Der Tag der Befreiung: Eine Aufforderung, politisch zu sein

(CC-BY-ND) ReneSpitz

Ein Gastbeitrag von Holger Hennig, @Hollarius.

Vor 69 Jahren wurde Deutschland, wurde Europa von der Naziherrschaft endgültig befreit. Ein Datum mit mehr Grund zu feiern, gibt es in der Geschichte kaum. Auch wenn unseren Vorfahren vor 69 Jahren vermutlich nur selten zum Feiern zumute war. Heute sollte dieser Tag ein Feiertag sein, der höchste Feiertag im Lande mit Partys in jeder Fußgängerzone.

Damals wird ein großer Teil der Menschen die Befreiung vom Krieg, das Nachlassen von Gefahr für Leib und Leben, schon irgendwie gefeiert haben. Das wird für viele eine gute Nachricht gewesen sein, aber für noch mehr eine Nachricht des Schreckens, denn jetzt musste man sich mit den Verbrechen beschäftigen, die man begangen hatte, gegen die man nichts getan hatte, mit den Geschichten, die man verdrängt hatte, mit den Schrecken, die man nicht wahrhaben wollte.

Für eine kleine Minderheit ging an diesem 8. Mai eine Sonne mehr auf. Für die Befreiten aus den KZs, für die Menschen im Untergrund, die Versteckten und Flüchtenden, die, die verfolgt worden waren, weil sie Juden oder Sinti und Roma waren, Kommunisten oder Sozialdemokraten, weil sie im Gegensatz zu der überwiegenden Mehrheit ihre Religion ernst nahmen, oder weil sie einfach zu viel Freiheitsdrang für eine Diktatur gezeigt hatten. Menschen, die in innerer Emigration eine lange Zeit unglücklich gelebt hatten, konnten wieder zu ihren Meinungen stehen, ihre Musik hören oder zu ihren Göttern beten.

Die schweigende Mehrheit hatte mitgemacht, die Konservativen hatten die Nazis an die Macht gebracht und die Mitte, das Bürgertum hatte genauso politisch versagt wie das Militär und das Geld. Tausende politisch Andersdenkender waren ermordet worden, von den Kommunisten in den Moor-KZs der 30er bis zu den Edelweißpiraten in den Strafkompanien der letzten Kriegsjahre. Die fliehen konnten, waren geflohen, aber wer konnte schon fliehen.

Nach dem 8. Mai 1945 musste die Zivilisation wiederhergestellt werden, man ahndete zumindest die schlimmsten Verbrechen und man einigte sich in den darauffolgenden Jahren auf ein paar Formeln, die für lange Zeit gültig blieben. Darunter »Von deutschem Boden darf kein Krieg mehr ausgehen.« Durch die Schrecken von zwei Weltkriegen war Deutschland irgendwie pazifistisch geworden, und wenn heute Gauck und Steinmeier an diesem Staatspazifismus immer weiter herumsägen, bis nichts mehr davon übrig bleibt, dann muss das erschrecken.

Aber die Schrecken der heutigen Zeit, die an die damaligen gemahnen, sind Legion. Wir können nicht mehr alles sagen, was wir wollen, denn die Geheimdienste hören uns ab. Und wieder versagt die politische Mitte, die meint, sie hätte ja nichts zu verbergen. Minderheiten müssen in diesem Land wieder Angst haben, denn Verfassungsschutz und Polizei sind auf dem rechten Auge so blind, wie sie es schon in der Weimarer Republik waren. Die Morde des NSU schreien uns das ins Gesicht, und die Tatsache, dass für dessen Morde und deren Vertuschung und Nichtaufklärung niemand politische Verantwortung übernommen hat, zeigt, dass sich daran auch nichts ändern wird. Und montags versammeln sich Hunderte, die wieder von Hochfinanz und Verschwörung faseln und nur durch die Tünche einer Erziehung daran gehindert werden, das Bild der jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung wiederzuerwecken. AfD und Teile der CxU schüren nationalistischen und rassistischen Hass, der von den Medien euphemistisch in »Ressentiments« umgestaltet wird.

Sich an Geschichte zu erinnern, und möglichst auch daraus zu lernen, muss zu einer verantwortungsvollen Politik gehören. Und die Geschichtsvergessenen, die seit Jahrzehnten endlich Schlussstriche ziehen wollen, müssen bekämpft werden. Das ist keine politisch akzeptable Haltung. Wir dürfen auch nicht alles einen »Godwin« nennen, was daran erinnert, dass es auch heute noch Nazis gibt – dass es auch heute noch die Konservativen gibt, die damals den Nazis den Steigbügel hielten. Die Geschichte lehrt es uns, wenn wir ihr zuhören, wenn wir es uns nicht einfach machen und lieber Verschwörungstheorien und einfachen Lösungen zu glauben.

Der Tag der Befreiung ist ein ungemein politischer Tag. Ohne ihn gäbe es kein Grundgesetz und nicht die darin hoch angelegte Messlatte der Menschenrechte. Wir werden von Menschen regiert, die reihenweise mit ihren Gesetzen am Verfassungsgericht scheitern, dessen Aufgabe es ist, das Grundgesetz zu schützen. Der Tag der Befreiung ist eine Aufforderung, politisch zu sein, für Menschenrechte zu streiten, gegen Überwachung und Polizeistaat, gegen Faschismus in all seinen Verkleidungen.

Holger twittert unter @Hollarius, bloggt unter hollarius.wordpress.com und macht auch sonst noch so manches…

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Kommentare

45 Kommentare zu Der Tag der Befreiung: Eine Aufforderung, politisch zu sein

  1. @HuWutze schrieb am

    Der Anfang ist ja nicht schlecht. Es werden Fakten aufgezählt, die sich leider im weiteren Verlauf des Textes zunehmend mit den eigenen, teils doch recht verqueren Argumentationsketten und polemischen Begründungen vermischen. Schade.

    Dinge, die man nicht nachvollziehen kann oder möchte werden mit Verschwörungstheorien abgetan, werten diesen Text leider inhaltlich ab. Typische antideutsche Analogien werden gebildet.

    Solche Texte werden ab Juli 2014 hoffentlich keinen Weg mehr auf die offiziellen Parteimedien finden!

    • Dirk schrieb am

      Es handelt sich um einen namentlich gekennzeichneten Gastbeitrag nach den Richtlinien der Onlineredaktion. Du bist herzlich eingeladen, zu diesem Anlass ebenfalls einen Beitrag einzureichen, der möglicherweise andere Schwerpunkte im Gedenken setzt.

      Ich persönlich freue mich über jeden, der sich heutzutage noch zum Grundgesetz bekennt und hoffe, das wir – wie heute – innerhalb des durch Satzung und Programm gesteckten Rahmens keine Denk- und Schreibverbote in der Piratenpartei haben werden, sondern weiterhin den offenen Diskurs suchen.

  2. Idee schrieb am

    „Tausende politisch Andersdenkender waren ermordet worden, von den Kommunisten in den Moor-KZs der 30er bis zu den Edelweißpiraten in den Strafkompanien der letzten Kriegsjahre.“
    Tausende politisch Andersdenkende -r
    Tausende politisch Andersdenkende waren von den Kommunisten in den Moor-KZs der 30er bis zu den Edelweißpiraten in den Strafkompanien der letzten Kriegsjahre ermordet worden,.

    „Die fliehen konnten, waren geflohen, aber wer konnte schon fliehen.“
    Diejenigen, die fliehen konnten, waren geflohen, aber wer konnte schon fliehen.

    „Durch die Schrecken von zwei Weltkriegen war Deutschland irgendwie pazifistisch geworden, und wenn heute Gauck und Steinmeier an diesem Staatspazifismus immer weiter herumsägen, bis nichts mehr davon übrig bleibt, dann muss das erschrecken.“
    Hier stimmen die Tempi der Verben nicht: Plusquamperfekt und Präsens bei Vorzeitigkeit des Ereignisses geht nicht.
    Besser:
    Durch die Schrecken von zwei Weltkriegen ist Deutschland irgendwie pazifistisch geworden.
    Wenn heute Gauck und Steinmeier an diesem Staatspazifismus immer weiter herumsägen, bis nichts mehr davon übrig bleibt, dann muss das erschrecken.

    „Aber die Schrecken der heutigen Zeit, die an die damaligen gemahnen sind Legion.“
    Aber die Schrecken der heutigen Zeit, die an die damaligen gemahnen, sind Legion.

    „Wir können nicht mehr alles sagen, was wir wollen, denn die Geheimdienste hören uns ab.“
    => Warum? Welche Wirkung entfaltet das geheimdienstliche abhören?

    Wenn ich den Text so lese und insbesondere „Der Tag der Befreiung ist eine Aufforderung, politisch zu sein“, wird ein gewisses Bild mit Titten vor dem inneren Auge gezeichnet. Das ist wie an rosa Elefanten denken. Danke!

    Man mag die Korrekturen übernehmen, so denn gewollt und diesen Beitrag löschen.

    • elsflethBarbara schrieb am

      Wenn ich mich an meine Deutschstunden richtig erinnere, wird „…das feindliche Abhören…“ groß geschrieben. Wenn wir hier schon beim Korrigieren sind!

      • Idee schrieb am

        Du hast Recht. Wenn man noch genauer hinkuckt, kann man dazu noch folgende Dinge sagen:
        1. „groß geschrieben“
        wird als Partizip II zusammenhängend kleingeschrieben.
        2. Mein Kommentar sollte nicht vom Autor des Textes ablenken, deshalb habe ich auch am Ende eine „Klausel“ dazugeschrieben, dass man meinen Beitrag gerne löschen kann, auch wenn man die Änderungen nicht übernehmen möchte. Andere schreiben es nicht dazu und werden „einfach so“ gelöscht, weil sie z.B. gegen Forenregeln verstoßen. Das habe ich aber nicht vor, nur damit mein Beitrag gelöscht werden muss. Die Piraten haben Arbeit genug, leider findet man keine Kontaktmöglichkeit, um mögliche Fehler im Eröffnungstext (anonym) zu melden. Man möge es mir nachsehen, wenn ich die Qualität erhöhen wollte und dabei lediglich Eure Zeit in Anspruch genommen habe. Sorry.

