Sichere Kommunikation macht uns nicht zu Terroristen!

Bild: Kollage Serverfoto + Desktophintergrund Judis9198@DeviantArt

Anlässlich der heute neu bekannt gewordenen Überwachungsmaßnahmen der NSA, welche sich explizit gegen Nutzer der verbreiteten Verschlüsselungstechnik Tor richten, erklärt der frisch gewählte Politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Kristos Thingilouthis:

»Nunmehr werden Menschen, die sich gegen grundrechtswidrige Überwachung mit „digitaler Selbstverteidigung“ zur Wehr setzen, von der NSA eins zu eins wie Terroristen behandelt. Damit versuchen die Dienste, der Zivilgesellschaft den einzig möglichen Schutzraum, der angesichts totaler Ignoranz der regierenden Politiker noch existiert, also die verschlüsselte Kommunikation, zu rauben. Das ist vergleichbar damit, dass jeder Mensch, der einen verschlossenen Brief verschickt, auf eine Art schwarze Liste für Terroristen gesetzt wird. Ein Rechtsstaat wie Deutschland darf solche Maßnahmen nicht unwidersprochen lassen.torrorist
Als Mitglied der Piratenpartei erkläre ich mich solidarisch mit allen Menschen, die auf verschlüsselte, sichere Kommunikation Wert legen und sage: Ich bin TORrorist. Für eine Welt, in der das Recht auf Überwachungsfreiheit wieder hergestellt ist, werde ich kämpfen, zusammen mit allen Menschen, die das gleiche wollen.«

Ins Visier geraten ist auch der Informatiker Sebastian Hahn, der einen Tor-Server betreibt. In einem Interview bekräftigte er, weiter zu machen:

»Ich fühle mich bestätigt auf meinem Weg. Nur durch aktives Handeln lässt sich unsere Demokratie langfristig verteidigen, Demokratie braucht Privatsphäre und Sicherheit in der Kommunikation.«

Die Piratenpartei Deutschland unterstützt aktiv das Tor-Projekt durch eigene Exit-Nodes. So betreiben unter anderem die Landesverbände Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bereits seit einigen Jahren entsprechende Server. Ebenso wird ein Mirror der Tor-Projektseite betrieben, um diese gegen etwaige Angriffe abzusichern.

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Kommentare

6 Kommentare zu Sichere Kommunikation macht uns nicht zu Terroristen!

  1. pogonator schrieb am

    Ne Ne Herr Thingilouthis, nennen Sie es auch Selbstverteidigung wenn Sie ihre Haustür abschließen? Für mich wäre digitale Selbstverteidigung eher sowas wie ein DDOS auf die NSA Server. ;)

    • Nerdy Pferdy schrieb am

      Ach, DDOS ist langweilig, die hält zu kurz an. Da müsste man schon was echt krasses machen. Zum Beispiel ein großes Botnetz aufbauen, als Angriffsvektoren den NSA eingeben und dann die command und controll server eliminieren. So das das Botnetz mit seiner DDOS noch monate lang weiterläuft ohne das es noch irgendjemand offline nehmen könnte und so für NSA und co hunderte millionen $ an Traffic Kosten auflaufen.

      Wenn Anonymous sowas mal rein zufällig machen sollte würde mich das sehr sehr freuen ;)

  2. Hermann Geldmüller schrieb am

    Momentan bleibt einem nur noch das Abschalten sämtlicher elektronischer Geräte um seine rechtsstaatlich garantierte Grundrechte wahrzunehmen. Schande über Deutschland, Schande über die CDU, Schande über unser Haupt.

    • Ciriaeth schrieb am

      Und auch das wäre zwecklos, weil die Geräte um dich herum sind und dich damit trotzdem erfassen. Beispielsweise werden deine Freunde dich vielleicht in einer Adressdatenbank speichern. Wenn diese Adressdatenbank nun „in the cloud“ liegt, bist du da trotzdem erfasst. Was willst du dagegen tun? Deinen Freunden, deiner Familie verbieten das Internet zu nutzen?

  3. Kevin Price schrieb am

    Der LV Niedersachsen hat den Betrieb seines Tor-Exit-Node verlängert und per PM bekanntgegeben, siehe URL.

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