+++ Piraten: Geplantes US-EU-Datenabkommen begünstigt Menschenrechtsverletzungen +++

Bild: Tobias M. Eckrich
+++ Piraten: Geplantes US-EU-Datenabkommen begünstigt Menschenrechtsverletzungen / Pirate Party: Proposed EU-US data protection „Umbrella agreement“ breeds human rights violations +++

Der Datenschutzexperte der Piratenpartei Patrick Breyer warnt, das von der EU-Kommission ausgehandelte Datenabkommen mit den USA sei „völlig unzureichend und menschenrechtswidrig“. Breyer:
„Das Abkommen schützt nicht davor, dass die USA unsere Daten für außergerichtliche Drohnentötungen, für zeitlich unbegrenzte Inhaftierungen ohne Anklage oder zur Aufnahme von Personen in Flugverbots- oder sonstige ’schwarze Listen‘ missbrauchen. Der Nutzung und jahrzehntelangen Speicherung europäischer Daten in den USA werden keine nennenswerten Grenzen gesetzt, selbst für besonders schutzwürdige Daten wie über unser Sexualleben. Und wenn US-Dienste gegen die wenigen vereinbarten Regeln verstoßen, können wir uns an keine unabhängige Datenschutzbehörde wenden und vor keinem Gericht gegen eine illegale Nutzung oder Aufbewahrung unserer Daten klagen. Die Ausweitung der mikroskopischen US-Klagerechte auf Europäer ist wertlos. 

Fakt ist, dass die USA ihren eigenen Bürgern keinen wirksamen Daten- und Grundrechtsschutz gewährleisten. Das Bundesverfassungsgericht hat meine Verfassungsbeschwerde gegen den gleichwohl praktizierten internationalen Datenaustausch inzwischen zugestellt und will noch dieses Jahr ein Urteil fällen. Wir brauchen ein generelles Verbot der Datenweitergabe an Staaten ohne wirksamen Grundrechtsschutz. Ich fordere das EU-Parlament auf, dem schmutzigen EU-US-Deal eine Absage zu erteilen und unsere Grundrechte zu verteidigen!“

Pirate Party data protection expert Patrick Breyer dismisses the 
„This agreement will not prevent US authorities from abusing our data for extralegal drone killings, for infinite imprisonment without indictment or for adding to their no-fly or other ‚black lists‘. No limits worth mentioning are to be imposed on the use and long-term retention of European data in the US, not even concerning particularly sensitive data such as pertaining to our sexual life. When US authorities violate the few limits that have been agreed on, there is no independent data protection authority Europeans can address and no court to hear complaints against an illegal use or retention of our data in the US. Extending the microscopic US data protection rights to Europeans is worthless.
In fact the US do not grant effective data and human rights protections even to their own citizens. The German Federal Constitutional Court (Bundesverfassungsgericht) has accepted my complaint of unconstitutionality against the international exchange of personal data and will hopefully deliver a landmark decision on the matter shortly: We need a general ban on the disclosure of personal data to states lacking effective human rights protections. I call upon the EU Parliament to reject the dirty EU-US deal and defend our fundamental rights!“

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Patrick Breyer

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Kommissarischer Beauftragter für das Thema Datenschutz der Piratenpartei Deutschland und Abgeordneter im Schleswig-Holsteinischen Landtag