Stefan Körner, der neue Vorsitzende der Piratenpartei

Während ihres außerordentlichen Bundesparteitags in Halle an der Saale wählten die anwesenden Mitglieder der Piratenpartei den 45-jährigen Softwareentwickler Stefan Körner aus Neumarkt in der Oberpfalz zu ihrem neuen Vorsitzenden.

Stefan Körner umriss die wichtigsten Ziele seiner Amtszeit wie folgt:

„Ich will wieder mehr Mitbestimmung in dieser Partei haben. In den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit will ich ein Verfahren für Basisbeschlüsse auf den Weg bringen, an dem jedes Mitglied teilhaben kann. Ich will in dieser Partei wieder mehr Miteinander haben. Und ich will einen Weg  finden, wie wir unsere Glaubwürdigkeit als Partei zurück bekommen können.“

Im Verlauf des Parteitags werden die Piraten auch die übrigen Vorstandsämter neu besetzen.

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Kommentare

15 Kommentare zu Stefan Körner, der neue Vorsitzende der Piratenpartei

  1. Spalter schrieb am

    Sollte die Piraten etwa wieder Wählbar werden? Anhand der Reaktionen aus der Berliner „Peergroup“ zu der Wahl Körners, würde ich mal sagen JA!

    • Pirat schrieb am

      Auf jedenfall JA, die Wahl Körners dürfte für so einige Bomber Harris fans und Antideutschen Radikalen ein ziemlicher Dämpfer sein. Ich hoffe das die Piratenpartei nun wieder für soziale und liberale Politik einsteht.

      Gut fand ich auch das sich Körner von infantilem Unsinn wie Weltraumaufzüge, Zeitreisen, Marsbesiedlung usw distanziert. Wenn wir wieder ernsthafte Politik machen dann können wir uns auch das verloren gegangene Vertrauen zurück erobern.

  2. Rainer Klute schrieb am

    Oh, sollte es etwa doch noch was werden mit der Piratenpartei? Stefan Körner als neuer Vorsitzender ist auf jedenfall ein Lichtblick! Jetzt ist ihm ein harmonierendes und funktionfähiges Team zu wünschen!

    • Pirat schrieb am

      Jup, denke auch. Wenn die ideologischen Grabenkämpfe mal enden dann kann die Piratenpartei sich endlich wieder entwickeln.

  3. Mit Stefan Körner (Sekor) bekommt die Piratenpartei Deutschland die Chance, doch noch die liberale Partei Deutschlands zu werden. Sein Team und er werden hoffentlich alle Möglichkeiten nutzen, die die Bundessatzung und das Parteiengesetz ihnen geben, um dieses Ziel zu erreichen und die Piraten wieder auf den Erfolgskurs der Jahre 2006 bis 2011 zu bringen. Klarmachen zum Ändern und viel Erfolg!

    • Pirat schrieb am

      Liberale Partei ja, aber dann auch eine Soziale Partei. Also nicht Neoliberal sondern Liberalismus mit BGE/Negativer Einkommenssteuer ;) Das wäre wohl am besten.

      • Piratos schrieb am

        Keine Sorge an alle die, die Angst vor Neoliberalismus haben, auch bei den Piraten bleibt das nach der Wahl eines „liberalen“ Vorstandes ein „politisches Schimpfwort“ ….dafür gebe ich mein Ehrenwort, ich wiederhole mein EHRENWORT…. :)

        Ne Spaß beiseite, in der Wirtschaftspolitik der Piraten, so es sie bisher gibt, spielt neoliberales Gedankengut kaum eine Rolle und das wird auch so bleiben…

  4. HamburgFrank schrieb am

    Ein guter Tag für die Piraten und alle die sich eine liberale und soziale Partei mit Netzkompetenz wünschen und sich wegen Skandalen und fehlender Abgrenzung von Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung von den Piraten abgewandt haben. Auch der neue politische Geschäftsführer Kristos Thingiloutis steht für diese Ausrichtung, genauso wie die sehr deutliche Mehrheit der Parteibasis. Ich habe heute richtig Lust bekommen wieder einzutreten :)

  5. delphiN schrieb am

    Ich habe sekor bisher als großen Kritiker von den so wichtigen digitalen Abstimmungs-Verfahren kennen gelernt. Mit seinem Wahlversprechen zu Basisbeschlüssen könnte er – wenn es funktioniert – tatsächlich die Partei in eine neue Epoche führen.

  6. Manfred Steffan schrieb am

    Ich schließe mich den positiven Kommentaren an. Der ganze bis jetzt gewählte Vorstand (Stefan Körner, Stefan Barthels, Kristos Thingilouthis, Stephanie Schmiedke) ist für mich erste Sahne.

  7. ccj schrieb am

    Na dann Glückwunsch! Der erste Schritt zur Genesung ist gemacht, jetzt muss es weiter gehen: Wiederherstellung einer vernünftigen politischen Kultur, vielleicht auch einige der guten Leute, die die Partei in den letzten Jahren verlassen haben oder rausgedrängt wurden, zurück holen. Wieder die politische Hoheit bei Netz- und Freiheitsthemen zurück gewinnen und den Schaden, der in der Öffentlichkeit etwa durch Nähe zu militanten Extremisten und Verherrlichung von Kriegsgräueln durch Parteimitglieder entstanden ist, reparieren. Bei der Europawahl waren die Piraten für mich unwählbar, zu dominant die extreme Ecke auf der Kandidat(inne)nliste.

    Die Partei muss vielleicht nicht „seriös“ in dem Sinne wie eine etablierte Partei werden – etwas Chaos steht ihr schon gut, so lange wie es nicht völlig destruktiv ist oder Leute übernehmen, die in den Medien gerne als „Chaoten“ bezeichnet werden, die aber in Wirklichkeit in ihrer Sache und ihrem Machtstreben absolut disziplinierte Militante sind.