  3. k1l schrieb am

    Kann mich dem ersten Kommentar nur anschließen.
    Die Beendigung des Kriegs und die Befreiung der Konzentrationslager war wichtig, die Kritik an den Problemen um die NSU-Morde ist richtig und wichtig.

    Aber die Schlüsse die gezogen werden deuten auf die Antideutsche Strömung hin, die die Piratenpartei in ihre größte Krise gestürzt hat. Das mal wieder auf Bundesebene diesen linksradikalen antideutschen Seilschaften eine Bühne gegeben wird ist sehr bedauerlich. Sehr bedauerlich für die Aktiven der Piratenbewegung und die Wähler, die denken sie würden die passende Partei zur Piratenbewegung wählen. Statt dessen entpuppen sich Piratenpartei Mandatsträger mit ihrer Antideutschen Agenda: https://twitter.com/Riotbuddha/status/463777880208850944

    • Anon Ymous schrieb am

      > Statt dessen entpuppen sich Piratenpartei Mandatsträger mit ihrer Antideutschen Agenda: https://twitter.com/Riotbuddha/status/463777880208850944
      Die Berliner Piraten scheinen mir insgesamt sowieso extrem weit links zu sein, kaum zu vergleichen mit den meisten anderen Verbänden in Deutschland. Kann den Twitter-Beitrag aber auch nicht nachvollziehen. Geht ja nicht mal um echten Patriotismus (wie zB den in den USA) sondern bloß ums anfeuern der Nationalmannschaft. Soll er halt auswandern wenn er Deutschland so sehr hasst.

  4. Dirk schrieb am

    Re: Idee, 00:56

    Danke für den Kommafehler :)
    Ansonsten übernehmen wir bei Autorenartikeln den Stil der Autoren, wenn sie das möchten.

    > => Warum? Welche Wirkung entfaltet das geheimdienstliche abhören?
    Ich nehme an, Holger hat die sog. »Chilling Effects gemeint«. Wir haben das auf dieser Seite schon mehrfach thematisiert, so dass ich es hier nicht noch einmal ausführen, sondern Dich auf die vorangegangenen Artikel verweisen möchte.

    > wird ein gewisses Bild mit Titten vor dem inneren Auge gezeichnet
    Vor meinem geistigen Auge enstehen an solchen Tagen eher Bilder von Menschen, die man aus ihren Häusern zerrt, wie Schlachtvieh verlädt, an schreckliche Orte verbringt, dort abscheuliche Dinge an ihnen tut, bis sie brechen und man ihre ausgemergelten Körper auf großen Haufen aufschichtet, bevor man sie mit Glück wenigstens noch verscharrt. Ich sehe Kinder in Uniform, Hungernde, geschändete Frauen, gegeneinander aufgehetzte Soldaten denen ein Leben nichts mehr gilt, verbrannte Körper, flüchtende Menschen in ganz Europa. Man verzeihe mir bei diesen Emotionen, sollte ich irgendjemanden vergessen haben, der in diesen Jahren entwürdigt oder gemordet wurde. Und ich sehe mit Schrecken, dass heute wieder allenthalben bewaffnete Auseinandersetzungen als Lösungsmodelle ins Gespräch gebracht werden – weil »man« aus dieser Geschichte so überhaupt nichts lernen will.

    Es ist mir unverständlich, wie man dabei an »Titten« denken kann.

    Und ich finde es – als Verantwortlicher für den redaktionellen Teil dieser Webseite – bedauerlich, dass mir nicht eine ganze Reihe von Texten von Piraten aus verschiedenen Strömungen innerhalb der Piratenpartei vorliegt. Einer Partei, die sich das Eintreten gegen faschistische Bestrebungen in die Satzung geschrieben hat. In §1. Verschiedene Autoren hätten verschiedene Aspekte des Befreiungstages und der damit zu Ende gegangenen Epoche beleuchten und Lehren daraus für die heutige Zeit vorschlagen können. Wir hätten all diesen Texten gemeinsam Raum geben können und damit die wunderbare Vielfalt der Gedanken beleuchtet, die bei den Piraten möglich sind. Oder wären. Hätten. Der kategorische Konjunktiv halt.

    Denn wir Piraten schaffen es selbst einen solchen Tag, aufeinander rumzuhacken, anstatt untereinander den Weg des konstruktiven – aber anstrengenderen – Gegenentwurfes zu gehen. Wir schaffen es selbst an einem solchen Tag, uns zu wünschen, dass anderen als der eigenen Ansicht kein Raum gegeben werden möge. Und wir schaffen es selbst an einem solchen Tag, an verunglückte statt an gelungene Aktionen zu erinnern, und damit die Zwietracht weiter zu säen. Und das hier in aller Öffentlichkeit. Danke.

    Irgendjemand kommentierte dieser Tage hier, es sei ihm peinlich, bei den Piraten zu sein.
    Mir auch.

    • TomJong schrieb am

      „Denn wir Piraten schaffen es selbst einen solchen Tag, aufeinander rumzuhacken, anstatt untereinander den Weg des konstruktiven – aber anstrengenderen – Gegenentwurfes zu gehen.“

      <3! Besser kann man die grassierende Selbstbezogenheit nicht entlarven.

      Grüße
      Tom

    • Idee schrieb am

      == Nach dem Off-Topic Teil geht es unten weiter ==
      Danke, Dirk, für die Emotionen. Meine Bitte zum Löschen, war nicht weniger echt. Wir haben also wieder etwas gemeinsam. Piraten finden heutzutage viel zu wenig Gemeinsamkeiten und suchen viel zu sehr nach Unterschieden. Auch hier haben wir das „Danke“ gemeinsam. Du bist einer der wenigen, der sogar in der Wahlkampfzeit sich den Moment nimmt und bedankt – auch für Kleinigkeiten wie „den Kommafehler“;wenn auch der Rest der Korrektur, nicht in den Stil des Autors eingreifft. Wer weiß, vielleicht ist es ein „pars pro toto“ gewesen?
      Habt ihr eine Kommaklappe, ein Fundbüro für die (anonyme) Abgabe von Rechtschreibfehlern? ;)

      Es gibt derzeit über 28.000 Mitglieder bei den PIRATEN. Beschäftigt sie oder sie beschäftigen uns:
      https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=419995&pid=2113314#pid2113314
      „Die Mitglieder des Vorstandes haben von der Satzung zugewiesene Aufgaben, alle anderen nicht. Und da es stets nur ein Mensch im Vorstand ist, der diese Aufgaben meist allein erledigt, erfolgt dies im Vergleich zur Fülle ihrer Aufgaben oft langsam. Alle anderen 28.000 Mitglieder haben keine „zugewiesenen Aufgaben“ und warten auf irgendwelche Aufgaben, die von oben „herunterfallen“. Die 28k „warten“, haben Frust, weil eben lange nichts kommt. Wer die Arbeit nicht selbst sieht, beschäftigt sich mit „Updates vom Vorstand“. Und natürlich hat dann der Einzelne viel mehr Zeit und hätte zu dem einzelnen Workload-Update vermutlich das Ergebnis viel schneller gehabt oder wäre zu einem besseren Ergebnis gekommen. Diejenigen, die auch gern Vorstand spielen wollen oder einfach die (echten oder falschen) Fehler sehen, fühlen sich total unwohl und möchten ihr Gefühl von Gerichten bestätigt oder widerlegt wissen.“
      Vorschlag:
      Für den Vorstand gibt es ein Ticketsystem für den Input. Macht ein Ticketsystem für den Output (Verteilung von Kleinstaufgaben) zur schnelleren Erledigung insgesamt vieler Aufgaben. Bislang funktioniert dies z.B. sehr gut bei Lektorarbeiten. Man vertraut darauf, dass diese die Arbeit so gut machen wie man selbst, aber schneller. Auch wenn sich viele das gleiche Output-Ticket zur Erledigung schnappen, kann man beim Input auf eine gewisse Menge warten und wie bei einer Kamera die Bilder übereinander legen, damit es zu einem scharfen Ergebnis kommt.

      == Weiter im Text ==
      1. „“Wir können nicht mehr alles sagen, was wir wollen, denn die Geheimdienste hören uns ab.”“
      Es geht nicht nur um die Chilling Effects, also um gefühlte Wirkungen auf uns, sondern um die tatsächliche Wirkung auf uns, der Umgang mit uns und unserem Schatten, den Daten.
      https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=438308
      „Obama: Die Billionen Daten im NSA Archiv sind nicht mehr beim Staat
      Es geht um das Gesetz, den USA Freedom Act. Über das Gesetz wurde am Mittwoch, May 07 2014, abgestimmt und es wurde letztlich einstimmig (32:0) durchgewunken.“

      2. „> wird ein gewisses Bild mit Titten vor dem inneren Auge gezeichnet
      Vor meinem geistigen Auge enstehen an solchen Tagen eher Bilder von Menschen, die man aus ihren Häusern zerrt, wie Schlachtvieh verlädt, an schreckliche Orte verbringt, dort abscheuliche Dinge an ihnen tut, bis sie brechen und man ihre ausgemergelten Körper auf großen Haufen aufschichtet, bevor man sie mit Glück wenigstens noch verscharrt.“

      Du beschreibst den täglichen Alltag bei uns im Fernsehen und für die Betroffen der heutigen „Krisengebiete“. Es sind Kriegsgebiete.

