Wahrhaft liberal ist immer auch wehrhaft liberal

(CC-BY-SA) Markus Winkler

Ein Gastbeitrag von Holger Hennig, @Hollarius.

Im Angesicht der in den Medien allgegenwärtigen Ereignisse, die in Paris einige Menschenleben kosteten, gibt es jede Menge vorschneller und teilweise reflexhafter Forderungen. Es gibt eine Menge Mitgefühl und Trauer. Im Angesicht so scheußlicher Taten sollten wir versuchen, einen politischen Kern zu finden.

Mein gesellschaftliches Ideal ist das eines offenen und freien Zusammenlebens. Will man das in politische Sprache übertragen, so wird man das »liberal« nennen. Ich gehe davon aus, dass Menschen und ihre Leben immer gleichwertig sind, dass niemand das Recht hat, andere Menschen als minderwertig zu bezeichnen, ja nicht mal das Recht hat, andere als minderwertig zu betrachten. Weil jeder Mensch eine Würde hat, die man nicht antasten darf, so könnte man mit dem Grundgesetz argumentieren. Oder einfach: Weil es nicht in Ordnung ist, sich über andere zu erheben.

Es gibt ein Gegenteil von Liberalität, und dieses Gegenteil kann man sehr schön unter dem Stichwort Supremacy zusammenfassen. Zur Supremacy gehört jede Menschenfeindlichkeit, die darauf beruht, dass manche Menschen von Natur aus »besser« sind als andere. Wir finden Supremacy ständig und überall, und wir sind selbst nie frei davon – was es natürlich nicht einfacher macht. Wir haben viele Namen dafür: Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Sexismus, Islamophobie, Homophobie, Lookismus, Ableismus oder Fatshaming, und ich habe garantiert noch eine ganze Latte von Ausprägungen vergessen. Warum ist Supremacy das Gegenteil von liberal? Nun, weil es immer zu Herrschaft führt, zu sozialem Druck, zu Diskriminierung, und damit dazu, dass ein offenes und freies Zusammenleben unmöglich wird. Und es wird noch schlimmer: Denkt man die Ideen der Supremacy konsequent weiter, landet man zuerst bei der Sklaverei und am Ende gar in Auschwitz.

Supremacy ist die Triebfeder von Islamisten, die französische Karikaturisten und jüdische Supermarktkunden ermorden, Supremacy ist der Grund, warum Boko Haram Hunderte und Tausende in Nigeria ermordet. Islamismus ist wie jede religiös-fanatische Ausprägung immer davon überzeugt, die absolute Wahrheit zu besitzen und natürlich sind alle die, die dieser Wahrheit nicht gehorchen, nicht wert zu leben. Für die Menschen, die mit der Pegida spazieren gehen, sind alle Muslime und wahrscheinlich so ziemlich alle anderen Nichtdeutschen nichts wert. Die Terroristen von der Hamas denken so über Juden, rechtsradikale israelische Siedler denken so über Palästinenser. Supremacy ist der Grund, warum unsere Gesellschaft die Mauertoten mehr betrauert als die Toten des NSU und aller Nazianschläge der letzten Jahre, Supremacy ist der Grund, warum es die Gesellschaft hinbekommt, Tausende ertrinkende Flüchtlinge jedes Jahr im Mittelmeer einfach zu ignorieren. Neben wirtschaftlichen Interessen, und gar nicht so selten mit denen verbunden, ist es immer Supremacy, die Krieg und Massaker und Massenmord hervorruft. Supremacy als Ideologie heißt übrigens Faschismus.

Wenn wir als Liberale etwas ändern wollen, dann müssen wir wehrhaft sein. Wenn wir die Welt ein bisschen besser machen wollen, dann dürfen wir nicht in einen Scheißegal-Liberalismus verfallen, der allen menschenfeindlichen Hass mit Meinungsfreiheit deckt. Wir müssen uns darüber klar werden, dass es »Meinungen« gibt, die Menschen kaputt machen, die Herrschaft verlangen, die gegen alles stehen, was liberal ist. Wenn wir uns nicht dagegen wehren, dann überlassen wir dem die Führung, vor dem wir uns fürchten. Menschenfeindlichkeit führt zu Diktaturen, Geheimpolizei und Zensur. Sie sind die Zeichen der Supremacy.

Deswegen kann auch die Reaktion nach Bluttaten wie denen von Paris nur lauten: Wir halten ganz offensiv und wehrhaft die Fackel der Freiheit hoch! Wir stehen noch klarer und radikaler für eine offene Gesellschaft ein und tun weder Islamisten noch Pegida-Jüngern den Gefallen, nach mehr innerer Sicherheit zu rufen. Islamisten und Islamophobe sind sich nämlich in ihrem Ziel einig: einer Atmosphäre der Angst.

Wenn wir aber Freiheit statt Angst wollen, dann müssen wir auch aufstehen, einschreiten und laut jede Form der Supremacy in der Gesellschaft und in uns bekämpfen. Und dabei niemals in die Fallen treten, niemals selbst Menschen das Lebensrecht absprechen, auch wenn sie noch so menschenfeindliche Meinungen vertreten. Unser Feind ist Supremacy, unser Feind ist Menschenfeindlichkeit – nicht die anderen Menschen.

 

Holger twittert unter @Hollarius, bloggt unter hollarius.wordpress.com, podcastet unter carpenoctem.podspot.de und macht auch sonst noch so manches…
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Kommentare

49 Kommentare zu Wahrhaft liberal ist immer auch wehrhaft liberal

  1. Otla schrieb am

    Supremacy ist nicht die Triebfeder der islamistischen Extremisten, ob IS, el-Qaeda oder Boko Haram. Hier bitte nicht wieder (indo-)europäisches Denken achtlos auf ganz andere Kulturkreise übertragen, denen diese spezifische Form des Rassismus fremd ist.
    Wenn man hier überhaupt europäisches Denken annehmen will, was außer bei IS durchaus zweifelhaft ist, so möge man bitte an Stalin denken, der schon Saddam Husseins großes Vorbild war. Typisch für Stalin war, dass das Individuum und sein Leben ihm so gut wie nichts bedeutete. Wie bei einem Ameisenstaat zählte für ihn einzig das Fortkommen des Staates, der Gesellschaft, jedenfalls, sofern sie sich halbwegs der Ideologie unterwarf, eine Denkweise, die ja nicht nur von Mao übernommen wurde.

    Lässt man die Taten des IS Revue passieren, wird man in ihnen die gleiche Denkweise erkennen können; nicht nur, was die zahllosen und grausamen Hinrichtungen, teilweise mit Ausstellung der Toten betrifft, sondern durchaus auch seine Einstellung den eigenen Kriegern gegenüber, die ja auch hemmungslos verheizt werden.

    Ich fürchte, es ist gerade diese den Anschein von radikaler Vernunft erweckende Denkweise Stalins, die als ‚bewährtes‘ geschlossenes System zum beständigen Zulauf anderer militanter islamistischer Gruppierungen zu IS führt.

