Überwachungswahn in Schleswig-Holstein: Wenn Ineffektivität auf Kostenaufwand trifft

(CC-BY-SA) Wikimedia-User Southgeist

Aus den Fraktionen.

Aufgrund einer kleinen Anfrage des Kieler PIRATEN-Abgeordneten Dr. Patrick Breyer ergibt sich folgendes Bild der

Videoüberwachung in Schleswig-Holstein

Das Land Schleswig-Holstein betreibt zwischen Westerland und Lauenburg an über 100 Standorten mehr als 600 Überwachungskameras, davon über 200 im öffentlichen Raum. Hinzu kommen weitere Standorte, zum Beispiel Ministerien, die von der Polizei bewacht werden und aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt worden sind. Die Installationskosten der Überwachungsanlagen liegen pro Standort bei bis zu 2o.ooo Euro.

An gerade einmal 8 Standorten wird berichtet, dass durch die Überwachungskameras Gewaltdelikte verhindert oder aufgeklärt worden sind.

Es zeigt sich einmal wieder anhand der vorliegenden Zahlen, dass die Überwachungseinrichtungen keinen effektiven Nutzen bringen, sondern offensichtlich nur die Bürger einschränken und einen untragbaren Kostenaufwand darstellen.

Überwacht die Überwacher

Aus diesem Grund haben die PIRATEN eine Karte der im Betrieb befindlichen Kameras ins Leben gerufen. Unter http://www.kamerakarte-nord.de kann sich jeder Bürger ein eigenes Bild machen und auch weitere Überwachungskameras eintragen.

Bei der Staatsanwaltschaft Flensburg, der Wasserschutzpolizei Flensburg und dem Bauhof in Husum wird sogar mitgehört, hier findet neben der Video- auch eine Audioübertragung statt.

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Kommentare

5 Kommentare zu Überwachungswahn in Schleswig-Holstein: Wenn Ineffektivität auf Kostenaufwand trifft

  1. Idee schrieb am

    Wenn man sowieso jede Kamera, die am Netz hängt, mit der Spionage-Software der Geheimdienste oder den Open Source Programmen anwählen und willkürlich verwenden kann, dann hat man das Prinzip des Überwachungsstaats und des Informationskrieges noch nicht verinnerlicht. Insofern kann man sich die Mühe des Eintragens in die Karte sparen und einfach nur eine dicke, fette Kamera auf der Karte anbringen.

    Es ist ja nicht so, dass die angebrachten Kameras, von denen man nun über die kleine Anfrage erfahren hat, solche sind, die den Verkehr und die Geschwindigkeit überwachen sollten. Sondern einfach deshalb, weil die in Flensburg an diesen Orten Terroristen vermuten oder eben Ziele für Terroristen markieren sollen. Den kleinen Beifang an Kriminellen nimmt man dann gerne mit. Die wahren „Kriminellen“ hocken doch dann HINTER der Kamera und nicht davor.

    Wer eine Kamera aufstellt, der muss auch damit rechnen, dass sie benutzt wird, also nicht nur für einen selbst Verwendung findet, sondern eben auch für „fremde“. Wenn also Ministerien damit überwacht werden und Dinge, die für gewöhnlich sowieso „geheim“ sind, werdenm diese durch das Anbringen von Kameras eher „aufgedeckt“ als gesichert. Wenn man davon ausgeht, dass die NSA und andere Geheimdienste „Hintertüren“ in den Systemen angebracht haben, ist es nicht die Frage des „Ob“ sondern eine Frage des „Wann“ diese backdoors auch von anderen genutzt werden.

    Spätestens dann, wenn – so wie die NASA und unsere Deutsche Post schon jetzt – diese Geheimdienste privatisiert werden und sogar „Wettbewerb“ bekommen, kann man die eigene Spurengeschichte seinen Enkeln vorlesen und ihnen die jahrelang gesammelten, gespeicherten und ausgewerteten Daten überlassen.

  2. ..im Prinzip könnte jeder Idiot weltweit irgendwo versehentlich im Videofilm oder auf dem Schnappschuß irgendeines Touristen verewigt werden…

    ..Kameras sind keine rötlichen Waffen, den Eingeborenen werden ihre Geister nicht gestohlen, die Ablichtungen stellen keine Gefahr dar…

    ..ein Trupp Kamerapiraten zum Dokumentieren der Realität schadet eigentlich auch nichts…

    ..ich halte Kameraüberwachung für nicht besonders schädlich – auf welche Weise sollte jemand geschädigt werden..? ..so Sachen wie Betrunkene auf dem Nachhauseweg zu dokumtieren und dann den Mist ins Internet zu stellen, sollte man allerdings als schmerzengeldpflichtige Angelegenheit trotzdem abhandeln dürfen..!

    • Idee schrieb am

      Jeder Idiot weltweit ist auf Bildern und Videos zu sehen, weil es einfach keine Möglichkeit mehr gibt, ihnen zu entgehen. Straßen, Geschäfts- und Büroräume sind mit Videokameras ausgestattet, demnächst auch jeder Polizist via Schulterkamera auf Uniform. Wann immer jemand Geld abhebt, eine Karte reinsteckt, Nahrungsmittel oder Kleidung einkauft, befindet er sich vor einer Linse. Und das sind nur die, mit denen man rechnet. Wenn man aber Straßen benutzt, die keine starren Kameras haben, kannst Du dennoch jemandem mit einer mobilen Kamera in Form z.B. eines Mobiltelefons begegnen. Die sind stets an, so wie ihre Mikrofone, es sei denn man hat Simkarte und Akku entfernt.
      https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=421300&pid=2066516#pid2066516
      Moderne Handies haben bereits auf beiden Seiten Kameras; da kann man den Nutzer und seine Aussicht gleichzeitig bewundern, wenn man sich einwählt.
      Und dann läßt man das EU-Programm INDECT über die Software und Kameras laufen, um Dinge (Menschen und andere Objekte) aufzuspüren und zu überwachen:
      https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=382574&pid=1954029#pid1954029

      Du sagst:“so Sachen wie Betrunkene auf dem Nachhauseweg zu dokumtieren und dann den Mist ins Internet zu stellen, sollte man allerdings als schmerzengeldpflichtige Angelegenheit trotzdem abhandeln dürfen..!“
      Wie willst Du denn die Daten aus dem Internet gelöscht bekommen?
      Siehe Straisand-Effekt:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt
      Siehe die (vergebliche) Bemühung der Contentindustrie gegen „Raubkopien“ anzustinken.
      Wielange hat der Betrunkene denn den Schaden, wenn er für die kurze Zeit seiner Schwäche ein Lebenlang daran erinnert wird?
      Wielange haben Menschen, die nackt erwischt wurden, einen Schaden?
      Siehe Royals (deren Nacktbilder sind immer noch im Netz):
      https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=217163&pid=1184109#pid1184109
      Und dann gibt es noch das Totschlagargument bezüglich unserer kleinsten Mitbürger, die durch Zensursula mit einem Stoppschild geschützt werden sollten:
      https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=94986&pid=415367#pid415367
      siehe Beitrag ganz unten.
      Statt des Stoppschildes ist es nun für diese Regierung sehr willkommen, dass sich die ständige Überwachung durch Ton (sogar Merkels Handy) und Bild durchgesetzt hat und man diesbezüglich auch kein Blatt vor den Mund nehmen muss, weil es ja die Five Eyes (and Ears) machen. Die so gewonnen Daten nutzt diese Regierung trotzdem, mit denen kann man sogar Geld machen und „Steuersünder“ an den Pranger stellen. Aber das geht ja in Ordnung, sind ja selberschuld, hätten es ja nur von Anfang an versteuern müssen. Und wer sind die nächsten, die zahlen müssen, mit welcher Währung? Tauss, Edathy, Friedrich haben als bekannte Beispiele bereits mit ihrem Ruf dafür bezahlt.
      Wenn man die Tatsachen vor Augen hält und sich damit die Zukunft ausmalt, dann „könnten uns Eingeborenen die Geister schon gestohlen werden“:
      https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=383597
      Vor nicht allzu langer Zeit hätte man die Art der Überwachung, wie sie Snowden uns nun mit Fakten präsentiert, als Paranoia, als Krankheit eines verwirrten Geistes abgetan…doch heute…und in der Zukunft?

    • Sebastian Stark schrieb am

      Es geht doch nicht darum dass man evtl. auf einem Film oder Photo verewigt wird!
      Es geht um die Möglichkeit der gezielten Überwachung der Bürger durch den Staat, es geht darum dass es möglich ist die üblichen Aufenthaltsorte und Kontaktpersonen von Bürgern festzustellen.
      Dann heist es das nächste mal wenn sich jemand für den öffentlichen Dienst bewirbt: „Oh da hat sich der Hr. Mustermann mit ein par Punks getroffen und dort haben wir eine Aufnahme von ihm bei einer Demo, so jemanden wollen wir hier nicht!“. Die Stasi hätte sich alle Finger nach diesen Möglichkeiten abgeleckt. Aber ist ja alles gut, solange es im Namen der westlichen Freiheitsrechte geschieht!

  3. flo schrieb am

    Vü ist schon illegal, aber Mithören ist es noch mehr. 3 Jahre Haft für Überwachungstäter. Wenn 70.000 „Kriminelle“ in der „Fußballarena“ überwacht werden, dann ist klar, daß der FCBayern und die Bahnmafia eine kriminelle Vereinigung ist.

    Deshalb: Wahlplakate mit den Slogans:
    Wer überwacht, wird gestoppt
    Wer überwacht, wird bestraft

    Piratenpartei wählen

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