Wahlkampfendspurt in Hamburg (4): Der Bundesvorsitzende Stefan Körner

Auf der Wahlkampfendspurtparty der Hamburger Piraten spricht Stefan Körner, der Vorsitzende des Bundesverbandes, über die Piratenpartei als Partei der digitalen Revolution.

Die Piraten in Berlin, im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen haben gezeigt, was auch kleine Fraktionen bewirken können, wenn sie für ihre Sache brennen – hoffentlich ab morgen auch in Hamburg!

Deswegen, liebe Hamburger: Bitte geht wählen. Und natürlich Piraten.

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Kommentare

18 Kommentare zu Wahlkampfendspurt in Hamburg (4): Der Bundesvorsitzende Stefan Körner

  1. Otla schrieb am

    Uiuiui.
    Also, wie soziale Medien funktionieren, wie man sie klug und erfolgreich nutzt, da sind Piraten aber noch gewaltig hinterher. Junge, Junge, also das war jetzt aber mal wirklich großmäulig :-)

  2. Andena schrieb am

    Was soll man dazu bloß sagen?
    .
    Engagiert war die Rede ja immerhin. Man kann sich auch vorstellen, dass @sekor seine Botschaft „Wir sind die, die social media erklären können“ ernst meint. Aber leider passt sie überhaupt nicht zum deprimierenden, desaströsen Bild, dass die #piraten in der digitalen Welt und insbesondere im „social media“ abgeben.
    .
    Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit meilenweit auseinander. Die Anwesenden wissen das auch. Und genau deshalb hört auch keiner zu.

    • Dirk schrieb am

      Ja, die Piraten tragen ihre Auseinandersetzungen anders als andere Parteien in der hellen Öffentlichkeit aus und nicht in Hinterzimmern. Wer das nicht versteht, bei dem kommt es komisch an. Aber man kann es auch als Qualität sehen, denn immerhin weiß man dann, was man hat. Wenn ein Gabriel eine 180-Grad-Wende bei TTIP hinlegt, das uns im Europa locker 600.000 Arbeitsplätze kosten wird, oder sich »als Privatmensch« mit Rassisten trifft; wenn eine CDU kurz nach einem Gesetz für die Autoindustrie 600.000 Euro von BMW überwiesen bekommt; wenn eine FDP aus dem Nichts ein Steuergeschenk an irgendwelche Hoteliers macht – dann bekommen wir nur sehr verhalten mit, dass viele Mitgleider, die zu den Idealen ihrer Partei stehen, das überhaupt nicht gut finden. Bei uns ist das anders: Verzapft ein Abgeordneter was, dann sagen wir ihm das. Laut und deutlich. Und das ist auch gut so.

      Nicht gut dagegen ist es, wenn einige Mitglieder – oder Ex-Mitglieder – soziale Medien nutzen, um innerhalb der Piratenpartei nicht mehrheitsfähige Meinungen oder persönliche Angriffe immer wieder und mit großer Lautstärke und viel Aggression vorzubringen und damit aus dem beherzt geführten politischen Diskurs einen persönlichen Streit zu machen. Und da hilft auch kein »der da hat angefangen«, sondern da muss sich jedes an die eigene Nase fassen. Und weil Du gerade da bist und es erwähnt hast, bietet es sich an, direkt mal Deine Beiträge und Deine Tweets durchzulesen. Und dann sage mir: War das immer hart und auf den Punkt geführter politischer Diskurs oder waren es oftmals nur auf die Person bezogene Angriffe? Wenn Du zu dem selben Schluss kommst wie ich, wäre der logische nächste Schritt ein langer Spaziergang mit dem Hund und eine überzeugende Antwort auf die Frage »Wie kannst Du dazu beitragen, dass das besser wird?« Ich überlege mir das täglich. Du auch?

      • Andena schrieb am

        Danke erstmal dafür, dass Du entgegen Deiner sonstigen Gepflogenheit, meinen Kommentar freigeschaltet hast. Das ist schon mal ein guter Anfang. (den Rest des Textes habe ich wieder gelöscht)

        • Dirk schrieb am

          Der Beitrag verstieß nicht gegen die verlinkten Regeln.
          Warum also sollte ihn jemand löschen?

