Drohne: 199 €, Bußgeld: 500 €, de MAIZIERES Gesicht: unbezahlbar

Foto: CC-BY www.BerndSchreiner.de

Im Vorfeld der Bundestagswahl im September letzten Jahres sorgten die Dresdner PIRATEN für Aufsehen. Eine Drohne überflog und filmte einen Wahlkampfauftritt Merkels in Dresden und musste – von den Sicherheitsbehörden vor Ort erzwungen – direkt vor der Bühne der Kanzlerin und ihrer Entourage notlanden. Vor allem der zeitliche Zusammenhang mit dem Euro Hawk-Debakel verlieh der Aktion eine unterhaltsame Doppeldeutigkeit.

In den letzten Monaten wurde der Vorfall durch die Behörden geprüft. Herausgekommen ist der Vorwurf einer Ordnungswidrigkeit. Sandra Willer, Spitzenkandidatin der Piratenpartei Sachsen zur Landtagswahl, erläutert den Sachverhalt:

»Weite Teile des Dresdner Luftraums sind offenbar als kontrollierter Luftraum eingestuft. Auch für wenige Meter hoch fliegende Spielzeuge soll eine Freigabe der Flugsicherung erforderlich sein. Soll jetzt etwa jeder Dresdner, beim Tower des Flughafens anrufen, um sicher zu gehen, das ein wenige Meter hoch fliegender Modellhubschrauber den Flugverkehr nicht stört? Das ist vollkommen absurd. Das war kein Testflug einer Kampfdrohne. Hier wird ganz eindeutig die politische Nachricht verstanden und sanktioniert.«

Caro Mahn-Gauseweg, stellvertretende Bundesvorsitzende der Piratenpartei Deutschland, verortet das behördliche Vorgehen an der Grenze zur Lächerlichkeit.
»Während offenbar überhaupt keine Skrupel bestehen, hunderte von Millionen Euro für – glücklicherweise praktisch fehlgeschlagene – militärische Projekte zum Fenster herauszuwerfen, wird der demonstrative Einsatz von Spielzeug mit hohen Strafen belegt. 480 € ist immerhin das Bußgeld, wenn Sie innerorts 70 km/h zu schnell fahren. Auf einer Parteiveranstaltung eine Spielzeugdrohne zu starten, ist damit keinesfalls vergleichbar.«
Die Ingenieurin sieht ein grundsätzliches Problem dahinter.

»Statt militärischer Machtphantasien sollten lieber die zivilen Chancen gesucht werden, etwa im wissenschaftlichen Bereich oder im Rettungswesen. Hier ist politischer Gestaltungswille gefragt, um einen förderlichen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der gleichzeitig den Missbrauch der Technologie und der so gewonnenen Daten nachhaltig verhindert. Hier liegen die Herausforderungen – nicht in vordergründigen Einschüchterungsmaßnahmen.«

Für den Drohnenpiloten kann zur Begleichung des Bußgeldes gespendet werden.

[1] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/piratenpartei-hat-in-dresden-eine-drohne-zu-angela-merkel-geschickt-a-922415.html
[2] http://piratendrohne.de/2013/09/dresden/
[3] https://docs.google.com/file/d/0B4h2rjmAZTq_eXJQWGhObEFpZnc/edit
[4] http://checkthis.com/drohne

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Kommentare

45 Kommentare zu Drohne: 199 €, Bußgeld: 500 €, de MAIZIERES Gesicht: unbezahlbar

  1. Silbär schrieb am

    Gegen Bußgelder kann man Widerspruch einlegen. Falls das noch nicht geprüft worden ist, würde ich das auf jeden Fall machen. Und unter den Piraten befinden sich ja durchaus einige erfahrende Juristen. Als prominentes Beispiel fällt mir Udo Vetter z.B. ein. Die Geschichte würde auch bestimmt in seinem Bolg erscheinen. ;)

    • UlliZ schrieb am

      Selsbverständlich und unmittelbar ist Widerspruch einzulegen, diese Nummer gehört vor Gericht, mit Öffentlichkeit udn Presse. Wenn man diese Riesen-Chance versäumt, den Bußgeldbescheid wirksam werden läßt, und bezahlt, dann ist einem nicht zu helfen, sorry.

    • veri schrieb am

      Es ist schon seit langem eine Ordnungswidrigkeit in Deutschland über Personenversammlungen mit Modellflugzeugen zu fliegen, weil die Verletzungsgefahr groß ist. Die Rechtslage ist mehr als eindeutig.