    Es bringt nichts, wenn man unter Anwendung nur oberflächlich verstandener Begrifflichkeiten irgend etwas wild assoziiert. Man muss sich schon die Mühe machen, sauber zu analysieren, sonst steht man solchen Bewegungen vom Verstehen her und folgend argumentativ hilflos gegenüber – und dann bleibt als einziges Argument nur noch die Kanone.

    • Hollarius schrieb am

      Liebe Otla,
      ich vermutete schon, dass du einen sehr persönlichen Zugang zu Supremacy hast. Allerdings ist dein Stalin-Beispiel hinkend, da diese Einstelung gegenüber dem Individuum ja klassisch Supremacy ist. Und dieser Umgang mit den eigenen Leuten, der war ja im real existierenden Faschismus in Nazi-Deutschland keineswegs anders. Siehe Volkssturm usw. totaler Krieg …

      • Otla schrieb am

        Nein, das hat mit dem Einstellung zum Individuum nichts zu tun. Richtig ist, dass beide das Schicksal des Individuums nicht für so bedeutend halten, das ist aber auch schon alles an Gemeinsamkeiten.

        Supremacy ist es nicht, wenn – typisch für Oligarchien – ein Teil der Gesellschaft sich nach aristokratischer Manier für allen anderen überlegen hält. Supremacy ist es, wenn ein Volk, eine Rasse, eine sich irgendwie als genetisch zusammenhängend betrachtende soziale Gruppe für allen anderen überlegen hält. Qua Biologie also. Zumeist. Denn davon abweichend hat die UNO zu Recht auch den Kulturrassismus als Rassismus anerkannt. Der beruft sich nicht auf eine biologische Gemeinsamkeit, sondern eben auf eine kulturelle. Oder auf eine zivilisatorische. Das war (und ist) in Teilen der US-Bevölkerung sehr populär. Die betrachten sich als die am weitesten entwickelte Zivilisation und gehen deswegen davon aus, dass jeder vernünftige Mensch diese Zivilisation adaptieren möchte, wozu auch Werte, Rechtssystem, Lebensweisen usw. gehören. Das tut der biologische Rassist nicht, für den lassen sich Gene nicht ändern.

        Beide verlangen jedoch die bedingungslose Unterwerfung unter die von ihnen beanspruchte Überlegenheit. Wer die nicht leistet, ist ’naturböse‘, muss unterdrückt werden und wird letztlich als vogelfrei angesehen.

        Stalin und Gesellen denken ganz anders. Die Führung, die sie beanspruchen, beruft sich nicht auf biologische oder kulturelle Überlegenheit, sondern einzig auf ihre individuellen Fähigkeiten. Wobei sie, bis auf den Führer selbst, diese Fähigkeiten in das gesichtslose Kollektiv der Partei einzubringen haben. Das ist bei Faschisten deutlich anders. Stalinisten haben auch in der Regel keine mit Unterwerfung der ‚Untermenschen‘ verbundenen Eroberungsgelüste. Wenn die erobern, dann hat das rationale Gründe: sicherheitsbedingte ‚Begradigung‘ der eigenen Grenzen z.B. (Polenverschiebung, Tibet). Ansonsten erweitern die sich durch Beitritt anderer Staaten, dem sie selbstverständlich gerne nach helfen (Afghanistan), aus dem es dann freilich kein Ausscheren mehr gibt, weil, man hat ja die ideologische Wahrheit gepachtet (Ungarn, Tchechoslowakei, Kurdistan). Dabei sind sie in der Regel überhaupt nicht rassistisch. Die nehmen jeden, wenn er nur bedingungslos – und auch skrupellos – der Ideologie folgt.

        Man kann es sich gut an zwei Bildern klar machen. Völkisch-genetisches Supremacy-Denken betrachtet das eigene Volk als einen Körper, dessen Teile ganz natürlich und unveränderlich einer Hierarchie folgen: oben der Kopf, dann Arme, Beine, Herz usw. Ziel ist, dass es diesem Körper als ganzem nicht nur gut geht, sondern dass er auch seiner natürlichen Aufgabe Weltbeherrschung folgen kann.

        Stalinistisch, wie schon gesagt, der Ameisenstaat. Das einzige Individuum ist die Königin, ansonsten erfüllt jeder Hand in Hand die Aufgabe, die er eben erfüllen kann, zuweilen durchaus zeitlich begrenzt. Der Staat ist kein fester Körper, sondern dynamisch. Wenn für eine Zukunftsaufgabe Zig-Tausende sterben, dann ist das egal, es wachsen ja immer wieder welche nach.

        Fazit: es ist mitnichten die Einstellung zum Individuum, die Supremacy-Denken kennzeichnet.

  2. Der7teZwerg schrieb am

    Sechs – setzen!

    Diese (sogenannten) „Islamisten“, die in Paris diesen Anschlag verübt haben, sind nichts weiter als das Ergebnis einer verfehlten Sozial (-liberalen) Politik. Egal ob IS, Boko Haram oder andere Extremistische (auch linke!) Gruppierungen, alle profitieren im negativen Sinne von einer global vernetzten Welt, die dem (Finanz-) Stärkeren mehr Rechte zum Leben einräumt als anderen. Wer täglich um sein Stückchen Brot kämpfen muss, wer täglich versucht persönliche Anerkennung für sein Tun und Handeln zu erhalten, stets aber abgewiesen wird, wird irgendwann Hass auf die ihn umgebende ablehnende Gesellschaft entwickeln und sich einer Gruppe zuwenden, die diese fehlenden Emotionen gern bereit ist zu geben.

    Karl Marx sagte um 1840 herum, dass „Religion das Opium des Volkes sei“, womit letztlich eine Religion für ein fehlendes Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstverwirklichung als Ersatz dienen muss, um zumindest etwas Anerkennung zu bekommen, um das Elend verlassen zu können, auch wenn dies nur auf geistiger Ebene stattfindet.

    Resultierend aus den feigen Morden in Paris nun aber eine „wehrhafte und liberale“ Politik zu fordern, der zudem im Text wieder das Schema von Vorverurteilung von Meinungen/Aussagen zugrunde liegt ohne jedoch nach den Ursachen zu forschen, sind auf dieser Webseite der Piratenpartei dann eher kontraproduktiv. Solcherlei Texte bringen uns nicht weiter, sind sie polemisch und simpel gestrickt um auf der anderen Seite Zwietracht zu säen und Disharmonien zu erzeugen.

    Es genügt nicht nur eine #Pegiphobie zu entwickeln, man muss sich schon mit der Realität und daher auch mit den Ursachen beschäftigen, die zu solchen extremen Taten führen.

    Im übrigen:
    „Supremacy ist die Triebfeder von Islamisten“ – Bitte?! – Auf einfach nur Deutsch hätte man schreiben können: „Die Vorherrschaft oder Dominanz ist die Triebfeder der Islamisten“. Damit hätten alle den Sinn des Textes verstanden, der letztlich jedoch so überhaupt keinen Sinn ergibt. Der Autor verliert sich in Gefühlsduselei und billiger Polemik, die der Polemik der Islamisten in Nichts nachsteht. Denn es werden Schlagwörter wie Auschwitz und Sklaverei in einen möglichen Zusammenhang konstruiert, um den Terror einzelner in irgend eine Form gießen zu können.