      3. „Es ist mir unverständlich, wie man dabei an »Titten« denken kann.“
      Der Autor des Gastbeitrags hat „im zweiten Teil“ genau das Gefühl vermittelt, das auch am 13. Februar 2014 per Titten-Twitter zu sehen war. Dies kann man auch an den übrigen Kommentaren ersehen, die es nur mit anderen Worten ausdrücken.

      Der erste Teil von @Hollarius hat den Leser bewegt, ihm zu folgen und weiterzulesen. Im zweiten Teil stellt er für ein Kind (Nachkommen von beiden Seiten) ein Trauma (siehe die Bilder vor Deinem inneren Auge) dar, das nicht auf Heilung hoffen darf:
      „Und die Geschichtsvergessenen, die seit Jahrzehnten endlich Schlussstriche ziehen wollen, müssen bekämpft werden.“
      => Und genau das haben die beiden Texte (Twitter, Gastbeitrag) gemeinsam.
      => siehe hier

      [Links gefixt :) /Maschinenraum]

      4. „Einer Partei, die sich das Eintreten gegen faschistische Bestrebungen in die Satzung geschrieben hat. In §1.“
      Du hast Recht. Vielleicht liegt die Aufregung innerhalb der PIRATEN, dass es bereits in §1 der Bundessatzung steht:
      https://wiki.piratenpartei.de/Satzung#.C2.A7_1_-_Name.2C_Sitz_und_T.C3.A4tigkeitsgebiet
      => Es wirkt gerade so, als wäre das der Hauptzweck für die Gründung der PIRATEN gewesen. Man könnte meinen, wir waren niemals „die ein Themen Partei“. Mal sehen, wann Piraten darauf kommen und jedes einzelne Substantiv in §1 derart in den Vordergrund bringen, dass für die eigentlichen Kernthemen und die Belange der Menschen kein Platz ist.
      Mein Vorschlag:
      An jeden Satz der Bundessatzung ein Asterisk anbringen, also ein Sternchen „*“, für den Hinweis einer Fußnote. Diesen einen Satz aus § 1 Absatz 1 Satz 2 f. aber wenigstens § 1, I, Satz 3 streichen und in diese Fußnote schreiben, sozusagen „vor die Klammer gezogen“. Ebenso wie die Verortung:“Diese Partei ist sozialliberal bzw. sozial und liberal bzw. soz. lieb.“ ;)

      5. „Denn wir Piraten schaffen es selbst einen solchen Tag, aufeinander rumzuhacken“
      Wir kommen nur der Aufforderung des Gastbeitragautors nach: politisch zu sein, siehe Überschrift. Dabei ist es nur legitim, auf die zurückgedrängende Meinungsfreiheit hinzuweisen:
      „“Wir können nicht mehr alles sagen, was wir wollen, denn die Geheimdienste hören uns ab.”“
      Was nützt uns die Meinungsfreiheit, wenn es nur noch eine Meinung gibt, die wir frei äußern dürfen?

  5. Ein Leser schrieb am

    Der Einstieg ist absolut zynisch. Der 8. Mai ist völlig zu Recht ein _Gedenktag_. Man gedenkt dem Kriegsende und vor allem der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Man gedenkt aber auch den Abermillionen Toten, die diese Herrschaft verursacht hat: Juden, Christen, Sinti, Roma, Homosexuelle, Kommunisten, Sozialisten, Liberale, Sozialdemokraten, Menschen mit Beeinträchtigungen und die ganzen damals gegnerischen Soldaten, Zivilisten und Widerständler in den überfallenden und besetzten Ländern in der ganzen Welt. Dazu gehören aber auch deutsche Zivilisten, die keine Anhänger und Mitläufer der Faschisten waren.
    Ich widerspreche auch der Vermutung, dass es Menschen gab, die das Kriegsende gefeiert haben. Selbst wenn, war es keine feuchtfröhliche Feier. Ich stelle mir das eher so vor, dass die befreiten Menschen, die wieder daheim bei ihren Angehörigen waren, vielleicht mit etwas Alkoholischem angestoßen haben, aber ansonsten nur froh waren, dass sie und wenigstens einige Verwandte und Bekannte überlebt haben.
    Im Übrigen gingen die Kampfhandlungen in Europa meist schon Tage vorher zu Ende. Allein in Berlin kapitulierten deutsche Einheiten schon am 2. Mai. Die Kapitulation wurde am Morgen des 7. Mai unterzeichnet, trat aber erst am 8. Mai um 23:01 Uhr in Kraft.
    Von daher haben die Menschen es überall anders begangen.

    Es darf aber auch nicht vergessen werden, dass in einem Teil Deutschlands die nationalsozialistische Gewaltherrschaft durch die stalinistische Diktatur abgelöst wurde. Auch dort wurden oft dieselben Menschen, die schon von den Nazis verfolgt wurden, nun von den Sowjets verfolgt. Die KZ der Nazis wurden in sowjetische Straflager umfunktioniert. Viele wurden nach Sibirien in Straflager verschleppt. Nicht weniger starben dort.

    Der 8. Mai ist zu Recht kein Feiertag. Er war, ist und bleibt der (Gedenk)Tag der Befreiung.

    Im Übrigens sollte sich jeder noch einmal die international viel beachtete Rede vom früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker vom 8.Mai 1985 durchlesen. Diese Rede beschreibt das Gedenken am 8. Mai am besten.
    Link: http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/NeueHerausforderungen_redeVollstaendigRichardVonWeizsaecker8Mai1985/

  6. Sabine Martiny schrieb am

    Ich habe den Text mit lektoriert und es erschrecken mich die Gedanken, die hier in Kommentaren auftauchen.“Respekt und Vielfalt“ war eines der Plakate, dass ich am liebsten aufgehängt habe. Das scheint nicht mehr zu gelten und die Trauer an einem solchen Gedenktag teilt sich mit dem Kummer, den ich angesichts unserer vergessenen Überzeugungen empfinde.
    Auch böse Worte können Waffen sein!
    Holgers Worte hätten keiner Kommentare bedurft, vor allem nicht solcher, die leider nur Kleingeistigkeit entlarven.
    Ich bin einer Meinung mit Dirk.

    • acepoint schrieb am

      Sabine Martiny: »”Respekt und Vielfalt” war eines der Plakate, dass ich am liebsten aufgehängt habe.«

      Holger Hennig: »Und montags versammeln sich Hunderte, die wieder von Hochfinanz und Verschwörung faseln…«

      Ja, was denn nu? Nur eine ganz bestimmte, von wenigen sorgsam ausgewählte und definierte Vielfalt?

      • Samy schrieb am

        Lieber Achim,Holger hat _seine_ Gedanken zum 8.Mai niedergeschrieben, fast alles teile ich, gemeint mit meinem Hinweis auf Vielfalt und Respekt waren eindeutig die Kommentare gemeint.
        Selbstverständlich gehört Holger’s Text zu unserer Vielfalt und ich respektiere ihn und auch seine Sicht auf die Vergangenheit.
        Über die „Montagsdemos“ kann jeder seine eigene Meinung haben, er sollte sich nur klar sein, dass zwischen den Initiatoren und ihren Intentionen vielleicht etwas anderes steckt als das, was die Menschen bewegt, an diesen Demonstrationen teilzunehmen.
        Sehr viele werden dort hingehen, weil sie nichts als Frieden wollen.
        Wenn ich mir den derzeitigen Zustand ansehe, habe ich für diese Menschen volles
        Verständnis.
        Die unterschwelligen Botschaften heraushören zu können, ist eine andere Sache.
        War ja auch eigentlich nicht das Thema.
        69 Jahre kein Krieg in Europa, ich möchte, dass das so bleibt, ich möchte aber auch,
        dass dieses Land,
        (zufällig durch Geburt auch meines)keine kriegerischen Handlungen unterstützt.
        Ich denke da auch an Drohnen!

        • Dirk schrieb am

          Wenn Dein letzter Wunsch in Erfüllung geht, dann heißt es weltweit »Kopf einziehen«, denn dann kommt in größeren Mengen Flugschrott runter. Es gibt noch viel zu tun für Piraten…

  7. CK_eins schrieb am

    Wer in dem Text irgendwelche antideutschen Dinge findet, sollte sich vielleicht mal selbst hinterfragen, ob man nicht ohnehin gerade in allem, was nicht hundertprozent eigene Linie ist, die große antideutsche Verschwörung befürchtet. Dieser Beißreflex ist ja schlimm. Danke jedenfalls an Holger und Dirk an der Stelle. :)

  8. soulless schrieb am

    Ja, der heutige Tag ist ein Grund zu feiern. Ja, die Naziherrschaft war schlimm, der Krieg noch viel schlimmer. Ja, man darf die Geschichte nicht vergessen, muss sich immer an sie erinnern um aus ihr lernen zu können.
    Aber nein, die Geschichte besteht nicht nur aus den 1.000 Jahren zwischen 1933 und 1945. Es gab davor so einiges und in den gut 70 Jahren danach passierte auch noch so ein kleines bisschen was.
    So wenig wie es gut ist einen Schlussstrich ziehen zu wollen ist es gut alles immer nur an einem einzigen Ausschnitt der Geschichte zu messen und damit zu vergleichen und auf der Basis die Politik der heutigen Zeit gestalten zu wollen.

    • Dirk schrieb am

      > alles immer nur
      Hinweis: Heute ist der 8. Mai. Heute ist das das Thema. An anderen Tagen reden wir über andere Dinge und über andere Zeiten. Siehe z.B. hier. An einem 8. Mai und in einem Artikel über den 8. Mai hingegen wäre es nachgerade ungehörig, aus anderen Zeiten Lehren ziehen zu wollen.