      • UlliZ schrieb am

        Ein Widerspruch hat genau 2 Gründe:

        a) den Bescheid nicht bestandskräftig werden zu lassen, sondern durch ein unabhängiges Gericht zu überprüfen – ob das Bußgeld zulässig und angemessen war. Richter haben da ihre eigene Meinungsbildung, und es wäre sehr untypisch, wenn das Gericht die 500 Euro einfach nur bestätigen würde.

        b) die darin liegende Chance zu nutzen, dem Thema noch mal breite Öffentichkeit zu geben
        um sich dabei nicht zu blamieren, ist natürlich professionelle anwaltliche Beratung sinnvoll.
        DAFÜR sollte man Spenden sammeln und nicht für das Bußgeld.

    • DaCon schrieb am

      Den Flug von harmlosen Multicoptern oder Modellhubschraubern mit Strafgebüren von 500€ belegen zu wollen, ist einfach nur lächerlich. Ein politisches Statement gegenüber allen, die bereits jetzt verinnerlicht haben, dass zivile “Drohnen” über kurz oder lang nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sind. Eine Wirklichkeit mit der Behörden aller Art nicht umzugehen wissen. Ratlosigkeit und Angst der Sicherheitsfanatiker führen dann dazu, dass man mit unangemessenen Strafen um sich wirft anstelle einmal grundsätzlich neu zu denken.

  2. Phil schrieb am

    Ganz klar eine Bergungsmission. Die Wahrheit wurde jedoch nicht gefunden :|

  3. Idee schrieb am

    Interessant wird es, wenn der Drohnenflug gewerblich wird; wenn also Packete und eilige Arzneimittel etc. per Drohne verschickt werden. In Dresden und in anderen „kontrollierten Lufträumen“ wird man dann wohl Callcenter einrichten. :)

    • DaCon schrieb am

      Genau. Diese technischen Meisterwerke benötigen viel mehr Freiraum im zivilen Alltag! Am Ende geht es darum, bessere rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen – privat wie gewerblich. Dazu bedarf es zunächst viel Mut, um Grenzen zu überwinden und Probleme aufzuzeigen. Klar, dass das nicht jedem in den Kram passt.
      Was passiert jetzt eigentlich, wenn jeder in der Stadt beim Tower anruft und fragt ob der kleine Modellhubschrauber abheben darf?

  4. Hermes schrieb am

    Widerspruch gegen die OWI einlegen und vom Gericht ein angemessenes Bußgeld festlegen lassen. Bei mir wurde es z.B. für 2 freilaufende Hunde am See von 2x 500€ auf 1x 25€ reduziert.

  5. veri schrieb am

    Die Piraten sind einfach nur noch peinlich. Zum Glück bin ich schon ausgetreten, da ich es sonst nun machen müssen. Auch für Piraten gelten Gesetz und Verordnungen. Es ist schon seit Jahren (wenn nicht sogar seit Jahzehnten) in Deutschland als Ordnungswidrigkeit verboten Modellflugzeuge über Menschenansammlungen zu fliegen. Wie ich finde, auch vollkommen zu Recht, da Modellflugzeuge relativ häufig abstürzen und dann schwere Verletzungen erzeugen können. Was kann das Flugsicherungsbundesamt denn dafür, dass die Piraten zu dumm sind sich über die gesetzlichen Bestimmungen für Modellflugzeuge in Deutschland zu informieren? Jeder Hobbyflieger weiß dies vermutlich!

    • adlerweb schrieb am

      Generell Richtig, allerdings setzen die Veranstalter von Konzerten solche Dinger inzwischen immer häufiger zum Filmen ein und auch die Sicherheitsbehörden werden ihre Überwachungsdrohnen wohl eher über Menschenmassen einsetzen als im freien Gelände. Die Aussage, dass es hier um Sicherheit geht ist etwas schwer nachvollziehbar wenn man sie nur dann aufgreift, wenn es einem passt…

    • Sam schrieb am

      Meiner Meinung nach sind Drohnen keine Modellflugzeuge. Modellflugzeuge fliegen und sind somit gefährlich weil sie als geschosse dienen können. Drohnen dagegen schweben in der Luft. Ich denke das Gesetz ist anfechtbar, da es sich um Drohnen handelt, nicht um ein Flugzeug. Peinlich finde ich die aktion absolut nicht, angesichts der Tatsache dass unser lieber Staat sich schon sehr mit diesen teilen angefreundet hat um über UNS zu fliegen ;)

