Nacktbild-Skandal: Ein faktischer Appell für mehr Datensicherheit im Netz

Bild: Tobias M. Eckrich

Auf bisher noch ungeklärtem Wege sind am gestrigen Tage Nacktbilder von bekannten Hollywood-Schauspielerinnen im Netz aufgetaucht [1]. Für die Piratenpartei ist das ein prägnantes Beispiel, wie wichtig Datensicherheit bei der Nutzung digitaler Dienste ist. Dazu Stefan Körner, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland:

„Hier wurden Menschen in Folge der Nutzung digitaler Dienste ihrer intimsten Momente und ihrer Privatsphäre beraubt und es lässt sich ad hoc noch nicht einmal feststellen, wie das geschehen konnte. Für uns ist das ein klares Indiz, dass wir zwar laufend neue Apps, Cloud-Dienste und stets mit dem Internet verbundene Smartphones angeboten bekommen, der Datenschutz dabei aber immer noch auf der Strecke bleibt.

Für uns ist das nicht nur ein faktischer Appell an Unternehmen, ihr Engagement bei der Entwicklung datensicherer Softwareanwendungen zu verstärken. Für uns ist das viel mehr ein Aufruf an die Politik. Denn auch bei uns hat eine Bundesregierung jüngst in der eigenen Digitalen Agenda festgestellt, dass die Sicherheit für die eigenen Daten in der Eigenverantwortung der Nutzer liegen solle. Das kann und darf nicht sein. Anstatt die eigenen Nachrichtendienste mit Trojanern und anderer Schadsoftware auszustatten, brauchen wir konkrete politische Initiativen für eine Stärkung der IT-Infrastruktur. Unternehmen müssen über die EU-Datenschutzverordnung stärker in die Pflicht genommen werden, die eigenen Softwareprodukte datenschutzfreundlich und datensicher zu gestalten. Auch fordern wir konkrete Investitionen in den Aufbau einer überwachungsresistenten IT-Infrastruktur auf Basis freier Software und offener Standards. Insbesondere setzen wir uns für ein staatlich finanziertes Trustcenter ein, das jedem Menschen unabhängig vom Einkommen die Möglichkeit gibt, Dokumente und E-Mails für eine abhörsichere Korrespondenz zu verschlüsseln und rechtskräftig digital zu signieren.“

Quellen:
http://www.zeit.de/digital/internet/2014-09/4chan-stars-fotos-leak

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Kommentare

9 Kommentare zu Nacktbild-Skandal: Ein faktischer Appell für mehr Datensicherheit im Netz

  1. Reiner Hohn schrieb am

    Wer seine sensiblen Daten in Cloude-Speicher ablegt, der hat doch wohl selbst Schuld. 100% Datenschutz gibt es nicht, und das ist gut so!

  2. Das Nerd Pferd schrieb am

    Wenn Nutzer ihre Daten in der cloud ablegen und dabei dann Passwörter wie „123456789“ oder „Garten“, „Balkon“, „Apfelsaft“ usw verwenden (Alles schon selbst erlebt). Dann ist es wohl doch kaum die Schuld der Anbieter wenn diese Daten früher oder später in die falschen Hände geraten.

    Das genau diese Leute die sich nicht um ihre eigene Sicherheit kümmern dann nach dem starken Staat brüllen…. Besser wäre es IT Sicherheit und Verschlüsselungswissen bereits in den Schulen zu lehren. Dann würden sich viele Angriffsmöglichkeiten für kriminelle und Geheimdienste sehr schnell erledigt haben. Denn es gilt, Wissen ist Macht, selbstverantwortung ist Freiheit.

    • kris schrieb am

      Das größere Problem ist, dass die Cloud-Dienste so beworben werden, dass der Laie nicht erkennt, dass es einen gigantischen Unterschied zwischen Daten auf dem eigenen Rechner/Laptop/Handy und Daten in der „Cloud“ gibt — es ist halt alles so schön einfach.

      Auf der anderen Seite gab es ja schon ein paar dieser „Hacks“ — man sollte also meinen, dass die betroffenen etwas vorsichtiger sind (oder zumindest mal von ihren Beratern/Agenturen/etc. gewarnt wurden).

    • Anton schrieb am

      Wieso sollte das eine das andere auschließen? Man kann doch auf mehreren Ebenen daran arbeiten.

    • Marina schrieb am

      Du ziehst doch auch keine Post aus den Briefkästen anderer Menschen nur weil du es könntest. Es gibt zig Leute, die nutzen diese amerikanischen Briefkästen, die man einfach nur aufklappen müsste und das zum Teil sogar an Hauptverkehrsstraßen. Oder noch nie Briefzusteller gesehen, die mit ihrer Post durch die Gegend fahren. Einmal zugreifen reicht.
      Das so manche Kriminelle das tun, wundert mich nicht, aber dann gibt es halt noch solche Leute wie dich, die sich so viel schlauer halten und andere ausnutzen würden, weil sie ja so viel mehr wissen. Sind die Leute doch selbst schuld, wenn sie so doofe Passwörter verwenden.
      Ich finde es ziemlich doof, sogenannten sichere Passwörter zu verwenden, manche ich aus Prinzip nicht.

      Manche Dinge tut man einfach nicht und wenn doch ist man halt kriminell oder irgendwie voll asozial. Geifernde Menschen.
      Nimm doch ein Fernglas in die Hand und beobachte deine nachbarin, wie sich gerade auszieht. Jemand wie du würde vermutlich eher eine Drohne schicken, selbst schuld, wenn sie das Fenster offen stehen lässt, gell?

    • Marina schrieb am

      Achso und wenn du willst, dass auch ja niemand Briefe mehr Briefe aus deinem Briefkasten klauen kann oder deinen Garten verwüstet, oder auf deinen Balkon klettert um, dich zu beobachten, dann istallier doch ein paar Überwachunskameras oder bau dir Gitter vor die Fenster.

    • Der wilde Stier schrieb am

      [Mod note: Kommentar auf Wunsch des Erstellers gelöscht]

      • Der wilde Stier schrieb am

        Kann man das bitte wieder löschen? Tut mir sorry.
        Ich habe für solche Leute einfach nur Verachtung über, aber das möchte ich dann so doch nicht sagen.

  3. Der Knuffel schrieb am

    Leute, bitte… Wie sehr hinkt ihr hinterher? Der Weg war klar, als ihr das hier veröffentlicht habt – Interface für iPhone-Suche, schwache Passwörter und kein Limit für falsche Passwörter.
    Dagegen helfen auch die tollsten Gesetzesinitiativen nicht.

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