#trainsofhope Freiwillige Hilfe: Nicht unsere Aufgabe?

CC BY NC SA Torsten Sommer

Züge voller Menschen treffen hier in Deutschland ein. Allein dieses Wochenende könnte die Anzahl derer, die hier ankommen, locker fünfstellig werden. Die ersten sind schon in München eingetroffen, weitere kommen nach Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Dortmund und Saalfeld, Bremen und Hamburg. Es sind Menschen, die sich vor dem Krieg in ihrer Heimat in Sicherheit bringen möchten.

Auch wenn Flüchtlinge in Deutschland nichts Neues sind, ist ein solcher Ansturm auch für dieses Land eine echte Herausforderung. Stellenweise sind die Mitarbeiter der Städte und Kommunen überfordert. Wie gut, dass es Freiwillige gibt, die Freizeit und Geld investieren, um hier Linderung zu schaffen – auch wenn es im Grunde nicht ihre Aufgabe ist.

Wir haben gesehen, wie schwer es in Berlin war, eine funktionierende Verwaltung zu etablieren und aufrecht zu erhalten. Die chaotischen Zustände, der Mangel am Nötigsten bei der Aufnahme und Registrierung von Flüchtlingen haben uns alle entsetzt. Zum Glück waren freiwillige Helfer vor Ort und haben dafür gesorgt, dass zumindest das Allernotwendigste da war. Die Behörden hätten dies allein nicht geschafft. Es wäre zweifellos mehr Personal nötig gewesen. Wer allerdings den öffentlichen Dienst kennt, kann sich vorstellen, warum das ad-hoc nicht möglich war. Es wurden kapitale organisatorische Fehler gemacht, ja. Man kannte die Krisen im Nahen Osten aus den Nachrichten, aber die Konsequenzen, nämlich die Flüchtlinge, wurden von der Politik nicht bedacht. So etwas kommt vor, auch wenn es das nicht dürfte.

Helfer beim #trainofhope - CC BY NC SA Torsten Sommer

Helfer beim #trainofhope – CC BY NC SA Torsten Sommer

Gut, dass es in solchen Fällen immer Menschen gibt, die schnell und ohne groß zu fragen einfach nur helfen. Diese Hilfsbereitschaft ist mehr als nur ein Glücksfall. Es zeigt sich exemplarisch, dass wir als Gesellschaft in problematischen Situationen eben nicht nur auf die Behörden zeigen, sondern Verantwortung übernehmen und dort aushelfen, wo die behördlichen Kapazitäten ausgereizt sind.

Die Münchner Behörden waren schon deutlich strukturierter bei der Sache – aber ohne freiwillige Helfer und ohne Sachspenden wäre es auch dort „schwierig“ geworden. „Schwierig“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Die (Erst-) Versorgung mit den notwendigsten Dingen – Wasser und Lebensmitteln – wäre schleppender verlaufen und die Verteilung wesentlich langsamer.

Wie schön, dass so viele Menschen helfen wollten, dass am Ende tatsächlich alles im Überfluss vorhanden war. Es waren so viele Helfer da, dass für die Flüchtlinge nicht nur die physische Versorgung, sondern auch ein Händedruck, ein Lächeln oder eine Polizeimütze auf einem Kinderkopf drin war. Menschliche Wärme ist etwas, was gerade Menschen, die ihr bisheriges Leben hinter sich lassen mussten und eine Reise ins Ungewisse angetreten haben, ebenso dringend brauchen wie Essen und Trinken.

Ich habe mich ungeheuer gefreut, die Berichte aus München zu lesen. Marion Ellen, Vorstandsmitglied des LV Bayern, war vor Ort und hat ihre Eindrücke in einem sehr anrührenden Artikel in der Flaschenpost beschrieben. Es tut einfach gut, zu sehen, dass solche Momente immer wieder möglich sind.

