Vom „Gastarbeiter“ zum Nachbarn

Bild: CC-BY-SA Daniel Müller

Integrationspolitik –  Wir dürfen die Fehler von damals nicht wiederholen!

In den Fünfzigerjahren entwickelten sich die wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland so gut, dass es zu einem Mangel an Arbeitskräften kam.

Im Jahr 1955 schlossen die Bundesrepublik Deutschland und Italien [1] dann das erste „Anwerbeabkommen“ für Arbeitskräfte. Dieses regelte die Zuwanderung von Arbeitnehmern nach Deutschland. Im Jahr 1960 wurden ähnliche Abkommen mit Griechenland und Spanien unterschrieben.

Gesucht wurden Arbeitskräfte – gekommen sind Menschen. Menschen mit Familien, einer eigenen Geschichte, Gedanken und Hoffnungen.

Von der Politik wurde zu der Zeit häufig der Begriff „Gastarbeiter“ verwendet, der zum Ausdruck bringen sollte, dass der Gast nur auf Zeit gekommen war und wieder in sein Heimatland zurückkehren würde.

Die Anwerbung von Arbeitskräften wurde im Jahr 1973 per Erlass durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung beendet, mit Ausnahme von Italien.

Die sogenannten „Gastarbeiter“ hatten aber nicht nur Industriearbeitsplätze eingenommen, sie hatten sich darüber hinaus mit der Eröffnung von Restaurants, Eiscafés etc. bereits in die deutsche Alltagskultur integriert.
Sie haben unser Land verändert, bereichert und unserer Kultur neue, interessante Aspekte hinzugefügt.

1983/ 84 versuchte der Staat dann mithilfe des Rückkehrhilfegesetzes, die aus dem Ausland gekommenen Arbeitskräfte in ihre Heimatländer zurückzuführen, denn die Zahl der Arbeitslosen war gestiegen und die ausländischen Arbeitskräfte wurden in den Augen der Politiker nicht mehr gebraucht. Und da man die Zugewanderten ja als „Gastarbeiter“ sah, die irgendwann wieder verschwinden würden, hatte sich die Politik zu diesem Zeitpunkt noch immer keine Gedanken darüber gemacht, wie denn diese Arbeitnehmer als Bürger dauerhaft Teil der deutschen Gesellschaft werden könnten.

Doch: Viele „Gastarbeiter“ blieben und wurden deutsche Staatsbürger – Staatsbürger mit Migrationshintergrund.

Anfang der neunziger Jahre folgte dann die deutsche Wiedervereinigung, die bewiesen hat, dass unser Land in der Lage ist, auch eine große Anzahl von Menschen wirtschaftlich zu integrieren.

Wie immer bei einer so schwierigen Aufgabe, hätte auch hier vieles besser und reibungsloser ablaufen können, doch es gibt keine Lösungen ohne die Überwindung von Hindernissen.

Wir haben diese Integrationsleistung bewältigt und unser Land steht heute besser da als früher.

Heute stehen die Bundesrepublik Deutschland und unsere europäischen Nachbarstaaten vor dem organisatorischen Problem, eine große Anzahl von Geflüchteten menschenwürdig unterzubringen und sich um diese Menschen zu kümmern.

Aus unserer Geschichte lernen wir, dass wir die Lasten einer schwierigen Integrationsleistung nicht nur den Bundesländern und Kommunen überlassen dürfen.

Wir alle als Teil der Gesellschaft müssen uns – wie auch die Politik – darum bemühen, dass die Menschen Sprachkurse belegen können und müssen ihnen bei der Integration helfen.

Wir alle müssen uns dafür einsetzen, dass wir die Asylbewerber frühzeitig fit für den Arbeitsmarkt machen und ihnen die Möglichkeit geben, eine Beschäftigung anzunehmen.

Innerdeutsche Reisebeschränkungen sollten der Vergangenheit angehören, die Residenzpflicht muss auch in Bayern und Sachsen fallen.

Wir sollten nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen; wir sollten alle offen auf die Neuankömmlinge zugehen. Denn: Hilfsbereitschaft und offene Kultur stehen unserer Gesellschaft gut!

