Aktiv gegen Internetzensur – und Du kannst mitmachen!

Ein Kommentar von Schrödinger.

Am 12.3. ist der Internationale Tag gegen Internetzensur, manchmal auch »Blackout Day« genannt, weil z.B. 2013 sehr viele Webseiten ihr Angebot hinter einem schwarzen Vorhang verbargen. Was machen wir diesmal? Nun, für diese Webseite haben wir uns was ausgedacht. Aber wir haben auch einen Vorschlag für Euch. Für jeden Einzelnen von Euch, für jede Einzelne von Euch. Und wir – also die Redaktion – machen natürlich auch mit.

Auf Anregung unseres Bundesvorsitzenden, Stefan Körner, wollen wir am 12.3. jede einzelne Mail, die wir schreiben, verschlüsselt schreiben!

Du weißt nicht, wie das geht? Du hast noch keinen Schlüssel? Kein Problem: Es gibt viele Anleitungen, die man einfach durchklicken kann. Einige davon haben wir unten verlinkt. Wichtig ist dabei allerdings, die verschiedenen Verschlüsselungen nicht zu verwechseln.

Zunächst gibt es die SSL-verschlüsselte Übertragung zwischen Deinem Rechner oder Smartphone und dem Mailserver Deines Providers. Hier sollte natürlich die Kommunikation immer verschlüsselt durchs Internet gehen. Das entspricht dann in etwa der Verschlüsselung im Browser, auf die das »https://« in der URL hinweist. Und hier wie dort sollte man das natürlich immer tun. T-Online hat eine sehr schöne Anleitung geschrieben, wie das für …@t-online.de-Mailkonten geht. Bei den meisten anderen e-Mail-Providern geht das auch und funktioniert ähnlich. Aber dadurch wird nur die Übertragung zum Provider verschlüsselt. Dort aber liegt Deine Mail dann wieder unverschlüsselt vor und kann problemlos an irgendwen weitergegeben werden – meist ohne Dich davon zu informieren.

Die Verschlüsselung, für die wir hier werben wollen, ist eine andere: Hier wird – neben der Übertragung – auch noch die gesamte Mail auf eine Weise verschlüsselt, so dass nur der gewünschte Adressat sie wieder entschlüsseln kann. Die Theorie dazu ist durchaus knifflig, aber der Einsatz ist eigentlich ganz einfach – wenn man sich erstmal traut. Das Hasso-Plattner-Institut hat einen sehr aufwändig produzierten kleinen Kurs dafür ins Netz gestellt, und auch die Piraten haben natürlich eine Anleitung mit Videos online. Im Netz findet Ihr noch viele weitere Anleitungen für jeden Geschmack. Bitte nehmt Euch die Zeit und macht das.

Und bringt das dann was? Na klar! Wir wissen, dass die NSA daran arbeitet, auch solche Verschlüsselungen zu knacken. Fazit aus den Snowden Enthüllungen ist jedoch, dass PGP sicher ist. Wenn möglichst Viele verschlüsseln, wird schwieriger – und vor allem teurer – für die NSA. Und solange wir den Geheimdiensten – und auch anderen »Interessenten« an unserer Post – nicht den Geldhahn zudrehen können, müssen wir es ihnen eben auf andere Weise schwieriger machen. Ganz nebenbei setzen wir auch ein deutliches Zeichen gegen die ständigen Versuche, den völlig natürlichen Wunsch nach dem digitalen Briefgeheimnis irgendwie in Verbindung mit Terrorismus zu bringen.

Wir wollen für unsere elektronische Post einfach dasselbe, was für jeden Brief gilt:
Sie soll privat bleiben zwischen dem Absender und dem Empfänger. Lasst uns am 12.3. ein Zeichen für diesen digitalen Briefumschlag setzen!

Noch mehr Unterstützung zu digitaler Selbstverteidigung findet Ihr auf der Seite der Datenschutzpiraten.

Und zum Abschluss natürlich Katta und Mieze:

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Kommentare

4 Kommentare zu Aktiv gegen Internetzensur – und Du kannst mitmachen!

  1. Andena schrieb am

    Leider seid Ihr mit der Verschlüsselung auf dem Holzweg.

    Der Anspruch muss sein, dass für elektronischen Briefe ebenso das Briefgeheimnis gilt wie von Papierbriefe. Und das ganz ohne technische Spezialtechniken oder durch Anwendung von Geheimschriften.

    Verschlüsselung ist nur ein Thema des politischen Gegners, der die Forderung nach umfassenden Briefgeheimnis mit diesem Zauberwort abwürgt. „Ihr wollt, dass Eure Briefe nicht gelesen werden können? Dann müsst ihr verschlüsseln!“ ist der absolut falsche Weg.

    • Dirk schrieb am

      Mir ist zwar unklar, wer „wir“ ist, und wo „wir“ auf dem Holzweg sein sollen, aber ja:
      Der Anspruch – auch des Grundgesetzes – /ist/, dass das Briefgeheimnis auch für digitale Post gilt. Wir (also die Piraten) haben das auch z.B. im Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013 sehr schön ausgearbeitet. Digitale Selbstverteidigung ist nur erforderlich, weil das Briefgeheimnis durch die schädlichen Aktivitäten von Geheimdiensten und anderen Behörden kompromittiert wird. Bis das aufhört, müssen wir uns halt leider so gut wie’s geht wehren.
      Aber auch mit einem Grundgesetz in gutem Zustand und einer guten Umsetzung ist Verschlüsselung immer noch eine gute Idee. Denn es wird immer Leute geben – hier zuhause aber auch von anderswo – die sich einen Sch* um Regeln und Gesetze scheren. Als Staat oder Staatengemeinschaft können wir nur dafür sorgen, dass wir die nicht noch dafür bezahlen.
      Also: Verschlüsseln, aber nicht nur.

      • Bernd Schreiner schrieb am

        zum Ersten kurz: Ich hatte eine Petition beim Bundestag eingereicht, deren Ziel es war, das Datengeheimnis in das GG zu schreiben, exakt so wie das Briefgeheimnis. Wurde vom Petitionsausschuss abgelehnt, da dieses Schutzrecht angeblich schon darin ist. Das komplette Schreiben veröffentliche ich bald.

        zum Zweiten: Es gibt Gründe™ weshalb zB Banken ihre PIN / TAN Listen in einem geschützten Umschlag versenden, analog dazu gibt es gute Gründe™ für elektronische Post diese zu verschlüsseln, vollkommen unabhängig von dem Schutz lt. „Brief-, resp. Datengeheimnisses“, denn das Recht wird zB durch kriminelle Energien gebrochen und bei manchen Dingen™ muss man sich eben zusätzlich effizient und effektiv schützen.

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