Und dann kam dieser Tweet, in dem sinngemäß stand, dass das alles doch nicht unsere Aufgabe sei, der Staat habe versagt, und nun müssten wir es ausbaden. Dem widerspreche ich. Es ist sehr wohl unsere Aufgabe, denn dadurch

  • werden Vorbehalte abgebaut
  • wird ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugt
  • lernen Menschen einander kennen
  • wird GEHOLFEN, und zwar allen Beteiligten
  • wird die Zivilgesellschaft durch gemeinsames Lösen von Problemen gestärkt

Fazit: Die Gesellschaft hat gelernt, dass jedes Problem lösbar ist, wenn man nicht nur darauf wartet, dass der Staat und die Behörden Probleme lösen, sondern selbst tätig wird. Dieser Lernprozess wird die Gesellschaft als Ganzes weiterbringen – also letztlich uns alle. Wenn wir uns klarmachen, wer dieser Staat ist, der hier so kläglich versagt haben soll, ist das Ergebnis: Wir, wir alle, die Bevölkerung, die Behörden und Institutionen – WIR machen diesen Staat aus.

CC BY NC SA Torsten Sommer

CC BY NC SA Torsten Sommer

Dieser Zustand der institutionellen Überforderung hat aber Menschen in Bewegung gebracht und genau das erzeugt, was wir schon fast verlernt haben: Das Miteinander, das für das gemeinsame Überwinden schwieriger Situationen so wichtig ist – und darüber hinaus so gut tut, dass einem die Freudentränen die Wangen herunterlaufen.

Ein staatliches Versagen ist am Ende immer auch unser aller Versagen. Aber genau das ist hier nicht passiert. Gemeinsam sind die Menschen das Problem angegangen. Sollte nicht genau so ein Staat funktionieren?

Ja, es ist unsere Aufgabe, die Menschen, die wir hier aufnehmen, weil sie daheim in Not geraten sind und nicht dort bleiben konnten, kennen zu lernen und ihnen zu helfen. Es ist unsere Aufgabe, in unseren Wohlstandsbäuchen ein Gefühl des Zusammenhalts zu erzeugen, zu hegen und zu pflegen. Es ist unsere Aufgabe, zu begreifen, dass diese Menschen uns nichts wegnehmen, sondern uns vielmehr bereichern. Es ist unsere Aufgabe, wieder zu lernen, dass eine Gesellschaft nur dann eine Gesellschaft ist, wenn man aufeinander achtet und sich umeinander kümmert.

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Kommentare

18 Kommentare zu #trainsofhope Freiwillige Hilfe: Nicht unsere Aufgabe?

  1. Beate Kiefner schrieb am

    Gibt es ein Recht zu helfen? Die Frage mag komisch klingen, aber denken wir nur an die Diskussion um das Kirchenasyl. Ganz schnell kann Hilfe zur ‚kriminellen Handlung‘ erklärt werden, wenn ich einen Menschen beherbergen will, dem kein Bleiberecht gewährt wurde. Was von Mensch zu Mensch als Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit positiv bewertet und gewünscht ist, hält sich im wahren Wortsinn ‚in Grenzen‘, weil die Gesetze ein ‚Recht zu helfen‘ einschränken.
    Es ist also dringend an der Zeit, diese ‚Gesetzeslücke‘ zu schließen!

  2. Züge? Flugzeuge! schrieb am

    Und jetzt fragt euch mal, warum die Flüchtlinge zu Fuß von Griechenland über die Balkanroute nach Ungarn und von dort nach Ö oder D gelangen. Warum fliegen die Flüchtlinge nicht von Griechenland nach Deutschland, wenn der Flug von Deutschland nach Griechenland (ca. 21 Euro) günstiger als ein Zugticket von Ungarn nach Deutschland (ca. 200 Euro) ist und wenn inzwischen sogar Frau Bundeskanzlerin Merkel die Einreiseerlaubnis für Flüchtlinge erteilt hat.