Euer Kristos

 

Gastbeitrag von Kristos Thingilouthis – Politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Deutschland

KRISTOS-THINGILOUTHIS-FOTO-be-him-CC-BY-NC-ND-IMG_5991-BLOG

 

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Kommentare

14 Kommentare zu Vom „Gastarbeiter“ zum Nachbarn

  1. Steffen schrieb am

    „Anfang der neunziger Jahre folgte dann die deutsche Wiedervereinigung, die bewiesen hat, dass unser Land in der Lage ist, auch eine große Anzahl von Menschen wirtschaftlich zu integrieren.“

    Sowas nennt man politische Realitätsverweigerung.

    • Gehört seit einiger Zeit zum Selbstverständnis der PIRATEN.
      Fällt vermutlich unter „Professionalisierung“.
      Oder: Wir können auch Politik 1.0.

      Verstehe allerdings nicht, wofür die Partei dann noch gewählt werden will.

  2. Alfred schrieb am

    Als die Gastarbeiter angeworben wurden herrschte auf dem deutschen Arbeitsmarkt tatsächlich ein Mangel an Arbeitskräften und die Gastarbeiter wurden gezielt für bestimmte Aufgaben in bestimmten Betrieben angeworben.
    Heute haben wir einen Europäischen Arbeitsmarkt, mit ca. 25 Mio. Arbeitslosen, Gegenden mit einer Jugendarbeitslosigkeit von ca. 50 %, da kann man wohl kaum von einem Bedarf an außereuropäischen Arbeitskräften, die niemand nach Bedarf, persönlicher Eignung ausgewählt hat, reden. Als Pirat sollte man auch wissen, das der digitale Wandel in einem überschaubaren Zeitraum Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen wird. Es gibt also für die große Mehrheit der Migranten ( von wie vielen Migranten reden wir eigentlich ? 1 Mio pro Jahr ? Wie lange 2 Jahre 5 Jahre ? 10 Jahre ? Und dann ? ) keinen Arbeitsmarkt in den sie sich integrieren können. Was das bedeutet kann sich jeder selbst ausmalen….

  3. Alfred schrieb am

    „….Wiedervereinigung….“ gugelt doch mal “ Fettleibig mit Dauerwelle“ und “ Oskar Haider “ da könnt Ihr nachlesen was „Rechtspopulisten“ in vergangenen Zeiten so von sich gegeben haben….hoch aktuell….

  4. Chico schrieb am

    „Die gestern gestartete Gegenoffensive ist praktisch gescheitert.“

    Sie stellen also afghanische Kriegsflüchtlinge und albanische Wirtschaftsflüchtlinge mit den Bürgern der DDR auf eine Stufe? Soll das ein Witz sein oder seid ihr wirklich so …(Wort selber einsetzen)… ?