    Es muss sich noch zeigen, was mit dem extremen Flügel wird. In Berlin oder Sachsen sind die sehr dominant. Ob die jetzt aufgeben, wie einige Tweets aus dieser Ecke hoffen lassen, oder ob die jetzt noch mal richtig Probleme machen? Letztlich geht es ja keineswegs darum, generell „linke“ Leute rauszudrängen; die Piraten sind eine Partei mit naturgemäß vorhandener Linkstendenz. Aber absolut nicht mit liberalen Grundsätzen vereinbar sind: autonome Gewalttäter, Verherrlichung von Bombenangriffen auf Zivilisten oder anderen Kriegsgräueln, Sympathie für die totalitären sozialistischen/“kommunistischen“ Staaten, Einschüchterung und Mobbing und der dauernde Missbrauch der Empörung über NS-Verbrechen und rechtsextreme Gewalttaten zur Durchsetzung eigener Machtansprüche und Rechtfertigung dieser Dinge.

  8. [110] schrieb am

    schon traurig, wie hier bislang 100% der kommentatoren ganz offenbar das schicksal der bewegung (und somit auch ihr eigenes handeln) von der wahl einer einzigen person abhängig machen wollen.

    was soll denn ein bundesvorsitzender machen, was nicht genau so gut die anderen zehn- oder zwanzigtausend piraten während den letzten sieben jahren auch hätten selbst machen können?

    der kampf gegen die weltweite, flächendeckende überwachung durch die geheimdienste wird doch nicht dadurch gewonnen, dass man sich deutlich genug von drei oder vier linksradikalen in der eigenen reihen distanziert, mit anzug herumläuft und sprechblasen absondert.

    basisbeschlüsse, grosser worte das, ich glaube zwar nicht mehr daran, aber ich gebe ihm da grundsätzlich recht, dass sich ein buvo genau darum kümmern sollte.

    bleibt zu hoffen, dass die basis den neuen buvo nicht wieder so behandelt wie den letzten … sonst haben die nämlich in 100 tagen direkt eine prima ausrede dafür, warum das doch nicht geklappt hat.

    -110

    • Piratos schrieb am

      Na dann frage Dich mal, warum die Basis #keinHandschlag gemacht hat, als der letzte Ex-BuVo sie demotiviert hat.
      Motivation ist auch bei politischer Arbeit fast Alles, und wenn „Mensch“ sich nicht selbst motiviert, durch zB. Idealismus, hilft ein BuVo offensichtlich zu motivieren, so wie er es auch schafft zu demotivieren.
      Ich drücke die Daumen, dass der neue BuVo den Motivations-Schub der Basis nun aufgreift und in politische Handlungskraft kanalisiert.

  9. LLF schrieb am

    @ccj: Danke für den Kommentar

    Die Themen des linken / progressiven Flügels (BGE, Demokratisierung der Wirtschaft, Infragestellung der traditionellen Rollenverteilung, Internationalisierung) sind ja durchaus relevant. BGE und kostenloser Nahverkehr sind m.E. Kernthemen der Piraten und die Ernsthaftigkeit, mit der diese Themen bearbeitet werden, beeinflusst meine Wahlentscheidung für oder gegen die Piraten. Dankenswerterweise haben die saarländischen Piraten ja schon erste Schritte in Richtung kostenlosen Nahverkehr unternommen. Das Ebner-Ponader-Modell ist schon mal ein ehrgeiziges Modell für ein BGE, dessen Finanzierung sicherlich noch parteiintern diskutiert werden muss. Erfreulicherweise sitzt ein Autor dieses Modells ja im neuen Vorstand und bekommt hoffentlich bald die Gelegenheit, sein Modell zu präsentieren.
    Demokratisierung der Wirtschaft setzt natürlich voraus, dass eine entscheidungsfähige demokratische Alternativorganisation, z.B. eine Genossenschaft, existiert. Im 19. Jh. wurden Konsumvereine als selbstverwaltete Handelsorganisation der Arbeiterklasse gegründet. Die Führungskräfte der damaligen Arbeiterklasse mussten damals auch zahlreiche Kompromisse aushandeln, um das reibungslose Funktionieren ihrer Organisation sicherzustellen. Wenn die Piraten als digitale Arbeiterbewegung des 21. Jahrhunderts es schaffen würden, heute genauso viel Einsatzfreude und Kompromissbereitschaft einzubringen wie die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts, dann könnte sie zum politischen Arm eines Netzwerkes demokratischer Organisationen werden. Voraussetzung dafür ist natürlich ein respektvoller Umgang miteinander. Leider ist es bei manchen Gruppen üblich, ständig eine neue überflüssige Front (Genderfront, Geschichtsfront, Internationalismusfront) zu eröffnen anstatt an den bestehenden Fronten zu kämpfen. M.E. gibt es zwei wichtige Fronten für die Piraten: die liberale Front (Rechtsstaat vs. Überwachung) und die soziale Front (BGE vs. Neoliberalismus), alle anderen Fronten kosten nur unnötig Kraft.
    Ein Schlingerkurs wie in Neumarkt 2013, als die Piraten lieber den SPD-Mindestlohn kopierten als das eigene BGE-Modell zu bewerben, zerstört das Vertrauen der Generation Praktikum, die noch 2012 den harten Kern der Piratenwähler bildete. Die Basisbeteiligung in Form von Umfragen ist bei der AfD gelebte Praxis, während sie bei den Piraten seit Neumarkt 2013 immer wieder verschoben wurde. Hoffen wir, dass das Versprechen mit den 100 Tagen eingehalten wird.

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