      • DaCon schrieb am

        Ja, die Gesetzeslage ist noch lange nicht soweit wie die technische Entwicklung. Die sehr lange Prüfungszeit bei der Bundesaufsicht für Flugsicherung zeigt eventuell auch, wie schwierig die Einordnung einen Multicopterflugs ist. Und die nächsten Erfindungen warten ja schon auf den pirvaten und gewerblichen Einsatz: https://www.youtube.com/watch?v=4mdxgZM4y-M

        Sich dabei zwanghaft an nicht mehr zeitgemäße Regeln zu halten, spräche eher nicht gerade für eine innovationsfreudige Gesellschaft.

        Fakt ist: Diese kleinen, ultraleichten und schaumstoff-gepolsterten Flugmodelle sind vollkommen ungefährlich und stürzen eher selten ab. Jeder der schon mal die Flügel eines Quadrocopters im Gesicht hatte, weiß das die sofort stoppen. Da ist es wesentlich risikoreicher „unter voller Kontrol-illusion“ 220km/h auf Autobahnen zu fahren oder die Hand in einen Deckenventilator zu halten.

        Ich persönlich möchte in einer Welt leben, in der das Aufzeigen von Lücken und von neuen Möglichkeiten nicht altertümlich bestraft, sondern belohnt wird. Das wäre für alle besser.

        Im Kern geht es beim Spenden also um ein „gefällt mir, mehr davon“ als sich über die Unfähigkeit von Behörden zu empören … here you go: http://checkthis.com/drohne

  6. marysa schrieb am

    Könnt ihr die Quintessenz bitte noch einmal auf nackte Brüste schreiben? Das ist mir nicht plakativ genug.

  7. mathias schrieb am

    Über solche dummen Aktionen kann ich als Modellflieger nur den Kopf schütteln. Wegen solchen Deppen kann man sich dann als Hobbyist schon mal auf die nächste Verschärfung der Gesetze freuen.

    Macht euch doch mal über die LuftVO schlau! Fragt am besten nächstes mal vorher die angesprochenen piratigen Juristen.
    Ich bin froh dass man Leuten ein Bußgeld reindrückt die meinen über Versammlungen rumfliegen zu müssen, welches Gesetz man dazu benutzt ist mir da erstmal egal.

    Für _jegliches_ aufsteigen von Flugmodellen besteht Versicherungspflicht, eine Untergrenze was Masse oder Größe angeht wurde nie festgelegt so dass auch der 10 cm Tchibo-Koax eine benötigt.

    Und die Flugverbotszonen an Flughäfen sind teilweise bis zu 25 km Lang da herrscht absolutes Flugverbot auch für Minihubschrauber, Quads etc. Man kann es machen wenn man aber erwischt wird ist das Bußgeld vollkommen Gesetzeskonform. Von einem Bußgeld abzusehen weil klein Klausi mit dem Tchibocopter fliegt nennt man Ermessensspielraum, das hier nicht zu machen ist vollkommen gerechtfertigt.

    Irgendwelchen Leuten auch noch Beifall zu klatschen weil sie gegen geltendes Recht verstoßen…. ich kann es echt nicht verstehen.

    • UlliZ schrieb am

      Diese Logik erinnert mich an den Grund, warum es in Deutschland keine Revolution gibt: weil auf dem Vorplatz vorm Parlament steht „Rasen betreten verboten“.
      Wer nicht mal mehr den Mut hat, für politische Aktionen ein Ordnungsgeld zu riskieren, oder gar Aktivist-/innen aus den eigenen Reihen dafür kritisiert, kann eigentlich sofort einpacken.
      Es ist wie bei der Pralinenschachtel: auf den Inhalt kommt es an. Und die ungefährliche Leichtbau-Drohne vor den wahlkämpfenden Spitzenpolitikern mit klarer politischer Botschaft war eine fantasievolle Aktion! Wer es besser kann, nur Mut. Wer nur destruktiv rumzukritisieren hat, einfach mal … ……. …… .