    • Seepferdchen schrieb am

      Na ja – Chico, solange noch nicht klar war, dass es eine Wiedervereinigung geben wird, also in der Zeit der Massenflucht von DDR-Bürgern gen Westen im Sommer 1989, ist diese Gleichsetzung nicht so illegitim, dass du alle, die sich ihrer bedienen als bezeichnen solltest.
      Die Unterschiede waren zu dieser Zeit marginal. Die Flüchtlinge sprachen die Sprache des Ziellandes und waren ggf. auch ein bisschen besser ausgebildet als die Flüchtlinge, die heute zu uns kommen (obwohl durchideologisiert hatte Bildung in der DDR einen recht hohen Stellenwert).
      Aber was die Willkommenskultur angeht – ich behaupte sogar, die ersten Ossis waren damals WENIGER willkommen (s. Hinweise Alfreds) als die gegenwärtigen Flüchtlinge. Sie waren immerhin die ERSTEN, die mit ihren geringeren Ansprüchen (bis heute verdient man im Osten im Schnitt nur 76% des Westlohns…) den schönen, noch einigermaßen sozial funktionierenden Kapitalismus der damaligen BRD ins Wanken brachten. Gelöst(?) wurde das Problem dann mit der Wiedervereinigung, zu der es keine Alternative gab. Anderenfalls wäre die DDR nach ein paar Jahren nahezu komplett entvölkert gewesen. Da war es einfach schlauer, die 108.000 km² Land zu ko(h)lonisieren.
      Letzteres ist mit den aktuellen Flüchtlingen natürlich weder geographisch noch politisch machbar. Sie sind, platt gesprochen, Bevölkerungsnettozuwachs.
      Ich bin ganz bei Kristos: Je besser es uns gelingt, diese Menschen ECHT zu integrieren, desto besser für dieses, unser Land. Angst vor den(m) Fremden, die uns gerne von unseren Medien injiziert wird, ist dabei genauso ein schlechter Ratgeber wie das stillschweigende Dulden der Sichtweise mancher Unternehmer, die in den Neubürgern nichts anderes sehen als frische, potentiell billigere Lohnsklaven, mit denen sich die bereits vorhandenen trefflich erpressen lassen.
      @Alfred: Du hast mich in einem anderen Thread gefragt, wieviele Flüchtlinge ich persönlich in Deutschland aufnehmen würde. Ich kann dir keine Zahl nennen. Aber du hast natürlich recht – es gibt irgendwo eine Grenze des Machbaren. Ich stelle mal die Gegenfrage: Wie viele Leute willst du persönlich z.B. in Syrien lassen, damit IS, Assad, Amis und neuerdings auch die Russen den Flüchtlingsstrom nach und nach auf biologischem Weg zum Erliegen bringen? Ich hoffe, du erkennst an dieser Frage das Dilemma, in dem wir uns gerade befinden. Dieses Dilemma kann nur überwunden werden, wenn wir aus der „ersten Welt“ unseren Beitrag dazu leisten, das Leben in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zumindest erst einmal ERTRÄGLICH zu gestalten. Viele Flüchtlinge würden ein erträgliches Leben in der Heimat liebend gerne gegen ein Leben als Geduldete in der deutschen Fremde zurücktauschen.
      Im Moment tut die erste Welt aber nichts dergleichen. Auf die Dauer wird das nicht gut gehen…

      • Alfred schrieb am

        Seepferdchen „….wie viel Menschen in Syrien lassen….“ Die Syrer die zu uns kommen, kommen nicht aus Syrien, sie kommen aus Flüchtlingslagern aus der Türkei, Libanon, Jordanien. Dort sind sie „perspektivlos“ aber in Sicherheit. Die allermeisten Syrer die zu uns kommen, sind gesunde junge Männer. Als Nazi Deutschland Polen und Frankreich besetzt hatten, haben sich Polen und Franzosen die im Ausland waren bzw. die flüchten konnten den Alliierten angeschlossen und gegen Nazi Deutschland gekämpft. Wer soll jetzt Assad , Al Nusra oder IS bekämpfen ? Amis ? Russen ? Franzosen ? Vergleichbar ist es mit den Afghanen, wer soll die Taliban bzw. den IS dort bekämpfen, wenn nicht die Afghanen selbst ? Was machen denn dann die vielen jungen Männer hier ?
        „…Erste Welt…leben erträglicher gestalten…“ Ich fürchte das ist eine Illusion. Je nach Kriegsverlauf werden in Syrien, Irak, Afghanistan die Sieger Millionen von Menschen vertreiben, bzw. sie werden aus Angst von selbst flüchten….die werden wir nicht alle Aufnehmen, das ist eine Illusion….man wird früher oder später stop sagen und mit Orban Methoden den Flüchtlingsstrom stoppen. Anders wird es nicht gehen, sonst gehen wir mit unter und die Bevölkerung begreift das zunehmend. Unabhängig von diesen 3 Bürgerkriegen werden wir auch nicht in der Lage sein durch fairen Handel oder sonst was die Lebensverhältnisse in Afrika und Nahost soweit zu verbessern, das nicht weiterhin Millionen von Menschen versuchen werden ihr Glück in Europa zu suchen. Vergiss nicht : Digitaler Wandel und Bevölkerungsexplosion machen die Schaffung einer ausreichenden Zahl von auskömmlichen Arbeitsplätzen unmöglich. Es wird nicht funktionieren. Wir können uns nur so gut wie möglich abschotten, sonst erleben wir in den nächsten Jahren eine Masseneinwanderung, die unsere Sozialsysteme überfordern, die Kriminalität / ethnische / religiöse Konflikte usw. würden sich drastisch erhöhen und die „Reichen“ würden sich, wie überall auf der Welt, in ihren eigenen, gut gesicherten Vierteln abschotten.
        Die Anderen, auch wir, müssten es ausbaden. Das möchte ich nicht. Du ?

