Lauter Kranke

(CC-BY-SA) Norbert Nagel

Ein Kommentar von Bernd Kasperidus.

Lauter Kranke. Jedenfalls habe ich diesen Eindruck, wenn ich Nachrichten lese, dass schon wieder ein ›Homo-Heiler‹ eine Praxis eröffnet hat, oder – wie gerade in Texas geschehen – vorgeblich ernstzunehmende Politiker homosexuellen Menschen ›Therapien‹ anbieten, um sich ›heilen‹ zu lassen. Dabei hatte die WHO die Homosexualität doch bereits vor über zwanzig Jahren aus der Liste der psychischen Erkrankungen gestrichen. Trotzdem vergeht kaum ein Monat, indem nicht wieder darüber diskutiert wird, ob und wie diese ›Krankheit‹ geheilt werden könne.

Homophobe versuchen gerne, Homosexualität als ›widernatürlich‹ und damit ›krankhaft‹ darzustellen, weil sie nicht zur Fortpflanzung geeignet ist und somit ›eigentlich‹ von der Evolution hätte aussortiert werden müssen. Durch die Geschichte hindurch war jedoch stets ein gewisser Anteil der Bevölkerung homosexuell. Mitunter hat allerdings gesellschaftlicher Druck zu einer Anpassung an eine herteronormative Gesellschaft geführt, so dass weniger Menschen offen – und öffentlich – zu ihrer Homsexualität standen. Das ändert allerdings nichts daran, dass ihr Anteil stets ca. 10% der Gesamtbevölkerung betrug. Warum dies in vorgeschichtlicher Zeit anders gewesen sein sollte, erschließt sich mir nicht – und das erklären auch die Menschen nicht, die ihre Homophobie hinter diesem biologistischen Argument verbergen.

Auch ein Exkurs ins Tierreich – in dem der Homo ›Sapiens‹ ja nur eine einzige Unterart ist – belegt: Homosexualität ist keine evolutionsbiologische Sackgasse für eine Art. Bei über 1.500 Arten konnten Biologen inzwischen homosexuelle Verhaltensweisen dokumentieren und gehen heute davon aus, dass sie im gesamten Tierreich verbreitet sind. Und sie haben dort keine negativen Folgen für die Erhaltung der Art, sondern stellen umgekehrt ein kollektives Sicherungsverhalten dar, da homosexuelle Pärchen beim Ausfall der Eltern die Aufzucht der Jungen übernehmen können – und dazu auch veranlagt sind. Dies zeigt das Beispiel der australischen Trauerschwäne. Unter den auf Lebenszeit zusammen bleibenden Paaren finden sich auch Paare aus sexuell aktiven Männchen. Diese vertrieben zur Brutzeit entweder schwächere Hetero-Pärchen von ihren Nestern, um selbst die Brut und die Aufzucht der Jungen zu übernehmen oder sie suchten eine kurzfristige Dreiecksbeziehung mit einem Weibchen, das unmittelbar nach der Eiablage vertrieben wurde. Statistische Erhebungen zeigen, dass die Brut der homosexuellen Trauerschwäne häufiger bis zum Erwachsenenalter überleben als die der Hetero-Pärchen. Gleichzeitig gibt es keine statistischen Belege dafür, dass solche Nachkommen häufiger homosexuelle Bindungen eingehen.

Mittlerweile berühmt dürften auch die drei Pinguin-Pärchen im Bremerhavener Zoo sein, die sich trotz importierten ›Frischfleisches‹ nicht trennten und immer wieder verwaiste Eier ›adoptierten‹, ausbrüteten und großzogen.

Ein völlig normales Verhalten im Tierreich also. Nur der Mensch hat Gesetze gegen sowas. Die Schwulenbewegung hat dazu den Slogan kreiert:

Es gibt 1.500 Tierarten, die auch Homosexualität leben, aber es gibt nur eine, die die Homophobie kennt.

Und anders herum: Warum hören wir immer wieder von ›Wunderheilern‹, die versprechen, Homosexuelle ›auf den richtigen Weg‹, und noch schlimmer: ›zurück‹ zu bringen? Warum flackern uns immer wieder Nachrichten über den Schirm, dass irgendwelche ›Politiker‹ sich für Umerziehungscamps stark machen?

Wann werde ich erleben, dass ich einfach von aller Welt als Mensch akzeptiert werde. Das ich nicht immer wieder auf einen Bruchteil meiner Persönlichkeit reduziert und damit unter Vernachlässigung aller wissenschaftlichen Erkenntnisse als ›Kranker‹ gebrandmarkt werde?

Ich frage mich ernsthaft, wer hier wirklich krank ist!

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Kommentare

24 Kommentare zu Lauter Kranke

  1. B. schrieb am

    Der Hinweis aufs Tierreich ist nicht geeignet, das „Krankheits“-Argument zu widerlegen. Auch Tiere kennen Krankheiten aller Art, sodass homosexuelle Tiere ja genauso als „krank“ angesehen werden könnten. Ob man aber eine Abweichung von der Norm als „krank“ ansieht, sollte davon abhängen, ob die Betroffenen selbst darunter leiden oder ein gesellschaftlicher Schaden entsteht. Ersteres ist bei Schwulen selten der Fall bzw. sie leiden höchstens unter Diskriminierung von außen, nicht aber an ihrer Orientierung selbst. Letzteres ist ebenfalls nicht zu erkennen, da die Menschheit ja nicht vom Aussterben durch Geburtenmangel bedroht ist.

    • Bernd Kasperidus schrieb am

      das muss aber dann eine seltsame „Krankheit“ sein, wenn die Evolution sie noch fördert … und das ist genau die These des Artikels

      • B. schrieb am

        Die These ist aber gewagt. Woran will man ablesen, dass die Evolution etwas „fördert“? Die Evolution hat ja keinen Willen. Und dass etwas lange bestehenbleibt und nicht von der Evolution „aussortiert“ wird, gilt ja auch für alle möglichen Krankheiten – und zeigt nur, dass die Evolution eben nicht perfekt ist.

        • znEp schrieb am

          Ganz einfach. Wenn es z.B. so ist, wie mit den Schwänen im obigen Text, das die von homosexuellen Pärchen aufgezogenen Schwäne häufiger bis ins erwachsenenalter überleben, dann ‚fördert‘ die Evolution das.

          • Marc schrieb am

            Es steht dort aber auch: „Gleichzeitig gibt es keine statistischen Belege dafür, dass solche Nachkommen häufiger homosexuelle Bindungen eingehen.“ Also ist die Eigenschaft nicht so günstig, dass sie sich fortpflanzt.

            Logisch: Gruppen bestaufgezogener, aber homosexuelle Schwäne, die sich nicht fortpflanzen, aber die besseren Eltern sind, sind ausgestorben.

            Also ‚fördert‘ die Evolution ein Stabilen Zustand, der bei einem bestimmten Anteil homosexueller Schwäne besteht. Wobei die Evolution das nicht weiß, in bestimmten Schwanpopulationen überleben halt mehr Jungschwäne. Was sich bei veränderten Bedingungen aber auch schnell ändern kann. Was, wenn eine geschlechtsspezifische Krankheit auftaucht? Geht sie gegen männlich Tiere, ist der Vorteil schnell weg, geht sie gegen weibliche, ist drr andere Vorteil weg.

            Die Evolution ist komplex und ein opportunistisches Miststück; was gerade am besten passt, hat Überlebendvorteile. (Survival of the fittest bedeutet, das der am besten angepasste (to fit – anpassen) überlebt.) Nur ist das sehr abhängig von den Bedingungen, die sich ändern können.

        • Dirk schrieb am

          Denkraumerweiterung anberaumt: Es gibt auch eine Evolution der Krankheitserreger. Und die des befallenen Organismus arbeitet dann halt nach dem Motto: Sind sie zu stark, bist Du zu schwach und sortiert nach Anfälligkeit aus. Zudem gibt es eine Reihe von „äußeren“ Mechanismen, wie die Medizin oder das Jagdgewehr, die manchen Organismen einen „unfairen“ Vorteil im Evolutionsspiel gibt – oder dieses Spiel um ein neues Element erweitert.

  2. zarathustra schrieb am

    moin

    „es gibt keine gesunden, es gibt nur falsch diagnostizierte kranke!“

    soll sich vererben (dann müssten gays mangels nachwuchs ausgestorben sein), durch berührung übertragen werden oder durch faktoren bestimmt werden (ich hatte da ein supergeiles plakat mal an der wand hängen).

    naja – damals ging es um 175.

    heute geht es um anderes.

    ich darf kein blut spenden – frage 14.
    sind sie homosexuell oder haben sie homosexuelle freunde?

    ich hab freunde.
    alle normal.
    die einen hetero, die anderen homo.
    stinknormal sind sie alle.

    drk meckert wg mangel an blutspende.
    (wär anderes thema)
    solln sie.

    und?

    zum hitzelsberger gabs nen schönen kommentar: erst wenn ein outing keinen interessiert, ist normal akzeptiert.

    gruss
    zara

  3. Anonymous schrieb am

    Hmmm… ICh meine mal irgendwo von einer Tierart gehört zu haben, bei der Männchen und Weibchen nicht zu unterscheiden sind. Also nicht nur für uns Menschen, sondern auch für die Individuen untereinander. Ich weiß nicht mehr, was das für eine Tierart war…

    Fakt ist aber, bei dieser Tierart sind alle Individuen bisexuell und haben Sex sowohl mit Männchen als auch mit Weibchen, einfach, weil sie sich anders nicht fortpflanzen können.

  4. Naja. Ich stimme den biologischen Aussagen über die Natürlichkeit der Homosexualität selbstverständlich zu.
    Aber den Satz über die Homophobie halte ich für ein ebenso simples Vorurteil.
    Erstens impliziert der Ausdruck „Phobie“ eine Geisteskrankheit; aber daß die Ablehnung von Homosexualität ein Defekt ist, müssen wir erst mal beweisen. Es könnte auch ein genetischer Instinkt sein, ein Trauma, einfach fehlgeleitete Aggression oder – das halte ich für wahrscheinlich – eine Kollision mehrerer Instinkte (z.B. Paarung und Aggression).
    Zweitens wissen wir nicht, wie andere Arten auf Homosexualität reagieren; die 1500 Arten sind ja erst in den letzten paar Jahren erforscht worden. Wie reagiert ein Hetero-Elefant, wenn ein Homo-Elefant bei ihm eine Paarung versucht? Vielleicht mit Aggression? Wenn ja? Warum? Das müssen wir erst ausgiebig erforschen.
    Sonst machen wir nämlich genau den gleichen Fehler wie die Leute, die wir kritisieren: Wir bezeichnen etwas als unnatürlich und abnormal, was vielleicht schon immer Teil der Paarung war. :-)

  5. W.S. schrieb am

    Und selbst wenn es im Tierreich keinen einzigen Fall von Homosexualität gäbe, gibt es in der s.g. aufgeklärten Welt keinen einzigen Grund, Homosexuelle in irgend einer Weise zu benachteiligen, solange sie nicht versuchen, Heterosexualität als Abnormal einzustufen. ;)

    Wahrscheinlich träumt die Mehrheit der homophoben Männer davon, 1x im Leben mit mindestens 2 bisexuellen Frauen in der Kiste zu landen. Das nenne ich krank.

    • Dirk schrieb am

      > gibt es in der s.g. aufgeklärten Welt keinen einzigen Grund,
      Da stimme ich Dir absolut zu. In der Tat hatte ich bei der Veröffentlichung dieses Textes auch Bedenken, dass man der „unnatürlich“-Argumentation gewisser homophober Gruppen durch das Ernstnehmen eher noch Beachtung schenkt. Andererseits hat gerade diese merkbefreite Argumentation eine erhebliche Anziehungskraft für Menschen, deren Erstkontakt mit dem Thema anhand dieses „Arguments“ geschieht. Wir wandeln also auf einem schmalen Grad, wenn wir uns drauf einlassen, aber wenn wir es nicht tun, verlieren wir vielleicht Menschen an dieses Denkmodell, die wir nicht hätten verlieren müssen.

      • W.S. schrieb am

        In Köln sagt man so schön: „Jeder Jeck ist anders“.
        Ein „Jeck“ nimmt die Dinge und auch sich selbst nicht bierernst und ist dazu bereit, die Welt auf den Kopf zu stellen und seine Gedanken bewusst um die Ecke zu lenken.
        Mein aus tiefstem Herzen geäussertes Statement ist nicht merkbefreit (was ich Jeck als leichte Beleidigung empfinde), sondern entspringt einfach nur einem Jecken (nämlich mir!). Eines habe ich im Leben gelernt und wünsche diese positive Erfahrung jedem einzelnen Menschen auf dieser Welt. Nämlich jedem Thema mit Gefühl und einer ordentlichen Portion Humor zu begegnen. Dann hätten wir im Duden mindestens einen Begriff weniger: Homophobie

        • Dirk schrieb am

          Mit „merkbefreiter Argumentation“ war selbstverständlich nicht Dein Kommentar gemeint, sondern die merkbefreite Argumentation homophober Menschen, Homosexualität sei unnatürlich, weil sie zum Aussterben der Art führe.