  8. lrr schrieb am

    „Unmittelbar nach dem Vorfall in Dresden hatte sich die Deutsche Polizeigewerkschaft für ein Flugverbot von Drohnen bei Demonstrationen und anderen Großveranstaltungen ausgesprochen. Diese Forderung blieb unbeachtet , weil die sächsische Polizei in Dresden selbst seit 2008 ein fliegendes Auge einsetzt, vor allem bei Fußballspielen zur Observierung gewaltbereiter Fans von Dynamo Dresden. “
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Piraten-Ordnungsstrafe-fuer-Drohnenflug-ist-absurd-2135832.html

  9. Andreas schrieb am

    Ich hoffe, Euer Pilot hatte eine gültige Modellhaftpflicht?

    Wenn man sich mal die Aufstiegsgenehmigungen der Länder anschaut steht da immer drin „Nicht über Menschenmengen“.

  10. Markus schrieb am

    Meine Vorposter konnten wohl alle nicht lesen.
    Es ist unanfechtbar, dass das Fliegen über Menschenmass eine Ordnungswidrigkeit ist.
    Wer sich den Bußgeldbescheid angeschaut hat, ist sich im klaren, dass dies gar nicht der Grund für das Bußgeld war.

  11. Peter Strohm schrieb am

    Knapp 10 Jahresbeiträge weg, dafür das 2-3 Piraten einen Nachmittag ihren Spaß hatten.
    Wenn man schon nicht mit dem Wahlprogramm auffällt, dann wenigstens mit solchen Aktionen, wobei man sich wirklich gefragen muß, was das zu bedeuten hat. Aber jetzt will die Partei dafür Spenden sammeln, wenn man schon selbst nicht den Anstand hat das Bußgeld selbst zu bezahlen. Wenn das Ganze anderes verlaufen wäre, gäbe es euren #Aufschrei und sonst irgendeine künstliche Empörung. Aber wer schon billig in Kauf nimmt, das Leute verletzt werden können, soll nicht noch im Nachhinein wegen dem Bußgeld rumheulen. Dieses politische Realexperiment Piratenpartei nervt nur noch, wenn man weiß, dass es keine eigene Identität gibt, sondern ein bloßes Abstimmen einer gerade zufällig vorhandenen Mehrheit, die bei nächsten Versammlungen wieder anders ausfallen kann.

    • Idee schrieb am

      Das war dem sein privates Vergnügen und vermutlich kann er die Beiträge, eh nicht bezahlen, sonst wäre kein Spendenaufruf gekommen oder irgendein Vorstand hätte es vom Spesenkonto bezahlt. Also sind auch keine Jahresbeiträge weg, denn Spenden können auch Nicht-Piraten, die möglicherweise gar nicht vor hatten einzutreten, die Aktion aber dennoch gut fanden: Wer will schon eine Drohne mit Kamera vor sich herumschwirren haben…statt einer DE-EMail gibt es DE-Drohnen, eine für jeden (Ausländer, Zuwanderer und andere die sich auffällig verhalten und keine „Fußfessel“ tragen wollen).
      Da wo die Drohne hingeflogen ist, hätte sowieso -wenn überhaupt- wohl nur Sachschaden entstehen können.
      Und lass das mal mit dem Abstimmen und so mal ruhig stecken, die anderen Partei wählen doch solang, bis das Ergebnis mit der getroffenen Vereinbarung übereinstimmt. Und das Hin und Her kennen wir auch aus dem sog. Atomausstieg. *rotfl* Da schenkt sich keiner etwas.

    • DaCon schrieb am

      Da vermischst du grad viel. Das Bußgeld fürs Falschparken der kleinen Drohne kann korrekter Weise nicht aus Parteigeld bezahlt werden. Nur gescheiterte Militär-Drohnenprojekte können mit Steuergeldern gezahlt werden (500 Mio EUR und mehr), sowie die weltweit laufenden Einsätze von Militärdrohnen. Denn alles hat seine Ordnung in diesem Land.
      Also wird für das Ticket privat gesammelt, getreu dem Motto: „gefällt mir, mehr davon!“: http://checkthis.com/drohne

      Das Verletzungsrisiko durch diese kleinen, ultraleichten und schaumstoff-gepolsterten Flugmodelle ist gering – weiß jeder der mit dieser Sorte Mulicopter umgeht. Zivile “Drohnen” werden über kurz oder lang nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sein. Da ist es höchste Zeit auf die neuen Möglichkeiten und nicht ausschließbaren Risiken aufmerksam zu machen und eine Debatte zu entfachen.

      Es geht dabei letztlich in der Tat um Identität. In welcher Welt wollen wir leben? Angst, Empörung, Streiterei? Oder aber mehr Mut, mehr Risiko, mehr Innovation – und natürlich auch mehr Spass!

