Sigmar Gabriel und die Kohle: Kohlekraftwerke sind keine Brückentechnologie

Kohlekraftwerk Niederaußem | Bild: CC-BY-SA 3.0 Vogone

Der Wirtschaftsminister bezeichnet den Ausstieg aus der Kohle-Nutzung in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegendem Positionspapier als unrealistisch [1]. Der Themenbeauftragte für Energiepolitik der Piratenpartei, Dr. Michael Berndt, ist in diesem Punkt anderer Auffassung und widerspricht dem Minister deutlich:

»Kohlekraftwerke dürfen nicht als Brückentechnologie in der Energiewende beschworen werden. Deutsche Braun- und Steinkohlekraftwerke sind durch ihre CO2-Emissionen und dem Ausstoß weiterer Schadstoffe für unsere Gesellschaft doppelt so teuer wie die Stromerzeugung durch Windkraftanlagen an Land. Auch im Vergleich zu Photovoltaikanlagen sind Kohlekraftwerke noch 50 Prozent teurer [2].

Oberstes Ziel von Herrn Gabriel sollte es daher sein, den Anteil der Kohle an der Stromerzeugung schnellstmöglich deutlich zu verringern. Weiterhin sollte er schnellstens einen Schlussstrich unter die Subventionspolitik für Strom aus fossilen Energieträgern ziehen, wenn er ein Energiewende-Minister und kein Energiewende-Blockade-Minister werden will. Bereits die Subventionen bedeuten zusätzliche volkswirtschaftliche Gestehungskosten für Strom in gleicher Höhe, die jetzt schon von der Bevölkerung unbewusst getragen werden.«

Quellen:
[1] http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/sigmar-gabriel-kohle-ist-rueckendeckung-der-energiewende/10962976.html
[2] Schätzungen der Umweltkosten in den Bereichen Energie und Verkehr des Umweltbundesamts

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Kommentare

2 Kommentare zu Sigmar Gabriel und die Kohle: Kohlekraftwerke sind keine Brückentechnologie

  1. Rainer Klute schrieb am

    Ich vermisse bei euch eine Aussage zur Versorgungssicherheit. Immerhin ist sich Sigmar Gabriel dieses Themas bewußt – ihr offenbar nicht. Wer liefert denn genügend Strom, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Wenn Deutschland auf die umwelt- und klimafreundliche Kernenergie verzichtet, bleibt nur eine Antwort: Kohle.

    • Dirk schrieb am

      Oder man überlegt sich, wie man die zu anderen Zeiten und an anderen Orten im Überfluss gewonnene Energie effizient zwischenspeichert und hält für den Notfall noch das eine oder andere Gaskraftwerk in der Hinterhand, bis man wirklich sicher ist. Wie umweltfreundlich Atomenergie ist, haben wir in Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima gesehen. Damit wären dann die Standardpauschalitäten ausgetauscht :)
      Was mich viel mehr interessieren würde, ist eine ganz persönliche Frage: Würdest Du den Spruch mit der umweltfreundlichen Atomenergie eigentlich auch abdrücken, wenn damals Biblis oder Cattenom durchgeschmolzen wäre?

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