    Und jetzt fragt euch mal, warum der Bieterwettkampf zwischen FRAPORT und einem anderen „Mitbieter“ zu Gunsten des dt. staatlichen Unternehmens FRAPORT im Namen der „Privatisierung Griechenlands“ ausging.
    Hintergrund: Deutschland (FRAPORT) hat für 40 Jahre die exklusiven Nutzungsrechte von 14 Flughäfen von Griechenland über das „Hilfspacket“ für ca. 1.5 Mrd Euro bekommen. Man sagt die anderen 30 Flughäfen, die Griechenland verblieben, wären nicht profitabel, man könnte auch behaupten, die anderen Flughäfen haben keine Flugverbindung nach Deutschland. BER ist übrigens nicht fertig und kostet bislang ca. 6 Mrd Euro. Nur mal so, um den „Bieterwettkampf“ ins richtige Licht zu rücken. Warum gehen die Flüchtlinge zu Fuß, wenn der Deutsche Staat die Flüchtlinge auch hätte einfliegen lassen können?

    Aus lauter Dankbarkeit über die dt. Hilfe und den Bailout haben die Griechen nun neben der Insel Lesbos einen zweiten Schiffshafen für Flüchtlinge bei Sygri bereitgestellt:
    http://www.aljazeera.com/news/2015/09/greece-lesbo-island-explosion-refugees-150907144726913.html
    „The minister said the second departure point would open at the fishing village of Sygri in coming days.
    Lesbos is one of several Greek islands struggling with an influx of thousands of refugees, many of them Syrian refugees, setting sail from the nearby Turkish coast.“

    Falls den Griechen nicht das Schiffsöl ausgeht oder Frontex jagt auf griechische Fähren macht, dann werden wir ein paar millionen Willkommensschilder (pars pro toto) brauchen.

    Der Winter kommt, die Flüchtlinge sind bereits hier und die Pipeline (Qatar/Türkei) über Syrien wird nicht rechtzeitig fertig sein, genausowenig wie irgendwelche Grenzanlagen. Das hat auch der Franzose erkannt und möchte, dass die Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden, um (günstiger) mit russischem Öl und Gas zu heizen und die europ. Bauern mit ihren Trekkern aus Brüssel zu bekommen. Die Bauern haben wegen der russ. Sanktionen unter einem Überangebot zu leiden. Die Flüchtlinge werden das Überangebot schon abtragen. Allein die Russen haben ein paar 1.000 Tonnen hineingeschmuggelten Käse zerstören müssen.

  3. Schokolade schrieb am

    De Artikel spricht einem rundum aus der (Piraten)seele. Zeigt er doch die Diskrepanz zwischen den Wünschen und Vorstellungen der realen Menschen und den sie verwaltenden Institutionen.

    „Gibt es ein Recht auf Helfen?“ bringt Beate Kiefner das Problem auf den Punkt.

    Nicht diese helfenden Menschen müssen sich ändern, sondern die rückständige Politik die solche Hilfe immer wieder kriminalisiert.

    Die Zivilgesellschaft will keine „Festung Europa“, sie will keine ressourcenvernichtende, zwischenstaatliche Konkurrenz, sondern eine kooperierende Solidargemeinschaft, die jedem Menschen, gleich an welchem geografischen Ort sie geboren wurde, ein Lebensrecht garantiert.

    Schokolade, Pirat aus Leidenschaft

    • Volker schrieb am

      Ein Lebensrecht? das klingt gut…..Aber fühlt es sich dann auch wohlig an?

  4. Mike schrieb am

    Es gibt auch aufgeklärte Menschen, auch Piraten die das alles ein wenig differenzierter sehen. Und den Artikel selbst auch eher als uninteressant.
    Anstatt nur davon zu sprechen, wie man den Menschen helfen soll die hier sind, sollte doch 10 Mal so stark dafür gesorgt werden, das es keine Gründe gibt daß sie her kommen. Vereinfacht, Konsum-,Finanz,-Rohstoffirrsinn erkennen und bekämfen, ebenso den Einwanderungs-Demographie-Wirtschaftslügen.