    • Otla schrieb am

      Darf ich helfen?
      Supremacy ist inzwischen in der Tat zu einem Fachterminus in der internationalen Politik geworden.
      Das ist sehr gut in Wikipedia erklärt, ich empfehle, sich das durchzulesen: http://de.wikipedia.org/wiki/White_Supremacy
      Wesentlich ist, dass es nicht den von mir gerne als provinziell bezeichneten Blick einzig auf den Nationalsozialismus hat, sondern als Oberbegriff für alle möglichen letztlich gewaltbereiten Rassentheorien verstanden wird. Die natürlich alle rechtsradikal sind.

      • Der7teZwerg schrieb am

        Ich kenne die Begriffserklärung und lehne sie entschieden ab. „Supremacy“ ist in meinen Augen ein Begriff für nichts weiter als „sich wichtig zu machen“. Denn siehe da: http://de.wikipedia.org/wiki/Black_Supremacy, es gibt auch das Gegenteil davon. Also erklärt es rein gar nichts. Einzige Übereinstimmung mag Rasse sein oder eben jemanden dominieren zu wollen. Also kann man das gern auch in Deutsch schreiben.

        • Otla schrieb am

          Kommt drauf an.
          Da ich im Netz meist außerhalb Deutschlands unterwegs bin, ist mir der Begriff Supremacy einfach vetrauter, weil der auch den versteckten Rassismus mit umfasst (versteckt jetzt bitte nicht verstehen als an den Haaren herbei gezogener Rassismus, sondern eher als politisch abgestrittener Rassismus).
          Dass das bei den ‚Linksbizarren‘, die ich eher als Provinztruppe begreife, ganz anders sein mag, will ich nicht in Abrede stellen :-)

  3. StefanM schrieb am

    Auch auf dieser Webpage könnten Comments ruhig mal abgestellt werden, bzw. ab damit auf eine Trollhölle away from page.

    Zum Thema: dass Fatshaming direkt nach Auschwitz führt, ist ja sowas von überzogen. Jede Strömung fühlt sich mehr im Recht als die andere. Das ist ein Stück weit normal. Liberal ist, auch soetwas bedingt zuzulassen. Nichtliberal ist, totalitäre Denkverbote auszusprechen.

    • Dirk schrieb am

      > ab damit auf eine Trollhölle away from page
      Wir haben auch sehr gute Beiträge darunter. Nicht unbedingt genau hier, aber generell. Und es gibt schon Überlegungen, ein Diskussionssystem anzuschließen, das User-Bewertungen zulässt und dann hier nur die bestbewerteten anzuzeigen. Hauptproblem dürfte wie immer sein: Wer macht’s? Die, die Zeit haben, hier trolligen Content zu generieren leider eher nicht…

      • StefanM2 schrieb am

        Technisch kann ich mir eine einfache Lösung vorstellen … Den sowieso vorhandenen RSS Feed übernehmen, damit ein neues WordPress Kommentarblog füllen, das dann für Suchmaschinen ausschließen und einen Bildlink aufs Commentblog unter jeden Artikel auf Piratenpartei.de. fertig ist die Trollhölle zum gepflegten Wegignorieren. BTW. Für WordPress gibt’s sicher jede Menge Plugins zum Kommentarbewerten und so. Aufwand 1-2 Stunden fürs Aufsetzen.

      • lainee schrieb am

        Ich war wirklich gewillt, die Kommentare zu lesen. Aber was ich da finden musste, ist unter aller Qualität.
        Die aggressive Art und Weise der formvollendeten Bösartigkeiten mag vielleicht einem intelligenten Hirn entsprungen sein, die Qualität der Texte leidet jedoch so unter den Beleidigungen, Scharfzüngigkeiten und sogar persönlichen Angriffen, und das ironischerweise von jemand, der vom Autor „evidenzbasierte Analyse“ fordert, dass ich nicht gewillt bin, daran meine Zeit zu verschwenden.

        Hollarius Text ist nicht wissenschaftlich. Na und? Es ist ein Blogtext. Ein Gastartikel. Es sind Gedanken. Meinetwegen hätte er statt des Wortes „Supremacy“ auch „Überheblichkeit“ nehmen können. Mit meiner Weltauffassung kann ich mich in der Grundaussage jedenfalls gut wiederfinden:
        „Wenn wir aber Freiheit statt Angst wollen, dann müssen wir auch aufstehen, einschreiten und laut jede Form der Supremacy in der Gesellschaft und in uns bekämpfen. … unser Feind ist Menschenfeindlichkeit – nicht die anderen Menschen.“

        Einige Kommentare sprühen nur so vor Feindlichkeit, wahrscheinlich fühlen sich die Schreiberlinge deshalb so angesprochen, unbedingt allem zu widersprechen? Egal.

        Wirklich, solche Meinungen sind egal, Hollarius, lass dich durch solch böses, überhebliches Geschwätz nicht treffen. Das ist es nicht wert.

    • Ciriaeth schrieb am

      Wegen einiger weniger Trolle sollen wir vielen anderen die Möglichkeit zur Kommentierung und Präsentation ihrer Sicht nehmen, bei der auch viele wichtige Aspekte hinzu kommen? Erscheint mir etwas falsch.

      Welchen Sinn sollen Artikel denn haben, wenn nicht dazu zu führen, daß Leute sich darüber unterhalten und darüber streiten? Und gerade dann sollten wir auch hier beim Artikel selbst diese Diskussion zulassen.

  4. Dirk schrieb am

    Ehrliche Frage: Erwartest Du, dass jemand sich die Mühe macht, die Sachargumente aus dem Wust von Beleidigungen rauszufiltern? Und ehrliche Bitte: Schreib Deine Kritik bitte nochmal in sachlich.

    • @HuWutze schrieb am

      Ich lese keinerlei Beleidigungen! Der Autor dieser Antwort hat doch Recht mit seiner Aussage. Sie ist sachlich genug um als valide Antwort auf den Ursprungstext zu genügen. Und Holger hat nicht das erste mal seinen Müll hier verbreiten dürfen! Wem will Henning eigentlich noch seine Sicht der Dinge auf diese Welt erklären? Ab wie viel Unsinn wird etwas Blödsinn?

      Meine Güte, lernt Kritik, bevor ihr anfangt andere kritisieren zu wollen!

      • Dirk schrieb am

        > keinerlei Beleidigungen
        Hier kurz als Lesehilfe:

        Haufen belanglosen Geschwafels – Scheiß verzapfen – Ahnung von gar nix – keine Qualitätsauswahl – So wie Victor Orban – furchtbaren Geseihers – keine Ahnung – Bullshit-Begriff – Kompetenz vorgetäuscht – aufgeblasen und auf wichtig getrimmt – völlig belanglose, ahnungslos-antwortfreie Sicht – hinrotzt – nicht einmal dafür gereicht – Armutszeugnis – unsäglichen Geblubbers – seine eigenen absoluten Wahrheiten – [Beleidigung entfernt, -Maschinenraum] – Scheiß – widerwärtigtse Weise – Heuchler – kenntnislos – Schwurbelei – jeden Mist.