      • Grimnir schrieb am

        „solange sie nicht versuchen, Heterosexualität als Abnormal einzustufen“

        „Wahrscheinlich träumt die Mehrheit der homophoben Männer davon, 1x im Leben mit mindestens 2 bisexuellen Frauen in der Kiste zu landen. Das nenne ich krank.“

        Glückwunsch W.S., Du hast soeben versucht, Heterosexualität als abnormal einzustufen. Viele heterosexuelle Männer träumen von Sex mit mehreren Frauen. Das ist nicht krank, sondern wird von der Piratenpartei als „Polyamorie“ sogar noch gefördert. Sorry, aber ich kann mit dem Begriff Homophobie wenig anfangen. Was muss man tun, um sich diese „Diagnose“ zu verdienen?

        • Dirk schrieb am

          > Viele heterosexuelle Männer träumen
          »1x im Leben mit mindestens 2 bisexuellen Frauen in der Kiste zu landen« ist nicht Polyamorie, sondern wird wohl eher als Dreier bezeichnet.

          > wird von der Piratenpartei als “Polyamorie” sogar noch gefördert
          Alle Lebensgemeinschaften, die auf dauerhaftes wirtschaftliches Füreinandereinstehen ausgerichtet sind, müssen – etwa durch Steuererleichterungen – gefördert werden, um den wirtschaftlcihen Nachteil asuzugleichen, der entsteht, wenn einer der Partner „ausfällt“ und dann eben das Füreinander eintreten zum Zuge kommt. Warum hebst Du besonders eine, zudem eher ungewöhnliche, Form des Zusammenlebens hervor?

          > ich kann mit dem Begriff Homophobie wenig anfangen
          Mir scheint überhaupt, dass Du dich noch wenig mit dem gesamten Themenfeld auseinandergesetzt hast. Daher vielleicht hier als Einstueg etwas zum Lesen.

          • Grimnir schrieb am

            Danke für die Antwort, Dirk,

            Dass ein Mann mit zwei Frauen dauerhaft zusammen lebt (und nicht nur einen einmaligen Dreier hat) mag für westeuropäische Verhältnisse in der Tat ungewöhnlich sein. Im islamischen Kulturkreis ist diese Form der Mehrehe jedoch gesellschaftlich akzeptiert.

            Der Staat sollte IMHO den Menschen nicht vorschreiben, in welcher Form von Familie sie zusammen leben. Er hat aber eine gewisse Freiheit bei der Gestaltung des Einkommenssteuerrechts. Und da wird das Programm der Piratenpartei nur an einer Stelle konkret: Das Ehegattensplitting soll abgeschafft werden. Praktisch bedeutet das jedoch, dass Verheiratete bereits vor der Scheidung Realsplitting http://de.wikipedia.org/wiki/Realsplitting anwenden müssen. Dieses Realsplitting ist genau das Steuerprivileg, das auch eingetragenen Lebensgemeinschaften bereits heute zusteht. Bei einer Abschaffung des Ehegattensplittings würde sich für Verheiratete durch eine Scheidung nichts mehr ändern. Man kann die Abschaffung des Ehergattensplittungs auch als „Scheidung per Gesetz“ bezeichnen. Man kann darin jedoch auch den Versuch sehen, die Scheidung überflüssig zu machen. In diesem Kontext bleibt von der „Polyamorie“ nur ein steuerrechtlicher Rahmen für die von vielen längst praktizierte serielle Monogamie übrig.

            Ich halte generell nicht viel davon, Menschen durch an den Haaren herbeigezogene Diagnosen als krank zu klassifizieren und sie dann gegen ihren Willen zu terapieren.

          • W.S. schrieb am

            Glückwunsch Grimnir,

            Du hast soeben versucht, mir das Wort im Munde herumzudrehen, indem Du ignoriert hast, dass ich speziell von homophoben(!) Männern geschrieben habe.

            Wenn ein Homophober einzig die Heterosexualität als sexuell „gesund“ einstuft und gleichzeitig nichts gegen einen Dreier mit 2 (oder mehr) Frauen (die sich auch gegenseitig verwöhnen und somit klar homosexuelle Neigungen haben (müssen)) hat, dann erkläre mir bitte, warum dieser Mensch sich nicht selbst widerspricht und somit in einem Ungleichgewicht lebt, was ich salopp als krank bezeichnet habe.

