Solidarität für den Streik an der Berliner CharitÉ

Bild: CC-BY-ND Dennis Skley

Ein Beitrag von Britta Stephan

Ab Montag wird gestreikt. Mal wieder, mag manch einer denken. Aber in diesem Fall trifft mal wieder nur bedingt zu.
Die Pflegenden der Berliner Charité legen ab dem 22.06. für unbestimmte Zeit ihre Arbeit nieder. Und das wurde verdammt noch mal auch Zeit.

 

Dass es der Pflege in Deutschland nicht gutgeht, wissen inzwischen wohl die meisten. Denn ich schätze, dass jeder in seinem Umfeld Menschen hat, die diesen Beruf ausüben. Die Probleme sind überall dieselben, egal ob in der Alten- oder Krankenpflege. 

 

Es wird beklagt, dass die Arbeitsbedingungen schlecht sind, die Wertschätzung des Berufes und nicht zuletzt auch die Bezahlung. Krankenhaus- und Pflegepersonal machen sich zu recht Sorgen, dass Patienten und Bewohner nicht optimal versorgt werden können.

 

Sie gehen mit Bauchschmerzen und schlechtem Gewissen nach Hause. Und das in einem Beruf, der so wichtig ist. Jeder von uns kann in die Situation kommen, auf Pflege angewiesen zu sein. Dafür reicht es schon, wegen einer Blinddarmoperation ins Krankenhaus zu müssen. Und jeder von uns möchte dort optimal versorgt werden.

 

Um das wieder gewährleisten zu können, dafür streiken die Pflegenden in Berlin.

 

Eine Notversorgung wird aufrecht erhalten. Die Fachbereiche, die in Berlin nur von der Charité abgedeckt werden streiken dagegen nicht. Die Pflege ist sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst. Und genau deshalb streiken sie: um nicht länger im vermeintlichen Normalbetrieb das Gefühl zu haben, bereits in der Notversorgung zu sein.

 

Ich bin der Meinung, dafür verdienen die Pflegekräfte unsere volle Unterstützung und Solidarität.

 

Ein herzliches Danke an die Pflegenden der Berliner Charité.

 

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Kommentare

3 Kommentare zu Solidarität für den Streik an der Berliner CharitÉ

  1. S. Beyer schrieb am

    Hallo, ich bin selber Krankenschwester und ich finde es einfach große Klasse was da passiert. Ihr habt meine Unterstützung, haltet durch. Auch in dem Haus, in dem ich meinen Dienst verrichte ist es nicht anders. Nachtdienst mit 30 Patienten allein, Spätdienst oft nur mit 3 Pflegekräften, weil einer wegen Krankheit ausgefallen ist. An Wochenenden sind von vornherein bei 30 Patienten nur 3 Pflegekräfte geplant, wenn dann einer ausfällt ist man nur zu zweit oder ein Kollege erbarmt sich und hängt einen Dienst noch dran, wenn man keinen Kollegen aus dem frei holen konnte. Auf freie Tage erstmal zu verzichten steht an der Tagesordnung. Unbesetzte Stellen werden teilweise erst nach Monaten neu besetzt und dann nur mit Teilzeitbeschäftigung, obwohl diese Kollegen oft eine Vollstelle gehabt hätten. Danke für euren Mut!!!!! Eine Krankenschwester aus Meiningen

  2. Sandra Leurs schrieb am

    Ja es wurde Zeit, ich hoffe auf einen Dominoeffekt, es geht dabei nicht unbedingt um mehr Geld/ Lohn, sondern um gesetzlich geregelte Personalschlüssel. Und um die durch den Personalmangel verurschaten Arbeitsverdichtung und dem damit einhergehenden Arbeitsdruck.
    Es geht um bessere Arbeitsbedingungen, die seelische und körperliche Ausbeutung von Pflegekräften muss ein Ende haben. Unentdeckter Burnout einer Pflegekraft, ist auch gefährlich für die Patienten.
    Hygienevorschriften können nicht eingehalten werden, erstens weil es an Personal fehlt, und zweitens mangelt es an Fachpersonal mit qualifizierter Ausbildung.
    Ich unterstütze den Streik an der Charite. ;)

  3. zarathustra schrieb am

    moin britta

    hier am stamtisch gabs mal ne disku wg pflege/kranke.

    es wurde verkündet, dass das system scheitern wird.
    aber keine alternative angeboten.

    „es wird scheitern – und bis dahin pumpen wir mehr geld ins bestehende system“ – so das fazit.

    eine alternative? – wurde nicht diskutiert, sollte nicht sein.

    beststandtschutz für jede apotheke, mehr geld für ärzte und gewinngaranntie für pharmaindustrie.

    na logo sollten ärzte gut verdienen.
    – wenn mein zahnarzt sich ne 18m-jacht kaufen tut, dann ist das ok –

    ärzte sollten anständig bezahlt werden.

    je grösser die lohnerhöhung für ärzte, um so geringer muss die lohnerhöhung für das medizinische personal ausfallen!
    (den begriff „krankenschwester“ lehne ich ab – …)
    es gibt da einen betrag – je mehr geld die einen kriegen, umso weniger bleibt für sie anderen.

    über die lohnerhöhung qualifizierter medizinischer mitarbeiter wollte mit meinem zahnart reden…

    na logo muss da mehr lohn fliessen.
    – und nicht nur geld

    ärzte müsen anständig = ihrer ausbildung entsprechend verdienen.

    das medizinische personal aber auch.

    es sollte aber grundlegend das system geändert werden.

    einfach mehr geld in das bestehende system zu stecken und dann zusehen, das es scheitert, kann nicht piratenpatei sein.

    sandra,S und andere, die ahnung haben sollten ihre gedanken äussern und vorschläge vormulieren.

    mit einem scheitern des bestehenden system sollten wir uns nicht zufrieden geben.

    wir sollten eine alternative in vorschlag bringen sollen.

    wohlfundiert, auf fakten.

    ist „klarmachen zum ändern“ ein spruch oder…

    also sprach
    zarathustra

    (wie soll denn klarmachen zu ändern verstanden werden, wenn keine alternative angeboten wird?)

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