Hartz IV für Lehrer in den Sommerferien

Bild: CC-BY-NC Henning Mühlinghaus
Hartz IV für Lehrer in den Sommerferien – Ein alljährliches Ritual des Sparens
Ein Kommentar der Themenbeauftragten Gernot Reipen (Soziales) und Michael Kittlaus (Bildung, Wissenschaft und Forschung)

Wie in jedem Jahr steigt die Zahl erwerbsloser Lehrer in Deutschland zu Beginn der Sommerferien sprunghaft an. Das bestätigte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken. Seit 2007 ist es gängige Praxis, Lehrer über die Sommerferien in die Arbeitslosigkeit zu schicken. »Diese Praxis ist auf das Schärfste zu verurteilen“, so Michael Kittlaus, Themenbeauftragter für Bildung, Wissenschaft und Forschung. »Nicht nur wird den Betroffenen jegliche Planungssicherheit für ihre Lebensgestaltung genommen, sondern es werden auch ein kontinuierlicher Unterricht sowie notwendige Fortbildungen schwieriger gemacht. Hier wird deutlich, wie niedrig das Thema Bildung bei den verantwortlichen Politikern eingestuft wird. In einer digitalisierten und zunehmend globalisierten Gesellschaft sind umfassende Bildung und umfangreiches Wissen für das Fortbestehen sowie die Weiterentwicklung des Staates und der Demokratie besonders notwendig und wichtig. Ein Bildungssystem aus dem 19. Jahrhundert kann nicht die Lösungen für das 21. Jahrhundert bringen.« 

Gespart wird wie immer an den Personalkosten. Nicht nur, dass Unternehmen die Möglichkeiten von Zeitverträgen missbrauchen, auch der Staat fördert zunehmend diese Art der flexiblen Beschäftigungsverhältnisse. »Diese Kettenverträge stellen eine Aushebelung der Arbeitnehmerrechte dar,“ so Gernot Reipen, Themenbeauftragter für Sozialpolitik. »Sie werden nicht nur im schulischen Bereich immer öfter angewandt, sondern sind an Universitäten und Hochschulen bereits gängige Praxis. Damit wird die Zukunft Deutschlands als innovativer Standort auf unverantwortliche Art und Weise aufs Spiel gesetzt.« 

Die Piratenpartei sieht diese Praxis als unsozial und für eine kontinuierliche Bildung als nicht förderlich an. Daher fordern wir die sofortige Abkehr von dieser Praxis. 

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Kommentare

4 Kommentare zu Hartz IV für Lehrer in den Sommerferien

  1. RageOS schrieb am

    Ich finde es verwunderlich das die betroffenen keinen Widerstand dagegen organisieren sondern statt dessen immer weiter schön brav die Parteien wählen die sie ausbeuten und weiterhin sich noch nichtsmal öffentlich darüber beschweren. Das ist doch für die Neoliberalen Menschenfeinde geradezu das Signal einfach so weiter zu machen wie bisher.

  2. Chris schrieb am

    Widerstand ist in vielen Notwendig. Ein Realschullehrer meiner Tochter erging es auch so. Die Lehrer bekommen ja auch kein Jahr Arbeit voll, und landen in HartzIV.Dank HartzIV ist heute alles möglich. Auch das verhungern durch Sanktionen. Sieht man gerade an Ralph Boes , der sich seit dem 1.7.2015 im staatlichen Sanktionshungern befindet.Das trift nicht nur die Erwerbslosen, die noch Erwerbstätigen sind nicht weit entfernt davon.

  3. Chico schrieb am

    Ihr lasst eure wichtigsten Mitarbeiter der Partei doch auch komplett gratis arbeiten, so dass es regelmäßige Streiks und Verabschiedungen auf Nimmerwiedersehen in allen Ebenen gibt. Selbst den Abgeordneten wollt ihr am liebsten die Gehälter entziehen. Aber immer mit dem Finger auf andere zeigen….

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