    Und noch was (Zitat):“Ein staatliches Versagen ist am Ende immer auch unser aller Versagen“

    Wenn ich sowas lese, dann schäme ich mich ein Parteimitglied zu sein. Auf bundesseiten so persönliche schlechte Meinungen zu veröffentlichen ohne sie als Kommentar oder Meinung zu kennzeichnen. Schlecht. Staatliches Versagen ist NIE unser aller Versagen und schon gar nicht meines. Da klingt schon raus, das sie nicht mal Staat, Land, Nation, Volk, Gesellschaft ihn ihrer Definition und Herkunft unterscheiden können.
    Solange sie nicht die tiefliegen Ursachen angreifen, so lange halten sie doch selbst persänlich direkt oder indirekt die menschenverachtenden Verhältnisse am laufen, welche diese Menschen vertreiben. Ich habe sie nicht gewählt und würde es auch nicht.
    Solange sie nicht ergründen und differenzieren helfen sie keinem Menschen, die verlängern nur die Qualen von „uns allen“, wie sie wohl vermutlich pauschalisierend schreiben würden.

  5. zarathustra schrieb am

    moin astrid

    seh ich anders:

    _es ist unsere aufgabe!_

    die integration der zureisenden ist unsere aufgabe.

    nicht der staat hat die aufgabe, unsere mitmenschen zu integrieren, sondern wir die bürger, im GG volk genannt.
    diese aufgabe ist zu wichtig, um sie dem staat zu überlassen.
    (im übrigen steht im GG, das wir der staat sind und nicht mäckel und co – l’etát sons nous!)

    dieses und nächstes jahr nehmen „wir“ 2 millionen kriegsflüchtlinge auf.

    das ist eine schwierige angelegenheit.

    als erstes müssen wohnungen angemietet werden und diese ausgestattet werden.

    dies kostet die kommunen massig kohle – sie müssen finanziell ausgestattet werden.

    (da ich bis vor kurzem in diesem bereich tätig war, behaupte ich, ungefäre ahnung zu haben – das wird nicht teuer, das wird sehr teuer!)
    es ist ein muss, dass die komunen nicht vor die wahl gestellt werden, leistungen (zb kita, ….) zu kürzen, um diese aufgabe zu bewältigen.
    mal kieken auf den rechten rand: 10% der zonis wählen afd, weil sie meinen, es wäre ihr geld, das nach griechenland fliessen würde und wessies wählen afd, weil sie „ihr“ geld nicht den zonies geben wollen – es hiess am wahlkampftisch der afd, meck-pom solle aus d-land rausfliegen – „liegen uns auf der tasche, sind faul und waren eh alle bei der stasi)

    die komunen brauchen eine ausreichende finanzaustattung!
    (nicht nur jetzt – sondern prinzipiell)

    es muss massig inverstiert werden.

    na logo bringen ausgaben für schulen und unis rendite.
    das aber erst in ein paar jahren.

    momentan fehlen lehrkräfte und klassenräume.
    von jetzt auf heute lassen sich die erforderlichen kapazitäten nicht schaffen.
    (meine heimatstadt hat 30 000 einwohner, sie hat entsprechende klassenräume und lehrer – ab einer gewissen zahl von neuschülern bricht das bildungssystem zusammen)

    entsprechende investitionen, auch wenn sie sofort erfolgen, dauern, bis sie ankommen.

