Die Causa Schavan – nur eine Plagiatsaffäre?

Photo by DAVID ILIFF, CC-BY-SA 3.0

Ein Gastbeitrag von Erbloggtes.

Erbloggtes war in den letzten zwei Jahren wesentlich ein Blog zur Causa Schavan. Letzteres ist auch der Name eines anderen Blogs, das eine Gruppe mehr oder weniger anonymer Aktivisten ebenfalls vor etwa zwei Jahren eigens für Berichte und Kommentare zu dieser Affäre gegründet hat, die gerade mit dem Beschluss der Bundesregierung endete, die ehemalige Bildungsministerin Annette Schavan als Botschafterin in den Vatikan zu schicken.

Aber ob die Causa Schavan damit wirklich abgeschlossen ist, das hängt stark davon ab, was genau man darunter verstehen möchte. Der folgende Text stellt einige Definitionsmöglichkeiten für einen Skandal vor, der nicht so leicht zu fassen ist wie die Plagiatsaffäre Guttenberg. In dessen Fall hatte sich im Februar 2011 rasch herauskristallisiert, dass der aufstrebende Stern am deutschen Politikhimmel, der als Minister alle anderen überstrahlte, in Wahrheit nur ein Blender war, ein blasser Zwerg, der die Gewänder von Riesen angelegt hatte. Gut ein Jahr später erreichten Anfang Mai 2012 unter gänzlich anderen Rahmenbedingungen Informationen die Öffentlichkeit, dass mit Schavan ein weiteres Kabinettsmitglied betrogen hatte, um einen Doktorgrad zu bekommen.

Eine banale Plagiatsgeschichte

Doch Schavan ist nicht Guttenberg, hieß es daraufhin stets, und deshalb gibt es auch keine Plagiatsaffäre Schavan, während es eine Plagiatsaffäre Guttenberg in der Wikipedia bis heute gibt. Eine solche Plagiatsaffäre – über die »Causa Schavan« den besten Überblick liefert – könnte man heute als abgeschlossen ansehen: Schavan hatte bei der Doktorarbeit betrogen, das enthüllte der Plagiatsrechercheur »Robert Schmidt« auf Schavanplag. Die Universität Düsseldorf untersuchte die Dissertation, fand 60 ungekennzeichnete Übernahmen und entzog Schavan ihren Doktor. Rücktritt. Schavan scheiterte vor Gericht grandios, gab sich geschlagen – wenngleich uneinsichtig – und geht nun nach Rom ins Exil, auf Pilgerfahrt, ins Kloster oder in die Residenz. Wie auch immer man dieses Ende interpretiert: Die Geschichte der braven Annette vom Niederrhein, die sich in ungeahnte wissenschaftliche und politische Höhen schwingt, deren stolze Flügel aber im Licht der Macht dahinschmelzen, bis bloß noch Stummel übrig sind, diese Geschichte ist zu Ende erzählt: Als sie sich nicht mehr nur heimlich schämen kann, fällt sie und findet Zuflucht im Glauben. Da kommt nichts mehr.

Aber das ist nicht der Kern der Causa Schavan. Manche meinen, der wahre Kern der Affäre sei eine Verschwörung finsterer Mächte, die dem politischen Katholizismus den Todesstoß zu geben trachteten. Wer daran genau beteiligt sein soll, das gehört zu den dunklen Mysterien dieser Deutung. Es macht sie aber auch sehr attraktiv, dass da jeder die Verschwörer einsetzen kann, die ihm am liebsten sind. Vielleicht hat sogar diese neue Freidenker-Bewegung ihre Finger im Spiel, wie hieß die nochmal? Schreibt in die Kommentare, wenn ihr wisst, wer dahintersteckt!

Bis diese Geheimnisse enthüllt sind, wird man die eigentliche Causa Schavan aber anderswo suchen müssen. Eine einzelne Ministerin ist nur die Zentralfigur in der Erzählung, die benötigt wird, um komplexe Verwicklungen einer breiteren Öffentlichkeit verständlich zu machen. Die komplexen Verwicklungen finden sich auf dem Feld der Politik, und weil ihr Piraten euch auf die Fahnen geschrieben habt, für mehr Menschen den Zugang zu diesem Feld zu ermöglichen, solltet ihr diese Verwicklungen genau betrachten:

Im Einsatz für die öffentliche Deutungshoheit

Drei Wochen, nachdem die zahlreichen plagiierten Stellen in Schavans Doktorarbeit an die Öffentlichkeit gekommen waren, publizierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) das Gutachten zweier prominenter Pädagogik-Professoren, das unter dem Titel »Zitierfehler, aber kein Plagiat« argumentierte, »dass die Arbeit kein Plagiat darstellt«, weil die ohne Quellenangabe übernommenen Stellen sich im Mittelteil der Dissertation konzentrierten. Das könne aber ein »computergestützter Textvergleich«, wie er seit GuttenPlag in Mode sei, nicht feststellen. Und überhaupt, stellte »die Wissenschaft selbst« nach weiteren drei Wochen in der Süddeutschen Zeitung (SZ) klar, sei es »ein Spektakel, das einer aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig ist«, wenn »lediglich behauptete Verfehlungen durch ständige Wiederholung fixiert« würden, indem selbsternannte Plagiatsjäger mit detaillierten Dokumentationen im Internet »Vertrauen durch scheinbare Transparenz« ersetzten und dadurch »das Verhältnis der Wissenschaft zur Öffentlichkeit beschädigt wird«. Wer sich da als »die Wissenschaft selbst« bezeichnete, das waren acht Schavan eng verbundene Wissenschaftsfunktionäre, und dementsprechend lag der Verdacht nahe, der Artikel diene dazu, »die Diskussionsgrundlage zum Thema Plagiate so zu verschieben, dass die Vorwürfe gegen die Bildungsministerin gegenstandslos werden«.

Die beiden Zeitungsartikel von prominenten Wissenschaftlern und Wissenschaftsfunktionären bildeten nur den Auftakt zu einem erstaunlichen publizistischen Engagement, das bis zum Verhandlungstag vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf ungebrochen fortgesetzt wurde. Dabei setzten die Wissenschaftsgrößen nicht etwa auf Transparenz, indem sie überprüfbare Argumente vortrugen. Sie warfen vielmehr das ganze Gewicht ihrer Autorität in die Waagschale, und dieser Autorität musste man schon Vertrauen schenken, wenn man Wissenschaft in Deutschland für ein prinzipiell funktionsfähiges System zur Unterscheidung von wahr und unwahr halten wollte. Wie hätten diese Funktionäre es sonst bis an die Spitze des deutschen Wissenschaftsbetriebs schaffen können? Sie nutzten auch nicht bloß ihre persönliche Autorität, sondern äußerten sich regelmäßig ausdrücklich im Namen einflussreicher Wissenschaftsorganisationen, in denen sie wichtige Funktionen ausfüllten. Zu ihrem Problem wurde aber, dass sich immer dann, wenn man die öffentlich vorgetragenen Begründungen zur Entlastung Schavans von Plagiatsvorwürfen einer sachlichen Überprüfung unterziehen konnte, das Gegenteil des von den Wissenschaftsfunktionären Behaupteten als richtig erwies. Zuletzt hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf alle Argumente, die Schavan hätten entlasten können, eingehend geprüft. Es blieb nichts übrig außer Arglist.

Blamiert hat sich in der Causa Schavan daher weniger Annette Schavan, die einfach nur mit allen Mitteln versucht hat, ungeschoren aus der Sache herauszukommen. Das ist verständlich und in Plagiatsfällen die Regel, denn niemand gesteht gern tiefgreifendes Versagen und Gewissenlosigkeit ein, viele nicht einmal sich selbst. Vielmehr haben sich die Wissenschaftsorganisatoren blamiert, die mit bis zur Absurdität reichenden Begründungen versuchten, die Interessen ihrer Brotherrin durchzusetzen. Wenn das Wissenschaftssystem in Deutschland immer so funktioniert, dann hat es weder seinen Namen verdient, noch die Steuermittel, die Bund und Länder alljährlich zu seiner Finanzierung aufbringen. Bedauerlich ist, dass das ganze Ausmaß der Blamage noch nicht öffentlich bekannt ist und es wohl noch Jahrzehnte dauern wird, bis sich aus Archiven und Nachlässen die Aktivitäten jener »Kaste von Wissensfunktionären« rekonstruieren lassen, »die von Exzellenz faseln, aber nur leeres Stroh dreschen«. In den letzten Monaten wurde allerdings bereits deutlich, dass das Angebot der Universität Düsseldorf, ihr Verfahren durch Veröffentlichung aller Unterlagen transparent zu machen, von Schavan schon deshalb abgelehnt werden musste, weil sich ihre Unterstützer hinter den Kulissen noch weitaus schlimmere Blößen gegeben hatten als in der Öffentlichkeit.

Neueste Peinlichkeiten

Zuletzt sickerte durch, wie sich der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler, Mitte Januar 2013, also kurz vor den entscheidenden Beratungen an der Universität Düsseldorf, in einem als »Persönlich – Vertraulich« gekennzeichneten Schreiben an den Dekan der Philosophischen Fakultät und den Rektor der Universität Düsseldorf gewandt hatte: Um »die Hochschulen und ihre Interessen in Politik und Öffentlichkeit zu vertreten«, wollte Hippler im Namen »einer Vielzahl von großen Universitäten« die Düsseldorfer »eindringlich darum bitten«, »dass die Reichweite der anstehenden Entscheidung der Universität Düsseldorf angemessene Berücksichtigung findet«. Er suggerierte, dass das Düsseldorfer Verfahren irgendwie fehlerhaft sei – was das Verwaltungsgericht ein Jahr später keineswegs finden konnte. Denn dieselben Forderungen, die Hippler aufstellte, benutzte Schavan anschließend zur Begründung ihrer Klage gegen die Entziehung des Doktorgrads. Tatsächlich könnte es sich allerdings »für die gesellschaftliche Wahrnehmung der Wissenschaft und der Universitäten in Deutschland« als »von außerordentlicher Bedeutung« erweisen, dass der Präsident der HRK von der Universität Düsseldorf verlangte, im Fall Schavan anders vorzugehen als in allen anderen Plagiatsfällen, weil »es sich nicht um Routineverfahren handelt oder nicht ausreichend unabhängige Fachexpertise in der betroffenen Fakultät vorhanden ist«.

Dass Hippler seinem Schreiben eine »Erklärung zu Plagiatsverfahren an deutschen Hochschulen« anfügte, die für »die Universitäten in der HRK« zu sprechen beansprucht, aber keine Angaben zu ihrer Entstehung macht, ist nur eine weitere Merkwürdigkeit in dieser Affäre, ebenso die wenige Tage später veröffentlichte »Gemeinsame Erklärung: Allianz der Wissenschaftsorganisationen zu Grundsätzen der wissenschaftlichen Qualitätssicherung«, die erkennbar auf Hipplers Erklärung aufbaut und von Experten rasch als befangen und substanzlos identifiziert wurde.

Hipplers semantische Fehlleistung, dass sich im Fall Schavan entscheide, »wie wir in autonomer Weise die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis ausüben«, macht zudem darauf aufmerksam, dass die Autonomie der Wissenschaft, die Befolgung wissenschaftlicher Regeln und das Ausüben von Macht in einem Spannungsverhältnis stehen. Unabhängigkeit und Regelbefolgung müssen dabei immer wieder neu austariert werden, um das Optimum an Wahrheitsfindung zu erreichen. Offensichtlich ist jedoch, dass die Ausübung von Macht über die Wissenschaft niemals der Wahrheitsfindung dient. Machtausübung dient den Interessen der Mächtigen, und in diesem Fall primär den ganz persönlichen Interessen einer bestimmten Mächtigen. Wie in einem demokratischen Rechtsstaat mit diesem Problem umzugehen ist, das ist die eigentliche Herausforderung der Causa Schavan. Und das wirft natürlich auch die Frage auf, wie ihr Piraten es eigentlich mit Machtausübung und Autonomie der Wissenschaft haltet.

Erbloggtes twittert unter @Erbloggtes und bloggt unter erbloggtes.wordpress.com.

Flattr this!


Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

48 Kommentare zu Die Causa Schavan – nur eine Plagiatsaffäre?

  1. Stefan Heßbrüggen schrieb am

    In diesem Zusammenhang ist es sicherlich erwähnenswert, dass Frau Schavan im Jahr 2011 jenem Gremium vorsaß, das den Beschluss fasste, die Spielregeln für „Wissenschaftsspielverderber“ wie Robert Schmidt zu ändern. Dieser Beschluss ist nie öffentlich geworden. Ein Landtagsabgeordneter sollte da doch wohl drankommen können? Mehr Info hier: http://www.carta.info/60937/wissenschaftsfreiheit-deine-mudder/

    • flow schrieb am

      Hallo Stefan,

      Du könntest über die Plattform „OpenAntrag“ einen Antrag an die Landtagspiraten in NRW, im Saarland und/oder in Schleswig-Holstein stellen. Fertig formulierte Anträge haben meist bessere Chancen, als ein „könntet ihr mal…“ ;)

  2. guter Text…. gut auf den Punkt gebracht, lesenswert …. Danke
    ergänzend: Es gibt jene Akademiker die der Wissenschaft verpflichtet sind und jene die die zuerkannten Meriten als Mittel zum Zweck sehen, um das Spiel der Macht zu spielen. Ich habe die Dame nie für eine intelektuelle Lichtgestalt im Sine Camus sehen können, das was sie in meinen Augen zum Besten gibt zeigt, wie gut sie Strippen zieht, jedermanns Liebling zu seien schien und dabei, wie Fett auf Wasser immer nach oben befördert wurde. Das Milieu indem sie sich bewegt, will genau solche Leute…. in alkoholischen Lösung wer sie kein Thema mehr. Es ist eben die Systemfrage zu stellen, auch von den Piraten.

  3. Karsvo schrieb am

    HEXENJAGD

    Gut, daß das „nur“ ein Gastbeitrag ist. Selten so einen Datenmüll gelesen. Bitte in Zukunft nicht nur auf Sekundärquellen verweisen. JA: Das ist GENAU der Vorwurf gegen Schavan mit dem Unterschied, daß es dort um einn kleinen Anteil geht, der nicht belegt wäre. Ich habe mir SELBST den Großteil der fraglichen Stellen angeschaut:

    1. Die Doktorarbeit von Schavan ist vollgestopft mit Quellenangaben.
    2. Da wo einzelne Stellen nicht mit Quellen unterlegt sind, handelt es sich um „Der Ball ist rund“ Aussagen (also allgemein bekanntes) oder im vohergehenden Text/Einleitung wurden die Quellen als ganze angegeben, ohne bei den Einzelstellen konkret die Seitenzahl zu nennen.
    3. Der mangelnde Eigenanteil von Schavan wurde an vielen Stellen kritisiert. Dabei wurde jedoch nicht berücksichtigt, daß in den ersten Kapiteln einer Doktorarbeit grundsätzlich zunächst der aktuelle Stand der Wissenschaft zusammengetragen wird, bevor dann darauf in späteren Kapiteln der Eigenanteil aufbaut. Es ist absurd, den Eigenanteil an einzelnen Stellen solcher Kapitel festzumachen. Und schon gar keinen Sinn macht es, hier eine Täauschungsabsicht zu unterstellen, weil in diesen Stellen, das „Abschreiben“ geradezu Programm ist.
    4. Das Gutachten der Uni Düsseldorf war ein internes. Es gab nach meinem Kenntnisstand kein 2. und externes schon gar nicht. WARUM?

    Daher ist bei mit der Eindruck entstanden, nachdem ich mir eine EIGENE Meinung gebildet habe, daß diese Doktorarbeit zu unrecht aberkannt wurde. Grund für die Aberkennung kann nur ein Täuschungsversuch sein (z.B. wenn jemand Messdaten fälscht). Das kann ich hier NICHT erkennen. Ich vermute daher, daß die Aberkennung politisch motiviert war. Erbärmlich, daß die Piratenpartei jetzt auch auf ein solches Niveau gesunken ist, indem auf soetwas draufgesprungen wird. Eine Partei, die nur den Mut hat, aus der dritten Reihe auf Einzelpersonen in Überzahl rumzuhacken, brauchen wir nicht.

    • Karsvo schrieb am

      Oder zusammengefaßt: Die „Denk selbst“ Wahlplakate der Piratenpartei sind anscheinend auch „Plagiate“.

    • flow schrieb am

      Ich zitiere dann mal aus dem rechtskräftigen Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf:

      Leitsätze:

      1.) Die Anforderungen, die an den Nachweis der Eigenständigkeit
      wissenschaftlichen Arbeitens zu stellen sind, ergeben sich
      ausschließlich aus dem Gebot der wissenschaftlichen
      Redlichkeit. Hiervon im Tatsächlichen gegebenenfalls
      abweichende Handhabungen sind rechtlich unerheblich.

      2.) Das Gebot der wissenschaftlichen Redlichkeit erfordert es,
      geistiges Eigentum Dritter nachprüfbar zu machen, in dem
      sämtliche wörtlich oder sinngemäß übernommenen Gedanken
      aus Quellen und Literatur als solche kenntlich gemacht werden.

      3.) Eine nachträglich aufgedeckte Täuschung bei einer Dissertation
      kann auch dann noch sanktioniert werden, wenn die
      Täuschungshandlung bereits langfristig zurückliegt.
      Wissenschaftliche Arbeiten sind auf Nachhaltigkeit angelegt.
      Deren fachliche Bedeutung für den wissenschaftlichen Diskurs
      lässt sich zeitlich nicht eingrenzen.

      Verwaltungsgericht Düsseldorf, Urteil vom 20. März 2014 – 15 K 2271/13 –

      Foglerichtig kommt das Gericht dann zu folgendem abschließenden Urteil:

      [D]ie Klägerin [wäre] aber auch nach § 48 Abs. 2 VwVfG NRW nicht gegen eine Rücknahme der Begünstigung geschützt, da sie die Gradverleihung durch arglistige Täuschung bewirkt hat (§ 48 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1 VwVfG NRW). Arglist in diesem Sinne liegt vor, wenn die bewusste Irreführung darauf gerichtet war, auf den Erklärungswillen der Behörde einzuwirken.
      […]
      Sie ist damit bei einer vorsätzlichen Täuschung wie der der Klägerin regelmäßig gegeben; Anhaltspunkte für das Gegenteil liegen nicht vor.

      Eine „Hexenjagd“ kann hier nur erkennen, wer den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes ablehnt. Bei religiösen Fanatikern ist dies regelmässig der Fall.

      • Karsvo schrieb am

        „in dem sämtliche wörtlich oder sinngemäß übernommenen Gedanken aus Quellen und Literatur als solche kenntlich gemacht werden.“

        „Da wo einzelne Stellen nicht mit Quellen unterlegt sind, handelt es sich um “Der Ball ist rund” Aussagen (also allgemein bekanntes) oder im vohergehenden Text/Einleitung wurden die Quellen als ganze angegeben, ohne bei den Einzelstellen konkret die Seitenzahl zu nennen.“

        „Eine nachträglich aufgedeckte Täuschung bei einer Dissertation kann auch dann noch sanktioniert werden, wenn die Täuschungshandlung bereits langfristig zurückliegt.
        Wissenschaftliche Arbeiten sind auf Nachhaltigkeit angelegt.“

        1. nachträglich + 2.Täuschung: Ungenaue Quellenangaben sind noch lange keine Täuschung. Und nur die nachträglich nachgewiesen Täuschung rechtfertig die Aberkennung. Kleinere Ungenauigkeiten bei Quellenangaben jedoch NICHT. Ansonsten könnten vermutlich 99% aller Doktorarbeiten aberkannt werden.

        Hexenjagd: Ihr jagd doch schon ganz gerne in Überzahl einzelne Personen aus der gesicherten Deckkung heraus, gell? Und wie Inquisiatoren benehmt Ihr Euch nach meinem Eindruck auch … Einfach nur feige und beschämend.

        • Karsvo schrieb am

          Im Gegenteil: Es läßt sich sogar leicht nachweisen, daß es sicht NICHT um Täuschung handelt: Sämtliche Quellen, die nicht exlizit mit Seitenzahl angegeben wurden, waren den Prüfern mindestens bekannt bzw. tauchen in den von mir geprüften Stellen alle in der Doktorarbeit als Quellen auf oder können als Allgemeinwissen gelten (z.B. Zitate von Sigmunfd Freud). Wie soll soetwas ein Täuschungsversuch sein, wenn dem Doktoranden bekannt ist, daß er niemenden damit täuschen kann, weil die Prüfer im Bilde sind?

          Das ganze grenzt nicht nur an Boshaftigkeit: Soll einem Physiker die Doktorarbeit aberkannt werden, weil er für „Kraft = Masse x Beschleunigung“ keine Quelle angibt und man ihm unterstellt, er wolle Newtons Entdeckung als seine eigene täuschend anbieten? Das ist absurd.

          • Dirk schrieb am

            > Es läßt sich sogar leicht nachweisen, daß es sicht NICHT um Täuschung handelt

            Ganz so leicht scheint es ja dann nicht gewesen zu sein. Ich erinnere, dass Frau S. sich sehr ernsthaft – und sehr vergeblich – bemüht hat, die Vorwürfe zu entkräften.

            Aber mehr so: Politk. Und da ist es unerträglich, dass Menschen, die der arglistigen Täuschung überführt wurden, nicht von der politischen Bühne entfernt werden. Ich zitiere da gerne Dich:

            >Das ist absurd.

            Wie wahr.

            • Karsvo schrieb am

              „Ganz so leicht scheint es ja dann nicht gewesen zu sein. Ich erinnere, dass Frau S. sich sehr ernsthaft – und sehr vergeblich – bemüht hat, die Vorwürfe zu entkräften.“

              Scheint? Hat sich hier irgendjemand außer mir die Doktorarbeit selbst angeschaut? Zumindest die relevanten Stellen?

              Gutachter, Richter, Medien, …: DAS sind alles Sekundärquellen. Es sind die Meinungen ANDERER. „Denk selbst“ (Piratenwahlplakat!!): Das bedeutet das Gegenteil: Sich anhand der Doktorarbeit (Primärquelle) eine eigene Meinung zu bilden. Und damit das besser zumachen, was Schavan vorgeworfen wird!!

              • flow schrieb am

                Sich anhand der Doktorarbeit (Primärquelle) eine eigene Meinung zu bilden.

                Unfug. Um mir eine eigene Meinung zu bilden, bräuchte ich sämtliche im Literaturverzeichnis von Schavans „Dissertation“ verwendete Originalliteratur und etwa drei Monate Zeit für die Prüfung auf Plagiate. Ich glaube dir schlicht nicht, dass du das getan hast. Falls doch, bitte ich um Verlinkung deines Prüfberichts an dieser Stelle.

                Ich würde das höchstens dann tun, wenn es einen begründeten Verdacht für Unregelmäßigkeiten in der Begutachtung gäbe. Den sah und sehe ich nicht. Es haben jetzt über zwei Jahre lang Gutachter, Plagiatsforscher und ein Verwaltungsgericht die Sache bearbeitet. Keiner ist zu einem für dich oder Schavan positiven Urteil gelangt. Alles eine große Verschwörung? Wohl kaum.

              • Karsvo schrieb am

                „Unfug. Um mir eine eigene Meinung zu bilden, bräuchte ich sämtliche im Literaturverzeichnis von Schavans “Dissertation” verwendete Originalliteratur und etwa drei Monate Zeit für die Prüfung auf Plagiate. Ich glaube dir schlicht nicht, dass du das getan hast“

                Flow, Du solltest nicht von Dir auf andere schließen. Und und was Du mir glaubst oder nicht ist mir ehrlich gesagt egal. Meine hier vorgebrachten Argumente sprechen für sich.

              • Karsvo schrieb am

                „Es haben jetzt über zwei Jahre lang Gutachter, Plagiatsforscher und ein Verwaltungsgericht die Sache bearbeitet. Keiner ist zu einem für dich oder Schavan positiven Urteil gelangt. Alles eine große Verschwörung? Wohl kaum.“

                Flow: Du argumentierst auf der persönlichen Ebene: WER etwas BEHAUPTET („renomiert“, „viele“, „vertrauenswürdig“). Als Wissenschafler kann ich Dir versichern, daß das in höchstem Maße unwissenschaftlich ist: Dort gehört es nämlich zum Standard („Redlichkeit“, …..), daß SACHLICH argumentiert wird.

                Woran liegt das wohl? Ich gebe mal ein Beispiel: Vor noch gar nicht so langer Zeit haben „alle“ behauptet, daß die Erde eine Scheibe wäre. Hat uns diese persönliche Sichweise der Dinge irgendwie weitergebracht?

              • Karsvo schrieb am

                „Alles eine große Verschwörung? Wohl kaum.“

                Die Ursache hierfür findet sich sehr wohl auf der persönlichen Ebene: Menschen sind nicht gerne Außenseiter. Wenn sich erstmal eine Mehrheit herausgebildet hat (das kann auch eine durch Massenmedien geschaffene nur scheinbare Mehrheit sein), wollen die Mitläufer und Opportunisten dazugehören. Andere wiederum haben Angst um ihren Posten, wenn sie einen repräsentativen Posten haben und eine politisch nicht korrekte Position vertreten. Und leider beteiligen sich auch immer wieder Menschen an Hetzjagden, weil arme Geister es für ihr Ego brauchen, wenn sie auf Fehlern anderer herumtrampeln können. Erst recht, wenn diese Menschen es weiter gebracht haben als man selbst. Mal drüber nachdenken …

        • Karsvo schrieb am

          Es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb eine Täuschungsabsicht hier absurd ist. Weiß hier irgendwer, wie Doktorarbeiten geschrieben werden? Zumindest in diesem Fall? Richtig: Sie werden betreut. Das bedeutet, daß die Doktorarbeit in der Regel das Ergebnis von Teamarbeit ist. In der Regel! Nur ein klitzekleiner Teil wird in den meisten Fällen „neu“ sein. Eine Doktorarbeit ist keine Klassenarbeit aber auch kein Nobelpreis. Es ist eine ganz normale Forschungstätigkeit, bei der maximal zum halben Gehalt gearbeitet wird :)

          Ein Doktorand hat es unter normalen Umständen gar nicht nötig, jemanden zu täuschen, um den Doktortitel zu erlangen.

          Echte Täuschungen sind z.B. die Fälschung von Messergebnissen. Hier mißt der Betreuer i.d.R. nicht selber nach. Und nur in solchen Fällen kann eine Täuschung überhaupt unterstellt werden. Aber definitiv nicht im Fall Schavan. Was das Gerichtsurteil angeht, so möchte ich das nicht kommentieren und kenne es auch nicht. Ich hoffe aber sehr, daß die Richter NICHT vom Gutachter „abgeschrieben“ haben (böses Wort), sondern sich eine eigene Meinung gebildet haben. Ansonsten könnten wir eine Menge Geld sparen, weil wir dann nur noch Gutachter als Richter bräuchten.

          • Richter schrieb am

            Unterlassen Sie bitte dieses infame Diskussionsverhalten! Das unangefochtene Urteil ist oben verlinkt, und einige diskussionsrelevante Stellen sind bereits von anderen Kommentatoren zitiert worden. An den Haaren herbeigezogene Verdächtigungen über das Gericht zu insinuieren, ohne das Urteil überhaupt zur Kenntnis nehmen zu wollen, ist ignorant und beweist völliges Desinteresse an der Sache. Läge bei Ihnen auch nur ein Hauch von Sachinteresse vor, hätten Sie das Urteil von Anfang bis Ende gelesen, insbesondere den Mittelteil, Rz 77-106, in dem die Täuschungen einzeln seitenweise erläutert werden und auch fachfremden Lesern nachvollziehbar aufgezeigt wird, dass und wie in Textwissenschaften Fälschungen möglich sind.

            • Karsvo schrieb am

              „An den Haaren herbeigezogene Verdächtigungen über das Gericht zu insinuieren, ohne das Urteil überhaupt zur Kenntnis nehmen zu wollen, ist ignorant und beweist völliges Desinteresse an der Sache. “

              Ignorant ist hier derjenige, welcher sich mit Sekundärquellen („Urteil“, „Richter“) beschädtigt, statt sich mit der Primärquelle (Doktorarbeit) selbst zu beschäftigen. Ja es bedeutet, daß Sie gerne die Meinung anderer übernehmen, statt sich eine eigene zu bilden („abschreiben“).

              „Unterlassen Sie bitte dieses infame Diskussionsverhalten! “

              Du bist ein Troll, gell? (Benutzername „Richter“) Läßt Du Dich dafür bezahlen?

            • Karsvo schrieb am

              “ in dem die Täuschungen einzeln seitenweise erläutert werden und auch fachfremden Lesern nachvollziehbar aufgezeigt wird“

              NEIN: Es werden Fehler aufgezeigt. Daß es sich um eine Täuschung handelt, ist die Meinung/Schlußfolerung des Gerichts. Ich respektiere diese Meinung. Ich habe eine andere Meinung, die ich unten erläutert habe.

              Schlußfolgerungen als Tatsachen darzustellen mag formal jurustisch korrekt sein, wenn sie von einem Gericht getroffen werden. Im Sinne einer meinungsbildenden Diskussion halte ich es allerdings vom Foren-Benutzernamen „Richter“ (warum nennt ein Nutzer sich so?) für „unredlich“, Schlußfolgerungen mit empirischen Fakten zu „verwechseln“.

              „seitenweise“

              Auch das halte ich für eine Verzerrung. Wieviel macht das denn prozentual im Verhältnis zu den angegebenen Quellen aus? Bei einer Doktorarbeit mit wieviel zehntausenden Zeilen?

              „Täuschung“ impliziert, daß Frau Schavan es sich leicht gemacht hätte durch „Abschreiben“. Wer sich diese Doktorarbeit „seitenweise“ SELBER anschaut, wird schnell den Eindruck gewinnen, wieviel Arbeit sich Frau Schavan gemacht hat und wie tief sie sich in die Materie eingearbeitet hat auch schon anhand der zahlreichen von ihr verwendeten Quellen.

              Wenn ein Physiker x mal die Schrödinger Gleichung verwendet ohne Erwin Schrödinger jedesmal als Quelle anzugeben, dann hat er sich noch lange nicht Schrödningers Leistung zu eigen gemacht und muß sich „Täauschung“ unterstellen lassen, weil jeder Physiker die Schrödingergleichung kennt. Wer dann diese x Male („seitenweise“) als Charakteristikum für die Arbeit darstellt, obwohl die Arbeit nur darauf aufbaut: Dem könnte man „Unredlichkeit“ unterstellen, weil die Verhältnismäßigkeiten verdreht werden. Und wenn ein Physiker die Schrödinger Gleichung aus Lehrbüchern übernimmt statt Schrödingers Original-Publikation zu zitieren, dann ist das auch nicht minderes wissenschaftliches Niveau, weil er „nur“ Sekundärquellen verwendet.

              • flow schrieb am

                NEIN: Es werden Fehler aufgezeigt. Daß es sich um eine Täuschung handelt, ist die Meinung/Schlußfolerung des Gerichts.

                Zu welchem Zweck sonst hätte Schavan in plagiierten Stellen Sätze umstellen und Synonyme für Begriffe verwenden sollen, wenn nicht zur Verschleierung der Herkunft dieser Textpassagen? Eben in diesem Verhalten, der absichtsvollen Verschleierung, liegt der Täuschungsbefund begründet.

                Wer sich diese Doktorarbeit “seitenweise” SELBER anschaut, wird schnell den Eindruck gewinnen, wieviel Arbeit sich Frau Schavan gemacht hat und wie tief sie sich in die Materie eingearbeitet hat auch schon anhand der zahlreichen von ihr verwendeten Quellen.

                Und wenn es einen Doktortitel für „sich ganz doll Arbeit machen“ und ganz viele Quellen ins Literaturverzeichnis schreiben gäbe, dann wäre Schavan jetzt noch Doktor. Sinn und Zweck einer Dissertation ist der Nachweis der Fähigkeit selbstständigen wissenschaftlichen Arbeitens. Schavan hat unter Beweis gestellt, dass das für sie zu schwer ist, und sie betrügen musste, um dennoch bis zur ihrer Entdeckung einen Doktortitel tragen zu können. Folgerichtig ist der Titel nun weg.

                […] weil jeder Physiker die Schrödingergleichung kennt.

                Eben aus diesem Grund, weil ein Prüfer Textpassagen hätte wiedererkennen können, hat Schavan durch Satzumstellungen und Verwendung von Synonymen die Herkunft der plagiierten Textpassagen verschleiern wollen, um das Risiko ihrer Entdeckung zu minimieren.

                Ausserdem, wie schon an anderer Stelle gesagt: es ist vollkommen unerheblich, ob der Prüfer oder ein Dritter die entsprechenden Quellen auswendig kennt, weil es bei der Promotion einzig und allein um den Promovenden geht. Ist dieser willens und in der Lage die Standards wissenschaftlichen Arbeitens einzuhalten? Oder, um nochmals aus dem Urteil des VG Düsseldorf zu zitieren:

                Der Fakultätsrat hat auch zu Recht dem Umstand, dass Erstgutachter (bzw. Referent) und Zweitgutachter (bzw. Korreferent) die Täuschungsbefunde nicht schon bei der Annahme bzw. bei der Bewertung der Dissertation der Klägerin entdeckt haben und dass die Betreuung der Dissertation durch die seinerzeitigen Gutachter (bzw. Referenten) insoweit möglicherweise nachlässig war, keine Bedeutung zugemessen. Denn weder rechtfertigt dies, die elementaren Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens missachten zu dürfen, noch lässt sich daraus ein “Mitverschulden“ Dritter und damit eine Verschiebung der persönlichen Verantwortung des Promovenden für die Dissertation konstruieren. [meine Hervorhebung]

              • Karsvo schrieb am

                „Zu welchem Zweck sonst hätte Schavan in plagiierten Stellen Sätze umstellen und Synonyme für Begriffe verwenden sollen, wenn nicht zur Verschleierung der Herkunft dieser Textpassagen?“

                Warum hat sie die Quellen dann im Quellenregister angegeben, wenn sie davon ausgehen muß, daß diese angebliche Verschleierung gar nicht als Verschleierung geeignet ist, weil die Quelle dadurch sehr wohl den Prüfern bekannt ist?

                Flow: Wieviel Ahnung hast Du von wissenschaftlicher Arbeit? Meine Vermutung: Gar keine. Ansonsten wüßtest Du, daß die Quellen normalerweise sogar vom Doktorvater (das ein Prüfer!) empfohlen werden. Der Doktorvater ist derjenige, der im Thema viel tiefer drin ist, als der Doktorand selbst. Und wenn der Doktorand die Quellen kennt, dann der Doktorvater erst recht. Wie soll der Doktorvater da bitteschön getäuscht werden können?

                „Eben in diesem Verhalten, der absichtsvollen Verschleierung, liegt der Täuschungsbefund begründet.“

                Ich halte es für unredlich, jemandem etwas zu unterstellen, nur weil man selbst keine andere Erklärung hat. Und erst recht, wenn die Ursache der mangelnden Erklärung in Deiner eigenen mangelnden Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeit begründet ist. Dann wüßtest Du nämlich, daß „abschreiben“ oder Übernehmen mit Umstellungen ein integraler Bestandteil einer wissenschaftlichen Arbeit ist. Die Quellen, von denen man abschreibt müssen nur angegeben, werden. Und Schavan hat den überwältigenden Teil der Qullen angegeben. Nur in Einzelfällen fehlen die Quellen per Seitenzahl, sind aber im Register angegeben oder allgemein bekannt. Hättest Du Dir die Arbeit selbst angesehen, wüßtest Du, daß sie mit Qullenangeban vollgestopft ist. Welchen Vorteil hat jemand, nur einen kleinen Anteil zu verschleiern, der auch noch offensichtlich ist? Einfache Erklärung: Dieser kleine Anteil wurde schlichtweg übersehen.

              • Karsvo schrieb am

                In meiner Ausbildung wurden darüber sogar Witze gemacht:

                „Was ist der Unterschied zwischen Journalisten und Wissenschaftlern? – Wissenschaftler schreiben von vielen Quellen ab“

              • Karsvo schrieb am

                Flow: Mach es doch mal selber: Schreibe einen 300 Seiten langen Text, der zu 95% den aktuellen Stand der Wissenschaft zu einem Thema zusammenfaßt. Dieser Teil ist per Definition „abgeschrieben“. Die verbleibenden 5% leistest Du einen eigenen Beitrag, von dem Du glaubst, daß er wahr und bisher unbekannt also neu ist. Zum Schluß (das kann durchaus ein paar Monate sein, nachdem Du den Text geschrieben hast) gehst Du durch den Text und kennzeichnest alle abgeschriebene Passagen mit Quelle und Seitenzahl (Dazu mußt Du alles nochmal durchgehen und Dich erinnern, woher Du es hast): Du kommst so auf ca. 1000 Quellenverweise. Könnte es sein, daß Du bei der nachträglichen Quellensichtung 5% (das sind 50 Quellenverweise) übersiehst? War das dann arglistige Täuschung?

          • Stefan Heßbrüggen schrieb am

            „Was das Gerichtsurteil angeht, so möchte ich das nicht kommentieren und kenne es auch nicht.“

            Im Kommentar von flow vom 20.05.2014 um 22:05 findest Du das Wort „Urteil“, vermutlich in blau. Das ist ein „Querverweis in einem Hypertext, der funktional einen Sprung an eine andere Stelle innerhalb desselben oder zu einem anderen elektronischen Dokument ermöglicht“.[1]

            Nimm und lies und sei bitte bis dahin ruhig, wenn sich die Erwachsenen unterhalten.

            [1] Art. „Hyperlink“, in: Wikipedia: die freie Enzyklopädie, s. a., URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hyperlink&stableid=130449449, letzter Abruf: 21. Mai 2014

            • Karsvo schrieb am

              „Nimm und lies und sei bitte bis dahin ruhig, wenn sich die Erwachsenen unterhalten.“

              Du findest, daß Arroganz eine Stärke ist. Ich halte es für eine Schwäche.

            • Karsvo schrieb am

              Kannst Du auch mehr, als nur einen Hyperlink durch eine Hyperlink zu erklären? z.B. Dir eine EIGENE Meinung bilden, statt auf die Meinung anderer („Richter“, „Gutachter“) zu verweisen („Sekundärquelle“)? Ein Urteil hat Rechtskraft aber ersetzt keine eigene Meinung. JA: Dazu muß man sich die Doktorarbeit („Primärquelle“) selbst vornehmen und die eigene Position mit EIGENEN Worten zusammenfassen. Wer das nicht tut, macht genau das, was Schavan nach MEINER Meinung fälschlicherweise vorgeworfen wird: Abschreiben.

              • flow schrieb am

                Ein Urteil hat Rechtskraft aber ersetzt keine eigene Meinung. JA: Dazu muß man sich die Doktorarbeit (“Primärquelle”) selbst vornehmen und die eigene Position mit EIGENEN Worten zusammenfassen.

                Nö, erst mal braucht man einen plausiblen Grund, um an den Urteilen des VG Düsseldorf und der Gutachter zu zweifeln. Warum sollte ich mir drei Monate Zeit nehmen eine wissenschaftlich belanglose Arbeit zu prüfen, um am Ende zum selben Ergebnis zu kommen wie mehrere Gutachter vor mir? Dieser Aufwand ergibt nur dann Sinn, wenn ich begründete Zweifel habe. Die einzige Begründung, die du bisher genannt hast, ist eine Verschwörungstheorie:

                Ich vermute daher, daß die Aberkennung politisch motiviert war.
                http://www.piratenpartei.de/2014/05/18/die-causa-schavan-nur-eine-plagiatsaffaere/comment-page-1/#comment-57179

                gepaart mit einigen ad hominem Angriffen:

                Andere wiederum haben Angst um ihren Posten, wenn sie einen repräsentativen Posten haben und eine politisch nicht korrekte Position vertreten. Und leider beteiligen sich auch immer wieder Menschen an Hetzjagden, weil arme Geister es für ihr Ego brauchen, wenn sie auf Fehlern anderer herumtrampeln können.
                http://www.piratenpartei.de/2014/05/18/die-causa-schavan-nur-eine-plagiatsaffaere/comment-page-1/#comment-57216

                freilich ohne irgendetwas zu belegen. Großes Tennis.

                Wer das nicht tut, macht genau das, was Schavan nach MEINER Meinung fälschlicherweise vorgeworfen wird: Abschreiben.

                Nun gut, da du ja selbsterklärtermaßen die gesamte „Arbeit“ von Schavan gelesen und mit den Originalquellen verglichen hast, ebenfalls das Gutachten von Rohrbacher sowie online verfügbare Quellen ausgewertet und hernach alles sorgfältig gegeneinander abgewogen hast, schließlich kannst du ja sowohl wissenschaftlich korrekt arbeiten, als auch eigenständig eine Meinung bilde, macht es dir bestimmt nichts aus die wesentlichen Unterschiede in der Beurteilung des Falles anhand einiger besonders interessanter Plagiatsstellen hier kurz zu erläutern. Da du nach solch eingehender Beschäftigung mit dem Fall sicherlich tief in der Materie bist, dürfte ein kleiner Exkurs dieser Art doch keine Probleme bereiten. Ich warte gespannt.

              • Karsvo schrieb am

                „Die einzige Begründung, die du bisher genannt hast, ist eine Verschwörungstheorie“

                Es überrascht mich nicht, daß Leute, die sich an Hetzjagden beteiligen, auch Begriffe aus der Propaganda verwenden.

            • Karsvo schrieb am

              Obwohl ich nur ungerne Sekundärquellen zitiere:

              „Rechtlich unerheblich ist, dass die Klägerin die meisten der betroffenen Werke, aus denen sie Textpassagen wortgleich oder leicht abgewandelt übernommen hat, IN DAS LIERATURVERZEICHNIS AUFEGENOMMEN hat. Denn es entspricht der wissenschaftlichen Redlichkeit, dass etwaige Übernahmen von anderen Autoren bei den jeweiligen Textstellen als Zitate oder auf andere geeignete Weise kenntlich gemacht werden.“

              So wie ich es oben anhand EIGENER Sichtung der Doktorarbeit bereits dargelegt habe. Die Quellen wurden grundsätzlich angegeben. Es fehlen lediglich die konkreten Seitenzahlen an einigen Stellen.

              Bemerkenswert ist, wie hier die Täuschungsabsicht „ensteht“: Aus wissenschaftlicher Gründlichleit wird „Redlichkeit“ und aus mangelnder Redlichkeit wird „Täuschungsversuch“. Dieser Argumentation möchte ich so nicht folgen („sehr wohl erheblich“), da eine Täuschung nicht vorliegen kann, wenn der Prüfer die Quellen kennt.

              • flow schrieb am

                So wie ich es oben anhand EIGENER Sichtung der Doktorarbeit bereits dargelegt habe.

                Sichtung ist ein bisschen wenig. Ich bezweifle, dass du dir die gesamte Originalliteratur besorgt und dann mit der gesamten „Dissertation“ abgeglichen hast. Das würde mehrere Monate in Anspruch nehmen, es sei denn, du kennst die Regeln für wissenschaftliches Arbeiten nicht (s.u.).

                Die Quellen wurden grundsätzlich angegeben. Es fehlen lediglich die konkreten Seitenzahlen an einigen Stellen.

                Mmhh, ok, du hast die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens nicht wirklich verstanden. Hier ein keiner Leitfaden: http://www.daf.tu-berlin.de/fileadmin/fg75/PDF/Zitieren.pdf

                Bemerkenswert ist, wie hier die Täuschungsabsicht “ensteht

                Dazu zitiere ich mal wieder aus dem Urteil des VG Düsseldorf, dessen Lektüre du ja weiterhin hartnäckig verweigerst:

                Der hier zu verzeichnende Täuschungsbefund und der dabei deutlich werdende Umgang der Klägerin [A. Schavan] mit den von ihr benutzten, aber nicht kenntlich gemachten Sekundärquellen, bei denen sie Formulierungen entweder wörtlich übernommen oder nur in Details verändert hat, indem sie Sätze umgestellt, Begriffe durch Synonyme ersetzt hat usw., spricht allerdings dagegen, dass die beanstandeten Textpassagen auf bloßen “Montagefehlern“ oder einer ungenauer Arbeitsweise beruhen. Das gilt erst recht für die von der Klägerin aus dem Werk von Ernst Stadter übernommenen Textpassagen (vgl. S. 75 – 76 der Dissertation), dessen Arbeit sie auch im Literaturverzeichnis nicht angeführt hat.

                Dieser Argumentation möchte ich so nicht folgen (“sehr wohl erheblich”), da eine Täuschung nicht vorliegen kann, wenn der Prüfer die Quellen kennt.

                Das ist vollkommen unerheblich. Für die Erlangung eines akademischen Grades ist die Einhaltung der Regeln für wissenschaftliches Arbeiten maßgeblich. Die Schuld für den begangenen Betrug bei anderen zu suchen, passt allerdings soweit ins Bild, das Schavan und ihre Unterstützer abgeben: Schuld sind immer die anderen.

              • Karsvo schrieb am

                „Mmhh, ok, du hast die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens nicht wirklich verstanden.“

                Doch ICH habe sie verstanden. Ich frage mich nur gerade, ob Du MICH absichtlich falsch verstehst, da ich es hier schon x mal erläutert habe: 1. Ich habe NICHT behauptet, daß alle Zitate von Schavan korrekt sind, wie Deine Bemerkung impliziert. SONDERN: Daß sich aus meiner Sicht aus den Fehlern keine Täuschung ableiten läßt, WEIL die Quellen im Register angegeben sind oder allgemein bekannt sind und so ein Täuschungsversuch nicht mehr plausibel erschient sondern echte aber kleine Fehler (Mengengerüst: Die meisten Quellen sind auch mit Seitenzahl angegeben, die Fehler machen nur einen kleinen prozentualen Anteil aus).

              • Karsvo schrieb am

                „Das ist vollkommen unerheblich. Für die Erlangung eines akademischen Grades ist die Einhaltung der Regeln für wissenschaftliches Arbeiten maßgeblich.“

                Das ist schlichtweg falsch. Auch eine Doktorarbeit darf Fehler enthalten. Ein Grund für die Aberkennung hingegen ist ein Täuschungsversuch. Und DEN halte ich für nicht plausibel.

        • flow schrieb am

          Ungenaue Quellenangaben sind noch lange keine Täuschung.

          Es liegen keine „ungenauen Quellenangaben“ vor, sondern gar keine. Das ist arglistige Täuschung.

          Hexenjagd: Ihr jagd doch schon ganz gerne in Überzahl einzelne Personen aus der gesicherten Deckkung heraus[…]

          Wer ist „ihr“? Der redliche, der ehrliche Teil der Wissenschaft? Der Teil, der nach einer solchen Dreistigkeit wie Schavan sie begangen hat, von Arbeitslosengeld II leben dürfte, weil ein überführter Promotionsbetrüger ohne akademischen Abschluss wie Schavan eben nicht sanft auf einem Botschafterpöstchen („mit dem doppelten Gehalt eines Universitätsprofessors und einer schicken Residenz“) landen würde? Der Teil, auf dessen Kosten Schavan sich mit einem akademischen Titel schmücken wollte?

          Meinst du nicht, dass dieser Teil jedes Recht und sogar die Pflicht hat darauf hinzuweisen, dass die ehemalige Bildungsministerin Schavan ihre Macht missbraucht hat, um ihre eigene Gewissenlosigkeit zu verbergen?
          Denn es geht hier ja nur vordergründig um Schavan. Es geht vor allem auch um das dahinterstehende verrottete System aus Wissenschaftsfunktionären, die sich allzu eilfertig vor Schavans Karren haben spannen lassen, weil sie sich als Gegenleistung für ihre Loyalität Geldgeschenke aus dem Bildungsministerium auf Steuerzahlers Kosten erhoffen konnten.

          Und ja, diesen Leuten, Schavan wie Funktionären, gehört der Marsch geblasen, und zwar ordentlich.

          • Karsvo schrieb am

            Oh je. Da wird ja einiges klar. Auf welchem Niveau sich die erklärten Ankläger hier bewegen:

            „Es liegen keine “ungenauen Quellenangaben” vor, sondern gar keine.“

            Falsche Tatsachenbehauptung

            „Das ist arglistige Täuschung.“

            In diesem Kontext als Schlußfolgerung so auch falsch.

            Das ist ja noch schlimmer als die üblichen falschen Behauptungen. Flow: Du ignorierst hartnäckig die hier vorgebrachten Argumente und kennst ganz offensichtlich die Doktorarbeit von Frau Schavan gar nicht. Versuchst Du uns demzufolge arglistig zu täuschen, indem Du falsches Wissen vortäuscht?

            • flow schrieb am

              Falsche Tatsachenbehauptung

              Inwiefern?

              In diesem Kontext als Schlußfolgerung so auch falsch.

              Nope, goldrichtig.

              Du ignorierst hartnäckig die hier vorgebrachten Argumente und kennst ganz offensichtlich die Doktorarbeit von Frau Schavan gar nicht.

              Argumente? Bisher lese ich von dir nur irgendwelche herablassenden Behauptungen, die wir Unwissenden für bare Münze zu nehmen haben.
              Einen überzeugenden Grund dafür, warum Uni Düsseldorf und VG Düsseldorf zu misstrauen wäre, und ich somit selbst eine Prüfung der „Doktorarbeit“ vornehmen müsste, hast du bis jetzt ja noch nicht geliefert. Aber vielleicht wird das ja noch was, damit sich das Niveau hier wenigstens ein klein wenig anhebt. Für irgendetwas müssen überzeugte Schavanisten ja gut sein ;)

              • Karsvo schrieb am

                „Bisher lese ich von dir nur irgendwelche herablassenden Behauptungen, die wir Unwissenden für bare Münze zu nehmen haben.“

                Vielleicht liegt das daran, daß ich mich darüber ärgere, wie Leute ohne ausreichende wissenschaftliche Qualifikation sich super schlau vorkommen und eine lautstarke Hetzjagd zum Thema „Wissenschaftlichkeit“ betreiben, indem sie „offizielle“ Behauptungen nachlabern. Man merkt deutlich an dieser spitzfindigen Schwarz-Weiß-Auslegung wissenschaftlicher Prinzipien, daß hier nicht die nötige Praxiserfahrung vorliegt. Etwas mehr Bescheidenheit würde einigen hier gut tun. Stattdessen wird der Lautstärkeregler noch weiter aufgerissen.

              • Karsvo schrieb am

                „Argumente?“

                Ja: Das ist das, was Du bisher ignorierst oder schlichtweg nicht verstanden hast, obwohl ich es x mal dargelegt habe.

  4. Stefan Heßbrüggen schrieb am

    Postscriptum: dass im vorigen Kommentar „s. l.“ fehlt, das ist ein Versehen…

  5. Fred1 schrieb am

    Es geht im Fall der Schavan Dissertation nicht um Sekundär-/Blindzitate, die nicht mit einem „zit. nach“ angegeben wurden, so etwas ist handwerklich zweifelhaft, aber kein Plagiat. Was wirklich vorgeworfen wird, ist, dass die Interpretationen dieser Zitate aus den Sekundärquellen übernommen worden sind, entweder ohne diese zu kennzeichnen, oder so gekennzeichnet, dass nicht klar war, in welchem Ausmaß die Übernahme getätigt worden sind. Das hat nichts mit „Allerwelts-Informationen“ und auch nicht mit „F=m*a“ zu tun. In diesem Moment wurden die Meinungen und Analysen zu den Quellen als eigene verkauft.