        Inhaltlich habe ich beim Streichen der Füllworte nicht richtig viel gefunden:
        Ob die Gesinnung der Al Quaida Supremacy sei? Nun ja, Menschen die man versklaven und nach Belieben umbringen darf, scheint man sich qua Glauben überlegen – suprem – zu fühlen.
        Ob Holger sich mit dem Inhalt des Satiremagazins Charlie Hebdo auseinandergesetzt habe? Wahrscheinlich schon, lässt jedenfalls sein letzter Podcast und der Blog-Artikel das vermuten.
        Und dann dieses endlose Missverständnis der Meinungsfreiheit.

        Die einzige nach vorne weisende Frage, die ich in „niemals nicht“’s anonymen wall-of-text finde, ist die Bewertungsfrage: „Wer entscheidet, was menschenfeindlich ist?“ Und das ist in der Praxis in der Tat das Problem. Denn Fanatiker finden das bestimmt gar nicht menschenfeindlich, wenn sie z.B. die Zeichner von Charlie Hebdo „hinrichten“. Wahrscheinlich finden sie es sogar sehr menschenfreundlich, die (aus ihrer Sicht) „guten“ Menschen von solchen (aus ihrer Sicht) Kreaturen zu erlösen. Nimmt man „niemals nicht“’s Frage also ernst (auch wenn sie wohl eher rhetorisch ad-hominem gemeint gewesen sein dürfte), dann kommt dann vielleicht bei sowas raus: http://www.uni-bielefeld.de/ikg/gmf/einfuehrung.html Letztendlich ist es aber doch eigentlich auch wieder nur der kategorische Imperativ.

        Und der ist es auch, der mich kopfschüttelnd vor solchen anonymen Textwüsten stehen lässt: Wünscht sich der Autor oder die Autorin, dass man so mit ihm bzw ihr umgeht? Wünscht man sich so eine Ansprache? Piraten waren mal die mit den Fragen. Dann stellt sie doch auch.

        • @HuWutze schrieb am

          Au meine Güte! Ich sehe immer noch keine Beleidigung! Ich sehe einfach nur Tatsachen. Sinnloser Text bleibt sinnloser Text. Auch Bullshittext genannt, was immer noch keine Beleidigung darstellt. Jedoch weise ich an der Stelle nun einfach ganz dreist darauf hin, dass man den Text vielleicht auch mal Satirisch betrachten sollte. Ich meine, „ihr“ meint ja alle, dass Satire alles darf. So lange da keine wirklichen und relevanten Beleidigungen stehen – welche tatsächlich nirgends zu finden sind – ist der Text in Ordnung. Und wie ich oder jemand anderes seine „Satire“ verpackt und kennzeichnet, ist dem Verfasser überlassen. Es ist nicht meine Schuld, wenn einige einfach nicht dazu in der Lage (zu blöd sind -> das wäre vllt. eine Beleidigung) sind, Worte in die richtige Reihenfolge zu bringen.

          Oh Blasphemie – „Er hat Jehova gesagt“. – Wer sich von solchen Worten beleidigt fühlt, der sollte womöglich das nächste Mimosensymposium besuchen und nicht eine Webseite moderieren. – Ich habe fertig

          • Dirk schrieb am

            > Ich sehe immer noch keine Beleidigung!
            Wahrscheinlich ist es Teil des Problems, dass immer noch manche Piraten derartige Umgangsformen mit »Politik machen« verwechseln. Da wünsch ich mir doch mal dieselbe Energie, aber in schlaue und überzeugende Worte verpackt nach außen gerichtet – dorthin, wo der politische Gegner sitzt, der das das-Boot-ist-voll-Lösungsmuster seit gut einem Jahr mit aller Macht in die öffentliche Diskussion gedrückt hat, sei es mit Hilfe irgendwelcher Rummän/inn/en und Bulgar/inn/en, oder auch mit der Maut-Diskussion. Die lachen sich doch kaputt über die Mini-Opposition, die sich noch gegenseitig zerlegt. Blöd nur, dass ihnen die Angstmache entglitten ist und heute wohl 25.000 in Dresden marschiert sind. Erzählt doch am besten denen mal was, statt dieser Selbstbeschäftigung hier.

        • Dirk schrieb am

          > nur gegen geäusserte Meinungen, sondern auch gegen gedachte
          Erstaunlich, wie schnell man bereit ist, den Art 1 GG zugunsten des Art 5 zu vergessen, wenn es gerade passt. Da es sich bei Holgers Text um eine emotionale Polemik gegen Überlegenheitsdünkel handelt, ist sein »darf« natürlich nicht als rechtliches Argument zu verstehen, sondern als Appell an das, was uns als Menschen ausmacht – oder ausmachen sollte. Mehr dazu später.

          > Dass du mir diese Äusserung als ad-hominem Argument auslegst
          Ad hominem sind die in der Antwort an HuWutze aufgelisteten Tiraden. In der Tat hätte es mich gefreut, hättest Du dich mit der – von Dir übrigens völlig korrekt erkannten – Aussage »dagegen muss man sich wehren – auch gegen gedachte« auseinandergesetzt. Passiert aber leider nicht. Stattdessen im nächsten Satz gleich wieder Themenwechsel. Aber es ist auch wirklich schwer, dagegen zu argumentieren.

          > den du dann lieber doch nicht verteidigen willst
          Kommt drauf an. Bisher hat kaum jemand, jedenfalls nicht Du, diese Position inhaltlich argumentativ angegriffen. Warum sollte ich sie also verteidigen? Und warum eigentlich ich? Aber wenn Du hier schon wieder ad hominem gehst, äh, wenn Du mich so freundlich bittest… Ich habe es allerdings vorgezogen, dies auf meinem eigenen Blog zu tun.

          Diese Gedanken sind – im Kleinen – auch der Grund, warum ich persönlich gerne beleidigende Kommentare hier stehen lasse: Sie sagen mehr über den Schreiber, als über den Beleidigten.

          > P.S.: Dass “Kabarettisten” jetzt sang- und klanglos durch “Karikaturisten” ersetzt wurde
          …ist nicht schön. Ich hätte es lieber gesehen, wenn ein entsprechender Vermerk angebracht worden wäre, dass das Versäumnis des Lektorats (mea culpa) nachträglich korrigiert wurde. Ich werde das gelegentlich in der Redaktion ansprechen.

        • Pirat schrieb am

          Vielleicht ist der Grund, dass der Autor hier schreiben darf, die Tatsache, dass er Pirat ist? Ist er doch, oder?Vielleicht mag ja jemand von den wütenden Kommentatoren eine fundierte und nicht beleidigende Entgegnung schreiben, also, falls welche davon Piraten sind. Ich vermute, die Redaktion wählt nach Qualität aus, und nicht nach politischer Ausrichtung innerhalb der Partei – so würde ich das machen.