    (als napoleon darauf hingewiesen wurde, dass die wirkung seiner directiven 20 jahre dauern würde, antwortete er, das gerade deswg sofort begonnen werden müsse – dem stimm ich zu — ob die komunen die versprochenen gelder im notwendigen rhamen bekommen…)

    die zugereiste brauchen wohnraum.

    der muss, da harzt IV bzw grundsicherung, billig sein.

    da ist eine konkurenzsituation zu den sozialschwachen.
    selbst wenn heute beschlossen wird, mehr geld in schaffung von wohnraum für hartzer zu schaffen, dauert es jahre, bis das unten ankommt.
    (die kohle muss sofort beschlossen werden…zu spät kommt sie an)

    meine erfahrungen mit dem mietwohnungsmarkt in bärlin sind alt,jahre her…, dass sie besser wurden bezweifel ich – damals betraten die wohnungssuchenden in gruppen zu 200 die wohnung und niemand konnte seine füsse sehen, pro wohnungsbesichtigung gab es 8 gruppen.

    die kriegsflüchtlinge treten in konkrete kongurenz mit den sozialschwachen ein.
    das ist tatsache.

    egal ob nun billigjob, wohnung, schule oder andere massnahmen.

    (hier im ort kriegen kinder zb kostenlose nachhilfe, wenn ein elternteil „neu“-deutscher ist, sind beide eltern „alt“-deutsche, kriegen sie nix)

    die integration der zugereissten ist eine gewahltige aufgabe.

    packen können wir sie.

    es muss aber richtig erfolgen.

    erfolgt sie falsch,

    – bekommen rattenfänger wie die petry 10% und mehr.

    – es gibt in d-land auch jenen bodensatz, der die worte allahs, des koran und die hadhiten beleidigt…
    (konvertiten mit d- staatsbürgerschaft)

    – wir müssen die integration der sog-nannten neudeutschen soweit leisten, das die grundrechte basis sind.

    – das irgendwelche nicht integrierten bewaffnet losrnennen und jouranalisten – 4. gewalt – ermorden, darf hier nicht passieren.

    – es muss akzeptiert werden, dass in d-land die menschenrechte gelten – GG ganz oben.

    diese aufgabe obliegt jedem von uns.

    wir = du und ich – müssen die neudeutschen integrieren.

    damit ist ein jeder gefordert.
    (und dass ist nicht aufgabe des staates)

    es kann aber nicht angehen, dass es paralellgesellschaften gibt.

    zur zukunft gehört es, dass es prachvolle moscheen gibt!
    -und nicht eben diese schäbigen kellerräume-

    es kann aber nicht angehen, das den menschenrechten widersprochen wird.

    wer meint, frauen wären keine menschen oder minderwertig, …
    wer „….“ – tod israel – ruft…

    – die müssen umgeschult werden!

    es kann nicht angehen, was gg GG ist!

    also sprach

    zarathustra

  6. Alfred schrieb am

    Super Zarathustra,
    und wenn das alles nicht so klappt ? Was ist dann ? Dann haben wir Pech gehabt ?
    Was hier abläuft ist ein gigantisches Experiment und die Versuchskaninchen stehen jubelnd am Bahnhof.

  7. Alfred schrieb am

    Ach Astrid ?
    Den Migranten Wasser und Kleidung zu geben reicht nicht, die wollen irgendwann eigene Wohnungen und Jobs von denen sie ordentlich leben können. Das ist klar , oder ? Das wir einen EU Arbeitsmarkt mit ca. 25 Millionen Arbeitslosen und unzähligen prekär beschäftigten haben , auch ? Und das “ uns“ mal die Arbeit ausgeht (Industrie 4.0) war mal Piratenmeinung mit entsprechenden politischen Forderungen zur Grundsicherung. Du erinnerst dich ? Und du meinst nun das „wir“ alle Menschen die da kommen und kommen werden, mit Arbeitsplätzen (trotz Industrie 4.0), Wohnraum und „Perspektiven“ versorgen werden ? Das wir und unsere Kinder mit den Migranten und ihren Kindern auf Dauer friedlich zusammenleben werden ? Wie Türken und Kurden ? Sunniten und Schiieten ? usw. usw. ?