      Schließlich gibt es echte zivile Probleme auf diesem Planeten zu lösen, auch mit Drohnen. Zum Beispiel: „No roads? There’s a drone for that (TED Talk)“ https://www.youtube.com/watch?v=9yEl0-bCA9M

  12. r.O. schrieb am

    was für leute sind denn hier unterwegs?! war hier heute cdu-nachmittag oder was? wie haben die paar von euch mit so engstirnigen ansichten sich überhaupt jemals in die piratenpartei oder deren nähe verirrt?! wenn euch eine 50g schwere drohne über einer versammlung angst macht helfen euch nur noch psychopharmaka gegen angststörungen.

    ich finde diese idee mit der drohne kreativ. wie sollen die piraten sonst wirken? in irgend nem büro rumschreibseln? kreativer protest ist viel wirksamer und erreicht die leute besser!! ich bin froh dass es eine partei gibt, die sich so um das thema überwachung kümmert.

    aber manche fühlen sich wohl nur mit einer überwachungskamera im wohnzimmer, einem endoskop im arsch und einem chip im hirn wirklich sicher. für sie haben fdp, spd und cdu das passende wahlprogramm.

  13. Da lässt jemand ein mehrere Kilo schweres Fluggerät über einer Menschenmenge kreisen, geht für den Fall eines Absturzes ein Verletzungsrisiko ein und einer Partei fällt nichts anderes ein als diese Leute auch noch zu glorifizieren. Dabei musste das besagte Fluggerät sogar notlanden, die Gefahr eines unkontrollierbaren Abgangs war kein abstraktes Gedankenkonstrukt, sondern durchaus real.

    Das Fliegen von Modellflugzeugen ist kein Kinderspiel, auch wenn die zitierten hier von „Spielzeug“ sprechen. Wenn so ein Ding in eine Menschenmenge stürzt, dann besteht erhöhtes Verletzungsrisiko- ebenso wie beim zu schnellen Fahren in der Innenstadt. Daher sind solche Bußgelder gerechtfertigt und sollten nicht in einer (verkehrten) Heldenverehrung zu Lasten einer Menge gehen. Die Piloten dieser Drohne sind keine Opfer der Justiz, sondern verantwortungslose Draufgänger.

    Diese Unterstützung zeigt, das die Piratenpartei mittlerweile nicht mehr ernst zu nehmen ist. Sie hat sich in einen zerstrittenen Haufen ohne Führungsfigur verwandelt. Schade eigentlich, vor vier Jahren konnte man euch noch guten Gewissens wählen. Tut man dies jetzt, weiß man nie, ob nicht der nächste Parteitag die Kehrtwende bedeutet. Keine Führung, keine Leitmotive, nur bloßer Aktionismus und verdrehtes Rechtsbewusstsein. Schade.

    • Cheo schrieb am

      Erstmal richtig recherchieren bevor man unqualifizierte Komentare abgibt.

      Mehrere Kilo ? So eine Last kann das untermotorisierte Spielzeug garnicht heben.
      Multicopter (wenn ich schon „Drohnen“ höre…) dieser Größe wiegen ca. 250g.
      Dieser Spielzeug Copter kommt bei der zerbrechlichen Chinaplastik-Styropor Bauweise vielleicht auf 100g.

      Da das Spielzeug (ein ernsthafter Multicopter ist das nicht, eine Drohne schon garnicht) leicht und größtenteils aus dämpfendem Styropor ist, ist das Risiko eher gering.

      Die „Notlandung“ war nach derzeitiger Informationslage eine durch Sicherheitskräfte „erzwungene“ Landung. Dafür wurde eben der geeigneteste Ort gesucht. Vor so einer Tribüne hersch doch immer ein gewisser Aufwind durch die ganze heisse Luft die da ausgestossen wird ;-)

      • Pilot Joe schrieb am

        das Gewicht spielt erst später eine Rolle – die Propeller drehen mit 6.000 bis 15.000 Umdrehungen / Minute. Durch ihre Form verhalten die sich wie rotierende Messer und verursachen tiefe Wunden – auch ebi den kleinen Coptern (eigene Erfahrung :-}

        Die Regeln für Modelflug sind eindeutig, die Versicherungspflicht gilt grundsätzlich und die Orte, an denen man losfliegen darf, sind auch klar definiert. Das Bußgeld zahlen andere Modellflieger, die sich nicht an Regeln halten, auch. Warum sollte da jemand, der so eine Aktion ohne Abstimmung mit der Piratenpartei startet, plötzlich einen Sonderstatus im Deutschen Recht kriegen?!

        „Ich fahre nicht zu schnell weil ich es eilig habe, sondern es ist ein politisches Statement – spendet für meine Bußgelder“

  14. Todde schrieb am

    Wie kleinkariert so manch Mitbürger auf einen gut gemachten politischen Scherz reagiert. Beispielhaft für typisch deutsches Kleinbürgertum, Gratulation :-) Sagenhaft ist auch, wie vordergründig Bezug auf Geld genommen wird. Natürlich ist euch EUER Geld sehr wichtig….wichtiger als jegliches politisches Statement? (Ach, besser? Na macht doch! Habt schon? Zeigen!)

    Der Absturz war sehr passend zur Botschaft und die Strafe unterstreicht lediglich das Ziel der Aktion.

    UND Scheiß auf’s Geld, ich würd gleich nochmal solch einen Flug starten und schon vorher die 500€ überweisen!

    • DaCon schrieb am

      +1 Dass die PIRATEN dem damaligen Verteidigungsminister de Maiziere mal eine flugfähige Drohne vorführen wollten, ist nach dem 500 Mio. € teuren Drohnendesaster bei der Bundeswehr vollkommen gerechtfertigt. Und es war vielleicht auch für Angela Merkel irgendwie ein komisches Gefühl mit einer unscheinbaren Drohne überwacht zu werden, ohne das man weiß wer und warum. Das und das offensichtliche Versagen des Sicherheitsprotokolls hat sie ja dann auf epische Art und Weise weggelächelt und ein Bild ging um die Welt.

    • Idee schrieb am

      Auf dass darauf schon im Vorfeld viele spenden, schließlich machen die anderen Parteien die Befürwortung der Überwachung zum Wahlkampfthema. Pervers ist allerdings, dass man als Pirat die Drohne samt Kamera nahe genug heranfliegen muss, damit der Effekt des „Überwacht-Fühlens“ etc. eintritt. Normalerweise „überwacht“ man andere so, dass diese den Effekt nicht verspüren.

    • Idee schrieb am

      Danke an „marysa“ für die Idee: Sowas könnte man natürlich auch (nackt) performen:
      http://www.youtube.com/watch?v=D2NjS3OpI8g
      Video (Englisch) ab ~4 min
      Es geht darum, dass ein paar „Schauspieler“ so taten als sähen sie Drohnen (Kampf/Überwachungs-/Etc.) und hielten große weiße Lacken mit roten Farbspritzern bereit. Alsdann legten sich alle wie beim Flashmob auf dem Boden vor dem Weißen Haus (USA) und zogen das Lacken über sich: gespielte Drohnenattacke vor dem Gebäude. Es geht also auch ohne 500 Euro Ordnungswiedrigkeit wegen „Verletzung des Luftraums“. *lol* Und in der Regel sehen die Opfer die Drohne sowieso nicht (kommen/anfliegen).

  15. Spacy schrieb am

    Das das Copterfliegen über Menschenansammlungen verboten ist, finde ich vollkommen ok. Ich baue und fliegen selbst Quadrocopter, es ist unverantwortlich sowas über Personen fliegen zu lassen (ja auch die Quadrocopter der Polizei). So ein Copter kann schonmal 3-4kg wiegen und wenn der aus 50m aus dem Himmel fällt, weil z.B. ein Regler abraucht oder ähnliches, ist das durchaus gefährlich!
    Das ist zu recht verboten und wurde da auch zu Recht mit 500€ geahndet finde ich!

    Das mit dem C / D Luftraum ist auch durchaus sinnvoll, aber manchmal auch etwas übertrieben..
    Wenn man z.B: in einem Tal mit dem Modellflieger fliegt und der Luftraum drüber eigentlich nur von Verkehrsflugzeugen frequentiert wird die deutlich höher fliegen z.B.

    So nen Copter / Flugzeug ist aber auch schnell mal weg und einige km hoch, wenn das RC System ausfällt, kein Failsafe vorhanden ist und man gerade etwas Schub drinne hatte. 10m Höhe die Sekunde mit dem Copter sind oft kein Problem z.B. Bei ~8min Flugdauer bei Vollgas ist man da auch schon knappe 5km hoch!

  16. Hwing schrieb am

    Beim nächsten Mal wird die Drohne kein Nummernschild haben. Dafür aber eine Kamera und von weiter weg über Proxy gesteuert. Wenn das Fluggerät weniger kostet als das Bußgeld, kann man ja anonym bleiben. Andererseits sollte mit dieser Demonstration wahrscheinlich gezeugt werden, dass niemand 100%-ig vor Überwachung, Unfällen oder gar Terrorismus sicher ist, auch nicht unsere Regierungsvertreter. Deshalb: weniger Geld für Überwachung und Bekämpfung von nicht vorhandener Terrorismusgefahr.

  17. Jörg Krause schrieb am

    Nach eingehender Überlegung:
    Gäbe es nicht das Frankfurter Kollegium, wäre ich weg.
    Spielzeugflieger will ich nicht sein, kein Vorsitzender des ADAC und mein Bügeleisen hört mich nicht ab.Es wird Zeit, daß sich die Piraten, die wirklich Änderungen in der Republik herbeiführen wollen, sich von den Spinnern trennen. Ja, ganz ehrlich und transparent: Die Bundespartei baut eine S. nach der Anderen.
    gez.
    Jörg Krause, Pirat, Essen Borbeck!

  18. Peter Strohm schrieb am

    Ich persönlich finde die Aktionen weit mehr als fragwürdig. Anstatt Inhalt an die Wähler zu bringen, kommen nur irgendwelche Aktionen wie die Drohne oder Telefonnummern von Arbeitsämtern zu veröffentlichen. Was bitteschön habe ich davon Politiker anderer Parteien mit Drohnen oder ähnliches einzuschüchtern? Das wirft wirklich ein komisches Bild auf die Partei und man sollte sich fragen ob es nicht eher die letzten Bemühungen vor einem vollständigen Ende einer Partei sind. Das einzige was die Partei wirklich gerettet hat, war die Aufhebung der 3% Hürde vor der Europawahl. Ein Scheitern bei der Europawahl würde dieser Partei endgültig die Rest geben. Natürlich haben andere Parteien nicht mehr die Werte wofür sie ursprünglich standen z.B. die SPD mit ihrer Sozialdemokratie und soziale Marktwirtschaft, aber ihr hattet nie sowas in der Art, kein Leitbild etc. Das einzige was wirklich zählt sind Abstimmung und egal ob die jedes Mal anderes ausfallen. Ich stimme für BGE aber für arbeitslose Vorstandsmitglieder gibt es kein zusätzliches Geld. Ich will Liquid Democracy aber die Schweizer Volksabstimmung war verkehrt (klar sind einige Ergebnisse nicht schön, aber dann muß man damit auch leben, das ein Volk auch nicht so positiv entscheidet). Ich will eine Verfassung für einen europäisches Superstaat, aber kein Freihandelsabkommen. Was soll eigentlich für eine Politik sein die ihr die ganze Zeit betreibt?! Mit euren Zeitreisen und Zombieangriffe habt ihr das, was man normalerweise an Politik kritisiert, nur noch mehr auf die Spitze getrieben. Die EU braucht nicht noch jemanden im EU Parlament, der/die das nur fortsetzt was ihr auf Landesebene veranstaltet. Welche Leute richtig gut bei den Piraten sind, sind die Realos, die ursprünglichen Piraten, die nicht für eine linksradikale-totalitäre-Spaßpartei stehen, sondern für Inhalt, für Sicherheit (sowohl Privatssphäre als auch auf der Straße) und Fortschritt stehen.

    • Dirk schrieb am

      Die »Politiker anderer Parteien« waren extrem eingeschüchtert, ja. Die blanke Angst auf ihren Gesichtern ist hier zu erkennen: http://www.spiegel.de/fotostrecke/foto-drohne-stuerzt-vor-merkel-ab-fotostrecke-101456-2.html :)

      Genau die Punkte, die Du aufzählst, sind übrigens das Ergebnis einer politischen Abwägung, die sich die PIRATEN nicht einfach machen. Eben kein »Basta«, kein ideologisches Schwarzweiss, nicht monokausal unter irgendeinem »Motto«, sondern Lösungssuche für ein komplexes Optimierungsproblem in sehr, sehr vielen Variablen.

      Das BGE soll sozial absichern, aber eben für alle. Ein Einkommen für Vorstände ist aber eben nicht bedingungslos, weil man zuerst Vorstand werden muss. Ich selbst z.B. stehe der Idee offen gegenüber, aber es gab im Vorfeld der Entscheidung auch vielfältige Gegenargumente: Vielleicht soll ein Salär für Vorstände kein Selektionskriterium sein, ein Vorstandsamt anzustreben. Vielleicht haben viele auch gedacht, dass die PIRATEN finanziell noch nicht in der Lage fühlen, Vorstände zu bezahlen. Auf jeden Fall fand der Vorschlag keine Mehrheit.

      Bei dem Dilemma der Beteiligung sehe ich bei den Piraten zur Zeit zwar keine breite Mehrheit für Liquide Demokratie, aber selbst wenn es sie gäbe: Wir sind sich durchaus bewusst, dass Entscheidung auch immer Information und Beschäftigung voraussetzt. Sind die Informationskanäle durch gezielte und bezahlte Kampagnen verstopft, kommen dann so Entscheidungen wie in der Schweiz heraus. Vielleicht ist die Zurückhaltung vieler Piraten ja genau durch die Erkenntnis der Herausforderung begründet.

      Ganz ähnlich versagt das Schwarzweiss-Muster auch bei Verfassung vs. TTIP: Die Piraten wollen selbstverständlich keine europäische Verfassung, die in Hinterzimmern verhandelt wird, sondern offen und mit viel Bürgerbeteiligung. Deswegen fordern wir ja auch nicht plump eine Verfassung, sondern einen Verfassungskonvent und wir schlagen auch Regeln dafür vor. Regeln, die bei TTIP ebenfalls gelten könnten – wahrscheinlich käme dann auch was vernünftiges dabei heraus, das die Piraten mittragen könnten.

      Geht man also über die plumpe, eindimensionale Sicht durch die erste Brille, die einem in den Sinn kommt hinaus, erweisen sich die angeführten Widersprüche als scheinbar und die Entscheidungen als weise. Deswegen werden wir den Weg weitergehen: In der Sache ernsthaft, aber nie ohne den notwendigen Humor – und auf jeden Fall nach der Devise: #PiratenWirken

  19. Idee schrieb am

    http://m.kspr.com/nationalnews/Drone-pilot-wins-case-against-FAA/21053270_24851746
    „In a David vs. Goliath battle that pitted the Federal Aviation Administration against the operator of a small model airplane, a federal administrative judge has sided with the aircraft’s pilot.
    The judge has dismissed a proposed $10,000 fine against businessman Raphael Pirker, who used a remotely operated 56-inch foam glider to take aerial video…“
    In USA hat R. Pirker ähnliches gemacht. Er flog mit einem Modelflieger ganz nah an Menschen und Sachen heran, machte mit der OnBoard Kamera gewerbliche Aufnahmen, also solche mit denen er sich Geld dazu verdiente und wurde von der dortigen „Flugbehörde“ zu einer Strafe von $ 10.000 Dollar verdonnert. Allerdings hat das Bundesverwaltungsgericht (USA) dies nun abgewiesen. Pirker und wahrscheinlich alle anderen Modelfliegerpiloten auch dürfen nun in gewerblicher Absicht Modelflieger mitsamt Kamera…

  20. Max schrieb am

    Warum nicht massenweise den „Kunstflug“ eines Spielzeugs in 10 Meter Höhe in der Innenstadt deutschlandweit täglich und mehrmals anmelden??

    Die sollen dann sehen, wie weit sie mit ihren Rechtsansichten kommen..

  21. charlymod schrieb am

    Die o.g. Kommentare zeigen sehr eindrucksvoll die Geisteshaltung der Verfasser auf. Ob dies wohl auch Piraten mit dem Herzen sind.
    Wenn z.B. eine A380 in 10m Höhe über Dresden fliegt, gibt das mit Sicherheit ein Problem. Es ist aber nicht nötig den Luftraum für Spielzeug zu reservieren.
    War im übrigen eine tolle Aktion und traf exakt das Thema, was ja nicht generell bei den Piraten der Fall ist.
    In meiner Erinnerung sind noch die Hubschrauberangriffe der Polizei auf Demonstranten in Brockdorf bei denen sich die Leute auf den Boden warfen weil sie von einem Gerät von mehr als einer Tonne angegriffen wurden. Nichts ist den Piloten bei dieser üblen verwerflichen Tat passiert.
    Also ziviler Ungehorsam ist gefragt. Vorgang weiter stressen, vor Gericht bringen und die Lächerlichkeit aufzeigen und vielleicht hernach zahlen.

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