          • Dirk schrieb am

            Nicht /nach/ politischer Ausrichtung, sondern so, dass die Artikelauswahl das Spektrum bei den Piraten reflektiert. Nicht Bedingung allerdings ist, dass alle Autor/inn/en Piraten sind. Wir hatten auch schon ausgezeichnete Gastartikel von außerhalb – allerdings auch diese unter dem Aspekt, dass sie sich deutlich innerhalb des piratigen Spektrums bewegen und dort Akzente setzen.

  5. Keppla schrieb am

    Auch wenn ich dem Apell am Ende zustimme, dass nicht nach mehr pseudosicherheit gerufen werden sollte: das davor ist nicht ansatzweise Liberal, und ich finde es schade zu sehen, wie wenig es braucht, dass Liberale ihre Prinzipien wegwerfen.

    Mein gesellschaftliches Ideal ist das eines offenen und freien Zusammenlebens. Will man das in politische Sprache übertragen, so wird man das »liberal« nennen.

    Sorry, aber das will jeder. Ja, auch Pegida, Stalinisten und Salafisten.

    Der Unterschied zwischen den genannten lediglich, welche Kausalitäten herbeiphantasiert werden, was eine Meinung zu einer Tat macht, die man zum Wohle der Gesellschaft verbieten muss.

    Für Pegidas ist es die Meinung, dass das unsichtbare Alphamännchen korrekt von Mohammet beschrieben wurde, die ja zum Wohle der offenen und freien Gesellschaft abgewehrt werden muss, denn diese Meinung führt zwangsläufig zum Terrorismus, ist somit schon Terrorismusvorbereitung, und jeder Imam dadurch automatisch Hassprediger, der ausgewiesen werden sollte, sonst werden bald unsere Frauen zwangsverheiratet, und DAS kann ja nun wirklich in einer Freien Gesellschaft nicht sein.

    Für die Stalinisten war es die Meinung, dass es eventuell wünschenswert wäre, waren frei handeln zu dürfen, denn das ist nicht einfach nur eine Meinung, das ist kapitalistische Propaganda und leistet der Unterdrückung der Arbeiterklasse Vorschub, und sollte somit – natürlich auch zum Wohl des Fehlmeinenden – mit Umerziehung bekämpft werden, denn Meinung hört da auf, wo Unterdrückung anfängt.

    Und für die Salafisten ist es eben die Blasphemie, die für sie die Moral der Gesellschaft zersetzt, dazu führt, dass Gläubige vom Glauben abfallen, was bedeutet, dass signifikante Teile der Gesellschaft nicht in den (total existierenden) Himmel kommen, was natürlich verhindert werden muss. Freiheit kann ja nicht heißen, andere zu ewigen Qualen zu verdammen.

    Einfach nur „Für eine freie und offene Gesellschaft“ zu sein ist etwas, was selbst die menschenverachtensten Utilitaristen mit Liberalen gemeinsam haben, ganz einfach, weil niemand glaubt, gegen die Freiheit zu sein.

    Was Liberale von Utilitaristen unterscheidet, ist, dass sie gelernt haben, dass das „…außer natürlich…“ hinter eine Regel der interessantere Teil ist: Souverän ist, wer den Außnahmezustand ausrufen kann.

    Mal am literarischen Beispiel: „No animal shall kill any other animal“ macht nicht zum Liberalen, das Ablehnen des „…without cause“ macht es, und die Frage, wer denn den „cause“ definiert.

    Doch daran mangelt es hier Leider:

    Ich gehe davon aus, dass […] niemand das Recht hat, andere Menschen als minderwertig zu bezeichnen, ja nicht mal das Recht hat, andere als minderwertig zu betrachten.

    Das ist nicht Liberal, das ist ziemlich genau das exakte Gegenteil. Ein Liberaler würde erkennen, dass – egal wie heilig oder gut der Grund im Moment scheinen mag – dies hier eine Forderung ist, die sogar noch weiter geht, als Meinungen zu Verbieten, sondern: Gedankenverbrechen einzuführen. Hier wird gefordert, dass jemand nicht das Recht hat, bestimmte Gedanken zu denken, selbst wenn er sie nicht äußert, und er brav sein konformistisches Leben lebt.

    Hier wird Linientreue gefordert.
    Hier wird die Einführung von Gedankenverbrechen gefordert.

    Und wofür? Damit wir davor bewahrt bleiben, die häßlicheren konsequenzen der Meinungs- oder Demonstrationsfreiheit wie Pegida zu sehen?

    Oder, weil ja jeder, der so denkt, morgen KZ baut? So wie die Muslime morgen alle Terroristen sind?

    Nein, das ist nicht liberal, das ist eine faschistische Position.

    Ein harmlos wirkender, brav gekleideter, auf sich eher links sehende wie mich sehr sympatisch wirkender Faschismus, weil er den tumben Faschoschlägern so unähnlich ist, und sogar vorgibt, meine mich und meine Freunde vor ihnen zu Schützen.

    Trotzdem: es ist Faschismus, denn – entgegen der zurechtgebogenen Definition im Artikel – ist Faschismus nicht einfach nur ein Überlegenheitsgefühl. Faschismus wird es erst durch das Totalitäre, was bereits das Abweichen von der Ideologie zur Straftat macht, und nicht eine konkrete Tat mit konkretem Schaden.

    Wer – zurecht – Politiker dafür kritisiert, dass sie einfach so elementare Freiheiten aufgeben wollen, weil es irgendwo einen Terroranschlag gab darf nicht im nächsten Satz den elementaren Kern des Liberalismus verraten, nur weil jemand für was Demonstriert, was einem nicht gefällt, und bei den Demos zur Gewalt kommt.

    Ein wahrer Liberaler ist auch dann Liberal, wenn’s wehtut, und nicht nur da, wo es gerade opportun ist.

  6. Ein recht kurzweiliger Kommentar!
    Den Artikel selbst hab ich nicht gelesen, die Qualitätskontrolle dieser Seite oder die Auswahl der Texte und Autoren, nun ja, ist in der Tat recht speziell.

    Mit einem Halbsatz disqualifizierst Du Dich allerdings vollständig:
    „Da sterben 17 Menschen für die Meinungsfreiheit,….“
    Da sterben 17 Menschen und dann versuchen andere Menschen, dem einen Sinn zu geben. Schon die Frage, warum die gestorben sind, ist vielleicht nicht so eindeutig zu beantworten, aber gar zu verkünden wofür ist politische Vereinnahmung, Manipulation und widerlich. Abgesehen davon, dass auch der Begriff der Meinungsfreiheit an sich überhaupt nicht eindeutig ist, die hat natürlich immer Grenzen, aber welche genau das sein sollen, ist schon wieder nicht so einfach.

    P.S.
    Die drei anderen Menschen sind übrigens auch nicht „für den Islam“ gestorben.

