Ehe für alle – PIRATEN wollen endlich Gleichstellung

Bild: CC-BY SOBIESKI.PHOTOGRAPHY
Nachdem sich der Deutsche Bundestag bereits in der letzten Woche mit dem Thema «Ehe für alle» beschäftigt hat, stand die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften heute wieder auf der Agenda. Sowohl die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen als auch die Partei Die LINKE wollen eine rechtliche Klarstellung im Bürgerlichen Gesetzbuch erreichen.

 

Es geht hier um das Grundrecht, dass eine Ehe nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren geschlossen werden kann. Bereits geschlossene Lebenspartnerschaften sind rechtlich in Ehen umzuwandeln.

 

Die CDU/CSU ist als einzige Partei gegen eine Gleichstellung. In der konservativen Union ist besonders das Adoptionsrecht nicht durchzusetzen. Die Regierung hat stattdessen eine Änderung von etwa 120 unterschiedlichen Gesetzen vorgesehen, um die eingetragenen Lebenspartnerschaften in den verschiedenen Lebensbereichen der Ehe gleichzustellen. 

 

Eine generelle Klärung hat die Regierung auf die Zeit nach der jetzigen Legislaturperiode verschoben. Der Bundesrat beschloss allerdings letzten Freitag, einen Gesetzentwurf zur «Ehe für alle» auf den Weg zu bringen. So weit, so gut.

 

Wir PIRATEN meinen:

Nachdem sich selbst das überwiegend katholische Irland vor kurzem für die «Ehe für alle» ausgesprochen hat, wird es Zeit, dass auch das doch vorgeblich so moderne Deutschland den unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens Rechnung trägt. 

 

«Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, so muss dies unter besonderem Schutz stehen, wie es bereits Artikel 6 des Grundgesetzes festlegt. Welches Geschlecht die Menschen haben müssen, ist auch nach Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht festgeschrieben», so Roman Schmitt, Koordinator der AG Queeraten .

 

Es ist nicht zu verstehen, warum Menschen in der persönlichen Lebensgestaltung eingeschränkt und wegen jahrhundertealter Vorurteile diskriminiert werden. Dabei möchten sie lediglich ihrer Liebe durch eine Eheschließung Ausdruck verleihen. Es ist weiterhin auch nicht einsehbar, weshalb gleichgeschlechtliche Paare vom Adoptionsrecht ausgeschlossen werden sollen.

 

Für Kinder sind  vor allem eine liebevolle Familie und ein geschütztes Umfeld wichtig, unabhängig vom Geschlecht der Eltern. 

 

Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.Victor Hugo

 

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Kommentare

2 Kommentare zu Ehe für alle – PIRATEN wollen endlich Gleichstellung

  1. Bullvolkar schrieb am

    Liebe Piraten*,
    es lohnt ein Blick in Art.6 GG. Dort heißt es nämlich.
    (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
    (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
    (3) …
    Der besondere Schutzwürdigkeit erwächst aus der Elternschaft und nicht etwa daraus, „füreinander Verantwortung zu übernehmen“.
    Ach ja Art (4) besagt übrigens: Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. D.h. auch hier wird der besondere Schutzauftrag mit dem Kind begründet. (Am Rande sei bemerkt: Vaterschaft scheint nicht schutzwürdig und auf die Samenspende reduziert zu sein.)
    Anyway, Homosexuelle Paare können keine leiblichen Eltern sein. Dieser Satz, liebe Queeraten, ist keine gewaltsam hergestellte heteronormative Ordnung und auch keine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensweise oder gar Homophobie oder eine sozio-kulturelle Formnung, sondern -und die Zögerlichkeit und die Verdächtigung bei der Nutzung des nun folgenden Wortes verweist auf die ökologische Entfremdung und anthropogene Allmachtsphantasie- schlicht Biologie.

    Also bleibt nur eine Ausweitung des Elternbegriffs der auch nicht leibliche Elternschaft mit leiblicher Elternschaft gleichsetzt.
    Es lohnt sich darüber nachzudenken: ob wenn es eine informatorische Selbstbestimmung gibt wie in der digitalen Welt, es nicht auch ein Recht auf informatorische Selbstbestimmung bei der leiblichen Herkunft geben sollte.

    Beste Grüsse
    Bullvolkar

  2. zarathustra schrieb am

    moin

    nun mal langsam.

    es gibt politiker bei der cdu, die sind für die ehe aller sich liebender.

    (heeraten tut mensch nicht mal eben so, sondern weil mensch füreinander einsteht…geissler sagte dazu was treffendes)

    die katholiken?
    – also ich hab freunde…dass die jetzt alle in eine ecke gedrängt und pauschal verurteilt werden…weil sie katholiken sind, finde ich inakzeptabel.

    über den begriff der ehe sollte debattiert werden!

    zb sollte steuerrechtlich nicht der trauschein, sondern die kinder berücksichtigt werden.
    insb wenns gemeinschaft auf ewig nicht klappt.

    es gibt, wie ich vermute, piraten, die ahnung haben.
    „geschieden“, kinder…

    die sollten so einiges debatieren und zum ändern vorschlagen!

    (umgangs-/sorgerecht für grosseltern?
    da kümmern die sich liebevoll um ihre enkel und bei scheidung…)

    die akzeptanz von anderen lässt sich fordern.
    sie muss gefordert werden, da es sonst keinen fortschritt gibt.
    die ist aber nicht aufgabe des staates!
    sicherlich hat Art 3 Abs 1 & 3 viel beigetragen, das durchzusetzen, was uns heute als selbstverständlich erscheint.

    von oben kann mensch das sein beeinflussen.
    es muss aber akzeptiert werden.

    all die befehle, jemanden als „gleich“ zu akzeptieren/respektieren nützen nichts, wenn sie nicht als selbstverständlich angenommen werden.

    ne freundin von mir ist sogeannte trans.
    ne frau.

    die gesichter, die beim stammtisch der piraten dazu gezogen wurden…

    sind die piraten eine partei, die längst akzeptiertes erneut zur diskussion stellen oder ausdruck des gesellschaftlichen wandels?

    (@ junge piraten: macht mal hinne)

    der autor dieses artikels führt kinder ins feld seiner argu.

    was kant über die ehe sagte, ist schwachsinn.

    ziel der ehe ist es nicht, kinder zu gebären.

    der autor dieses beitrages vermengt das eine mit dem anderen.

    zarathustra

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