        • Alfred schrieb am

          1,5 Millionen Migranten werden es nach aktuellen Schätzungen wohl 2015 sein. Und 2016 ? 2017 ? 2025 ? immer so weiter ? Plus Familienzusammenführung ? Was fällt den Piraten dazu ein ? Ein „Wünsch dir was“ Beitrag „Vom Gastarbeiter (kommt der Sache näher als Flüchtling) zum Nachbarn“ vom Politischen Geschäftsführer und ein kindischer “ No border “ Beitrag von „Comp“ mit Unterstützung von The Bug….Ihr solltet den Häbbät Grönemeyer mal um einen Gastbeitrag bitten……sozusagen als Gipfel politischer Verantwortungslosigkeit.

  5. Seepferdchen schrieb am

    @Alfred: Die BILD-Zeitung ist ja nun wirklich nicht dein Niveau. Aber weil „seriöse Medien“ die von BILD aus „gut unterichteten Kreisen“ entnommenen „Fakten“ (es werden in 2015 BIS ZU 1.5 Mio kommen -> daraus werden flugs (DEFINITIV) 1.5 Mio gemacht…) nachplappern, lässt du dir auch gleich wieder den Draht horizontal durch den Kopf ziehen, um diese Fakten schwungvoll abnicken zu können. Das passt sehr gut zu deiner Angst, die gleichsam die Angst vieler anderer ist.
    Ich verstehe diese Angst, teile sie aber nicht. Sie löst nicht das Dilemma (s.o.), in dem wir uns befinden.
    Die Lösung liegt m.E. in einem Paradigmenwechsel in der Politik der „ersten Welt“. Findet dieser zeitnah statt, können wir Probleme beseitigen oder zumindest abmildern, wenn nicht, fliegt uns der Laden eher über kurz als lang um die Ohren. Abschottung wird da nicht weiter helfen; genauso wenig wie das von dir zu Recht gegeißelte Wunschdenken einiger junger Leute hier.
    Was bedeutet jetzt „Paradigmenwechsel“? Nun – zunächst sollten wir es als Industrienationen unterlassen, die Ökonomien der Herkunftsländer der Flüchtlinge systematisch kaputt zu spielen. Das tun wir nämlich z.B. durch Subventionen auf unsere Exporte in diese Staaten oder durch gezielte Plünderung deren natürlicher Ressourcen. Vom angerichteten Schaden durch die, insbesondere durch unsere amerikanischen Freunde angezettelten Konflikte, will ich erst gar nicht reden. Dazu googelt vielleicht mal nach „StratFor“…
    Wenn der erste Schritt – Vermeidung der Erzeugung von direktem Schaden – hinter uns liegt, können wir zum zweiten kommen: Echter Hilfe, z.B. durch Fair Trade oder Festlegung von Mindeststandards, die für die wirtschaftliche Tätigkeit unserer Unternehmen auch in den Ländern der sog. dritten Welt zu gelten haben.
    U.a. diese beiden Schritte könnten unser Beitrag zu einem „erträglichen Leben“ in der dritten Welt sein. Zugegeben, wir müssten uns dafür vermutlich selbst etwas einschränken. Aber würde diese Einschränkung nicht gleichzeitig das Hamsterrad, in dem wir uns alle befinden, ein bisschen bremsen? Persönlich könnt` ich sehr gut damit leben.

