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