PIRATEN – VW-Betrug gefährdet Arbeitsplätze

Bild: be-him CC BY NC ND

Die Manipulation der Abgassysteme bei ca. 11 Millionen Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns hat zu einem rapiden Verlust der Aktie (aktuell 27 Mrd Dollar) an den Börsen geführt und zu großen Irritationen bei den Kunden des VW-Konzerns. Der Wert, der mit der Software verkauften Autos ist ebenfalls gesunken, Kunden und Arbeitnehmer des Unternehmens sind verunsichert. Die Affäre hat sich bereits mit einem Minus von 10 % auch auf die Aktien der anderen deutschen Autohersteller ausgewirkt. Verkehrsminister Alexander Dobrindt spricht von einem Schaden für die Deutsche Wirtschaft.

PIRATEN - BUNDESVORSTAND - STEFAN KOERNER - FOTO be-him CC BY NC

Stefan Körner, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland:

»Die Betrugsaffäre beim deutschen Vorzeigeautobauer VW hat die Börsen und das Vertrauen in Teile der deutschen Wirtschaft schwer erschüttert. Wer dafür verantwortlich ist, muss jetzt umfassend und mit Konsequenz aufgeklärt werden. Der Betrug ist in einem intransparenten technischen System, einer proprietären Software begangen worden. Die Verantwortlichkeit liegt aber ganz klar beim Management. Leider ist zu befürchten, dass sich Käufer – verunsichert von der Affäre –vom Unternehmen abwenden. Dann gibt es zusätzlich zu den Börsenverlusten auch die Gefahr des Verlustes von Arbeitsplätzen im Konzern. Es darf nicht sein, dass Arbeitnehmer den Betrug durch das Management ausbaden müssen. Die Piratenpartei fordert schnelle und umfassende Aufklärung und ein klares Bekenntnis des Managements zum Erhalt der Arbeitsplätze.«

 

 

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Kommentare

18 Kommentare zu PIRATEN – VW-Betrug gefährdet Arbeitsplätze

  1. StephanOchsenfurt schrieb am

    „Leider ist zu befürchten, dass sich Käufer – verunsichert von der Affäre –vom Unternehmen abwenden. — KLAA DOCH. Und morgen wird ganz sicher auch wieder die Sonne aufgehen.^^

  2. StephanOchsenfurt schrieb am

    „..ein klares Bekenntnis des Managements zum Erhalt der Arbeitsplätze.“ << wieso ..aufgrund welcher Grundlage fordert sowas die Piratenpartei eigentlich? Hab ich was verpasst?

  3. Manfred Wolter schrieb am

    Interessant wäre auch zu erfahren, inwieweit die Nieders. Landesregierung und ggf. auch die Bundesregierung von diesen Vorgängen wusste und es verschwiegen hat.

  4. AUTOS und ARBEITSPLÄTZE in einer Pressemitteilung!
    Juchu, jetzt können die Deutschen gar nicht mehr anders als PIRATEN zu wählen.

    …dachte sich der Vorsitzende.
    (Was Plattheiten angeht, sind manchen halt wirklich keine Grenzen gesetzt.)