  7. DetlevMüller schrieb am

    Ich bin sehr enttäuscht von ihrer Partei nachdem ich diesen Artikel las.
    Ist ihre Politik auf dem gleichen Niveau?

    • Dirk schrieb am

      Wenn sie einen konkreten Kritikpunkt benennen würden, könnten wir dazu Stellung nehmen.

      Über die Politik der Piraten können Sie sich außer auf dieser Seite z.B. auch in den Parteiprogrammen
      http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm
      http://wiki.piratenpartei.de/Wahlen/Bund/2013/Wahlprogramm
      https://wiki.piratenpartei.de/Europawahl_2014/Wahlprogramm
      und auf den Seiten der Landtagsfraktionen
      https://www.piratenfraktion-berlin.de/
      http://www.piratenfraktion-sh.de/
      https://piratenfraktion-saarland.de/
      informieren. Die Seite der Piratenfragtion in Nordrhein-Westfalen
      http://www.piratenfraktion-nrw.de/
      ist zur Zeit wegen eines Brandes im Rechenzentrum leider nicht aufrufbar.

      • Otla schrieb am

        Geht’s noch?
        Hältst Du das etwa für gute Informationspolitik, jemandem ’ne ganzen Latte Links vor die Füße zu werfen und zu sagen, lies doch?
        Du willst statt Antwort frech seine Zeit stehlen – was erwartest Du als Reaktion?
        Ich erwarte, dass er als Konsequenz sagt, vergiss den Haufen. Und nicht nur er, sondern alle unbekannten Mitleser.
        Mann, Mann, Mann. Ihr habt echt die Filterbubble in Eure Zellen integriert.

        • Dirk schrieb am

          Natürlich ist das keine Informationspolitik. Der Kommentar weist den Schreiber bereits als hinreichend vorausgerichtet aus, dass er für irgendwelche inhaltlichen Überlegungen ohnehin nicht mehr empfänglich sein dürfte. Schade, dass die Ironie der Antwort nicht jedem, pardon: jeder, offenbar wurde… ;)

          • Otla schrieb am

            Wer politisch wirken will, den hat „hinreichend vorausgerichtet“ nicht zu interessieren. Wer sich nicht im strafrechtlich relevanten Bereich bewegt (oder mit beständigen Wiederholungen trollt), mit dem hat man sich argumentativ auseinander zu setzen – und, lass mich das als inzwischen alt-erfahrener Medienkrieger sagen – die Auseinandersetzung auch zu gewinnen.
            Und dabei ständig im Bewusstsein zu haben: dies ist alles öffentlich.
            Man hat Mitleser und die sind erst mal von Bedeutung.
            Es gibt Argumentationsschlachten, die zwei, drei Leute in einem Forum führen – aber 1.000 lesen mit.
            Für DIE plagt man sich ab.
            (Jedenfalls als Profi.)

        • Ciriaeth schrieb am

          „Ihr habt echt die Filterbubble in Eure Zellen integriert.“
          Lustiger Satz.

          Mal mit Ergänzungen:

          „Ihr -die ich mit meinen subjektiven Einschätzungen einfach allesamt und ohne Unterscheidung der Individuen fest in die Schublade „Piraten“ einsortiere- habt echt die Filterbubble -die ich natürlich ganz genau kenne und die ich so bezeichne- in Eure -siehe meine unumstößliche und für mich natürlich ganz und gar objektiv erscheinende Schublade oben-Zellen integriert -womit es meiner Meinung unumkehrbar und fest drin ist und ewig so bleibt, egal was ihr tut, denn ich hab euch so zugeordnet, dass ihr zu den Leuten gehört, die andere Leute einfach so in Schubladen einsortieren.“

          • Otla schrieb am

            Ich zitiere mal Nietzsche: „Vor allem: verwechselt mich nicht!“

  8. Simon Lange schrieb am

    Ein Text von Hollarius? Echt jetzt? Das die Bundespressestelle und deren ÖA komplett für die Tonne ist, ist ja bereits seit einigen Jahren kein Geheimnis mehr. Aber dass nach Halle solcher Schwachsinn noch immer auf offziellen Kanälen der Bundespartei verteilt wird, muss mittlerweile als vorsätzliche Sabotage gewertet werden.

    Nachdem Hamburg in Februar kolossal scheitern wird und dafür wertvolles Geld sinnlos verpulvert wurde und wir in einer besseren Scheune in Süddeutschland einen „BPT“ abhalten sollen im Charme einer Schulaufführung, wird sicherlich auch der restliche Haufen der vebliebenen Piraten sich ernsthaft überlegen ob die Parteispitze an partieller Amnesie leidet, denn weder entspricht das Handeln den vollmundigen Ankündigungen auf und vor Halle, noch wird effektiv und nachhaltig öffentlich sichtbar kernkompetent agiert. Stattgessen dürfen sich Sektierer, insbesondere solche die neofaschistische Methodiken (siehe Hollarius) praktizieren, für die Partei schädlichen Unsinn hier postulieren und so die Partei der Lächerlichkeit preisgeben.

    Hollarius ist alles, aber bestimmt nicht liberal. Der würde das Wort Liberalismus nicht mal verstehen wenn es ihm ins Gesicht springen würde. Der passt eher nach linksunten.indymedia oder neues deutschland oder andere auftritte die qualitativ eher im tiefbau anzusiedeln sind.

    Aber naja. Ihr macht das schon. Fehler verzeiht man Euch gerne. Aber Fehler zu wiederholen ist Vorsatz.

    • Dirk schrieb am

      Eine zentrale Aussage des Textes, auf die sich viele hier zu beziehen scheinen, ist: »Nicht aller menschenfeindliche Hass darf mit Meinungsfreiheit gedeckt werden.« Es ist sehr interessant zu sehen, dass sich keiner der Kommentierenden hier mit dieser These wirklich auseinandersetzt. Es genügt völlig, den Autor zu beschimpfen. Eigentlich typische Zeichen für… ja… was noch gleich…?

      • Dirk schrieb am

        > ohne jeden objektiven Maßstab
        Es ist schade, dass Dir der objektive Maßstab dafür fehlt. Hilfreichen Lesestoff dazu habe ich schon hinreichend verlinkt.

        • Otla schrieb am

          Du hast Piratenparteiproduktionen verlinkt.
          Ich hoffe, Du bist nicht so vermessen zu glauben, Du könntest damit gegen Habermas anstinken.

          • Otla schrieb am

            Ne, ne, hier geht’s um Voraussetzungen für einen Diskurs.
            Das sind keine inspirierenden Gedanken, das ist die saubere Beschreibung einer Methode.

            Zudem ist das totale Scheitern der Piratenpartei im Kommunikationsbereich ein sehr konkretes praktisches Problem.
            Oder auch nicht mehr; sie sieht mir schwer nach moribund aus.

