Krieg, Wasser und Minigolf

Von Enno Lenze.

Immer, wenn es eine humanitäre Katastrophe gibt, werden Spenden gesammelt. Die Frage ist dann: Wer sammelt da für wen und kommt das Geld auch wirklich an? In den meisten Fällen sind die Wege lang und über viele Organisationen. Dadurch kennt man kaum einen der Beteiligten und hat keinen persönlichen Bezug zur Spende. Bei der Spendenaktion „Wasser für Kurdistan“ ist es anders. Ich habe die Region im Nord-Irak in den vergangenen Jahren häufig besucht. Zuletzt habe ich auf Einladung von Premierminister Nechirvan Barzani die Peschmerga eine Woche an der Front besucht und über Ihren Kampf gegen die ISIS berichtet sowie Gespräche mit den Spitzenpolitikern der Region geführt.

Bild: Deutscher Hof Erbil

Bild: Deutscher Hof Erbil

Duch diese persönlichen Eindrücke konnte ich das Thema in meinem Bekanntenkreis weit streuen. So erhielt ich viele Anfragen zur Sicherheitslage und zu Reisevorbereitungen für Trips in die Region. Auch Tobias Huch (FDP), der oft in Krisengebieten wie Liberia unterwegs ist wollte in Kurdistan helfen. Ihn brachte ich mit meinem Freund Gunter Völker zusammen, der in der kurdischen Hauptstadt Erbil den Biergarten „Deutscher Hof“ betreibt. Huchs Erfahrung mit SMS Marketing sowie Völkers Erfahrung mit dem Getränkehandel brachte eine überrascht einfache Idee: Man sendet in Deutschland eine SMS mit dem Wort „KURDISTAN“ an 81190 und bekommt dafür 5€ berechnet. Davon landen 4.83€ in Kurdistan. Von den 4.83€ werden zu je 6 Euro-Cent 0.5l Flaschen gekauft. Diese werden von lokalen Fahrern in die Flüchtlings- und IDP-Camps (als IDP bezeichnet man Flüchtlinge innerhalb ihres eigenen Landes) gefahren.

(C) Tobias Huch

(C) Tobias Huch

Somit kenne ich in diesem Fall beide Beteiligten, stehe täglich im Kontakt mit ihnen und weiß, dass alles mit rechten Dingen zu geht. Bisher sind fast 400.000 Flaschen finanziert worden. Das Ziel ist eine Million. Aber eine SMS zu schicken ist kein Event, kein Gruppenerlebnis, nichts cooles. Daher beginnen wir nun mit einmaligen Charity-Events in deutschen Großstädten. Der Auftrakt ist das „Kurdistan Charity Minigolf-Turnier im Gruselkabinett im ehemaligen Luftschutzbunker“. Am 03.10.2014 könnt ihr ab 20 Uhr im Berlin Story Bunker in der Schönebergerstr. 23A, 10963 Berlin an einem improvisierten Minigolf-Turnier teilnehmen. Die Szenen des Berliner Gruselkabinetts werden dafür in Kooperation mit den „Natural Born Golfers“ zu achtzehn Bahnen umgestaltet. Als Hauptpreis winkt ein „Presse“ Schild, welches in Sichtweite der ISIS getragen wurde. Weitere Preise werden am Abend selbst von den Turnierteilnehmern gesponsert. Der Eintritt beträgt wahlweise 5€ „economy“,10€ „normal“ oder 20€ „sponsor“. Das Geld geht komplett an die Aktion „Wasser für Kurdistan“.

Diese Spendenaktion zeigt, wie wichtig der Besuch vor Ort ist und wie man auch parteiübergreifend ordentliche Projekte aufziehen kann.


Danke an Enno Lenze, Deutscher Hof Erbil und Tobias Huch für die Bilder. Die Redaktion wünscht der Aktion viel Glück und hat ihre SMS schon geschickt. Und ihr?

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Kommentare

5 Kommentare zu Krieg, Wasser und Minigolf

  1. Malo schrieb am

    ICH FINDE DAS TOLL GUTER EINSATZ ZEIGT WEITER HIN DAS GUTE HERZ

  2. anon schrieb am

    Wer ist denn der Autor des Artikels in Ich-Form? Enno Lenze? Wieso steht das denn nirgends? Seltsamer Artikel…

    • Dirk schrieb am

      Das Bild daneben erschien uns Hinweis genug. Aber weil Du’s bist…

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