AIDS – Schöne Worte statt wirksamer Hilfe

Bild: CC-BY Ludovic Bertron

Die Piraten gedenken am heutigen 1. Dezember der weltweit inzwischen 36 Millionen AIDS-Toten. Viele von ihnen starben einen langsamen und qualvollen Tod, weil es noch keine geeigneten Medikamente gab – oder weil sie die Preise der Pharma-Konzerne nicht bezahlen konnten. Wir denken auch an die Menschen, die durch AIDS ihre Partner verloren haben. Wir erinnern uns vieler junger Schwuler, Fixer, Bluter, aber auch heterosexueller Frauen und Männer, die sich durch Unwissen aufgrund mangelnder Aufklärung und Information angesteckt haben.

Willkürliche Stigmatisierungen müssen grundsätzlich geächtet werden. Erst im August berichtete die Süddeutsche Zeitung über Zwangstests bei Asylbewerbern in Bayern. Die fadenscheinige Begründung: Ein freiwilliges Angebot wäre organisatorisch aufwändig und man erwarte »Kommunikationsprobleme«. Was für ein Hohn: Ganz offenbar sollen doch hier Afrikaner zu testbarem Freiwild erklärt werden – im Namen einer diffusen »Volksgesundheit«. Statt die Ursache, die Sprachbarriere, zu beheben und aufklärende Gespräche zu führen, bedient man lieber populistische Vorurteile.

Das Beispiel zeigt, dass die schönen Worte vieler Politiker zum heutigen Welt-AIDS-Tag nur Makulatur sind. Denn die Realität sieht anders aus: Allein beim Verdacht einer HIV-Infektion werden noch Menschen ausgegrenzt und gesellschaftlich stigmatisiert. Gleichzeitig wird der Zugang zu geeigneten Medikamenten durch überhöhte Preise eingeschränkt. Das muss anders werden.

Zuallererst müssen wir daher dafür sorgen, dass es nicht noch schlimmer wird. In Erinnerung an die Opfer von AIDS wenden sich die Piraten strikt gegen eine Mittel-Kürzung bei präventiven Projekten wie der AIDS-Hilfe, ManCheck in Berlin und bei vielen anderen Einrichtungen im ganzen Bundesgebiet. Es muss genau umgekehrt sein: Wenn sich 60% der Ärzte mehr Fortbildung wünschen, ist klar, wohin die Reise gehen muss.

Bitte unterstützt den Kampf für den Erhalt und den Ausbau der Mittel für die AIDS-Prävention wo und wann immer es geht. Manchmal hilft schon ein einfacher Klick.

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Kommentare

2 Kommentare zu AIDS – Schöne Worte statt wirksamer Hilfe

  1. Chico schrieb am

    Gibts eigentlich irgendein Thema, zu dem ihr nicht euren Senf geben müsst?

    Piraten auf dem Maidan, Piraten gegen Fracking, Piraten und AIDS……woran mags nur liegen, dass euch niemand wählt?

    Achja, ich vergaß: da sind ja die Medien dran schuld.

    • Dirk schrieb am

      Parteien haben den Auftrag, an der politischen Willensbildung mitzuwirken. Auch bei Themen, die Dich persönlich vielleicht nicht interessieren. Du hast allerdings die Möglichkeit, unsere Texte einfach nicht zu lesen.

      Bezüglich der Frage, warum „uns niemand wählt“: Bei der Bundestagswahl haben uns fast eine Million Menschen ihr Vertrauen ausgesprochen und sogar bei der Europawahl waren es noch über 400.000. Wir arbeiten hart daran, dass es bei den nächsten Wahlen noch bzw. wieder mehr werden. „Die Medien“ bedenken uns unseres Stimmenanteils entsprechend. Auch wenn es einige Journalisten geben mag, die da persönliche Dinge über die Presse austragen (wollen), haben wir uns glaub ich nicht beschwert. In der letzten Zeit bemerke ich übrigens eine ganze Reihe positiver Berichte über das tatsächliche Tun der Piraten, die sich wohltuend von den immer noch hörbaren und weniger an Tatsachen orientierten Abgesängen abheben. Ich denke, wir werden diesen Trend weiter beobachten.

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