      • Otla schrieb am

        Lieber Dirk, die Auseinandersetzungen innerhalb der Piratenpartei interessieren niemanden. Insofern interessiert es auch niemanden, wenn Adena rum motzt.
        Es interessiert niemanden, 1. weil die Piraten dafür viel zu unbedeutend geworden sind und 2. weil sie in der Vergangenheit in einem Stil geführt wurden (teilweise heute noch geführt werden), der jeden vernünftigen Menschen abstößt. Punk mag ja von außen betrachtet ganz niedlich sein. Aber kein vernünftiger Bürger vertraut einem Punker seine Entscheidungsgewalt an.
        Darauf kommt es an: dass man so zuverlässig und berechenbar erscheint, dass Wähler, Bürger sich sagen: ok, die werden in den Parlamenten so entscheiden, wie du das gerne hättest. Wesen der repräsentativen Demokratie. Muss man offenbar auch erst mal begreifen.
        Dieses Vertrauen gewinnt man nicht, indem man sich zofft oder rum motzt, was die anderen Parteien alles falsch machen und was das für Dummies sind und dann erst die, die die wählen …
        Nicht nur das, sondern die Voraussetzungen dafür lassen sich wunderbar über soziale Medien erreichen. Aber wiederum nur unter einer Voraussetzung: das man mit den Bürgern ins Gespräch kommt. Schon darum muss man werben. Denn Bürger sind frei, besonders im Netz. Wer langweilig ist (ein Problem, mit dem übrigens die meisten Altparteien schwer zu kämpfen haben), schlechten Stil hat – oder mit beleidigenden Worten rauskickt, mir ist da ein Duisburger immer noch in schlechter Erinnerung – zu dem geht nun mal keiner hin. Der kann Medienkompetenz behaupten, so viel er will, das hört keiner und genau das weist nach, dass er auch keine Medienkompetenz hat.

  3. Bernd schrieb am

    1,5% das war mehr als nur ein Warnschuss. Seit der Bundestagswahl hagelt es nur noch 2% minus X – Warnschüsse, also der klare Hinweis, dass sich euch sogar eure 2 % Stammwähler, Nerds und IT-affine jüngere Menschen, verweigern.

    Analysiert endlich nüchtern und offenherzig, warum diese Wahldesaster inzwischen eine Serie sind. Der nächste schwere Schlag droht in Bremen, dort könnten die Piraten es in diesem tief zerstrittenen Landesverband erstmals unter 1% schaffen. Danach kommt eine lange wahlkampflose Zeit, in der die Piraten, wenn sie so weitermachen, schlicht und einfach vergessen werden.

  4. Bernd schrieb am

    Wenn ihr nicht analysiert gebe ich mal ein paar Tipps zum Nachdenken:

    Hat das Problem etwas mit der politischen Ausrichtung, also ‚eher links‘ oder ‚eher liberal‘ zu tun? Oder mit Wahlkampfaussagen? Die gleichgerichteten Ergebnisse HH, BBG, TH und SN mit jeweils zwischen 1,1 und 1,5% sagen: nein. Wobei man 1,1 % mit 1 Mio neuen Einwndererrn und irgendwelchen utopischen Magnetschwebebahnen erreichte, also mit überzogenen Phantasieforderungen ohne jeden Realitätsbezug, was zusätzlich zu ohnehin schwachen Grundstimmung noch Wähler abschreckte.

    Hat das Problem vielleicht etwas mit Glaubwürdigkeit und Vertrauen zu tun? Schon eher. Der Wähler gibt nämlich mit seiner Stimme eine Delegation an eine Person ab, von der er ein Minimum an Vertrauen und Glaubwürdigkeit in dessen Tun und Handeln in den nächsten 4 Jahren erwarten kann. Er verleiht einer persn die er nicht kennt. Macht auf Zeit. So funktioniert normalerweise repräsentative Demokratie bei Wahlen. Das müssen Piraten berücksichtigen, wenn sie an Wahlen teilnehmen. Sonst kann man das nämlich auch lassen, es spart sehr viel Geld und Energie ein.