      • soulless schrieb am

        Wenn es so wäre dann hätte ich mir den Kommentar erspart. Leider aber ist es so das bei den heutigen Piraten so einige nur diese 1.000 Jahre als Maßstab nehmen, was man an dem Text gut sieht, der alle aktuellen Ereignisse darauf projiziert und bei dem man leider nur den Eindruck bekommen kann das da jemand endlich mal wieder einen Grund gefunden hat seine Agenda abzuarbeiten.
        Man lese sich noch so einige der anderen Kommentare durch und frage sich dann was man erreicht hat das einem selbst an einem Gedenktag wie heute so viel Zweifel und Kritik und Misstrauen entgegenschlagen. Wobei, das sind dann wohl alles Neurechte und Nazis oder so …. so sad :(

  9. Otla schrieb am

    Hach, diese romantischen, geschichtsvergessenen Traumtänzer!
    Der 8. Mai wurde eher beiläufig zur Kenntnis genommen, als endgültiger Schlussstrich, denn für die weit überwiegende Mehrheit der Deutschen war der Krieg und mit ihm die Naziherrschaft längst zuende. Vielleicht macht der Autor sich mal klar, dass Auschwitz bereits im Februar befreit war und die Alliierten schon im Oktober 1944 in Aachen standen.
    Dass der Krieg verloren war, war im Grunde seit Stalingrad klar. Und auch die Verwaltung war zusammen gebrochen, der gesamte zivile Bereich wurde längst von paar Zivilisten aufrecht erhalten, in eigener Initiative, und das waren überwiegend solche, die den Nazis zumindest skeptisch gegenüber standen, denn die Nazis hatten andere Interessen: zusehen, sich zu ducken und wenn möglich irgendwo gut Wetter zu machen.
    Also: da war kein Endpunkt. Das Ende kam schleichend. Und was die bürgerlichen Helden vom 20. Juli 1944 betrifft, na ja, wir, die ollen 68er, waren da immer was skeptisch. Alldieweil wir ihnen als Hauptmotiv unterstellten,dass es ihnen darum ging, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden, weil die Nazis nicht kapitulieren wollten. Denn das waren überwiegend Militärs. Die wussten, was gebacken war und dass den Krieg weiter zu führen nur sinnlose Menschenopfer bedeutete.
    Es gab keine Kriegesendfeiern am 8. Mai 1945. Weil die Leute mit was ganz anderem beschäftigt waren: überleben. Und zwar alle, Nazifreunde wie Nazigegner. Wobei von den Nazifreunden nichts mehr zu sehen war, deren einziges Ziel war, sich, wenn irgend möglich, abzusetzen, unsichtbar zu machen, bis hin zu Geschichtsfälschung und Identitätsverleugnung.
    Aber etwas anderes begann mit dem 8. Mai 1945, nämlich die unterschiedliche Entwicklung zwischen Ost und West. Das sollte man ins Auge fassen, denn es sind immerhin einige prägende Jahrzehnte.
    Das Gerede, besiegt oder befreit, kommt im Westen an wie sauer Bier, denn die Diskussion ist längst geführt, zu Willy Brandts Zeiten, und das Ergebnis war eindeutig: befreit. Dagegen gemosert haben im Wesentlichen – außer paar NPD’lern – nur die Heimatvertriebenen, die schwer die Trommel schlugen für die Heimkehr Schlesiens und Ostpreussens ins Reich und gegen die bösen Russen. Die aber konnten sich nicht durchsetzen. Denn am 8. Mai 1945 hatte man im Westen schon Bekanntschaft gemacht mit amerikanischer Schokolade, amerikanischem Kaugummi und amerikanischer Musik und siehe, es war gut. Und für die Grenzländer war es ein erleichtertes Erwachen: England, Holland, Belgien, Frankreich, alt vertraut und in gemeinsamer Geschichte verbunden, sie waren wieder da.
    Das möge man sich bitte klar machen: wenige Jahre nach 1945 stand Westdeutschland die Welt wieder offen – nachdem sie sich während der Nazizeit verschlossen hatte.
    Natürlich war das eine Befreiung. Was sonst? Und genau so wurde es auch empfunden.
    Das war es aber für die DDR nicht. Die Russen waren erheblich weniger nett als die Westalliierten. An einer Einführung der Demokratie hatten sich nicht nur kein Interesse, sie durften auch keins haben, lebten schließlich selber unter Stalins Diktatur. Die DDR wurde schnell abisoliert von der Welt, sofern es nicht Osteuropa war und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung haperte es im Vergleich erheblich.
    Und was ich als Ergebnis von der DDR-Verwandtschaft beständig hörte, war die Beschwerde: „ja, haben wir denn alleine den Krieg verloren?“
    Das sollte man zur Kenntnis nehmen: besiegt oder befreit – die Antwort fällt unterschiedlich aus, je nachdem, ob man in Ost oder West fragt.
    Und auch in Berlin. Denn auch wenn Berlin Sammelpunkt aller Freaks war: es war eingemauert.
    Fazit:
    wir aus der alten BRD fühlen uns seit 1945, heißt, seit Generationen, befreit. Wir stehen mit beiden Beinen mitten in der Welt, die sich uns nach 1945 wieder öffnete und uns freundlich begegnete. Wir haben null Probleme, Deutsche zu sein.
    Und das ganze Gerede der erwähnten Antideutschen ist vorsintflutlicher ideologischer Scheiß, geboren aus Geschichtsvergessenheit, preussisch-protestantischen Vaterlands-Gespenstern und totalitärem Bewusstsein.

  10. toso schrieb am

    Hi Hollarius!

    Vielen Dank für diesen Text. Die Haltung die du durch den Text zum Ausdruck bringst ist notwendiger denn je. Noch mit den Eindrücken der letzten 1. Mai Demos im Hinterkopf kann man nur unterstreichen, das es kein Vergessen geben darf. Kein Vergessen der Gräueltaten, aber auch sicher kein Vergessen wie es erst durch die Ignoranz der Konservativen dazu kommen konnte. Und diese Ignoranz wird heute wieder genau so gelebt. Oder hat einer nennenswerte Beiträge von CDU/SPD bei den Antinazidemos gesehen? Daher noch mal Danke an Hollarius für den Text, der sehr gut herausarbeitet, das wieder die gleichen Mechanismen am Werk sind.

    Vielen Dank!
    Toso.

  11. Horst-Kevin schrieb am

    Dass mit dem Gedenken ist ja noch okay, aber dann wird es weniger gut:

    „Durch die Schrecken von zwei Weltkriegen war Deutschland irgendwie pazifistisch geworden, und wenn heute Gauck und Steinmeier an diesem Staatspazifismus immer weiter herumsägen, bis nichts mehr davon übrig bleibt, dann muss das erschrecken.“ Ich finde weder Gauck noch Steinmeier toll, aber sie sind gemäßigt und in keiner Weise erschreckend.

    „Aber die Schrecken der heutigen Zeit, die an die damaligen gemahnen, sind Legion.“ Wie bitte? In der Ukraine ist das so, wo der Staat die Kontrolle verloren hat und gewaltbereite Milizen sich bekämpfen. In Deutschland lebt man als Normalbürger sicherer als je zuvor, wiederum heisst das nicht, dass alles in Ordnung ist, aber der Vergleich mit der Nazi-Zeit passt nicht.

    „Und montags versammeln sich Hunderte, die wieder von Hochfinanz und Verschwörung faseln“. Versammlungsfreiheit ist ein Grundrecht und damit ein hohes Gut. Diese Montagsdemos pauschal zu verbieten wäre nicht machbar und das ist auch gut so.

    Auch wenn man unsere Politiker nicht mag und die Spinner bei den Demos auch nicht, trotzdem ist es so, dass die Parteien im Bundestag allesamt die Grundrechte achten. Was will Holger mit seinem Beitrag sagen? Sollen wir alles Bürgerliche in die Nazi-Schublade packen und uns bewaffnen und eine Revolution machen? Es hört sich so an.

    • Dirk schrieb am

      > Es hört sich so an
      Für mich nicht.

      Aber ich möchte mal das mit den Grundrechten aufgreifen: Wieviele Gesetze genau sind in den Kabinetten Merkel I-III von irgendwelchen Verfassungsgerichten gestoppt worden? Wer will uns jetzt grad wieder die VDS reindrücken? Wer verantwortet unprovozierte Polizeigewalt gegen Demonstanten? Wer lässt Polizisten gewähren, die sich für die technischen Möglichkeiten interessieren und nicht für die Gesetze? Alles Dinge, aus denen eine nahezu ehrfürchtige Hochachtung vor den Grundrechten der Menschen spricht? Mir war so, als wäre das alles Fälle gewesen, wo die politische Verantwortung Parteien trifft, die »im Bundestag sitzen«. Oder sollte ich mich da täuschen?

      Aber da Du gerade die Montagsdemos ansprichst: Wer genau hat gefordert, sie zu verbieten? So wie ich den Text lese, ist der Autor eher besorgt darüber, dass gerade solche Reden Zulauf finden – könnte das z.B. auch sein, weil wir Piraten es nicht gebacken bekommen, unsere Energie nach außen zu wenden und unsere gut durchdachten Lösungen mit den Menschen zu diskutieren?

      • Horst-Kevin schrieb am

        Dirk: deine Einwände sind inhaltlich richtig und darum wähle ich ja auch nicht die großen Parteien. In dem Artikel von Holger werden aber deutliche Parallelen der heutigen Regierung zu der Nazi-Zeit aufgezeigt und das wäre zB in Nordkorea angebracht, evtl. auch in China oder Russland, aber nicht im heutigen Deutschland.

