Link zu Anonymous-Leak: Hohes Strafmaß für Barrett Brown politisch motiviert

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei verurteilt das harte Strafmaß gegen den US-amerikanischen Journalisten und Internetaktivisten Barrett Brown. Dieser ist am Donnerstag von einem Bezirksgericht in Texas wegen eines Datenleaks während seiner investigativen Recherchen über das
Anonymous-Kollektiv zu 63 Monaten und einer Geldstrafe von 890.000 Dollar verurteilt worden [1]. Ihm wird insbesondere vorgeworfen, einen Link mit Kundendaten, die bei einem Hackerangriff auf das Sicherheitsunternehmen Stratfor entwendet wurden, in einem Onlinechat veröffentlicht zu haben. Damit soll er den Angriff auf den Think Tank, der immer wieder auch als privater Geheimdienst und ›Schatten-CIA‹ eingestuft wird, begünstigt haben. Weiterhin werden ihm die Behinderung einer Hausdurchsuchung und die Bedrohung eines FBI-Agenten zur Last gelegt.

»Mag sein, dass Barret Brown unsauber gearbeitet und Fehler gemacht hat. Ihn dafür aber über fünf Jahre ins Gefängnis zu schicken und fast eine Million Dollar Strafe zahlen zu lassen, ist weit von einem fairen Urteil entfernt. Hier wurde ganz klar ein politisches Urteil gefällt, um investigative Journalisten und Internetaktivisten davor abzuschrecken, weiterhin über den Überwachungskomplex zu berichten und die Machenschaften global agierender privater Geheimdienste ins Visier zu nehmen«, erklärt Stefan Körner, Bundesvorsitzender der PIRATEN.

Mit dem Urteil kriminalisieren die US-amerikanischen Gerichte nach Ansicht der PIRATEN den Umgang mit geleaktem Material. Gerade im Zusammenhang mit der Forderung des deutschen Innenministers, Behörden die Umgehung verschlüsselter Kommunikation zu ermöglichen, ist dieses Urteil, so die Piratenpartei, ein weiterer Beleg für die Marginalisierung und Kastration der Medien und des politischen Aktivismus.

»Hier werden Freiheit und Grundrechte von Geheimdiensten und staatlichen Behörden systematisch ausgehöhlt«, schließt Körner.

Quelle:
[1] Artikel auf Heise.de

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