  8. Polizei - Anweisung schrieb am

    Es gibt eine Dienstanweisung – Behörde für Inneres und Sport Hamburg:
    https://volksbetrugpunktnet.files.wordpress.com/2015/09/dienstanweisung.jpg

    Liebe Polizisten,
    wegen Bundeskanzlerin Merkel und ihrer „Einreiseerlaubnis“ befinden sich die Flüchtlinge in einem Verbotsirrtum. Halten sie sich zurück.
    gez. BIS

    De Maiziere hat die Grenzen Bayern/Österreich für Flüchtlinge mit der Bundespolizei geschlossen. Von der Leyen hat 4.000 Soldaten in Rufbereitschaft versetzt. Damit wenigstens die Sandsäcke in Hamburg bleiben, wurde dort die Sturmflutsaison ausgerufen.

    Die Länder/Bund und die Ministerien an sich sind sich wohl uneins…man traut wohl nicht jedem Landespolizisten die der Bundespolizei zugetragene Loyalität. Wann sich mal bei der Bundespolizei das Gewissen zeigt und nicht jeder Anweisung gefolgt wird?

  9. Otla schrieb am

    Ja. ohne die Hilfsbereitschaft der Bürger hätte der Ansturm in einer ziemlichen Katastrophe geendet. Diese Hilfsbereitschaft wird auch noch eine Zeit lang weiter tragen, denn es gibt nicht nur mehr Spenden, sondern auch mehr Helfer als benötigt. Die Listen mit dem Ersatz für die derzeitigen Helfer scheinen gut gefüllt zu sein.
    Und dies alles für lau. Daran sollte man auch denken: wieviele Werte, Geldwerte durch die Freiwilligen geschaffen werden. Wer hätte das bezahlen können – angesichts der Tatsache, dass da trotz allem noch eine Menge Geld zu zahlen ist? Und es ist richtig: unsere eigenen Leute dürfen wir darüber nicht vernachlässigen.

    Ja, es wird teuer. Aber – denn helpt dat nich, wat mutt, dat mutt.
    Ja, wir, auch wir haben uns die Sache selber eingebrockt.
    2012 nach dem Massaker von Houla hätte es noch eine Chance gegeben, das folgende Bürgerkriegsmassaker nicht ausbrechen zu lassen – vertan.
    Als die UNO meldete, dass die Flüchtlingslager von Jordanien, Libanon, Türkei überfüllt seien und nach Entlastung durch Aufnahme auch in Europa rief, wurde nicht reagiert. Eine vernünftige Reaktion hätte die Chance für einen geregelten Zuzug gegeben, auf normalem Einreiseweg, ohne die Unzahl an Ertrunkenen. Vertan.
    Als Italien von Flüchtlingen überschwemmt wurde, wurde ihm nicht wirklich geholfen. Und als Italien daraufhin den Flüchtlingen Schengen-Visa ausstellte, gab es Proteste und mehr oder minder versteckte Einreisekontrollen.
    Die Mittelmeerländer, nicht nur Griechenland, wurden von der Regierung Merkel allgemein mit unsäglicher Arroganz behandelt.
    Wer kann ernsthaft Solidarität uns gegenüber erwarten? Gehen wir mal lieber davon aus, dass die sich ob unserer Hilferufe ins Fäustchen lachen. Das ist nicht gegen die Flüchtlinge gerichtet (im Gegensatz zu z.B. Ungarn); man weiß dort, dass wir nicht mit Unmenschlichkeit antworten können und wenn unsere Regierung das beabsichtigen sollte, kriegt sie Ärger mit unseren Bürgern: Unmenschlichkeit ist zumindest in Westdeutschland politisch nicht durchsetzbar.