    • Alfred schrieb am

      Seepferdchen….“….Bildzeitung….“ Nöh. Heute morgen wurde diese Zahl von Lorenz Caffier, Innenminister von MacPom auf NDR Info als möglich bestätigt. Reicht das ?
      „…Abschottung wird da nicht weiterhelfen…“ doch, wir müssen es nur wollen und konsequent durchziehen. Erste Ansätze gibt es bereits, die GroKo spricht schon von „Sicherung der Außengrenze (sicher nicht durch Gartenzäune)“ und die EU verhandelt mit Erdogan um eine weitere Zuwanderung zu vermindern / verhindern.
      “ ….gezielte Subventionierung unserer Exporte…“ das heißt der „westliche Steuerzahler “ subventioniert günstige Einkaufspreise für die Konsumenten in den „armen Ländern“ ? In welchen Branchen ? (Landwirtschaft ist bekannt.) Wie viel % des „westlichen “ Außenhandels macht das in etwa aus ? Daher stammt unser „Reichtum “ ? Warum boykottiert die Bevölkerung in den „armen Ländern“ diese Produkte nicht einfach und kauft regional ?
      „…gezielte Plünderung der natürlichen Ressourcen…“ . Wie das ? Zahlen wir den Afrikanern (z.B.) nicht genug für ihr Öl ? Angola ? Nigeria ? Warum verkaufen sie ihre „natürlichen Ressourcen“ nicht an andere ? Chinesen ? Inder ? z.B. ? Oder verarbeiten sie selbst weiter ?
      „…echte Hilfe, z.B. durch Fair Trade…“ Also kurz gesagt Du möchtest das ich / wir mehr bezahlen. Stimmts ? Da mir, ich nehme an Dir geht es ähnlich, und einigen anderen auch (ein wenig Spott muss sein), nur begrenzte Mittel zur Verfügung stehen werde ich dann weniger kaufen / konsumieren bzw. für andere Dinge kein oder weniger Geld ausgeben / investieren. Das wird man dann merken. Nicht immer positiv. Wenn ich bereit bin Sylvester 100 Euro auszugeben, kann ich davon Knallkörper kaufen, oder Champagner, ich kann mit meiner Frau Essen gehen oder das Geld Spenden. Ich kann auch splitten. Je nachdem was ich mache profitieren davon Menschen, oder auch nicht. Ich kann das Geld auch meinem Sohn schenken. Der möchte für sich und seine Familie gern ein Haus kaufen….schafft also Wohnraum….Du verstehst was ich meine ? Die Mittel sind begrenzt, nicht nur im kleinen…..Selbst wenn Deine Ideen greifen, wie lange würde es realistischer weise dauern bis sie ausreichend Wirkung zeigen ? 10 Jahre ? Wohl kaum. 20 Jahre ? reicht auch nicht.(bis dahin hat sich die Bevölkerung Afrikas in etwa verdoppelt) Okay. Ich komme Dir entgegen. Ich „akzeptiere“ 10 Jahre (mal so zum Spaß)….und in diesen 10 Jahren kommen dann jährlich unbegrenzt Migranten zu uns ? Eine Begrenzung können wir ja, Deiner Meinung nach, nicht durchsetzen. Wie viel Mios. mögen das wohl sein in 10 Jahren ? Und wie sieht es dann hier aus ? Bleibt noch was vom Sozialstaat ? Denn Du plädierst ja für einen globalen Arbeitsmarkt….und wer finanziert die (verstärkt durch Industrie 4.0) die Arbeitslosen ? Und das läuft alles ganz friedlich ab ? Das glaubst Du nicht wirklich. Oder ? Kurz : Es gibt keine realistische Alternative zu abschotten / begrenzen.

    • Alfred schrieb am

      Ach Seepferdchen ? Wenn Du wissen willst was ein wesentlicher Grund für den „westlichen Reichtum“ ist, besuch mal ein Technik Museum…..oder schau Dir mal an wer denn so Nobel Preise bekommt z. B. in Physik oder Chemie….

  6. Seepferdchen schrieb am

    @Alfred: Ich mache heute `mal nur Stichpunkte:

    Subventionierung:
    – subventioniert werden UNTERNEHMEN
    – Subventionen (*) werden aus Steuermitteln, also auch von DIR BEZAHLT
    – die Wirtschaft geht dort kaputt, weil die Einheimischen vergleichbare Produkte nicht zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren können
    – schönes Beispiel; guggst du hier https://www.tagesschau.de/ausland/epa-afrika-101.html

    Plünderung natürlicher Ressourcen
    – google „Fischer in Afrika“, „Palmöl“, „Landraub Afrika“ ….

    kein Boykott europäischer Waren
    -…mhm Alfred; darüber denk` lieber selbst noch `mal nach

    Warum nicht an andere verkaufen?
    – weil sich dann sehr schnell Leute finden, die was dagegen haben,
    – …und in vielen Fällen ihren Interessen mit Waffengewalt Nachdruck verleihen.