    • Otla schrieb am

      Na gut, wenn Du damit anfängst, dann rante ich mal richtig.
      Ich bin kein Pazifist. War es nie. Ich bin so erzogen worden.
      Weil ich von einem Nazi-Flüchtling abstamme. Der 1942 in Peru in sein Tagebuch schrieb, er hoffe, dass mit dem Kriegseintritt der USA die Nazis möglichst bald besiegt und aus Deutschland vertrieben werden würden.
      Freiwillig wären die nämlich nie gegangen.
      Pazifismus und Tag der Befreiung: wie verträgt sich das?
      Oder soll ich diesen Pazifismus-Vertretern unterstellen, dass sie den Absprung zum anderen Deutschland nicht geschafft haben und sich immer noch mit ihren bestenfalls Mitläufer-Opas identifizieren, die gar so schröcklich und völlig unschuldig unter dem bösen Krieg gelitten haben, den ihre Regierung, mit der sie sich irgendwie doch identifizierten, begonnen hatte? Und daraus nur den einen Schluss zogen, das lassen wir mal zukünftig sein, weil, das ging in die Hose?
      Und wenn es nicht in die Hose gegangen wäre?
      Wenn Hitler nicht auch noch die Sowjetunion angegriffen und die USA provoziert hätte, wäre insoweit alles in Butter gewesen?
      Solche Kerle wie die Nazis kriegt man nur mit roher Gewalt weg von ihren Stühlen. Freiwillig gehen die nicht. Und wer sich angesichts dessen zum politischen Pazifismus bekennt, der will solchen Kerlen außer seinem billigen Gelaber nichts entgegen setzen. Und das, dem er nichts entgegen setzen will, sind Morde. Massenmorde.
      Wie bigott ist es denn, sich angesichts solcher Menschheitsverbrecher auch noch was von moralisch überlegenem Pazifismus zusammen faseln zu wollen? Das ist weiter nichts als der sattsam ungut bekannte Ohne-Mich-Standpunkt des klassischen deutschen Michels.

      • Hollarius schrieb am

        Liebe Otla,
        ich bezog das ganz ausdrücklich auf einen Staatspazifismus, der ein Nachkriegskonsens war. Ich find den gut und würde damit, dass die Bundeswehr nur als Verteidigungsarmee einen Daseinszweck hat, wirklich nur brechen wollen, wenn es gegen ein Regime ginge, dass unzweifelhaft mit der Naziherrschaft zu vergleichen wäre.
        LG Hollarius

  12. Victor K. schrieb am

    Der Tag der Befreiung ist eine Aufforderung, politisch zu sein, für Menschenrechte zu streiten, gegen Überwachung und Polizeistaat, gegen Faschismus in all seinen Verkleidungen.

    Das möchte ich mal herausgreifen und unterstreichen. Ich werde in Zukunft deutlicher politische Haltung zeigen. Inner- wie außerparteilich. Ich werde diese, meine Partei nicht den antideutschen Linksextremisten überlassen, die gerade versuchen, unsere Partei zu unterwandern.

    Ab sofort heißt es: Haltung zeigen! Gegen jeden Extremismus, ob von rechts oder von links. Das hat uns der Tag der Befreiung gelehrt. Nie wieder! Nie wieder Extremismus! Nie wieder Konzentrationslager! Nie wieder Gulags! Nie wieder Gestapo! Nie wieder Stasi! NIE WIEDER!

    • Otla schrieb am

      Lieber Holger,
      wir haben seit Jahrzehnten eine Armee und gehören zu den bedeutendsten Waffenexporteuren. Ich erinnere an unseren Exportschlager Leo II. Es gab nie einen Staatspazifismus in Deutschland.
      Ein heute leider von unbedarften Pseudolinken und Latzhosengrünen zunehmend ignoriertes Erbe aus der Nazizeit, ignoriert zusammen mit all denen, die durch ihre Gegnerschaft das Klischee von der Kollektivschuld zerbrachen, ist das der wehrhaften Demokratie. Verankert in Art. 20 GG – das Recht zum Widerstand, wenn anderes nicht mehr geht.
      Dieses Recht, das wir uns selbst zubilligen, willst Du anderen verweigern? Ist ein Schwarzer von der Elfenbeinküste, der sich seine Flinte schnappt, weil sein abgewählter Präsident nicht gehen will und sich mit seiner Privatarmee in einem Bunker verbarrikadiert, weniger wert als ein Deutscher, der dann selbstverständlich das Widerstandsrecht hätte?
      „wenn es gegen ein Regime ginge, dass unzweifelhaft mit der Naziherrschaft zu vergleichen wäre“ – und wie willst Du das feststellen? Hast Du Dich das mal gefragt? Auch nach 12 Jahren Rauben und Morden vielleicht?
      Und kannst Du Dir keinen anderen Maßstab vorstellen, als die eigene Geschichte? Soll Deutschland der Nabel der Welt sein? Und so was will international sein?
      Ich bin Internationalist. Mein Lieblingslied zum 8. Mai (in Russland übrigens der 9., weil Russland erst am 9. unterzeichnet hat)ist dieses ganz und gar unpazifistische französische Heiligtum: https://www.youtube.com/watch?v=oeGoE765HK0

  13. Frankyboy schrieb am

    Immerhin hat Hitler die Fahrradwege gebaut. Das solltet ihr bedenken!

  14. Frage schrieb am

    Gibt es eigendlich Informationen über Rechtsstaatlich fragwürdige Operationen im Siegerland ?

  15. Robert Schiewer schrieb am

    Mir gefallen Teilaspekte dieses Artikels erneut überhaupt nicht, wie das beim Artikel zu den Montagsdemos auch schon der Fall war.

    Undifferenziertes Draufhauen durch Linksautoritäre/ Feindbildaufbau
    Kann ich mit dem Anfang noch halbwegs gut leben, so werden die Teilnehmer der Montagsdemos in Absatz 6 pauschal als Anhänger der jüdischen Weltverschwörung bzw. einer Verschwörungstheorie einer Finanzelite denunziert. Der Vorwurf, nämlich das Schüren von Hass, ist exakt das, was der Autor des Artikels Herr Hollarius betreibt. Er schürt nämlich Hass gegen die Menschen, die sich montags für Frieden versammeln. Er schürt Hass gegen von ihm als „Konservative“ bezeichnete Personen. Ich möchte solche Artikel nicht auf der Webseite der Piratenpartei sehen und ich möchte keine Personen in Verantwortung, die sowas freigeben. Eine Partei sollte nicht zum Schüren von Hass benutzt werden. Auf ein angemessenes Wording sollten die Lektoren achten.
    Im Umgang mit Meinungen erwarte ich immer eine sachliche Auseinandersetzung. Selbstverständlich sollten die Montagsdemos auch kritisch betrachtet werden. Diese sind aber von Stadt zu Stadt thematisch wie personell völlig unterschiedlich besetzt und vor allem auch jeweils sehr heterogen besucht. So gibt es Redner zum Wirken großer Investmentbanken, Redner zur Ukraine, zum Zinssysten, zu Notenbanken, zu vegetarischer Ernährung und Massentierhaltung, zur Landwirtschaft allgemein, zu Transparenzgrundsätzen, zur Medienberichterstattung der öffentlich-rechtlichen und der großen Zeitungen in Deutschland etc. . Ja, dabei können beispielsweise nationalistische Ideen eine Rolle spielen, die es aufzuarbeiten gilt. Dieser in welcher Härte auch immer geführte Ideenwettstreit ist aber auf gar keinen Fall mit dem „Bekämpfen von Geschichtsvergessenen“ zu umschreiben. Das Bekämpfen von Menschen aufgrund einer wie auch immer gelagerten Meinung ist für michmenschenverachtendes Vokabular.

    NS-Zeit vs. heutige Zeit
    Zunächst sind wir wohl alle einig, dass die Befreiung vom Nationalsozialismus vor rund 70 Jahren zu begrüßen ist. Und jeder wird auch zustimmen, dass eine Verfolgung von Menschen aufgrund von Religion, Staatszugehörigkeit usw. inakzeptabel ist. Für mich liegt dies allerdings mehrere Generationen zurück. Die meisten Verantwortlichen in Deutschland in der Zeit ’33-45 leben heutzutage nicht mehr. Ich halte schon wegen des zeitlichen Abstands überhaupt nichts davon, die Deutschen Jahrzehnte als Tätervolk zu postulieren, wie Herr Hollarius das über die „Geschichtsvergessenen“ tut. Für mich taugt das Bild der NS-Zeit in keiner Weise als Vergleich für die aktuelle Weltpolitik. Gerade die geostrategischen Konflikte der letzten 20 Jahre und auch aktuell haben in einer sowohl wirtschaftlich als auch informationell vollvernetzten Welt einen ganz anderen Charakter. Es gibt nicht einfach Gut und Böse, sondern hochkomplexe, internationale Verflechtungen, wie man in der Ukraine oder in Syrien sieht. Meine persönliche Hoffnung liegt darin, dass das Friedensprojekt Europa und Diplomatie an Kraft und Einfluss gewinnt. Dazu bedarf es noch einiger enorm wichtiger Schritte zur Demokratisierung, auch zur Stabilisierung. Dazu sind wichtige Punkte im PP-Programm.
    Im Zuge der europäische Integration – warum soll es dazu nicht mal einen Feiertag geben? Wie wäre es mit dem 7. Febuar (Vertrag von Maastricht)? Für mich muss es keinen Gedenktag geben am 8. Mai. Das kann gern ins Geschichtsbuch. Ich könnte mir auch gut vorstellen, einen Feiertag einzurichten, wenn in Europa eine gemeinsame Verfassung durch Volksabstimmung beschlossen wird. Das wäre nämlich ein echter Grund für die Menschen von heute zu feiern.