    Also: gesagt ist gesagt, Merkel wollte alle syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge aufnehmen, Rückzieher ausgeschlossen. Denn Politiker müssen seriös sein (ja, auch wenn etliche Piraten gar nicht zu wissen scheinen, was das ist) und dazu gehört Verlässlichkeit. Wer da versagt, wird grausam bestraft. Das wissen auch die übrigen EU-Staaten. Merkel hat Deutschland damit zum Erstaufnahmeland in der EU deklariert. Damit werden wir kaum darum herum kommen können, Flüchtlingslager, wie aus Syriens Anrainerstaaten bekannt, einzurichten. Wir werden nicht alle bei uns behalten müssen, aber die Verhandlungen darüber, wer uns wieviele abnimmt, werden sich noch hinziehen.

    Man mache sich keine Illusionen, man könne solche Lager nach Serbien oder gar Griechenland exportieren. Die haben nicht das Geld, sie zu bezahlen, also müssten wir das tun. Und bezahlte Kräfte sind erheblich teurer als freiwillige Helfer. Natürlich ist es unzüchtig, sich auf unbezahlte Freiwillige zu verlassen; nur: hat einer ne bessere Lösung? Möglich. Aber sie kostet Zeit.
    Die Tausende in Griechenland und Ungarn haben keine.

  10. RageOS schrieb am

    Trotz der Hilfsbereitschaft sollte man sich aber nicht darüber hinweg täuschen das es nicht möglich sein wird einer unbegrenzten Zahl von Flüchtlingen zu helfen, das geht ganz einfach nicht. Deutschland kann nicht die ganze Welt retten während sich die anderen Staaten aus der Verantwortung stehlen.

    • echt? schrieb am

      Die Zahl der Flüchtlinge ist nicht unbegrenzt. Es gibt nur diese eine Erdbevölkerung. Warum kann man nicht allen Flüchtlingen helfen? Wurde dies schon probiert? Gibt es wenigstens Graphiken über die Folgen der Aufnahme von Flüchtlingen, so wie es sie auch für den Klimawandel gibt?

    • Otla schrieb am

      Natürlich geht das nicht.
      Die Lösung ist: konsequente Abschiebung Nichtberechtigter.
      Das aber nicht erst nach vier Jahren, sowas ist nämlich wieder ziemlich unmenschlich.

  11. Italian Turbo schrieb am

    Um es mit den Worten des Artikels zu sagen: „Wie schön“, dass die Piratenpartei politisch keine Rolle mehr spielt. Wir haben mit den Grünen, den Linken usw. genügend zu ertragen!

  12. Italian Turbo schrieb am

    Interessant – eine Partei, die GEGEN Zensur ist, praktiziert genau diese. Bin mal gespannt, wann dieser Beitrag wieder gelöscht wird, um ja keinen Zweifel an den eigenen „Werten“ aufkommen zu lassen.

  13. Soldat trifft auf Flüchtling schrieb am

    http://www.huffingtonpost.de/2015/09/11/bundeswehr-fluechtlinge-bereitschaft_n_8122238.html
    Die Bundeswehr wird zu Flüchtlingshelfern

    Wie soll man das verstehen? Die Bundespolizei riegelt die Grenzen (z.B. Bayern) ab und dt. Soldaten werden im Innland eingesetzt, damit Flüchtlinge ein weiteres Trauma bekommen. Als hätten die nicht schon genug Soldaten gesehen. Wenn es überhaupt „sinnvoller“ wäre, müssten doch Soldaten die Grenzen kontrollieren und die Bundespolizei kümmert sich um Flüchtlinge. Innerhalb des Schengener Raums (Österreich – Deutschland) ist es wohl nicht vorgesehen, dass Soldaten die Grenzen kontrollieren.
    Klasse ist auch, dass jetzt in unseren Geschichtsbüchern steht: Soldaten wurden wieder im Innland eingesetzt, um Flüchtlinge zu kontrollieren, wegen des Asylantrags zu verhören und zu registrieren.

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Astrid Semm

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Stellvertretende Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland