Mehr Kredite durch mehr Geld? Die Machtlosigkeit der Zentralbank

EZB, Frankfurt/M. | Bild: CC-BY-SA 2.0 Libertinus

Der Pirat Tobias D., @PiratosMuc, ist Mitglied in der wirtschaftspolitischen Arbeitsgruppe der Piratenpartei und beschäftigt sich seit Jahren mit der Geldpolitik. Er hat u.a. Vorträge bei Piraten-Veranstaltungen zum Thema »Geld entsteht – Geld vergeht« und zur Schuldenbremse gehalten. Nachdem die EZB am Donnerstag angekündigt hat, für 60 Mrd. Euro pro Monat Staatsanleihen aufzukaufen, haben wir Piratos gefragt, was davon zu halten ist.

Redaktion: Hallo Piratos, Du beschäftigst Dich seit vielen Jahren mit dem Thema Geldpolitik. Hat Dich die Ankündigung Mario Draghis überrascht?

Piratos: Nein. Das war abzusehen, da die Andeutungen in den letzten Wochen schon recht konkret waren. Auch die geplante Höhe ist nichts Besonderes.

In der deutschen Öffentlichkeit wird diese Summe als sehr hoch aufgefasst und das »Fluten« der Märkte sehr kontrovers diskutiert.

Ja, das stimmt. Aber leider sind in der öffentlichen Diskussion sehr viele – sagen wir – »Halbwahrheiten« unterwegs. Und ich vermisse eigentlich eine sachliche Aufklärung der Bevölkerung.

Inwiefern?

Nun ja, es beginnt schon damit, dass die EZB rein technisch kein Geld in die Realwirtschaft pumpen kann. Dazu muss man wissen, dass es in unserem Währungssystem zwei Geldkreisläufe gibt. Zum einen haben wir das Zentralbankgeld. Der Normalbürger kennt dies nur als Bargeld, welches aber nur Zentralbankgeld ist, damit das Drucken von Bargeld nicht von anderen Stellen durchgeführt wird. Das Bargeld ist auch ein verschwindend kleiner Teil der Zentralbankgeldmenge. Der größte Teil liegt auf Konten der Zentralbank. Solche Zentralbankkonten dürfen aber private Haushalte oder nichtfinanzielle Unternehmen gar nicht eröffnen. Verkürzt gesagt sind es die Konten der Banken bei der EZB. Die Banken leihen sich dieses Zentralbankgeld bei der EZB, um z.B. die Mindestreservepflicht zu erfüllen.

Auf der anderen Seite haben wir das Geld, welches wir von unseren Girokonten kennen, mit dem wir unsere Rechnungen bezahlen. Beide Geldkreisläufe haben nichts miteinander zu tun.

Aber die EZB will doch mit ihrem Zentralbankgeld den Banken Liquidität verschaffen, damit dieses Geld von den Banken an die Realwirtschaft weitergereicht wird.

Und genau das geht nicht. Die Banken können kein Zentralbankgeld weiterverleihen. Es gibt keine Verbindung zwischen diesen Geldkreisläufen.

Was passiert dann eigentlich genau, wenn die EZB Staatsanleihen aufkauft?

Da gibt es mehrere Varianten. Kauft sie die Staatsanleihen von Haltern von Zentralbankkonten – das können neben den Banken auch Staaten oder andere Gebietskörperschaften oder öffentlich-rechtliche Institutionen sein – dann tauschen diese Staatsanleihen gegen Zentralbankgeld. Das ist aus bilanzieller Sicht ein sogenannter »Aktivtausch«. Ansonsten passiert erst einmal nichts. Zentralbankguthaben können nicht »ausgegeben« werden. Sie gelangen nie in Umlauf.

Kauft die EZB die Staatsanleihen von Banken, dann ist die Theorie, dass diese nun mehr Kredite vergeben. Das ist aber ein Fehlglaube, denn damit ist nur die Möglichkeit geschaffen, dass Banken mehr Kredite geben können – aber tatsächlich passiert das nur, wenn die Banken das auch wollen und die Kredite von den Wirtschaftsunternehmen auch nachgefragt werden. Auf das erste hat die Zentralbank wenig Einfluss, auf das zweite überhaupt keinen.