    Mehr bezahlen.
    – ja; es geht dabei aber um ziemlich marginale Preiserhöhungen, nicht um die von dir vermuteten Verdopplungen
    – …wahrscheinlich über die Streichung o.g. Subventionen (*) zu kompensieren
    – google „fair trade kleidung preisunterschied“ –>
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/textilien-aus-bangladesch-faire-produktion-erkennt-man-nicht-am-preis-1.1668001

    These von der Aushöhlung des Sozialstaates
    – stimmt. Daran sind aber die Flüchtlinge nicht schuld. Sie werden als EIN weiteres MITTEL dazu benutzt.
    – andere Mittel: gängige SPD-Politik, steigende Macht der Banken…und ja; auch dummes Geschwätz über Industrie 4.0

    LG vom Meeresbewohner.

    • Alfred schrieb am

      Seepferdchen
      Subventionierung……Ich subventioniere europäische Produkte (welche , außer Landwirtschaftliche ?) die dadurch (?) billiger als die regionalen sind….davon profitiert der „arme“ Konsument….sach ich doch…..
      Plünderung Natürlicher Ressourcen…Fischer in Afrika etc. …Deine Vorstellung ist, das man die Fischereirechte nicht verpachtet (soll man es den Afrikanischen Regierungen verbieten ? so auf Augenhöhe ?) und das statt dessen, dank Bevölkerungswachstum immer mehr Fischer in selbstgebauten Booten zum fischen rausfahren ? Und immer mehr Kleinbauern auf immer kleineren Parzellen Ackerbau und Viehzucht betreiben usw. usw. ? Und die Erwirtschaften dann Überschüsse / Steuern, von denen man einen modernen Staat finanzieren kann ? Gesundheit ? Bildung ? Infrastruktur ( Häfen ? Flughäfen ? Straßen usw. usw.) und natürlich auch einen akzeptablen Lebensstandard ? Fernseher ? Auto ? Digitales ? Markenklamotten ?
      “ Landraub in Afrika ….“ z.B. durch Inder und Chinesen ? Raub ? Ich dachte die kaufen / pachten Land mit der Genehmigung der jeweiligen Regierung ? Dürfen die Afrikanischen Regierungen das nicht mehr ? Willst Du die Afrikaner entmündigen ? Bevormunden ? Weil Du / ihr es besser wisst ? Oha ….
      „…Boykott…“ verstehe Deinen Hinweis nicht….warum sollten die Afrikaner keinen Boykott organisieren , in dem die Afrikaner einfach teurere afrikanische Produkte kaufen ?
      “ Warum nicht an andere verkaufen….“ zb. an Chinesen, Inder etc ? ich fürchte das Problem ist ein anderes …die zahlen auch nicht mehr als den „Weltmarktpreis“…gemein nicht war ?
      “ Mehr bezahlen….“ also das tun, was Du von den Afrikanern nicht erwartest ? Erstaunlich…aber bitte wenn es denn ein wenig hilft….denn mehr ist es nicht…die Leute bleiben bettelarm…..
      „….daran sind die Flüchtlinge nicht schuld….“ stimmt. Aber dadurch das sie auf dem europäischen Arbeitsmarkt ihre Arbeitskraft anbieten lösen sie etwas aus….und Du weißt auch was ….
      Was Du mit den beiden letzten Sätzen sagen willst ist mir nicht klar….
      „Weil die Einheimischen vergleichbare Produkte nicht zu konkurrenzfähigen Preisen herstellen können.“ Das hast Du sehr gut erkannt. Das ist der Schlüsselsatz, und dank Industrie 4.0 werden sie ( die immer mehr werden ) auch künftig nicht dazu in der Lage sein und ihr Heil im „reichen“ Westen suchen….und Du möchtest sie alle aufnehmen und ich sage das geht so was von in die Hose… Verfolge mal die Nachrichten was im den Migrantenlagern so los ist…..und natürlich in Multikultigesellschaften…..wie Syrien, Irak, Bosnien usw. usw.usw.

  7. GNU Hurd schrieb am

    Damals gabs für die „Gastarbeiter“ aber auch mehr als genug Arbeit, heute sieht das total anderst aus wir haben schon massig arbeitslose in Europa. Da wird die Integration deutlich schwieriger werden.

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