    2011/12 war es ein Versuch, Piraten hatten viel versprochen, von neuem Politikstil über die Idee, Bürgerinteressen direkt ins Parlament zu bringen ohne Parteienhickhack, ideologische Verblendung, Worthülsen, nichtssagendes Geschwafel oder gar Lüge und Verrat.

    Die Piraten boten nach den erfolgreichen Wahlen das ganze Programm: Parteienhickhack, ideologische Verblendung, Worthülsen, nichtssagendes Geschwafel oder gar einzelne Lügen und Verrat.

    Wie schützt man sich davor in Zukunft? Denkt darüber nach!

  5. Chico (verschoben) schrieb am

    [Kommentarthread hierher verschoben, weil er dort, wo er war, offtopic ist. /Maschinenraum]

    Anstatt euch den Kopf über Griechenland zu zerbrechen, solltet ihr mal lieber an die BRD – und eure WAHLERGEBNISSE hier denken.

    Ich kann es nicht glauben: während nach dem Debakel in Hamburg nicht eine einzige Verlautbarung erfolgte wird fleißig über Griechenland diskutiert.

    Ihr könnt nichteinmal eine Partei auf Länderebene über 2% halten und wollte den Griechen Tipps zum Reformieren ihrer Volkswirtschaft geben? Wie vermessen und realitätsfern ist das denn bitte? Ihr wollte eine Partei über Europas Grenzen hinaus sein und schafft es in einer Stadt wie Hamburg gerade einmal 1,6% der Bevölkerung von euch zu überzeugen?

    • Dirk (verschoben) schrieb am

      Nur weil in einem Bundesland ein Wahlergebnis nicht unerwartet, aber unbefriedigend ist, hören die Piraten doch nicht auf, sich um politische Fragen zu kümmern. Eben im Sinne dieses Wahlergebnisses wäre das wohl auch genau diametral zu dem, was notwendig ist.
      Wenn Du eine Stellungnahme zur Hamburgwahl möchtest, musst Du noch ein wenig warten. Aus guten Gründen überlässt es der Bundesverband nämlich den Hamburgern, sich zunächst zu sortieren und dann als erste zu äußern. Schnellschüsse wie von den Granden anderer Parteien gewohnt, am besten noch vor dem amtlichen Endergebnis, passen halt nicht zu den Piraten. Denn bei uns diskutiert der Vorstand das erst mal mit der Basis (in diesem Fall am nächsten Montag) und dann üerlegen wir gemeinsam, wie wir überhaupt die Datengrundlage für eine Bewertung in die Hand bekommen und was wir dann mit den Ergebnissen anstellen.

      • Chico (verschoben) schrieb am

        “Nur weil in einem Bundesland ein Wahlergebnis nicht unerwartet, aber unbefriedigend ist (…)”

        Wow. Eine solche Verdrehung der Tatsachen habe ich bisher von keiner anderen etablierten Partei gehört. Selbst von rechtsaußen nicht! Und glatt gelogen ist es auch: in eurem Wahlkampf hat niemand das Ziel von 2% Stimmergebnis gesetzt. Und selbst wenn es so wäre – wieso ist das Ergebnis dann unbefriedigend, wenn es den Erwartungen entsprach? Oder sind etwa eure Erwartungen und damit euer ganzer Einsatz und Wahlkampf unbefriedigend? Wieso braucht ihr Wochen, um ein erwartetes Wahlergebnis zu diskutieren? Im Übrigen könnte ich mich nicht an eine einzige kritische Auseinandersetzung mit einem eurer letzten Ergebnisse erinnern, die öffentlich gemacht wurde.

        Ihr habt seit dem Hype 2012 genau in 7 Landtagswahlen und 1 Bundestagswahl krachende Niederlagen mit jeweils 1-2% d. Stimmen hingelegt – dies als “nur weil in einem Bundesland das Ergebnis nicht stimmte….” auszulegen ist entweder völlig realitätsfern oder ebenfalls schlichtweg gelogen.