    Rechte Bewegungen in Europa
    Es gibt verschiedene Kräfte in Europa (z.B. NPD, UKIP, Swoboda, Front National), die ich recht kritisch beobachte. Herr Hollarius stuft stellvertretend AfD und CxU als rassistisch und nationalistisch ein. Diese pauschale Unterstellung ist unzutreffend, greift aus meiner Sicht auch viel zu kurz und passt überhaupt nicht in den Zusammenhang mit der Befreiung vom Nationalsozialismus. Ein Teil der europakritischen Bewegungen speist sich aus der Entdemokratisierung, zu der auf europäischer Ebene Beschlüsse gehören, die mit dem Vorstellungen auf nationalen Ebenen kollidieren. TTIP, das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, europäische Haftungsfonds, Eigenkapitalfragen für Banken sind nur einige Eckpunkte. Das geht bis zu Regelungen für Glühbirnen und Vorschriften für Kaffeemaschinen. In diese Lücke aus Regelungswillkür bei gleichzeitiger mangelnder Legitimation oder dem fehlenden Mitnehmen der Bürger springen selbstverständlich Bewegungen und Parteien wie auch die Piratenpartei rein. Ich halte es für wenig zielführend, ganze Parteien beispielsweise als rassistisch abzuwerten, sondern für sinnvoller, kritische Aktionen und Programmpunkte direkt zu benennen.

    Fazit
    Aus der Geschichte zu lernen, den Weg von ’45 bis heute aufzuzeigen, auch heutige Probleme europaweit wie auch die einzelnen Aufmäsche zu thematisieren – warum nicht. Das Aufbauen von Vorurteilen und Schubladen find ich hingegen wenig prickelnd, halte es für stark kontraproduktiv als Mitgestalter in der politischen Willensbildung. Wiederum begrüßenswert finde ich natürlich den Aufruf zum politischen Engagement, insbesondere vor dem Hintergrund der – wie korrekt angesprochenen – weltweiten Totalüberwachung und anderen Verletzungen elementare Rechte und Rechtsvorschriften.

    Grüße Robert

    • Horst-Kevin schrieb am

      Robert, sehr reife und gut durchdachte Antwort auf den Ursprungsbeitrag. Ich kann das so unterschreiben, was du erörterst. Vor einigen Jahren wäre so ein Artikel wie der von Holger bei den Piraten nirgendwo durchgegangen, nun steht er stolz auf der Parteihomepage.

      Aus dem Artikel spricht ein zutiefst gesellschaftsfeindliches, misanthropisches Weltbild. Große Teile der Gesellschaft werden mit der NS-Diktatur gleichgestellt.

      Die Realität ist, dass das deutsche Grundgesetz und auch die Vernunft der Menschen eine gerechtere, bessere Gesellschaft hervorgebracht hat, die weit von Perfektion entfernt ist, aber ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit ermöglicht.

      Mir waren die Piraten recht, als sie punktuell Inhalte aufgriffen und Lösungsalternativen aufzeigten. Die jetzige vorherrschende Feindlichkeit gegen die Gesellschaft kann ich nicht mehr mittragen.

      • ccj schrieb am

        In gewisser Weise kann man Feindlichkeit gegen „die Gesellschaft“ ja noch nachvollziehen, wenn es sich um repressives Spießertum handelt. Ich denke auch manchmal an solche Geschichten wie früher mit den „Killerspielen“, wo es bei Umfragen außerhalb von Onlinemedien regelmäßig hohe Mehrheiten für ein Verbot gab. Im Grunde ist es schon so, dass auch Systeme wie der NS auf repressive Haltungen in der Gesellschaft aufsetzen.

        Das Problem ist die Auflösung, die hier propagiert wird: einmal, eine gewaltsame Unterwerfung und Kontrolle durch fremde Staaten gutzuheißen (die natürlich auch uns beherrschen, ohne uns im Gegenzug Bürgerrechte zu gewähren), zum anderen, Begriffe wie „Nazi“ und „Faschismus“ sowie die ganzen anderen -ismen endlos auszudehnen.

        Die negativen Erscheinungen in der Gesellschaft, durch die sie mit dem NS gleichgesetzt werden soll, gibt es mehr oder weniger überall auf der Welt. Sollen wir also jetzt auf eine Eroberung der Welt durch Aliens hoffen und, wenn die tatsächlich stattfindet, an deren Siegestag Befreiung feiern?

        Und vor allem ist hier die Ignoranz, dass wesentliche Teile des sog. „Antifaschismus“ selbst eine Gewaltherrschaft anstreben, heute noch begrenzt mit Straßengewalt und Untergrundterror, als Endziel aber ein autoritär kommunistisches System, so wie früher in verschiedenen osteuropäischen Staaten – oder auch eine reine Diktatur zur Unterdrückung der „notorisch faschistischen“ Deutschen. Antifa-Gewalt ist eben keine Selbstjustiz gegen gewalttätige Neonazis, sondern dient der Beherrschung von Lebensbereichen und insbesondere politischen Aktivitäten. Daher auch die immer weiteren Angriffe auf rechtskonservative Kleinparteien, Bürgerinitiativen und sogar esoterisch-verschwörungstheoretische Leute, die die meisten anderen gar nicht für voll nehmen.

  16. cosmic schrieb am

    Ich finde auch, der Artikel fängt gut an. Der aktuelle Bezug über NSA und NSU Skandal wird hergestellt und dann folgt erneut ein Montagsdemo-Bashing und VT-Keule. Leider unerwähnt auch der wirklich beängstigende Rise of the Nazis in der Ukraine. Unerwähnt die Verstrickung des Westens und Deutschlands in dieser Misere. Hier wird das Ende des Staatspazifismus angesprochen, aber das ist einfach zu schwach. Man hat das Gefühl die Piraten leben zur Zeit in einem luftleeren Raum. Sie haben den Kontakt zu den Menschen verloren. Jetzt müssten sie präsent sein, offen sein, auf der Strasse sein, Fragen stellen und Antworten geben, Angebote machen, das System wirklich zu ändern (aus den Parlamenten heraus). Die Leute haben die Schnauze voll und wollen was ändern. Das kommt aus einer Energie heraus, die auch damals die Piraten (bunt und vielfältig, leicht verrückt) hatten. Davon ist leider, meiner Ansicht nach, nicht mehr viel übrig in dieser Partei. Dieser Artikel, obwohl er weitesgehend gut ist, und das Thema wichtiger denn je, ist auch in meinen Augen ein weitere fail, nach dem Montagsdemobashing 1, welches eben auch schlecht recherchiert und voreillig, um nicht zu sagen unnötig war. Schade.

  17. SeeroiberJenny schrieb am

    Danke für den Beitrag!
    Für mich ist der heutige Tag einer zum Feiern. Aber auch daran zu erinnern, was die Allierten zu jener Zeit berichteten. Es gab plötzlich keine Nazis mehr in Deutschland. Niemand wollte je von etwas gewusst haben. Kollektive Verdrängung und Leugnung setzte ein. Das ist gefährlich. Um Faschismus nie wieder möglich zu machen, muss dieses Verdrängen immer wieder aufs Neue durchbrochen werden.

    • Idahoe schrieb am

      Dein Beitrag zeigt, daß Du, wie so viele, nichts begriffen hast. Kaum einer der heute lebenden Menschen hat auch nur ansatzweise die Fähigkeit sich in die damalige Lebenswirklichkeit des einzelnen hineinzuversetzen. Aus heutiger Sicht ist es scheinbar leicht die Menschen für ihr damaliges Handeln zu verurteilen.
      Das ist eben nur eine sehr triviale Betrachtung eines Menschen, der sich selbstgerecht zum Richter erklärt. Die Unterscheidung EINER Ideologie und dem Menschen fällt vielen außerordenlich schwer.
      Doch…auch der Nazi war eben nicht nur Täter, nein, er war auch Opfer einer dämlichen Ideologie. Ideologien fressen die Hirne der Menschen, die zu tiefgläubigen Vollpfosten, zu hassenden Zombies mutieren. Der Mensch wird zum Werkzeug des Hasses.
      Statt Ideologien auszugrenzen, werden Menschen ausgegrenzt. Euer Denken und das resultierende Verhalten erzeugt erst die Gegensätze. Verstehst Du das einfach nicht? Oder woran scheiterst Du? Du weißt das nicht? Warum leugnest Du? Oder erkennst Du deine eigenen faschistoiden Tendenzen wirklich nicht?

  18. ex-Pirat schrieb am

    Es ist wichtig aus den Fehlern unserer Vorfahren zu lernen. D.h. andere Meinungen zu akzeptieren, Menschenrechte zu wahren und sich von Gewalt distanzieren.

    Aber sind es nicht genau die Linksradikalen und vor allem die Antideutschen, von denen sich hier auch in den Kommentaren einige tummeln, die dadurch auffallen, dass sie Menschengruppen ihre Menschenrechte absprechen? Andere Meinungen mit Methoden bis hin zur Gewalt ausschalten wollen? Das Gewaltmonopol des Staates nicht anerkennen und Gewalt legitimieren und zu Gewalt gegen Menschen aufrufen? Selbst gegen Menschen, die nur ihren Job zur Verteidigung der Menschenrechte anderer ausüben?
    Oder explizit für das Massenbombardieren deutscher Städte bedanken?

    Wenn wir den Opfern an diesem Tag gedenken und uns erinnern die Fehler nicht zu wiederholen dann darf das nicht für Propaganda missbraucht werden um ähnliche Methoden für andere politische Ziele zu legitimieren.

