Internationaler Hurentag: Normalisierung statt Diskriminierung in der Prostitution

(CC-BY) Tobias M. Eckrich

Anlässlich des heutigen Welthurentags erinnert die Piratenpartei daran, dass die Entscheidung zur Ausübung der Prostitution unter das Recht auf freie Berufswahl und der sexuellen Selbstbestimmung fällt und spricht sich erneut für ein Ende der Diskriminierung von Sexarbeitern und eine rechtliche Gleichstellung der Sexarbeit mit anderen Erwerbsformen aus.

Carolin Mahn-Gauseweg, stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei erklärt dazu:

»Auch wenn sich die Situation in Deutschland seit der Reform des Prostitutionsgesetzes verbessert hat, leiden Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter immer noch – nicht nur unter Vorurteilen und moralischen Vorwürfen der Öffentlichkeit, sondern auch unter diskriminierender Sondergesetzgebung. Die geplanten weiteren Reformen sollten sich daher an einer Gleichstellung mit anderen Berufen ausrichten: Gewerberecht statt Strafrecht, Abgabenordnung statt Sondersteuern. Novellierungen dürfen keinesfalls den alarmistischen Tendenzen mancher Bedenkenträger folgen und hinter das bereits Erreichte zurückfallen. Nur eine weitere Stärkung ihrer Rechte kann die Situation von Menschen in der Sexarbeit nachhaltig verbessern.«

Der Internationale Hurentag geht auf einen Streik französischer Prostituierter im Jahre 1975 zurück, der sich gegen zunehmende Polizeirepressalien und die dadurch bedingte Zunahme von Gewalttaten gegen Prostituierte richtete. Er gilt als Ausgangspunkt der Hurenbewegung weltweit.

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Kommentare

Ein Kommentar zu Internationaler Hurentag: Normalisierung statt Diskriminierung in der Prostitution

  1. Alex schrieb am

    Grundsätzlich stimme ich zu. Allerdings greift die Forderung zu kurz und konterkariert die Realität: Die letzten gesetzlichen Änderungen haben hier die Lage eher verschlimmbessert. Deutschland ist ein florierendes Pflaster für Zwangsprostitution geworden. Siehe http://www.spiegel.de/panorama/justiz/spiegel-tv-magazin-berichtet-ueber-prostitution-in-deutschland-a-913269.html

    Eine einfache Gleichstellung langt nicht: Kriminellen Machenschaften muss ein Riegel vorgeschoben werden! Während jede Gaststätte die strengen Auflagen vom Gesundheitsamt fürchtet, freuen sich zahlreiche Bordellbetreiber über die Zwangslage ausländischer Mädchen. Währenddessen ist der Polizei sind dank der neuesten Gesetzeslage überwiegend die Hände gebunden – ohne eine Anzeige der betroffenen geht gar nichts.

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