        Wollte ihr eine Analyse hören? Ganz einfach: ihr seid eine Chaos-Partei, die sich für sonstwas hält aber nichts zustande bringt. Eure wenigen Wahlerfolge basierten auf Versprechungen, die man euch anfangs glaubte, denen jedoch nichts substantielles folgte. Durch permanente Realitätsverweigerung und hemmungslose Beschönigungen bis hin zum Selbstbetrug wird seither versucht, das Bilder der “wir sind um Längen besser als alle anderen Parteien” aufrecht zu erhalten. Dieser Griechenland-Artikel (s. mein Post oben) oder das “wenn mal bei einer Landtagswahl das Ergebnis unbefriedigend ist” sind die besten und aktuellsten Beispiele dafür. Auf den Leim gehen tuen euch jedoch seit Jahren kaum mehr als 2% der Bevölkerung – gottseidank.

        Im Übrigen: wie ist eigentlich eure Spendenaktion ausgegangen, in welcher ihr eine halbe Million Euro (512k) an Parteispenden einsammeln wolltet? Soweit ich erfahren habe, sind dabei kaum 1 oder 2% zusammengekommen, für den Hamburger Wahlkampf gerade einmal 5000 der angestrebten 50.0000 – war das auch erwartet? Die Aktion sollte ursprünglich nur bis Neujahr laufen, wird das jetzt auch seit fast 2 Monaten erstmal mit der Basis ausgewertet? Wann werden eigentlich eure ganzen Wikiseiten mit Mitgliederzahlen und Beitragszahlungen (alle auf Stand August 2014) aktualisiert? Oder muss da auch erst die Basis gefragt werden? Was macht eigentlich eure so gefeierte und (im wahrsten Sinne des Wortes) einzigartige Europaabgeordnete? Kommt da nicht mehr als eine Pressemeldung pro Monat (wenn überhaupt) bei rum? Was ist aus eurer Berichterstattung aus der Ukraine geworden? Was aus der Berichterstattung über die Flüchtlingsproblematik in Deutschland? Was machen eigentlich eure Abgeordneten in Berlin, von denen hört man seit mehreren Monaten garnichts mehr?

        • Dirk schrieb am

          > wieso ist das Ergebnis dann unbefriedigend, wenn es den Erwartungen entsprach?
          a) Nach den Ergebnissen der Bundestags-, der Europa- und einiger Landtagswahlen – wer hätte da realistisch mit mehr gerechnet?
          b) Wenn Du zu den Piraten gekommen bist, um in den Parlamenten gegen Demokratieverfall (Lobbyismus, Polizeigewalt, INDECT, VDS,…) und unzeitgemäße Wirtschafts- und Sozialpolitik („Urheberrecht“, „Freihandelsabkommen“, Hartz 4,…) und für Menschenwürde (Drogenlegalisierung, BGE, Asylrecht,—) und Restauration des Grundgesetzes (Streichung von Lauschangriff und Drittstaatenregelung, digitale Netze ins Grundgesetz, Verfassungskonvent für Europa,…) zu wirken – wie könnte das Ergebnis dann berfriedigen?

          > dies als “nur weil in einem Bundesland
          Danke für dieses konstruktive Cherry-Picking :) Ich beziehe mich mal auf den darauf folgenden sachlichen Anteil Deines Beitrages: Nach einem Hype, dessen sachliche Rechtfertigung ich auch heute noch nicht verstehe, sind die Piraten jetzt wieder auf dem Stand von vorher angekommen, und wegen der von Dir angesprochenen Außendarstellung vielleicht noch ein wenig darunter. Eigentlich ist also nur eine Blase geplatzt und die normale Entwicklung einer Gruppe kann nun weitergehen. Für mich ist das genauso unbefriedigend, wie offenbar auch für Dich (sonst würdest Du die Piraten gar nicht beobachten, geschweige denn diese Seite besuchen oder gar kommentieren).