    • Karsvo schrieb am

      “ Das hat nichts mit “Allerwelts-Informationen” und auch nicht mit “F=m*a” zu tun.“

      Es gibt mehrere unterschiedliche Arten von Vorwürfen. z.B. auch, daß ein Zitat von Sigmund Freud nicht als solches gekennzeichnet sei.

      „Was wirklich vorgeworfen wird, ist, dass die Interpretationen dieser Zitate aus den Sekundärquellen übernommen worden sind, entweder ohne diese zu kennzeichnen, oder so gekennzeichnet, dass nicht klar war, in welchem Ausmaß die Übernahme getätigt worden sind.“

      Diese Sekundärquellen wurden in Einzelfällen nicht mit Seitezahl oder als Primärquelle angegeben obwohl sie nicht aus der Primär- sondern der Sekundärquelle stammen? Dennoch gibt Frau Schavan in den mir bekannten Fällen diese Sekundärquellen in ihrer Arbeit an, wenn auch nicht genau an der Stelle. Es ist also davon auszugehen, daß diese Quellen den Prüfern bekannt waren. Wie kann es sich dann bei diesen Fehlern um eine Täuschung handeln? Denn der Grund für die Aberkennung des Doktortitels und ihres gesamten Abschlusses (!!) sind nicht einzelne Fehler sondern die Täuschungsabsicht.

      Was den Tenor aus dem Gutachten angeht: Dort ist die rote Linie, daß diese Art von Fehlern charakteristisch für die gesamte Arbeit wäre und damit als Plagiat ein Täuschungsversuch. Ich bin hingegen der Meinung, daß die Einzelfälle vor dem Hintergrund einer dermaßen umfangreichen Arbeit NICHT charakteristisch für die Arbeit sind.

      • Fred1 schrieb am

        Im Gegensatz zu einer Bachelor-Arbeit, bzw. auch Master-Arbeit, deren Zielgruppe tatsächlich im Regelfall nur die Gutachter sind, ist die Zielgruppe einer Dissertation die gesamte Fakultät und darüber hinaus die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft. Daher werden Dissertationen im Gegensatz zu den anderen Arbeiten auch veröffentlicht. Es ist hier schlicht irrelevant, ob die Prüfer alleine sich nicht getäuscht fühlen, da sich eine Dissertation an eine deutlich größere Zielgruppe richtet, der die Kenntnisse der Prüfer fehlen.

        • Karsvo schrieb am

          „Im Gegensatz zu einer Bachelor-Arbeit, bzw. auch Master-Arbeit, deren Zielgruppe tatsächlich im Regelfall nur die Gutachter sind, ist die Zielgruppe einer Dissertation die gesamte Fakultät und darüber hinaus die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft.“

          Getäuscht über was?

          1. Wenn jemand z.B. Messdaten fälscht, dann wird die „wissenschaftliche Gemeinschaft“ getäuscht, weil ihr ein falsches Ergebnis präsentiert wird.

          2. Wenn es hingegen darum geht, ob jemand etwas selbst gemacht hat oder nicht: Das ist doch in erster Linie für den Prüfer relevant, weil die Prüfungsordnung eingehalten werden muß. Ich kenne jedenfalls keinen Wissenschaftler (und ich kenne einige), der sich durch solche Spitzfindigkeiten wie im Fall Schavan als Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft getäuscht fühlt. Da geht es um Ergebnisse und nicht ums Ego. Ganz hervorragend hingegen sind solche Spitzfindigkeiten geeignet, wenn ein Regierungsmitglied vor der Wahl beschädigt werden soll …

          • flow schrieb am

            ad 1.:
            1. Wenn jemand z.B. Messdaten fälscht, dann wird die “wissenschaftliche Gemeinschaft” getäuscht, weil ihr ein falsches Ergebnis präsentiert wird.

            Ersetze „Messdaten fälscht“ durch „fremde Gedanken als eigene ausgibt“, dann passt’s auf den vorliegenden Fall.

            ad 2.:
            Das ist doch in erster Linie für den Prüfer relevant, weil die Prüfungsordnung eingehalten werden muß.

            Sehr richtig, die Regeln der Prüfungsordnung, bzw. in diesem Fall der Promotionsordnung, sind einzuhalten.
            In der Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät der Uni Düsseldorf i.d.F. vom 15.04.1977 steht:

            “Die dem Promotionsgesuch beizufügenden Unterlagen sind: […]
            c) Eine eidesstattliche Versicherung
            – daß der Bewerber die vorgelegte Dissertation selbst und ohne unerlaubte Hilfe verfaßt und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt hat […].” (Hervorhebung von mir).

            Genau das hat Schavan getan, und damit nicht nur arglistig die Wissenschaftsgemeinschaft getäuscht, sondern auch eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben.
            Das sollte auch den Wissenschaftlern, die du kennst, bekannt sein. Wenn nicht, bitte ich um Namen und Titel ihrer Dissertationen, damit solche Betrüger und Innovationsbremsen hier kein Unwesen mehr treiben und den Wissenschaftsstandort Deutschland vollkommen der Lächerlichkeit preisgeben können.

            Da geht es um Ergebnisse und nicht ums Ego.
            Ebenfalls korrekt. Wie gut und wie nützlich für das Schaffen von Wissen sind denn Ergebnisse, die nicht neu sind, sondern nur als neu verkauft werden? Sich mit fremden Federn zu schmücken ist nicht nur moralisch verwerflich. Es behindert vor allem den wissenschaftlichen Prozess an sich.

            • Karsvo schrieb am

              „Ersetze “Messdaten fälscht” durch “fremde Gedanken als eigene ausgibt”, dann passt’s auf den vorliegenden Fall.“

              Flow: Du hast es WIEDER nicht verstanden. Aber diesmal wiederhole ich mich nicht.

              • Dirk schrieb am

                Da könnte (D)ein Problem liegen: Wenn Du etwas vermitteln willst, und außer Dir versteht es niemand, dann könnte das auch nicht an der bösen, gegen Frau S. verschworenen Welt liegen…

              • Dirk schrieb am

                <3

                Ich liebe diese Diskussionen hier in der Kommentarspalte, da allein die Beobachtung der ausgetauschten Argumente und das Verhaltens der Beteiligten sehr rasch einen völlig korrekten Eindruck der Sachlage vermitteln. Schau, ich interessiere mich nicht wirklich für Frau S. Aber allein daran, wer hier ausfällig wird und wer sachlich und nachvollziehbar argumentiert, kann ich mir eine Meinung bilden. Poltische Bildung vom Feinsten – genau der Auftrag meiner Redaktion. Wir machen also alles richtig. Und das Beste: Ich kann das völlig problemlos hier öffentlich sagen, denn die angesprochenen Gruppen können einfach nicht anders :o)

              • Karsvo schrieb am

                Dirk, was den Tonfall angeht: Der hier durchaus „deutlich“. Ich finde es allerdings bemerkenswert, daß Hetzjagden völlig ok sind, während man sich anschließend selbst empfindsam gibt. Hetzjagden wird auch in Zukunft mit aller Entschlossenheit begegnet werden. So nicht.

              • Karsvo schrieb am

                Dirk, nochmal zu Klarstellung: ich habe Dich zwar angesprochen aber bin NICHT der Meinung, daß DU Dich an der Hetzjagd beteiligst. Meine Feststellung war allgemeiner gemeint.

Es können keine neuen Kommentare mehr abgegeben werden.

Weitere Beiträge: