Bitkom-Umfrage: Internetnutzer fordern bessere Kontrolle über den Schutz ihrer Privatsphäre

Data Sherrif | Bild: CC-BY-NC-SA Zoltаn Horlik

Zu den Ergebnissen der Bitkom-Umfrage zum Datenschutz im Internet erklärt Patrick Breyer, Themenbeauftragter der Piratenpartei für Datenschutz:

PIRATENFRAKTION SH - PATRICK BREYER - FOTO FRAKTION CC BY NC SA - BLOG

„Internetnutzer wollen selbst entscheiden, was mit ihren Daten geschieht, doch die seitenlangen unverständlichen Einwilligungsklauseln der Internetanbieter sind dazu der falsche Weg. Die Anbieter sollten Werkzeuge zur verständlichen Zusammenfassung ihrer Datenschutzerklärungen nutzen und dem Nutzer konkrete Fragen mit Wahlrecht stellen, statt sich eine Blanko-Einwilligungswüste abnicken zu lassen. Die Nutzer wünschen verständlichere Informationen, nicht weniger Transparenz.

Die Piratenpartei fordert die Einführung eines ‚Telemediennutzungsgeheimnisses‘ für das Internetzeitalter. Wir fordern außerdem, dass die Erstellung von Nutzerprofilen nur mit Einwilligung des Nutzers zugelassen werden darf, dass die Speicherfristen jedes Internetanbieters veröffentlicht werden und dass Nutzer besser vor unangemessenen, seitenlangen Datenverarbeitungs-Einwilligungsklauseln geschützt werden.

Dass der Wirtschaftsverband BITKOM jetzt das Prinzip der Datensparsamkeit für ‚überholt‘, den Grundsatz der Zweckbindung für problematisch und Einwilligungen als nicht praktikabel erklären will, ist eine Missachtung des breiten Wunsches nach mehr Kontrolle über den Schutz der eigenen Privatsphäre im Internet. Datensparsamkeit verhindert Datenmissbrauch; Einwilligungen und Zweckbindung ermöglichen Selbstbestimmung über die Verwendung der eigenen Daten. Die von Bitkom geforderte Aushöhlung des Datenschutzes auf EU-Ebene muss verhindert werden, stattdessen muss die verwässerte EU-Datenschutzverordnung grundlegend neu aufgestellt werden.“

 

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Kommentare

Ein Kommentar zu Bitkom-Umfrage: Internetnutzer fordern bessere Kontrolle über den Schutz ihrer Privatsphäre

  1. Idee schrieb am

    Die Datensparsamkeit oder die Datensammelwut wären an und für sich kein Problem, wenn es nicht darum ginge, die Daten zu verifizieren. Informationelle Selbstbestimmung müsste auch das Bedürfnis des Bürgers umfassen, seine Daten nicht verifizierbar werden zu lassen. Eine Datei, die nicht zuordbar ist, muss nicht falsch sein, sondern vielleicht nur ein Fragment.

    Wäre Schindlers Liste in falsche Hände gekommen, hätten diese Menschen nicht gerettet werden können. In dieser Zeit hätte es sehr viel Mut bedurft, sich freiwillig als eine verfolgte „Minderheiten“ auszugeben und solche Daten zu verbreiten.

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