            Wenn in meinem Beispiel die 2 (oder mehr) Frauen brav in der Schlange stehen würden und auf ihren Einzeleinsatz warten, dann müssen sie natürlich nicht zwangläufig bisexuelle (und damit einhergehend homosexuelle) Neigungen haben. Das war aber deutlich nicht so gemeint, schliesslich habe ich klar von bisexuellen Frauen geschrieben.

            Bist Du etwa homophob?

  6. Clemens Pelz schrieb am

    Also ich finde, dass diese Heiler nur die Ausnahme bilden und ich finde, dass die Homo-Politik eigentlich sehr gut ist. Es tut sich was. Zwar nicht schnell, aber so langsam werden Schwule und Lesben immer öfter akzeptiert. Die Politik kann halt nicht mit der Brechstange ran.

  7. zarathustra schrieb am

    moin

    erlaubt ist, was (beiden) spass macht.

    rückgriffe auf die tierwelt bedarf es nicht.

    wer nen partner findet, der genauso wie einer selbst gummimaske, peitsche und anderes als lust,spass, befriedigend… findet.
    nur zu.

    (ne bekannte von mir verdiente massig geld mit nem service, den ich hier nicht näher erwähnen will – es waren alles erwachsene und hatte mit u18 nichts zu tun).

    aber back to thema:

    akzeptieren wir nun oder tolerien?

    ich tu es weder noch:
    also gay bzw lesbe sein ist stinknormal.

    gruss zara

  8. Dowlphin schrieb am

    Ja, Homosexualität existiert im Tierreich, aber dort und auch unter ‚uns Tieren‘ gilt es ebenfalls die Ursachen für diese zu untersuchen, und da kommen einige umbequeme aber erhellende Fallbeispiele zum Vorschein, die aufzeigen, daß Homosexualität eine Art ‚Notlösung‘ für bereits problematische Situationen sein kann, deren Vermeidung von vornherein ideal wäre, daß z.B. bei Menschen oft eine frühkindliche Streßerfahrung mit dem anderen Geschlecht vorliegt. Oder man nehme das Beispiel des Zoos, der unwissentlich nur männliche Pinguine in eine Gehege tat, und als man es endlich herausfand und im Vermehrungsinteresse Weibchen dazutat, nützte es nichts, da die männlichen Pinguine bereits homosexuelle Verhaltensweisen zeigten.
    Homosexualität erzeugt keine handfesten sozialen Probleme (Homophobie zähle ich nicht dazu), somit existiert kein Anreiz für eine intensive Untersuchung des Themas, aber das sagt nichts über die Natur des Phänomens aus. Anreiz besteht leider größtenteils nur in homophoben Kreisen, denn Ängste sind eine mächtige Motivation. Es gibt wahrscheinlich auch außerhalb dieser Gruppe einige Menschen, die das Thema gerne sachlich untersuchen würden, aber sich vor einer Diskriminierung durch Anti-Diskriminierungsgesetze fürchten und um ihren Ruf bangen (und von vornherein wahrscheinlich auch keine Chance haben, Fördergelder für unabhängige Forschung zu bekommen).
    Diese Politik, die in das Thema involviert ist, führt dann dazu, daß Homosexualität mit „Stolz“ assoziiert wird, was ein ungesunder (aber zu erwartender) extremer Gegenpol zu der historischen Behandlung des Themas ist.

    • Sabrina schrieb am

      Alles was bis jetzt an Literatur über erfolgreiche Prägung einer sexuellen Orientierung – um die geht es und nicht um die sexuelle (Geschlechts-)Identität – entzieht sich entweder einer Nachprüfung oder hält dieser nicht stand.

      Seriöse kontrollierte Studien zu Umpoltherapien, gibt es nicht.

      Soweit postulierte soziale Einflussfaktoren auf die Prägung der sexuellen Orientierung überprüft wurden, hielten diese einer statistischen Nachprüfung nicht stand. Diese postulierten Einflussfaktoren fanden sich genauso bei Kindern, sich später als heterosexuell herausstellten.

      Streß: Stress wirkt nur auf biologischer Ebene. Stresshormone werden wie viele andere Hormone und auch Sexualhormone zu einem wesentlichen Teil in der Nebenniere gebildet. Erhöhte Konzentrationen dieser Hormone, zu denen auch Kortison und Adrenalin gehören, beeinflussen letztlich den gesamten Hormonhaushalt, was sich auf die Ausbildung von körperlichen Geschlechtsmerkmalen, zu denen auch die sexuelle Orientierung gehört auswirkt.

      Ursache für Homosexualität sind letztlich alle Einflüsse, die zu abweichenden Konzentrationen und Wirkungen von (Sexual-)Hormonen führen. Dazu gehören hormonell wirkende Umweltschadstoffe, Medikamente (insbesondere Psychopharmaka), Stoffe, die Hormonrezeptoren blockieren, Schäden an den Genen, über die die Metabolisierungen von Sexualhormonen ablaufen, Rezeptorstörungen.

      Homosexualität ist letztlich nichts anderes als eine optisch eher unauffällige (von vielen) Ausprägung von Intersexualität. Das weiß man seit den Forschungen zur Antibabypille. Seitdem hat man nämlich bei kontrollierten Studien signifikant häufiger für Intersexualität typische Laborwerte bei Homosexuellen gefunden. Bei Heterokontrollgruppen nur im Ausnahmefall.

      Wäre Homosexualität keine Form der Intersexualität, dann würden Umpoltherapien funktionieren. Dann läge der Anteil der Homosexualität in der Gesellschaft bei 50 % und eine Diskriminierung eher unwahrscheinlich. Dann würden übrigens auch Heterosexuelle zur Homosexuellen umpoltherapiert werden können.

      Ich kritisiere übrigens die Entsolidarisierung der Homosexuellen gegenüber anderen schwereren Ausprägungen von Intersexualität. Das macht es Schurken in der Ärzteschaft, die Intersexuelle als „Transsexuelle“ Alltagstesten lassen unter Aufrechterhaltung eines zur sexuellen Identität entgegengesetzten Hormonhaushalts, die Intersexuelle genitalverstümmeln und gonadektomieren, leicht.

      Die Homosexuellen (und die vermeintlichen „Trans*“) sollten endlich verstehen, dass sie eine Gruppe innerhalb der Intersexuellen sind und Intersexuelle eben keine „TransGender“ sind.

      Aber das wird ja schon deswegen nicht veröffentlicht, weil es von mir kommt.

  9. LuckyLuuk schrieb am

    Homesexualität wurde durch die Evolution nicht aussortiert, da Homosexualität einen starken Nutzen hat: Sie lehrt uns Toleranz!

    Sie lehrt uns, soziale Konstrukte wie Beziehung oder Familie, weiter denken zu müssen als es biologisch augenscheinlich ausreichend wäre. Sie macht unsere sozialen Möglichkeiten komplexer und hilft uns damit, unsere Gesellschaft weiter zu entwicklen.

    – Nur mal um die Ecke gedacht und den biologistisch einseitigen Darstelungen damit eine Absage erteilt –

    • Bernd Kasperidus schrieb am

      Danke für den Kommentar. Es ist wirklich ein klein wenig um die Ecke gedacht oder wie man so schön sagt: Trick 17 mit Selbstüberlistung. Dennoch es ist ein sehr beachtenswerter philosophischer Ansatz zu Homosexualität

  10. Freiheit schrieb am

    Homosexualitaet sollte wie alles was niemandem, auch nicht den ‚betroffenen‘ selbst,
    irgendwie schadet nicht als Krankheit eingestuft werden !
    Unabhaengig davon ob es das nur bei Menschen gibt oder nicht und auch unabhaengig davon ob sich ‚Ursachen‘ ermitteln lassen …
    Es sollte einfach unte ‚Freiheit‘ fallen dass jeder zumindest alles tun darf was niemandem schadet !!
    Ohne es begruenden zu muessen … und ohne dafuer irgendwo ’schief angesehen‘ zu werden …
    Andererseits sollten auch Homosexuelle nicht so schnell jemanden ‚Homophob‘ nennen nur
    weil manche nicht mit ihnen im Sportverein duschen wollen wie neulich im Fernsehen gesagt wurde …
    Es gibt schliesslich getrennte Toiletten+Duschen usw weil man beim Pinkeln + duschen
    meist nicht vom anderen Geschlecht beobachtet werden will ausser vom ‚Partner‘ …
    nun haben ‚Heteros‘ also einfach genausoviel ‚Schamgefuehl‘ vor einem Schwulen wie vor dem anderen Geschlecht …
    Das ist auch ‚Normal‘ … !
    Aber bei allem wo mann und Frau normalerweise nicht ‚getrennt‘ sind sollte es auch keinen unterschied zwischen
    ‚hetero‘ ’schwul‘ und ggf noch anderen sexuellen orientierungen geben sofern ihre ausuebung niemandem schadet

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