Kauft die EZB die Staatsanleihen dagegen von Nichtbanken, dann stellt man sich das am besten als Doppelschritt vor: Das depotführende Institut kauft dem Halter die Staatsanleihen ab (gegen Gutschrift, also Giralgeld) und verkauft sie dann weiter an die Zentralbank (gegen Zentralbankgeld, also eine Gutschrift auf dem Zentralbankkonto). Hier findet also ein Aktivtausch bei der Nichtbank statt – es ist nun mehr Geld »in der Wirtschaft«. Und nun hängt es auch hier davon ab, ob die Nichtbanken dieses Geld einkommenswirksam ausgeben – also in Form von Konsum oder Realinvestition – oder ob sie es einfach wieder anlegen oder damit Kredite tilgen. Im ersten Fall kommt es zu einer wirtschaftlichen Belebung, im letzteren nicht. Auch hier hat die Zentralbank überhaupt keinen Einfluss (allenfalls einen psychologischen).

Die EZB will mit diesen Käufen eine drohende Deflation bekämpfen. Das heißt also, sie muss die Anleihen von Nichtbanken kaufen, damit diese das Geld in der Realwirtschaft ausgeben?

Theoretisch ja – praktisch aber wohl eher nicht. Wenn Nichtbanken Anleihen halten, dann deshalb, weil sie das Geld ja eben nicht ausgeben wollen oder gar nicht können, weil ihr Einkommen so hoch ist, dass es für Konsum nicht mehr ausgegeben werden kann.
Hinzu kommt noch, dass aus meiner Sicht das Instrument der Geldmengenausweitung völlig ungeeignet ist, um eine Deflation zu verhindern.

Warum?

Piratos: Was man aus der Vergangenheit lernen kann, ist, dass es keinen signifikanten Zusammenhang von der Geldmenge zur Inflation der Verbraucherpreise gibt, wohl aber zur Inflation der Vermögenspreise. Das wird wohl auch so bleiben – egal, was so gesagt oder geschrieben wird. Die Verbraucherpreise hängen zuerst mal von der Nachfrage ab und die wiederum am Einkommen der Konsumenten. Das hat aber gar nichts mit der Geldmenge, sondern einfach etwas mit den Löhnen zu tun. Wenn zusätzliches Geld nur angelegt wird, dann steigen die Vermögenspreise, die Löhne aber bleiben gleich und damit auch die Verbraucherpreise – genau das erleben wir jetzt.

Das bedeutet also, dass die Löhne erhöht werden müssen, damit eine Deflation in Europa verhindert wird? Aber es heißt doch ständig, dass gespart werden muss.

Auch hier wird die öffentliche Diskussion viel zu einseitig geführt. Mir fehlt zum Beispiel der erklärende Zusammenhang zwischen Sparen (bzw. Guthaben) und Schulden. Dazu nur ein Beispiel. In der Zwischenzeit sollte es den meisten Menschen bekannt sein, dass die Geschäftsbanken nicht nur kein Zentralbankgeld verleihen können, sie verleihen überhaupt kein »Guthaben« an Kreditnehmer: Bei Krediten wird das Geld von den Banken zusätzlich geschaffen! In meinem Vortrag in München habe ich dies ausführlich erklärt. Man kann das aber auch auf den Seiten der Bundesbank nachlesen, zum Beispiel im »Schülerbuch Geld und Geldpolitik«. Die Bundesbank hält das offenbar für ganz selbstverständliches Schulwissen.

Die Banken schaffen also Geld. Warum ist das so und warum ist das auch gut so? Nun, ganz einfach: wenn Menschen Geld sparen, dann fehlt dieses Geld in der Wirtschaft. Es kann nicht mehr ausgegeben werden. In Deutschland z.B. sparen die privaten Haushalte im Schnitt ca. 10% ihres Einkommens. Das würde bedeuten, dass die Wirtschaftsleistung massiv sinkt. Die Unternehmen können ihre Produkte nicht mehr absetzen und fahren ihre Produktion herunter – und natürlich auch das Personal. Das Ergebnis ist eine höhere Arbeitslosigkeit.

Und um das zu verhindern, muss also wieder neues Geld durch Kredit erschaffen werden?

Richtig. Das fehlende Geld muss wieder ersetzt werden. Im Normalfall machen das die Unternehmen oder der Staat, indem sie Kredite für Investitionen aufnehmen.

In Deutschland spart aber der Staat?

Nicht nur das. Auch die Unternehmen sind, bedingt durch die Finanzpolitik der Regierungen der letzten Jahrzehnte, in der Zwischenzeit zu Netto-Sparern geworden.

Und wer füllt dann das fehlende Geld auf?