            Über Holgers Artikel flucht manch einer herum. Die Frage ist, warum. Oft ist es so, dass manchem etwas übel aufstößt, ohne dass er weiß, warum das so ist. In solchen Fällen halte ich mich als Wittgenstein-Freund an den Satz „Philosophie ist die Klärung der Gedanken.“ Dazu hast Du ja mit Deiner Frage nach „menschenfeindlich“ und „Hass“ wesentlich beigetragen.

            Normal sind das zwei Begriffe, die fast schon mantraartig von zahlreichen Leuten, auch Piraten, gebraucht werden; für mich Signale, die mir sagen: es lohnt nicht, diese Sätze zur Kenntnis zu nehmen.

            Aber in diesem Falle lohnt es sich eben doch danach zu fragen, was denn mit „menschenfeindlichem Hass“ tatsächlich gemeint ist. Und zwar anders, als gewohnt, nämlich: welches Signal gibt Holger hier damit? Welchen Stein spielt er hier im Sprachspiel aus? (Womit ich ihm nicht unterstelle, dass er das bewusst tut)

            Gemeint ist m.E. das, was ich beschrieben habe.

            Mit anderen Worten: Holger spielt den Stein aus, dass er vorab Meinungen als für ihn nicht diskursfähig verwirft, nicht aus sachlichen Gründen, sondern aufgrund des (übrigens typisch abendländischen) Glaubens an eine ihm quasi von Natur aus zukommende moralische Oberhoheit.
            Damit ist er diskursunwillig.
            Er signalisiert: mit dir rede ich nicht.
            Was bei der Gegenseite meist zu einem mit allerlei verbalen Garnituren versehenen saftigen „L.m.a.A“ führt.

    • Ciriaeth schrieb am

      Du bist leider völlig auf den Holzweg mit deinen Vermutungen.
      1. Die Pressestelle hat nichts in Bezug auf die Meinungsartikel oder Inhaltsartikel auf der Website zu sagen und das ist gut so. Die Pressestelle macht die Meldungen, die unter „Pressemeldung“ kategorisiert sind. Deren Qualität ist ein anderes Thema. (Und da du mich kennst, wirst du wissen, daß ich da eine Meinung hab, die deiner nicht fern ist).
      2. Wer einen Beitrag schreibt, sollte immer erst zweitrangig sein. Ist der Inhalt etwa unwichtig, weil dir der Kopf nicht gefällt? Sorry, aber wie war das noch mal damals? „Themen statt Köpfe“? Und bevor du -verständlicherweise- einhakst: Ja, ich gehe davon aus, daß die SG Onlineredaktion auch dir Raum für ein Artikel einräumen würde. Und wir würden alle wissen, welches Gejaule dann von anderen käme.
      Na und? Das werden wir auch ertragen.

      Die SG Onlineredaktion macht einen guten Job. Dies hat sie gezeigt durch einen umfassende Auswahl von vielen Artikeln, nicht nur diesen. Wer meint die SG Onlineredaktion zu kritisieren zu können, muss die gesamte Arbeit betrachten. Tust du das? Tun andere hier, daß die allein wegen den Namen Hollarius aber nicht wegen den Inhalt ihre persönliche Krise bekommen? Nein, ihr habt in euren Kopf eine Meinung über eine Person. Und reflektiert diese nun auf die Onlineredaktion und deren gesamte Arbeit weil diese es gewagt hat, fair und gleichberechtigt JEDEN einen Raum zu geben. Solch ein Verhalten ist unwürdig, das ist Heise-Troll-Niveau.
      Hollarius hat dasselbe Recht hier zu schreiben, hier seinen Raum zu bekommen, wie ihr auch.

      Ach ja, und wenn ihr schon dabei seit: Zählt doch mal die Zeit, die ihr damit verbracht habt, hier über andere AKTIVE Piraten zu schreiben, deren Motivation IHR damit runterzieht, anstelle das ihr in der selben Zeit zum Beispiel gegen eine heuchlerische Regierung zu schreiben?
      Ihr wollt es besser machen? Dann tut auch was aktives dafür und arbeitet mit.
      Andere schlecht zu machen, weil diese es wagen, bei einem Thema andererer Meinung zu haben…? Kommt mir bekannt vor. Dir doch auch. Du prangerst es doch (zu recht) doch auch bei anderen Leuten an.

      • Simon Lange schrieb am

        PSS: Kleinere Typos sind zu verzeihen weil ich praktisch blind tippe und nicht korrigieren kann. Aus temporär medizinischen gründen. ;) Achja dies ist die offizielle Seite der Piratenpartei Deutschland und von daher gelten verschärfte Qualitätsmassstäbe oder sollten gelten. Selbstverständich kann ein Hollarius im rechtlich korrekten Rahmen auf seinem Blog schreiben was er denkt, aber hier gelten andere Massstäbe. Und dank dieses Fails wird nun jeder besucher der sich ggf mal ueber die piraten informieren will seine bekloppte definition von liberalismus als position der piratenpartei wahrnehmen. Nicht, dass wir nicht schon genug Kernwähler verloren haben…
        so nu aber. ich schone dann mal wieder meine augen. :)

  9. Dirk schrieb am

    > Die Frage bleibt, wie es kommt, dass so etwas im Namen der Piraten veröffentlicht wird.
    Überhaupt nicht. Es handelt sich, wie schon über dem Text steht, um einen Gastbeitrag. Die Kommntare hier zeigen übrigens, wie es um die beschworere »Meinungsfreiheit« steht. Schade, es hätte eine wichtige Diskussion um eine wichtige Frage entstehen können. Aber lieber draufhauen, woll.

    • Dirk schrieb am

      > Und wie ist Deine Meinung dazu, Dirk?
      Zu was? Ich versuch mal ein paar:

      > im Namen der Piratenpartei veröffentlicht wird … bemerke den Unterschied!
      Ich bemerke keinen, tut mir leid. Wir veröffentlichen gerne als Gastartikel Texte, die das Spektrum des politischen Denkens und Arbeitens innerhalb der Piratenpartei wiedergeben. Manchem ist der eine oder andere Text zu rechts oder zu links – das liegt in der Natur der Sache. Manchmal ergibt sich eine spannende Diskussion (ich denke da an die Artikelserie zur IS), manchmal folgt dumpfes Gebashe, wo es dann schade um die Zeit ist. Aber so isses halt.

      > fordert er hier nun offen die Abschaffung der Meinungsfreiheit
      Was ich von diesem merkwürdigen Verständnis von Meinungsfreiheit halte, hab ich anderswo ausführlich beschrieben.

      > ob man sich denn einem Demonstrationszug gegen PEGIDA anschließen sollte, dem…
      Persönlich würde ich mich einem solchen Zug nicht anschließen. Dieses vor allem deswegen, weil sich der tiefere Sinn des Banners wohl nur wenigen erschließen dürfte, also wenig zielgruppengerecht daherkommt. Das in der Tiefe zu beleuchten, würde wieder einen Blogsrtikel epischen Ausmaßes erfordern…

      Aber warum fragst Du eigentlich nicht Holger direkt?