          > Wollte ihr eine Analyse hören?
          Ja, wir wollen Deine Analyse hören. So wie auch die von vielen Anderen. Optimalerweise allerdings nicht in Form ausschließlich negativer Sachstandsbeschreibung und Häme à la gottseidank, sondern angereichert mit konkreten Vorschlägen, was wir besser machen könnten und wie das realistisch umsetzbar wäre. Die Frage ist: Was für Strukturen müssen wir schaffen und wie, um weder unseren Gründungsmythos zu verraten, noch das glaubhafte Bild einer Chaostruppe zu vermitteln? Genau diesen Fragen werden wir uns jetzt stellen. Bei der Beantwortung sollten wir nicht im eigenen Saft kochen, sondern sind auf schonungslose Analysen und gute Vorschläge auch von außen angewiesen. Dazu beziehen wir Menschen von außerhalb, die durch scharfsinnige Beiträge auffallen auch gern in die Diskussion ein. Ich hatte schon eine Reihe davon in Veranstaltungen auf unserer virtuellen Diskussionsplattform Mumble und sie werden nicht die letzten sein. Dass wir uns Kritik gern stellen, erkennst Du schon daran, dass ich z.B. hier die sachlichen Anteile aus Deinem Beitrag extrahiere und ausführlich beantworte ;)

          Zu Deinen weiteren Fragen (mindestens zum inhaltlichen Teil des Geschriebenen), die Du auch gerne öffentlich in der Sprechstunde unseres Bundesvorstandes stellen kannst, wenn Du an „offiziellen“ Antworten interessiert bist wärst:

          > Spendenaktion
          unbefriedigend, aber nicht unerwartet. Die Analyse im Begleittext war zutreffend, für das Ergebnis gilt das oben zur #hhwahl Gesagte.

          > Wann werden eigentlich … Mitgliederzahlen und Beitragszahlungen … aktualisiert?
          Diese Frage werde ich ans dafür zuständige Schatzmeisterteam weiterleiten. Serviceangebote wie dieses würden übrigens sehr von ehrenamtlichem Engagement profitieren.

          < Was macht eigentlich eure … Europaabgeordnete?
          Gute Arbeit. Und viel davon. Und anders als die allermeisten Abgeordneten des Europäischen Parlaments berichtet sie – trotz beschränkter Kapazitäten sogar mehrsprachig – regelmäßig und ausführlich von ihrer Arbeit und schreibt als Europaabgeordnete natürlich auch ihre eigenen Pressemedungen. Darüber hinaus hält sie regelmäßig virtuelle Sprechstunden ab, in denen sie Piraten und alle Interessierten informiert und Anregungen aufnimmt. Wenn Dich ihre Arbeit interessiert, findest Du Mittel und Wege, Dich zu informieren und einzubringen. Für eine Doppelung der Informationen aus ihrem Blog auf dieser Webseite fehlt uns zur Zeit leider die Kapazität. Die Stellenanzeige dazu ist online – wenn Du dich einbringen möchtest, bist Du herzlich eingeladen.

          > Was ist aus eurer Berichterstattung aus der Ukraine geworden?
          Da wir keine Korrespondenten o.ä. haben und die ukrainischen Piraten im Moment etwas anderes zu tun haben dürften, als uns Analysen rüberzureichen, fehlen uns – wie übrigens den meisten, die sich zu der Frage äußern – die notwendigen Informationen, um etwas sinnvolles zu dieser Diskussion beizutragen. Und daher gilt im Zweifel: Wer keine Ahnung hat – einfach mal…

          > Was aus der Berichterstattung über die Flüchtlingsproblematik in Deutschland?
          Der letzte Artikel dazu ist fünf Tage alt. An der grundlegenden Problematik dazu hat sich inzwischen (leider) nichts wirklich geändert. Eine wie häufige Wiederholung des traurigen Sachstandes hältst Du auf piratenpartei.de für angemessen? Und sollten sich die Piraten nicht – nach Dienen Worten – erstmal um ihre Wahlergebnisse kümmern?

          > Was machen eigentlich eure Abgeordneten in Berlin, von denen hört man seit mehreren Monaten garnichts mehr?
          Über die Arbeit der Fraktion im AGH kannst Du dich auf ihrer Webseite informieren. Dem Vernehmen nach bieten auch die Berliner Piraten Möglichkeiten an, direkt mit ihnen zu reden, z.B. in ihren Büros oder auch virtuell. Gerüchteweise haben einige von ihnen auch email und Telefon. Wenn Dir die Berichterstattung in den Medien nicht aureichend erscheint – z.B. über die hervorragende Arbeit von Martin Delius im BER-UA – dann kannst Du dich z.B. in Form eines Leserbriefes an diese Medien wenden.

        • @Chico: Deine Kritik ist völlig berechtigt.
          Das Problem ist, dass die Piratenpartei mittlerweile – wie bei anderen etablierten Parteien – von einer Funktionärselite kontrolliert wird, für die die individuelle Bilanz ganz anders aussieht: Sie fühlen sich wichtig und mächtig, es mag auch hier und da materielle Bereicherung eine Rolle spielen. Da das zum guten Teil sehr mäßig begabte Leute sind, hätten sie in einer dynamischen und lernfähigen Partei keine Chance, ihre jeweiligen Positionen zu erreichen oder zu halten.
          Für diese Leute ist es nicht „zielführend“ (typische Wortwahl), eine echte Selbstkritik der Piratenpartei zu befördern, ich bin nicht mal sicher, ob sie dazu intellektuell in der Lage wären. Das Resultat ist, dass die PIRATEN sich unter der 2%-Marke ‚etabliert‘ haben, Schwarmintelligenz und der Versuch, Gemeinwohl orientiert und partizipativ Politik zu machen, war einmal.
          Es gibt sicher noch eine Menge guter Leute in der Partei, die aber keine Lust haben auf Machtkämpfe mit der bezeichneten Funktionselite und den Wichtigtuern. Vermutlich sind auch viele im kommunalen Bereich als Mandatsträger gebunden.

          Ein Teil des Problems sind natürlich eine Reihe von (korrupten) Landtagsabgeordneten. Diese haben aufgrund ihrer materiellen Ausstattung und ihres leichteren Medienzugangs viel mehr Macht als das Sozialgefüge der Partei vertragen kann. Insbesondere da manche diese Macht von vornherein und systematisch missbraucht haben, um die angeblich so „basisdemokratische“ Partei zu manipulieren.
          Davon werden sich die PIRATEN erst erholen, wenn zumindest die beiden großen und lautschreierischen Fraktionen in NRW und Berlin weg sind, also 2017.

          Immerhin muss man sagen, dass die meisten Anhänger der Piratenpartei sich wohl der Situation bewusst sind, und mit ihrem Wahlverhalten dafür sorgen, dass sich die Piratenpartei irgendwann der ganzen (Selbst-)Betrüger entledigen wird.

          • Dirk schrieb am

            Lieber Eric, die sogenannte „Funktionärselite“, der Du hier wenig reflektiert und ziemlich pauschal irgendwelche Vorwürfe and Bein klebst, sucht händeringend nach Pirat/inn/en, die sich auf allen Ebenen einbringen wollen – vom Vorstandsamt über Öffentlichkeitsarbeit und Themenbeauftragungen bis zu nur scheinbarem „Kleinkram“ wie Videoschnitt oder mal was auf die Webseite zu stellen. Und zwar nicht Leute, die sich – wie von Dir in den Raum gestellt – irgendeiner gedachten „Macht“ unterordnen, sondern Leute, die sich eine Aufgabe suchen und dann selbständig $Dinge tun, die sie gegenüber der Basis und den von ihr gewählten Repräsentanten (und den Twitter-Stuhlstürmchen im Wasserglas) verantworten. Stellenanzeigen findest Du im Vorstandsportal und auf den Wikiseiten der Servicegruppen.
            Speziell die Leute, die am lautesten schreien und was von „Macht“ erzählen und von „Eliten“, die bringen sich da massiv ein, übernehmen ganz viel Verantwortung und schaffen echt was weg glänzen leider genau da durch Abwesenheit, wo sie mitgestalten könnten. Das solche Personen bei den wenigen Aktiven kein besonders hohes Ansehen genießen und das ständige Anpissen dann irgendwann auch zu einer gewissen Abhärtung führt, darf und sollte nicht verwundern.
            In diesem Sinne darf sich dann jeder, auch Du, mal fragen: Wo hab ich mich denn so geäußert, dass ich nach außen hin ein schlechtes Bild gezeichnet habe, oder dass ich eine/n Aktive/n angepisst und desmotiviert habe? Und wieviel habe ich dafür getan, dass wir nach außen hin gut dastehen und welche Aktiven habe ich ermutigt und unterstützt, damit sie gute Arbeit machen konnten? Leider verbringt die oben beschriebene Gruppe von Piraten Menschen eine so großen Teil ihrer Zeit damit, auf anderen rumzutrampeln, dass für eine Selbstanalyse wenig Zeit bleibt. Die Folgen sind absehbar. Und die Leute, die z.B. Dir überhaupt die Plattform verschaffen, Äußerungen wie die obige in die Öffentlichkeit tragen zu können, sind durch diese Form der Unterstützung bestimmt top-motiviert. Ich bin gespannt, ob Dir andere Parteien die Möglichkeit geben, Dich auf ihren Webseiten in solcher Weise über sie zu äußern.
            Um das Problem angeblich „korrupter“ Landtagsabgeordneter zu lösen, gibt es übrigens eine ganz einfache Möglichkeit: Überzeuge genug Leute davon, dass Du der Richtige bist, ihre Punkte im Landtag in ihrem Auftrag zu vertreten – am besten verbunden mit einer freiwilligen und bedingungslosen Bindung an Basisbeschlüsse. Dann lass Dich wählen und flupps: In der nächsten Legislaturperiode hast Du die Gelegenheit, es besser zu machen.

  6. Chico schrieb am

    Interessant lieber Dirk, wie du sowohl auf meinen (Nicht-Pirat) als auch den Beitrag von Eric (Piratenmitglied) reagierst.

    Ich fasse deine Punkte mal zusammen:
    – Selbstkritik: Null
    – kritische Selbstreflexion: Null
    – Verständnis/Entgegenkommen für Position d. Gegners: Null
    – Kompromissbereitschaft: Null

    Dafür:
    – Diffamierung des Gegners: Wortschöpfungen („Cherry-Picking“), technische Tricks (Durchstreichfunktion), vulgäre Einlagen („Einfach mal Fresse halten“ – schreibs doch ruhig aus!), Geringschätzung („Gerüchteweise haben einige von ihnen auch email und Telefon“)
    – Lügen und/oder Selbstbetrug: Spendenaktion/Wahlergebnisse: nur 1-2% des ausgerufenen Zieles erreicht ist „unbefriedigend, aber nicht unerwartet.“ (verscheißern kann ich mich selber)
    – Selbstüberschätzung (eine 2%-Partei möchte Demokratieverfall verhindern, die Wirtschafts- und Sozialpolitik grundlegend überarbeiten und das Grundgesetz restaurieren, den Staat durch ein BGE grundsätzlich umkrempeln, grenzenlos und weltweit aktiv sein – wo ihr noch nichteinmal einen geordneten Parteitag organisieren, einen Vorsitzen oder auch bloß einen IT-Mitarbeiter für mehrere Jahre engagieren oder eine sichere finanzielle Basis eurer Mini-Partei aufstellen könnt)
    – Schuldzuweisungen anstatt Schutz eigener Parteigenossen (Thema Schatzmeister)
    – Überheblichkeit und ständige Belehrungen („Warum engagierst DU dich nicht“, „Frage DU dich mal“, „Was hast DU beigesteuert“)
    – anhaltende Realitätsverweigerung (Eine Wahlniederlage nach der nächsten – trotzdem alles, aber auch alles richtig gemacht)

    Kurioserweise sind die sonst so zerstrittenen Piraten in diesen Punkten alle beeindruckend einig, egal ob in Foren, Parlamenten oder in den Massenmedien. So habt ihr 98% der deutschen Wähler, euch wohlgesonnene NGOs als auch mögliche politischer Unterstützer verprellt. Und wohl auch einen großen Teil der Piraten-Mitglieder. Und herzlichen Glückwunsch Dirk, auch du hast deine Mission erfüllt (wie oft eigentlich schon?):

    An dem Punkt ist die Diskussion für mich beendet. Ich habs einfach satt, mir permanent von chronisch gescheiterten und allem Eindruck nach noch milchbärtigen Möchtegern-Oberlehrern erzählen zu lassen, wie toll die Piraten und wie dumm alle anderen sind. Mir ist einfach meine Zeit zu schade, mich weiterhin an Diskussionen mit Piraten wie dir Dirk zu beteiligen. Geschweige denn dass ich euch wählen werde. Geschweige denn, dass ich euch finanziell unterstützen werde. Geschweige denn dass ich mich persönlich engagiere oder gar für einen Posten bei euch bewerbe.

    P.S.: Dass nun gerade du Dirk andere aufforderst, sich zu fragen „Wo hab ich mich denn so geäußert, dass ich nach außen hin ein schlechtes Bild gezeichnet habe, oder dass ich eine/n Aktive/n angepisst und desmotiviert habe?“ zeigt das Maß deiner Abgehobenheit.

    • Dirk schrieb am

      Erstaunlich, lieber Chico, welche Anteile meiner Beiträge Du herauspickst. Und dann auch noch falsch :) Denn Cherry Picking ist natürlich genauso wenig eine Wortschöpfung von mir, wie es Selbstüberschätzug einer Kleinpartei ist, parlamentarisch etwas bewirken zu können – zahlreiche Beispiele findest Du in den anderen Videos dieser keinen Reihe. Auch dass Du die Ironie bezüglich der Erreichbarkeit unserer Abgeordneten anprangerst, Dich aber selbst der gleichen Stilmittel bedienst (Bsp.: „einzigartige Europaabgeordnete“) lässt tief blicken und ist… ja: Cherry Picking. Genauso übrigens wie das bewusste Auslassen der Tatsache, dass sich das – ebenso bewusst nur angedeutete – „Fresse halten“ auf die Piraten selbst bezieht. Und natürlich sind die Piraten auch nicht „toll“, sondern haben, wie ich oft genug schrieb, genug Hausaufgaben zu machen. Auf einen konkreten Hinweis darauf, wo ich „alle anderen“ als „dumm“ bezeichnet habe, werde ich wahrscheinlich auch warten müssen.

      Aber in diesen zahlreichen Fails weiter herumzuwühlen, wäre auch nur Cherry-Picking, denn am Ende ist es doch einfach so: Wenn Du die zahlreichen Einladungen zur Mitarbeit und zum Einbringen konstruktiven Feedbacks nicht annehmen möchtest, dann kann ich das nicht ändern. Und das muss ich auch nicht, denn jede/r muss für sich selber wissen, wie und mit bzw. in welcher Gruppe sie oder er sich dem wachsenden Demokratieverfall, der um sich greifenden Verflechtung von Wirtschaft und Politik und der katastrophalen und zu einer Radikalisierung der Bevölkerung führenden Sozialpolitik entgegenstellt. Wenn eins das nicht bei den Piraten tun möchte, dann finde ich das naturgemäß schade (weil ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe) – aber dann ist es wahrscheinlich besser so für beide: Für den Einzelnen, weil er sich dann in einem ihm angenehmeren oder aussichtsreicheren Umfeld engagieren kann und das dann sicherlich mit mehr Spaß und Engagement tun wird – und für die Piraten, die dann eher die konstruktiven Beiträge Wohlgesonnener aufnehmen und an ihnen wachsen können. Für alle ist es zudem besser, wenn nicht Kräfte in sinnlosen Auseinandersetzungen unter Menschen vergeudet werden, die in weiten Teilen offenbar sehr ähnliche Ziele verfolgen. Oder kommt es nicht mehr darauf an, den politischen Gegner zu bekämpfen, als den politischen Nachbarn?

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