  5. Seepferdchen schrieb am

    Ein deutscher Großkonzern hat seine Kunden betrogen. DAS ist für mich der einzig relevante Fakt. Über die Idee, selbiges künftig durch den Einsatz von Open Source zu verhindern, kann ich nur müde lächeln. Open Source in den Entwicklungs- und Ingenieursabteilungen von Autobauern? Dann gäbe es ja bald keine Betriebsgeheimnisse mehr und damit keinen innovativen Wettbewerb zwischen den Herstellern.
    VW war in ganz besonderer Weise innovativ. Formaljuristisch liegt der Tatbestand aktiver arglistiger Täuschung vor. Und VORSATZ ist bei arglistiger Täuschung immer inbegriffen. Niemand schreibt zum Spaß ein Programm zur situationsabhängigen Motorsteuerung und betrachtet dabei einen Abgastests als ganz spezielle Situation. Ein Test, der möglichst mit Bravour bestanden werden soll. Was das Vehikel im normalen Betrieb hinten `rausbläst, wofür dann die leistungsoptimierte Motorsteuerung zuständig ist; wen interessiert das schon? Wie sich nun gezeigt hat, eine US-Behörde. Es ist für mich nicht entscheidend, warum gerade eine US-amerikanische und warum gerade jetzt. Darüber wird allerorten orakelt, lenkt aber nur vom eigentlichen Thema ab. Ich blende an dieser Stelle sogar die von Manfred Wolter gestellte, überaus interessante Frage nach dem Insiderwissen unserer politischen Herrscher aus.
    Nein – als direkt Betroffener interessiert mich vordergründig nur der VW-Konzern selbst und das bei ihm a.d. 2010 gekaufte Produkt. Es hat ganz einfach nicht die zugesicherten Eigenschaften. VW hat sich entschuldigt – wow! Winterkorn, der nach seinem Rücktritt so ganz nebenbei über 30 Millionen Euro Abfindung einsackt + ebenso fette Rente, war den Tränen nahe! VW will nachbessern, den „Softwarefehler“ beheben. Sind die, die in diesem Kontext von einem Softwarefehler sprechen, einfach nur bescheuert oder werden die aus gegebenem Anlass von VW bezahlt?
    Ich kann nur jedem raten, der wie ich den werksseitig getunten EA 189 VW-Motor unter der Haube hat, GANZ GENAU darauf zu achten, was in der Werkstatt „behoben“ wird. Am Ende hat das Fahrzeug den Spezifikationen zu entsprechen, unter denen es verkauft wurde. Ist dem nicht so, da geb` ich mal den heißen Tipp: Bei arglistiger Täuschung muss man sich nicht mit dem VW-Händler streiten. Man kann direkt an den Hersteller herantreten…
    Geht VW als Hersteller am Ende pleite – Pech gehabt! Unlautere Machenschaften stellen, wie die Verantwortlichen hätten wissen müssen, in besonders HOHES unternehmerisches Risiko dar. Arbeitsplätze gehen verloren? Eher nicht. Sie enstehen an anderen Stellen neu und die Hoffnung, dass dort ehrlicher gewirtschaftet wird als bei VW, stirbt, wie jede Hoffnung, zuletzt.

    BTW: Gibt’s denn was zum Thema Unternehmensethik bei den Piraten? Hab da nich` sehr viel gefunden. Das wär`doch was für die AG Wirtschaft.

    • Alfred schrieb am

      „….Arbeitsplätze entstehen woanders neu….“ …das wird die Arbeitnehmer von VW und den Zulieferern aber ungemein trösten….. ein paar Steuereinnahmen und Sozialbeiträge könnten auch fehlen….Eventuell schluckt der digitale Wandel auch ganz viele Arbeitsplätze…..die fehlen dann am Arbeitsmarkt….dann kann „man“ sich auch nicht durch Arbeit integrieren…..

      • Seepferdchen schrieb am

        Tja Alfred – wie sagte weiland Diddi Hallervorden? „Pech für die Kuh Elsa.“ Was sollte mich wohl in die Lage versetzen, einen VW-Mitarbeiter oder den eines Zulieferers mehr zu bedauern als … sagen wir einen Mitarbeiter eines kleinen Serviceunternehmens, der nur deshalb seinen (wesentlich schlechter bezahlten) Job verliert, weil z.B. der Hauptkunde dieses Serviceunternehmens von einem Konzern aufgekauft wird, der die Serviceleistung dann „intern“ erbringt? Dort heißt es auch einfach: Uups- shit happened. Und im Unterschied zu den VW-Lenkern hat der Chef des Serviceunternehmens nicht `mal mit unlauteren Mitteln gearbeitet und musste dennoch jemandem betriebsbedingt kündigen. Warum sollten es VW – Mitarbeiter schwerer haben, eine neue Arbeit zu finden als besagter kalt geschasster Servicetechniker; bei all` der uns von Mutti anerzogenen Flexibilität? That’s capitalism. We love it – right?
        Bei VW gibt es immerhin gerade Fortschritte an ganz unerwarteten Stellen. Winterkorn kriegt (vielleicht) doch keine Abfindung. Wer hätte das gedacht?! Mit 32 Mio (eingesparten) Euro kann man schon `mal ein paar steuerpflichtige Arbeitsplätze kurz- und mittelfristig retten; egal wo – stimmt’s Alfred? Oder geprellte Kunden entschädigen…
        Jetzt müsste man konsequent an dieser Front weitermachen. „Persönliche Haftung“ fällt mir da als Stichwort ein. Neben Winterkorn gibt es noch einige Leute mehr, die vom Betrug gewusst bzw. diesen selbst initiiert haben. Gerecht wäre m.E., deren Vermögen auf nahe NULL zugunsten sozialer Projekte einzuziehen.

        • Alfred schrieb am

          Tja Seepferdchen….gar nicht schlecht……nur dem VW Mitarbeiter nützt es wenig wenn es anderen noch schlechter geht und das der Verlust von möglicherweise tausenden Arbeitsplätzen für Regionen bzw. Volkswirtschaften eine andere Rolle spielt als die Schließung eines mittelständischen Betriebes könnte sogar die Kuh Elsa begreifen. Man könnte natürlich auch sagen …alles kein Problem, bei dem Fachkraftmangel….apropos . …Fachkraftmangel…..als Servicekraft kann man doch einfach mal zum Chef gehen und sagen : “ Hey Boss ich will mehr Geld“….dürfte doch kein Problem sein….sonst wechselt man eben den Arbeitgeber…da finden sich sicher welche die bessere Arbeitsbedingungen bieten….bei dem Fachkraftmangel…..

          • Seepferdchen schrieb am

            Erst mal zurück zum Thema Alfred: VW hat seine Kunden beschissen PUNKT. Das ist zu ahnden PUNKT. Scherben fegen wir hinterher zusammen.
            Ansonsten gebe ich dir in einigen Aspekten durchaus recht – z.B. hinsichtlich der Frage des oft postulierten, aber weit weniger oft in der Praxis tatsächlich erkennbaren Fachkräftemangels.
            Auch halte ich das Piratenplakat „Fortschritt ist, was Arbeit abschafft“ aus deinem anderen Beitrag gelinde gesagt für groben Unfug.
            In einem Punkt widerspreche ich dir jedoch vehement: Ich mache keinen Unterschied zwischen der Pleite eines Konzerns und den vielen (es geht nicht nur um EINE) kleinen Pleiten kleiner und mitteständischer Unternehmen, die, nimmt man wieder nur die Zahl der Arbeitsplätze, ganz genau auf das Gleiche hinauslaufen. Ich bedauere ALLE Betroffenen gleichermaßen. Ob mein Bedauern groß oder klein ist – such’s dir `raus.
            Unsere Politiker machen den Unterschied sehr gerne. Könnt ihr euch noch an Phlipp Holzmann, den Baukonzern erinnern, der letztendlich doch untergegangen ist? Putins lupenreiner Freund hat den für – ich glaube anderthalb Jahre – gerettet und mächtig beim Wähler damit gepunktet. Insofern bin ich mir ganz sicher, Mutti wird ihr Herz für VW entdecken, wenn’s wirklich ernst werden sollte.

            • Alfred schrieb am

              Seepferdchen….diesem Text stimme ich voll umfänglich zu.

          • Andreas schrieb am

            Ein Spezialist kann das vielleicht, Ein Manager auf jeden Fall, ein kleiner Facharbeiter eher nicht, ein Hilfsarbeiter im Billiglohnbvereich überhaupt nicht.

            Das ist die Praxis. Und nur die zählt wirklich.

            Irgendwelches neoiliberales Gewäsch macht niemanden satt.

      • Andreas schrieb am

        Was für Arbeitsplätze entstehen da anderswo neu?

        1 Euro Jobs oder

        Jobs für maximal Mindestlohn, steigerbar nach 10 Jahren?

        Oder was soll da neu an Jobs entstehen?

      • Andreas schrieb am

        Das traurige ist ja, dass am Ende die verantwortlichen betrügerischen Manager mit Millionenabfindungen entlassen werden, während der kleine Arbeoter mal wieder Einbußen hinnehmen muss.

        Ich glaube nicht an eine wundersame Arbeitsplatzvermehrung an anderer Stelle.

  6. Alfred schrieb am

    „….klares Bekenntnis zum Erhalt der Arbeitsplätze….“ könnte die nächste Lüge sein……

  7. Alfred schrieb am

    Übrigens “ Fortschritt ist, was Arbeit abschafft“……wenn VW pleite gehen sollte werden übrigens die Armen der Welt nicht mehr so ausgebeutet….hüstel….

  8. Dave O. schrieb am

    Piraten wenn sie das BGE bewerben: Es wird in Zukunft sowieso nicht genügend Arbeitsplätze geben.
    Piraten wenn sie für Flüchtlingsaufnahme werben: Die Flüchtlinge sind ein Glück, ansonsten droht Fachkräftemangel.
    Piraten wenn sie für Open-Source werben: Closed-Source gefährdet Arbeitsplätze und somit das Wohlergehen von vielen Arbeitern.

    Wenn ihr je nachdem für was man gerade wirbt, es einmal so darstellt, als ob genug Arbeitsplätze selbst bei Arbeitszeitverkürzung illusorisch sind und ein andermal als ob es garantiert einen Fachkräftemangel geben wird, benimmt ihr euch auch nicht besser als die Betrugssoftware von VW.

    • Seepferdchen schrieb am

      @Dave: Uups – ich bin jetzt echt ein bisschen neidisch auf dich. Du triffst ins Schwarze und brauchst dafür viel weniger Worte als unsereiner.

      Achtung: Off Topic.
      Bevor mir jetzt jemand unterstellt, ich wäre GEGEN die Aufnahme von Flüchtlingen. Stimmt nicht. Flüchtlinge, die in ihrem eigenen Land politisch verfolgt werden oder denen aufgrund anderer unzumutbarer Lebensumstände (ökologischer, klimatischer und ja AUCH ÖKONOMISCHER) keine andere Wahl als die Flucht bleibt, sind mir willkommen; allein deshalb, weil der Wohlstand der ersten Welt zu einem guten Teil mit dem Elend derer erkauft wird, die in ebendieser ersten Welt nun ein besseres Leben suchen.
      Dass wir damit jedoch den Fachkräftemangel nachhaltig in den Griff bekommen – daran habe ich zumindest meine Zweifel.
      Kann gut sein, zum Aspekt Arbeitsmarkt und Flüchtlinge steckt im folgenden Artikel mehr Wahrheit `drin.

      http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/haseloff-mindestlohn-fluechtlinge100.html

      • Alfred schrieb am

        Wie viel würdest Du denn aufnehmen wollen ? Während der digitale Wandel bei „uns“ Millionen von Arbeitsplätzen überflüssig macht, wächst die Weltbevölkerung auf 10 Milliarden, in Nahost und Afrika wird sie sich verdoppeln. Lässt sich alles nicht stoppen / ändern. Wie viel sollten wir also aufnehmen ? Alle die „gute Gründe“ haben ?
        Oder „nur ein paar Millionen“ ? Und dann ? Stoppen wir den Zuzug ? Warum dann nicht gleich ?

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