      ___
      Edit: Ich korrigiere meine Antwort auf die dritte Frage auf deutlicheres »Nein« und ergänze die Begründung um »Zudem halte ich ‚Hass‘ nicht für ein hilfreiches Denkmuster im Umgang mit gesellschaftlichen Problemen.«

      • BWowbagger schrieb am

        Danke für Deine Antwort, die ich unwidersprochen lasse, was allerdings keine Zustimmung darstellt :-)

        Ein wenig fühlt es sich für mich so an, als ob Du meine wesentliche These ausgeklammert hast:

        Die Piratenpartei sollte so mutig sein, die Wahrnehmung dieses Rechtes durch die Demonstrierenden vehement zu verteidigen, auch wenn das Anliegen dieser Menschen so gegen das Selbstverständnis und die eigene Programmatik gerichtet ist. Denn das bedeutet wirkliche Freiheit. Wenn alle einer Meinung wären, bräuchte niemand mehr zu demonstrieren.

        An dieser Stelle, so mein Eindruck, versagt die Piratenpartei nämlich fast vollständig. Ein, zumindest in früheren Zeiten, gerne von Piraten gebrauchtes Zitat Voltaires lautet in etwa

        Ich mag verdammen was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.

        Meiner Meinung nach ist entweder das Strafrecht zuständig, oder dieser Leitsatz. Dazwischen gibt es gerade für Piraten meiner Meinung nach überhaupt keinen Spielraum.

        • Dirk schrieb am

          > meine wesentliche These ausgeklammert
          ?. Das was Du schreibst, ist doch genau der Tenor meines Blogbeitrages. Ich würde mich selbstverständlich freuen, wenn die Piratenpartei sich diese Ansicht zu eigen machen würde. Dann aber bitte auch mit dem zweiten Teil ;)

  10. Wido Franke schrieb am

    Piratenpartei at its best.
    Es wird auf der offiziellen Website der Piratenpartei die Abschaffung der Meinungs- ja sogar der Gedankenfreiheit gefordert, weil jemand anderes sich durch die Äußerung oder auch nur den Gedanken daran verletzt fühlen könnte?

    Der Autor fordert also das Verbot des Denkens. Denn auch seine Gedanken, so hehr sie auch sind, verletzen andere. Auch sein Weltbild endet in „Supremacy“. Menschen mit Angst vor Veränderung, mit Angst vor dem Unbekannten, mit Angst vor Fremden, sind für ihn Rassisten sind für ihn Nazis sind für ihn Abschaum, der seine Angst nicht äussern darf.

    Ich möchte gerne in einer Welt leben, in der jeder die Freiheit hat, alles zu denken und alles zu sagen. Und das ebenfalls jeder die Freiheit hat, alles zu tun, solange er die Freiheit anderer nicht einschränkt.

    Von mir aus sollte der seine krude Meinung frei äussern dürfen.
    Auf seinem Blog, klar.
    Auf den Mailinglisten zur Diskussion stellen und zur Meinungsfindung beitragen. klar.
    Im Kompass oder in der Flaschenpost als „Diskussionsbeitrag unter anderen zum gleichen Thema“ veröffentlichen lassen. Klar.
    Aber auf http://www.piratenpartei.de? An dem Ort, wo sich portentielle Wähler über uns informieren? Solch krude Thesen von Verbot der Meinungs- und Gedankenfreiheit?“
    Entschuldigt bitte, aber dieser Beitrag, selbst wenn es „nur“ ein „Gastbeitrag“ ist, hat hier überhaupt nichts verloren!

    Gruß

    Wido

    • Wido Franke schrieb am

      Hallo Dirk,

      Zitat: „Ich gehe davon aus, dass Menschen und ihre Leben immer gleichwertig sind, dass niemand das Recht hat, andere Menschen als minderwertig zu bezeichnen, ja nicht mal das Recht hat, andere als minderwertig zu betrachten.“

      Hier kommen wir in die Gedankenspielräume. Man soll nicht das Recht haben, jemanden als minderwertig zu betrachten, also zu denken, jemand sei minderwertig?“ Wenn das kein Denkverbot ist, was ist das dann?

      Ob ich zu einer Person aus Achtung vor ihren Taten aufschaue, oder aus Miskredit jener welcher, zu ihm herabschaue, ist doch bitte mir und jedem anderem überlassen.

      Frag doch mal den Autoren des Gastbeitrags, wie er es mit dem Demonstrationsrecht für Nazis sieht und schon ist er nicht mehr bei „alle Menschen und ihre Leben seien gleich viel Wert.“ Ich würde ihn ja gerne selber Fragen. Aber er stellt sich keiner Diskussion. Weder auf seinem Blog noch hier.

      • Hollarius schrieb am

        Lies einfach das, was Dirk gebloggt hat, ich seh das mit den Nazidemos ähnlich. So lange sie nicht eindeutig volksverhetzend sind, und damit ebenso eindeutig gesetzeswidrig, geht ein Verbot nicht. Menschen, denen eine liberale Welt am Herzen liegt, sollten aber blockieren und deutlich zeigen, dass Nazis nicht erwünscht sind. Was in Köln mit der Kögida-Demo passiert ist, ist für mich da ein schönes Exempel.

        • Otla schrieb am

          Ein Aufruf zum Blockieren einer genehmigten Demonstration ist illegal.
          Entweder, Deine Mitbürger haben von sich aus den Willen dazu, dann brauchst Du nicht zum Blockieren aufzurufen.
          Oder sie haben nicht den Willen dazu, dann machst Du Dich eben strafbar.
          Gruß aus Köln.

      • Was für ein wirres Zeug.
        Ob man davon ausgeht, „dass Menschen und ihre Leben immer gleichwertig sind“, oder nicht, hat überhaupt nichts damit zu tun, dass immer allen Menschen alles erlaubt sein muss.

        Ich glaube ja, dass der Artikel hier so schlecht ist, dass ich ihn gar nicht lesen muss. Was Ihr Kritiker in den Kommentaren abliefert ist jedoch völlig unterirdisch.

    • Dirk schrieb am

      Ich lese das klar anders und kann das sogar ohne Anfeindung kommunizieren. Wie ich Holgers Aussage interpretiere, habe ich ja bereits ausgeführt. Du kannst ihn ja fragen, ob er das genauso sieht. Ich vermute: Ja.

  11. Rudi schrieb am

    Danke für den Denkanstoss, Holger.

    Für mich ist bislang eher der Begriff der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ eingängiger, als der der „Überlegenheit“. Vielleicht weil das Gegenteil davon „unspezifische Höflichkeit“ wäre. In dieser Denke ist die Grenzziehung meiner Meinung nach etwas einfacher, da ja Unhöflichkeit relativ einfach zu erkennen ist.
    In diesem Sinne ein extra dickes Dankeschön an Dirk.

  12. zykez schrieb am

    Die Grundthese des Liberalismus ist und war stets: Leben und leben lassen.
    Wer das nicht versteht oder nachvollziehen kann, ist eben halt kein Liberaler; muss man sich dann halt auch eingestehen.^^

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