  19. Kurt schrieb am

    Also durch das lesen des Textes und der Kommentare habe ich so einige Bedenken und anmerkungen.
    1. Wie kann eine Partei die die EU unterstüzt gleichzeitig gegen Anti-deutsche Schimpfen? Schlieslich ist die EU mitlerweile Offensichtlich dabei die beigetretenen Nationalstaaten zu gunsten des Bundes aufzulösen.
    2. Solange man undiferenziert über Juden spricht lässt sich keine fruchtbahre Diskusion führen. Ihr müsst im Minimum Semiten von Kasahren unterscheiden können. Und wenn ihr den Zionismuss nicht einschätzen könnt kommt ihr nigends hin. Ich bin mir dabei bewusst das Ihr Deutsche dabei durch eure Anti-Antisemiten gesetze stark in dieser Diskusion eingeschrenkt seid. Aber als Basler kann ich euch versichern der Zionismuss ist gefährlich, und die Gründung Israels am jetzigen ort wurde schon ca, 200 Jahre vor der Judenverfolgung in Deutschland vom Gründer Theodor Herzel am Zionistischen Kongress in Basel vorgeschlagen und angenommen.
    3. Nur weil Ihr etwas als Verschwörungstheorie und Jemanden als Verschwörungstheoretiker difamiert heist das noch lange nicht das keine Verschwörung existiert. Um so richtig angst vor diesen Menschen zu machen musste ja sogar ein neuer Begriff eingeführt werden. Die Neu-Rechten. Daher bin ich froh das diese leute es hinbekommen die Montagsdemos zu Organisieren. Wenn euch deren ansichten nicht passen Organisiert doch paralell weiter Montagsdemos. ;)
    4. Die Nazis sind mit der Niederlage vom Deutschen Naziregime nicht von der Bildfäche verschwunden weder in Deutschland noch anderswo auf der Welt. Die Drahtziher und Geldgeber sind zu grossen teilen ungeschoren davongekommen. Verurteilt wurden nur die Galionsfiguren und Befehlsempfänger.
    5. Solange Ihr Faschismus nicht genauer Definiert und bei diesem begriff nur braune Uniformen und Rote armbinden Denkt werdet ihr nie in der Lage sein das Aufkeimen von diesem zu erkennen.
    6. Die geschichte nicht vergessen heisst nicht die Schuld der Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern zu übernehmen. Aber genau das wird euch von eurem Parlament aufgezwungen.
    Ansonsten macht weiter Ihr seid die Einzige ernstzunemende Partei im *Grossen Kanton“. ;) Da ihr als einzige durch eure Liquid Democracy oder wie es nochmal heisst wirklich versucht Volksnahe Politik zu machen.
    Grüsse aus der Schweiz
    Kurt
    PS. wer Schreibfehler findet darf diese gerne behalten. Ich habe genug davon, denn ich bin Legastheniker.

  20. ccj schrieb am

    Der Artikel zieht aus dem Kriegsende leider völlig falsche Konsequenzen, die im schlimmsten Fall Grundlage für neue autoritäre Systeme und Gewaltherrschaft sein können.

    Erstmal ist die Befreiung vom Nationalsozialismus ein Aspekt dieses Tages. Man darf aber auch nicht vergessen, dass der 2.Weltkrieg nicht aus moralischen Gründen geführt wurde, sondern es in allererster Linie um Machtpolitik und Unterwerfung der Deutschen ging, unabhängig vom politischen System und dessen Verbrechen. Das, und alle Folgen davon, waren der Preis, das verbrecherische NS-System loszuwerden, und der war verdammt hoch. Deshalb, und weil natürlich beim 8.Mai immer auch alle in der Kriegszeit begangenen Verbrechen mitschwingen und eine Hälfte Europas danach alles andere als frei war, sollte kein Deutscher, auch keiner, der im Widerstand war oder im KZ gesessen hat, am 8.Mai in Jubel ausbrechen. Wir sind zumindest überwiegend alle ein Teil von „den Deutschen“ und werden daher auch mit dem NS und seinen Verbrechen in Verbindung gebracht. Völlig absurd ist es zu glauben, jemand könne dadurch, dass er dieses Land hasst, dagegen begangene Kriegsgräuel rechtfertigt oder mit „antideutschen“ Schlägertruppen Straßenterror verbreitet, sich von diesem Land lösen und sich einfach so an die Seite der Sieger und äußeren Feinde stellen. Auch Höfinghoff, Helm und Konsorten sind Deutsche, ob sie wollen oder nicht; mir erscheinen sie sogar als recht typisch deutsch im negativen Sinne (Opportunimus, Gewalttätigkeit, Herrschsucht, Bereitschaft, jedes Verbrechen zu unterstützen). Daher ist der Umgang mit dem NS-Regime und moralische Konsequenzen daraus vor allem ein inneres Problem der Deutschen und kann auch nur von ihnen gelöst werden (wobei ich im weitesten Sinne auch formale „Ausländer“ dazu rechne, die sich in diesem Land langfristig arrangiert haben oder hier geboren wurden). Und, bei allen Mängeln und Fehlern im gegenwärtigen politischen System, ist das in Westdeutschland besser gelungen als unter dem anfangs totalitär-stalinistischen DDR-Regime. Denn die Konsequenzen daraus müssen Freiheit und Menschenrechte sein, kein autoritäres System und auch keine autoritären Elemente in einem System, die sich selbst zur vermeintlich notwendigen „Konsequenz“ daraus erklären!

    Das Problem der bürgerlichen Kräfte und Konservativen in der Weimarer Republik war das Fehlen eigener Stärke, dass sie in der Krise am Ende lieber den NS als Notanker, „lieber braun als rot“, wählten. Sie haben es versäumt, einen Staat mit inneren Freiheitswerten aufzubauen, der aktzeptiert wurde und nicht den beiden Gewaltfraktionen zu überlassen war. Es wäre ja wohl kaum eine akzeptable Alternative gewesen, wenn es 1933 zu einer kommunistischen Machtübernahme mit einem leninistisch-stalinistischen System gekommen wäre! Ich will jetzt keine Haarspaltereien oder Aufrechnungen, ob und wenn inwiefern diese Systeme vergleichbar waren, sondern einfach nur deutlich machen, dass sie beide Gewalt- und Terrorsysteme waren, deren Machtergreifung unter allen Umständen verhindert werden musste. Die „Steigbügelhalterei“ der Konservativen war nicht mehr als ein feiger Rückzug, und es ist überhaupt kein Grund, das gegen heutige konservative Kräfte zu verwenden, weil es 1933 nur wenige relevante Kräfte gab, die sich konsequent für ein freiheitliches System einsetzten.

    In unserer heutigen Zeit mag manches im Argen liegen, aber es ist ein zumindest relativ stabile und rechtsstaatliches System. Auch Polizei und Ermittlungsbehörden sind nicht fehlerfrei, Geheimdienste waren schon immer und überall ein zwielichtiges Milieu, wo man sich nie scheute, auch Verbrechertum zu schüren. Deswegen kann man auch nicht behaupten, dass ausländerfeindliche Gewalt in Deutschland in nenneswertem Maß geduldet würde. Was wir heute an Rechtsextremismusproblemen haben, ist ein Teil der allgemeinen Kriminalität, definitiv zu bekämpfen, aber nichts, was derzeit die Grund- und Freiheitswerte als solche erheblich in Gefahr bringt. Natürlich muss die Zivilgesellschaft auch da immer hinterher sein, dass da krumme Dinger aufgedeckt und bekämpft werden, dass die Polizei richtig ermittelt und vorgeht. Aber die Vorkommnisse sind kein Grund, Schreckbilder von einem wie 1933 auf der Kippkante stehenden Staat zu zeichnen oder gar den gegenwärtigen Staat als substanziell faschistisch zu diffamieren.

    Daher sind interne Probleme wie Rassismus durchaus zu bekämpfen, man kann sich mit Politikern auseinandersetzen, die fragwürdige Positionen z.B. in der Ausländerpolitik vertreten. All dies ist aber nicht mit dem historischen Nationalsozialismus und auch nicht mit heutigen Verbrecherbanden wie autonomen Nationalisten, Skinheads, NSU usw. gleichzusetzen, sondern es gibt da ein breites Spektrum von Positionen, die man nicht gut finden muss, die aber im Rahmen eines freiheitlichen Staates als normal gegnerisch hingenommen werden müssen. Deshalb dürfen auch Unionsparteien oder AfD nicht mit Neonazis gleichgesetzt werden, und auch keine esoterisch-verschwörungstheoretischen Spinnereien, denen man mit abenteuerlichen Verdrehungen und Diffamierungstechniken „Antisemitismus“ unterschiebt, den es tatsächlich nur bei einer kleinen Minderheit davon gibt. Dass man natürlich gegen so etwas agitiert und Spinnerei auch als Spinnerei benennt, ist in Ordnung. Aber keine totalitären Mittel, wie gewaltsame Unterdrückung, „Verhindern“ von Äußerungen, Demonstrationen usw.!

    Ein sehr großes internes Problem ist daher der Missbrauch des heutigen Rechtsextremismus und der NS-Vergangenheit, um damit autoritäre Elemente einzuführen, Schlägertruppen mit totalitärem Machtanspruch zu unterstützen oder am Ende gar wieder ein autoritäres Unterdrückungssystem einzuführen, weil es angeblich zur Bekämpfung des „Faschismus“ (was auch immer damit gemeint ist) „nötig“ sei. Die völlige Überdehnung und willkürliche Verwendung des Faschismusbegriffs, wie auch anderer -ismen, gegen jeden beliebigen Gegner ist ein typisches Merkmal dieses Missbrauchs, das Bestreben, mit Einschüchterung und Gewalt die Straßen zu beherrschen, sowie ein ideologischer Monopolanspruch sind andere.

    Gerade bei den Piraten haben sich leider viele Missbraucher des Nationalsozialismus und heutigen Rechtsextremismus festgesetzt, die mittlerweile zum Teil schon als parlamentarische Vertretung der gewalttätigen, schwarzen Blöcke gelten. Daher sollte die Partei gerade bei sich selbst anfangen, dass sie nicht in breitem Umfang zur Basis autoritärer und militanter Bestrebungen wird, deren Ziel entweder ein diktatorischer Staat im Stil früherer kommunistischer oder sozialistischer Staaten, eine reine Antifa-Diktatur zur Unterdrückung der „notorisch faschistischen Deutschen“ oder ein im Untergrund herrschendes „Invisible Empire“ von Schlägertruppen und Terrorakten ist.

    Wenn die Piraten auch weiter für Freiheit und Menschenrechte stehen sollen, darf der Blick auf den Nationalsozialismus nicht zum Tunnelblick werden, mit dem man andere, gegen Freiheit und Menschenrechte gerichtete Bestrebungen aus den Augen verliert oder gar als vermeintlich probates Gegenmittel unterstützt. Das heißt auch, dass man deren Opfern ein Recht auf Notwehr zugesteht, staatliche Bekämpfung unterstützt und nicht diffamiert, dass man keinen offiziellen Schulterschluss in Bündnissen macht und sich gegen ihre Unterstützung durch den Staat wendet. Eine solche Konsequenz zugunsten von Freiheit und Menschenrechten wäre etwa bei Projekten gegen Rassismus und Fremdenhass die Unterstützung einer Extremismusklausel, die entsprechende Arbeit nicht unnötig behindert, aber auch autoritäre Linksextremisten, autonome Gewalttäter und langjährige DDR-Kader und Stasi-Spitzel von der Finanzierung über solche Projekte ausschließt.

    • Otla schrieb am

      „Man darf aber auch nicht vergessen, dass der 2.Weltkrieg nicht aus moralischen Gründen geführt wurde, sondern es in allererster Linie um Machtpolitik und Unterwerfung der Deutschen ging, unabhängig vom politischen System und dessen Verbrechen.“

      Das ist so nicht richtig. Man kann es sich zwar am grünen Tisch zusammen theoretisieren, es entspricht aber nicht der Wirklichkeit.
      Kriege werden von Menschen geführt. Noch im I. Weltkrieg ließen Regierungen ihre Heere gegeneinander marschieren, um Europa nach den eigenen Vorstellungen zu ordnen. Das aber war im II. Weltkrieg nicht der Fall. Wer das behauptet, unterschätzt die Leiden, die der Angriff den benachbarten Nationen gebracht hat – und es fehlt ihm offenbar der Begriff, welche Bedeutung Recht und Freiheit für Menschen haben.

      Der II. Weltkrieg war auch ein Partisanenkrieg. Er war’s nicht nur in Russland, sondern auch in Frankreich, den Niederlanden, Skandinavien, Italien … ihre Lieder, Katjusha, Bella Ciao, Chant des Partisans sind heute noch unvergessene Heiligtümer. Den Menschen ging es um was, um etwas, wofür auch heute noch Menschen ihr Leben riskieren und zu sterben bereit sind: um die Wiederherstellung von Recht und Freiheit. Genau dasselbe, um das es auch denen ging, die Widerstand leisteten oder fliehen mussten.

      Die Machtpolitik, die folgt erst daraus: dieses Volk soweit zu kastrieren, dass es das nicht noch mal macht. Was im Westen schnell übertrieben erschien; statt dessen zerschlug man Preussen und ich kenne mindestens zwei große deutsche Regionen, die damit sehr einverstanden waren.

      „Wir sind zumindest überwiegend alle ein Teil von “den Deutschen” und werden daher auch mit dem NS und seinen Verbrechen in Verbindung gebracht.“
      Auch das ist so nicht richtig.
      Kein Mensch – außer Israel vielleicht, das daraus politischen Honig saugt – schert sich heute noch darum. Kein Mensch, der bei politischem Verstand ist, betrachtet „die Deutschen“ als „Tätervolk“ und das dauernde Gerede davon nervt im Ausland als deutsche Neurose, bei der man am besten weg hört. In Ghana, Indien, Brasilien interessiert niemanden ernsthaft die deutsche Geschichte. Das ist Europa. Weit weg. Andere Baustelle. Die Leute haben andere Probleme.
      Und ich verrate mal ein Geheimnis: andere Nationen sind nicht doof. Deren Leute gucken sich auch das Individuum an, mit dem sie zu tun haben. Die haben einen sehr klaren Blick. Ich kenne niemanden, der in der deutschen Tradition eines Goethe, eines Humboldt, eines Albert Schweitzers im Ausland unterwegs war und dort Probleme gehabt hätte. Im Gegenteil. Wir sind da sehr beliebt. Und das schon seit sehr, sehr langer Zeit.

      Was hinter solchen Aussagen steckt, ist ein Denken, das mir schon in der Grundschule schlagartig klar wurde: Kollektivschuld = wenn alle schuld sind, ist keiner schuld. Und wehe, es schert wer aus der Reihe!
      Nicht nach Ursachen forschen.
      Nicht nach ‚was hat der, was ich nicht habe‘ bzw. was fehlte meiner Familie, wie bin ich geprägt. Das wäre echte antifaschistische Arbeit. Aber weit unangenehmer. Also lieber Schwamm drüber und ignorieren, dass es immer auch das andere Deutschland gab, ne?
      Kaum einer steht den Nazis so nahe wie diejenigen, die Procter & Gamble den Gebrauch der Zahl 88 vorwerfen.

      • ccj schrieb am

        Was die Motive für den 2.Weltkrieg angeht, sind die zwischen Machthabern und einfachem Volk durchaus verschieden. In manchen Gebieten der Sowjetunion wurden die deutschen Truppen anfangs mit Jubel empfangen, der aber verschwand und in Widerstand umschlug, als klar wurde, dass die Menschen dort zur Versklavung oder Tötung bestimmt waren. Für die Herrschenden in Europa ging es anfangs auch noch um die Existenz, aber ab ca. Ende 1943 ging es um das Kriegsergebnis, und da wurden in Teheran und Jalta eben klare geostrategische Ziele bestimmt, die einen Frieden mit einem politisch veränderten Deutschland (etwa nach einem erfolgreichen Umsturz) aussschlossen und stattdessen die vollständige Unterwerfung, Aufteilung und die Annexion und ethnische Säuberung des deutschen Ostens (die Sowjetunion behielt „ihren“ Teil Polens nach dem Hitler-Stalin-Pakt) forderten.

        Die Kollektivschuld ist in der Tat eine der zentralen Behauptungen der „Antideutschen“ und auch sonst weiter Teile des Antifa-Spektrums, teils notdürftig kaschiert (indem die vielen Deutschen, die nur ihre tägliche Arbeit machten und damit zwangsläufig auch das System am Laufen hielten, mit tatsächlichen Mördern oder Schreibtischtätern gleichgesetzt werden). Man lese sich mal die ganzen Texte aus der antideutsch-„linken“ Ecke zur Bombardierung Dresdens durch, da werden minuziös NSDAP-Wahlergebnisse, die Aktivitäten gleichgeschalteter Institutionen und verbreitete NS-Einrichtungen im Stadtgebiet als Rechtfertigung benutzt, einen Bombenangriff, der sich, wie die meisten britischen Flächenbombardements, ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung richtete, zu rechtfertigen.

        Nach Ursachen forschen und so gut es gehtkünftig vermeiden ist gut, aber die „Antideutschen“ tragen dazu nicht bei!

    • Jochen Heistermann schrieb am

      Mir wäre wohler gewesen, wenn dein Beitrag – allerdings entschärft an einigen Stellen (namentliche Nennung von Piraten) – als Gastbeitrag erschienen wäre und nicht der Beitrag von Holger. Wie gesagt überspitzt du an einigen Stellen, aber die Tendenz, dass die Piraten auch mit ihren Mandatsträgern tendenziell am linken Rand operieren, spaltet derzeit die Partei.

      Manche Ziele dieser Personen kann ich gut mitgehen, wie zB Anne Helm mit ihrem Engagement für Flüchtlinge. Mir wird allerdings unwohl, wenn bürgerliche Kreise wie zB die CDU immer wieder in die faschistische Ecke gestellt werden.

      Durch diese scharfe Abgrenzung zum Bürgerlichen verlieren die Piraten natürlich die potentieller Wähler aus breiten Gesellschaftsschichten wie Arbeitnehmern oder Rentnern, die im wesentlichen in Ruhe gelassen werden wollen und nicht ständig zum Straßenkampf gegen „Nazis“ oder sonstwen antreten wollen. Damit rutschen sie wieder ab in eine Protestpartei mit APO-Charakter.

      Die liberalen Kräfte bei den Piraten sind zwar klar in der Überzahl, doch die linken Aktivisten erscheinen mir engagierter und stärker zu sein und dominieren darum auch das Meinungsbild der Partei. Hier würde aus meiner SIcht nur die SMV eine Balance schaffen, damit man zu Themen breiter abstimmen kann als bei Parteitagen, die immer nur karg besucht sind.

  21. zarathustra schrieb am

    moin

    munmal zur klarstellung – in kurzform.

    „mut, anstand, ehre…das waren die zonies.
    die wessies sassen …“

    es ist ja toll, wenn jetzt die wessies erklären…

    also 89 das war nicht nur leibzwick -aber das war die zone.
    da standen die menschen auf, wehrten sich, haben ihr leben riskiert.

    dieses gelaber der wessis…“ja, wir…“
    die wessies sollten mal ihre grosse klappe halten.

    nicht nur in laibzwick gingen menschen auf die strasse, um freie wahlen zu fodern.
    das waren die zonies.
    der westen hat zugeguckt.

    und diese debatte…stasie….
    dass ist innerhalb der zonies zu klären.
    diesen moralischen zeigefinger sollten sich die wessies mal achtern reinstecken.
    es gäbe da mal mehr als einen wessi, der da mit freuden mitgemacht hätte.

    vergleiche von ddr mit 33-45 können nur die ziehen, die beides erlebt haben.

    z

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