Das Ausland. Deutschland hat seit vielen Jahren einen Exportüberschuss. Das bedeutet, dass wir mehr exportieren als importieren. Die Gründe hierfür hängen übrigens auch mit der moderierten Lohnpolitik bei uns in den letzten zwei Jahrzehnten zusammen. Exporte und Importe sind aber immer relativ zueinander. Wenn die Unternehmen eines Landes einen Exportüberschuss haben, müssen zwingend Wirtschaftsteilnehmer irgendeines Landes auf der Welt einen Importüberschuss haben, also mehr importieren, als sie exportieren. Die Unternehmen und Privaten in diesem Land verschulden sich dann oft bei dem Exportüberschussland.

Und damit komme ich zum nächsten Punkt, der ständig falsch in der Öffentlichkeit diskutiert wird: Genauso wie Importe und Exporte sich weltweit auf Null addieren, ergibt die Summe von (Geld-)Schulden und (Geld-)Vermögen Null. Weltweit kann nicht gespart werden, sonst würde die Weltwirtschaft zum Erliegen kommen. Dieser Zusammenhang ist extrem wichtig, aber leider werden die Schuldner in der Öffentlichkeit immer als die Schuldigen dargestellt. Aber ohne die Schuldner könnte es keine Sparer geben. Der Zusammenhang ist im Moment doch deutlich zu sehen. Wenn wir das Prinzip von Angebot und Nachfrage zugrunde legen, haben wir im Moment eine zu niedrige Nachfrage nach Schulden und dieses zeigt sich am niedrigen Zinssatz.

Zurück zum Thema Deflation und Bekämpfung derselben. Du hast gesagt, dass die Anleihenkäufe kein gutes Mittel gegen die Deflation sind. Was wären denn Deiner Meinung nach die richtigeren Maßnahmen?

Sparen ist auf jeden Fall das falsche Rezept. Wir brauchen doch nur in unsere eigene Vergangenheit zu schauen: Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts hat Deutschland versucht, sich aus einer Wirtschaftskrise herauszusparen. Dass dies nicht funktioniert hat und welche politischen Verwerfungen dies mit sich brachte, wissen wir ja zur Genüge. Das gleiche falsche Rezept wird seit Jahren mit unseren europäischen Partnern versucht. Auch hier sehen wir schon die politischen Veränderungen. Vom Leid der Bevölkerung in einigen südeuropäischen Ländern mal ganz abgesehen.

Das einzige, was Europa hilft, um aus der Deflationsgefahr herauszukommen, ist eine größere Nachfrage der Konsumenten. Und das geht nun mal nur durch höhere Löhne, oder indem man auf andere Weise ihre Kaufkraft stärkt. Und dieses nicht nur in den sogenannten Krisenländern, sondern auch und gerade bei uns, denn unsere Niedriglohnpolitik in Deutschland hat Europa erst in diese Situation gebracht. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich freue mich auf unser nächstes Gespräch, in dem wir über ein paar spannende Vorschläge sprechen werden, die Du in diesem Zusammenhang schon gemacht hast. Für heute erst mal vielen Dank.

Kein Problem. Die Menschen über die Zusammenhänge des Geldsystems aufzuklären, ist für uns Piraten sehr wichtig. Denn wie sollte man sich eine Meinung bilden, wenn die Hintergründe im Dunklen bleiben?

Wenn Du mit Piraten über Fragen des Geldsystems diskutieren möchtest, kannst Du uns in einer Sitzung der AG Geldordnung und Finanzpolitik besuchen – egal ob Du Pirat bist oder nicht. Die Sitzungen finden an jedem Mittwoch um 20:30 Uhr im Mumble NRW im Raum AG Geldordnung und Finanzpolitik statt.

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Kommentare

15 Kommentare zu Mehr Kredite durch mehr Geld? Die Machtlosigkeit der Zentralbank

  1. Buzz schrieb am

    Könnte es sein, dass die EZB sich einfach gesagt hat, was die FED (US-Notenbank) kann, das können wir auch, schliesslich war diese ja erfolgreich, wie es in einem Artikel in der „Wirtschaftswoche“ zu lesen ist. http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/diw-praesident-fratzscher-die-fed-war-erfolgreich/9632322.html
    Oder ist der „Aufschwung“ dort eher dem Umstand geschuldet, dass die USA plötzlich zum größten Ölproduzenten aufgestiegen ist ?

    • thewisemansfear schrieb am

      Geld ist nur ein Teil der notwendigen Voraussetzungen, damit sich die Räder in der Wirtschaft drehen. Verfügbare Energieträger wie Öl/Gas stellen im Industriezeitalter die reale Komponente dar. Fehlt eins von beiden, bleiben die Rädchen stehen.

      @Piratos
      Kleiner Kritikpunkt, den ich auf der ML schon angesprochen hatte:
      Wann hast Du das letzte mal in die Bilanz der EZB geschaut? Bargeld sei verschwindend geringer Anteil am Zentralbankgeld?
      Das Gegenteil ist der Fall. Hier ist die Statistik der EZB dazu: http://sdw.ecb.europa.eu/reports.do?node=100000135
      Unter 3. ist „base money“ (Geldbasis M0 = Zentralbankgeld) und „banknotes in circulation“ über die letzten Jahre zu sehen. Bargeld macht momentan ca. 80% vom Zentralbankgeld aus! Hintergrund ist m.E. die allgemeine Verunsicherung, was dann zu „nur Bares ist Wahres“-Denke führt und der Negativzins, den die Banken auf ihre ZBG-Einlagen zahlen müssen. Da werden die Bestände eben auf ein Minimum zurückgefahren.

      • Mike schrieb am

        Ja, da ist wohl was verkürzt wiedergegeben worden.
        Das Bargeld ist wohl eher ein kleiner Teil innerhalb von Banken.
        Macht aber nicht viel aus, der Rest ist wichtiger.
        Sehr guter Beitrag zur Aufklärung.

        • Piratos schrieb am

          Ja ich gebe zu, ich habe schon länger keine Bilanz der Zentralbank angeschaut, aber erklärlich ist es zum Einen durch die Negativzins auf Überschussreserven bei der EZB und natürlich auch, zum Anderen weil mittlerweile der Interbankenmarkt einigermaßen wieder funktioniert und so der Bedarf an Zentralbankgiralgeld der Banken auch nachgelassen hat.

    • Nicolai Hähnle schrieb am

      Da ist sicherlich etwas dran. Und durch diese Aktion der EZB wird höchstwahrscheinlich auch kein Schaden entstehen. Aber auch in den USA scheint man der Ansicht zu sein, dass die Geldpolitik der Fed mit Quantitative Easing nur sehr wenig mit dem Aufschwung zu tun hat. Relevant ist eher, dass die Ausgabenpolitik der Regierung nicht die Wirtschaft abwürgt. Hier gibt es einen interessanten Vergleich zwischen Eurozone und USA von Paul Krugman.

      • C. Reitnauer schrieb am

        Hallo, ich verstehe das nicht ganz.
        Ihr schreibt, dass durch die Aktion der EZB keine Schaden entstünde.
        Aber ist nicht genau das bereits passiert, wenn ich mir den Wechselkurs des € ansehe, ist er doch massiv gefallen. Also kann ich mir als €-Zahler (global gesehen) weniger dafür kaufen. Lt. den o.a. Ausführungen aber überwindet man die Deflation bzw. entsteht die Inflation nur durch die Stärkung der Kaufkraft der Bürger.

        • Piratos schrieb am

          Hallo C. Reitnauer,

          ja wie Andena weiter unten schreibt, natürlich hat eine schwächere Währung den Effekt, dass Preise für Importe steigen, aber es als „Schaden“ zu bezeichnen, halte ich für übertrieben, dann wäre jede Inflation ein Schaden für Dich persönlich, weil Du dadurch immer für das gleiche Produkt mehr zahlst. Das ist genau das Ziel der EZB, um wieder mehr Konsum und Investitionen zu erreichen. Kaufe jetzt statt morgen.

          Richtig ist aus meiner Sicht, dass eine schwächere Währung zwar dem Export dient, aber leider wird dieser Vorteil Deutschland überproportional dienen, weil als Exportweltmeister die Produkte Deutschlands durch die Abwertung noch attraktiver am Weltmarkt werden.
          Ob das Südeuropa hilft, wage ich zu bezweifeln.

  2. Nichtwähler schrieb am

    Könnte man das ganze EZB Geld nicht einfach als Grundeinkommen an alle EU Bürger auszahlen ? Das dürfte doch die Wirtschaft viel eher ankurbeln als wenn man nur die Finanzmärkte bereichert.

    • Dirk schrieb am

      Einen Vorschlag in dieser Richtung werden wir im nächsten Interview mit Piratos diskutieren. Ups, jetzt hab ich’s doch geleakt. Naja, wir Piraten stehen ja für Transparenz ;)

  3. Andena schrieb am

    Endlich mal wieder ein Artikel, bei dem sich das Lesen lohnt.

    Einzig zu kritisieren ist, dass @piratosMuc zwar richtigerweise die beiden Geldkreisläufe benennt, dann aber nicht zum richtigen Ergebnis kommt:

    Das Ankaufen der Staatsanleihen wird zuerst im Kreislauf der Geldwirtschaft eine Inflation entfachen zBsp durch steigende Börsenkurse und steigende Edelmetallpreise. Gleichzeitig führt die #EZB-Geldschwemme aber auch zu einer weiteren Abwertung des #Euro und damit zu höheren Importpreisen, die dann auch einen kleinen Effekt auf die Inflationsrate in der Realwirtschaft haben.

    • Piratos schrieb am

      Ja volle Zustimmung zur importierten Inflation, aber bitte kläre mich auf, zu welchem anderen Ergebnis/Lösung Du kommst?
      Es wird ja behauptet, dass die EZB die Inflation der Konsumpreise indirekt erzeugt, indem die Aktien- und Immobilienpreise steigen.
      Dadurch wäre es den Wirtschaftsteilnehmern möglich, höhere Kredite aufzunehmen, weil die steigenden Aktien ein bessere Pfand/Absicherung der Kredite wären.
      Alles schön und gut, wenn die Absicherung der Kredite heute ein akute Problem wäre, ist es aber nicht. Genug Pfand wäre da, aber es fehlt an Notwendigkeit der Wirtschaftsteilnehmer, Kredite überhaupt nachzufragen.
      Anyway, ich bin sehr auf Deinen Lösungsvorschlag gespannt.

  4. schokolade schrieb am

    „Die Banken leihen sich dieses Zentralbankgeld bei der EZB, um z.B. die Mindestreservepflicht zu erfüllen.“
    Das ist Falsch guckst du z.B. Wiki.
    „In den meisten Mindestreserve-Systemen werden die Geschäftsbanken gezwungen, bei der Zentralbank eine Mindestreserve zu hinterlegen.“

    • Piratos schrieb am

      Hallo schokolade
      Was ist daran falsch, dass was Du aus dem Wiki kopiert hast, entspricht genau dem gesagten. Die Mindestreserve ist in Zentralbankgiralgeld zu leisten. Dieses Zentralbankgiralgeld muss sich die Bank bei der Zentralbank besorgen.
      Mit unserem Giralgeld, also dem Nichtbankengiralgeld, kann die Bank KEINE Mindestreservepflicht erfüllen, sie braucht dafür Zentralbankgiralgeld.

  5. schokolade schrieb am

    Also m.E. ist der Grund für den Aufkauf von Staatsanleihen der Versuch die regionalen (nationalen) Staatshaushalte zu schützen. Kein Staatshaushalt kann solide geplant werden, wenn er mit dem Zinsrisiko leben muss. Erleben wir ja gegenwärtig z. B. durch die Effekte, die die Aufwertung des Schweizer Franken auf verschiedene öffentliche Haushalte von Städten und Gemeinden in D hat.
    Bei der Einführung des Euros hat sich eine Zinskonvergenz im gesamten Euroraum entwickelt. Alle Staatshaushalte konnten sich zu gleich niedrigen Zinsen Geld am Kaptalmarkt organisieren. Mit der Finanzkrise 2008? und der Aufkündigung der europäischen Solidarität durch Deutschland schossen die Zinssätze für die Problemländer in die Höhe. Damit wurde jeder Haushalt Makulatur.
    Um die Zinskonvergenz wieder herzustellen und die Finanzmärkte zu beruhigen ist der Schritt der EZB notwendig, die Alternative wäre eine gemeinsame europäische Wirtschaftspolitik.

    • Piratos schrieb am

      Ein echter „Schutz“ der Staatshaushalte vor den „Märkten“ wäre es, wenn Kommunen, Länder und auch Staaten
      a) sich nur noch bei öffentlich-rechtlichen Banken verschulden würden
      b) Anleihen, wie Kredite, nicht mehr handelbar wären, auch damit wären die „Märkte“ aus dem Rennen
      oder c) eine direkte Staatsfinanzierung über die Zentralbank stattfindet.

      Aber das ist Stoff für die nächsten Interviews hier, ich schreib es auf die ToDo-Liste :)

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