Offener Brief von Juri Andruchowytsch zur Lage in der Ukraine

CC-BY 2.0 von Oxlaey.com

Liebe Freunde
und vor allem liebe Journalisten und Presseredakteure im Ausland!

Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch berichtet in einem offenen Brief über die Lage in der Ukraine und bittet um die Verbreitung desselben.

In diesen Tagen erhalte ich von euch sehr viele Fragen und Bitten, die aktuelle Situation in Kiew und in der Ukraine im allgemeinen darzustellen und nach Möglichkeit eigene Zukunftsvision mindestens für die nächste Zeit zu formulieren. Da ich einfach nicht im Stande bin, an jede von euren Zeitschriften einen ausführlichen analytischen Beitrag zu verfassen, habe ich beschlossen, mich kurz an euch zu wenden, damit jeder von euch die Informationen hier je nach dem Bedarf verwenden kann. Die wichtigsten Informationen, die ich hier mitzuteilen habe, sind folgende.

In nicht einmal vier Jahren seiner Amtszeit hat Janukowytsch die Situation im Staat und in der ukrainischen Gesellschaft bis zum äußersten Spannungsgrad zugespitzt. Noch schlimmer – er hat sich selber in eine Sackgasse getrieben, da er in dieser Situation ewig an der Macht bleiben soll und auch seine Macht mit jeglichen Mitteln aufrechterhalten will. Sonst beginnt für ihn eine rigorose kriminelle Verantwortung. Die Ausmaße von Diebstahl und Unterdrückung übersteigen alle Vorstellungen von menschlicher Gier.

Die einzige seit über zwei Monaten von dem Regime angewendete Antwort auf die friedlichen Proteste ist die eskalierende Gewalt, die man als eine Art „kombinierte“ Gewalt bezeichnen kann: einerseits erfolgen Angriffe der Polizeieinheiten auf den Majdan, andererseits werden oppositionelle Aktivisten und die einfachen Teilnehmer der Protestaktionen einzeln verfolgt (Beschattung, Prügeln, Anzünden von Autos und Häusern, Einbrüche in Wohnungen, Verhaftungen, Rollbände der Gerichtsprozesse).

Wer die Piraten in der Ukraine moralisch unterstützen will, der kann hier herausfinden, wie. Ein einfaches Telefon mit Kamera reicht dazu aus. Helft mit! Die Menschen da sind wirklich nicht zu beneiden und ihr könnt helfen.

Einschüchterung wird zum Schlüsselwort. Da die Einschüchterungen keine Wirkung zeigen und die Menschen immer zahlreicher protestieren, greift die Regierung zu immer brutaleren Repressalien. Eine gesetzliche Basis für die Repressalien wurde am 16. Januar geschaffen, als die vom Präsidenten voll und ganz abhängigen Abgeordneten mit allen erdenklichen Reglements-, Tagesordnungs- , Abstimmungsprozedur- und Grundgesetzverletzungen mit dem Händeheben (!) höchstens paar Minuten lang (!) eine ganze Reihe von Gesetzesänderungen verabschiedet haben, die das Land mit Sicherheit in eine Diktatur und einen Ausnahmezustand führen, auch wenn der Ausnahmezustand gar nicht verhängt wird.

Während ich, um nur ein Beispiel anzuführen, diese Zeilen schreibe und weiterleite, kann ich gleich nach mehreren Artikeln vor Gericht erscheinen: für „Verleumdung“, „Aufwiegeln“ u.ä. Mit einem Wort: werden diese „Gesetze“ anerkannt, kann jeder behaupten, in der Ukraine sei alles verboten, was durch die Regierung nicht erlaubt ist.
Und die Regierung gibt ihr Erlaubnis nur für das Eine: den unbedingten Gehorsam der Regierung gegenüber. Die ukrainische Gesellschaft konnte sich mit solchen „Gesetzen“ nicht zufrieden geben, deshalb begannen schon wieder am 19. Januar die Massenproteste, in denen es um die Zukunft des Landes geht.

Heute kann man in TV-Nachrichten aus Kiew Protestierende in unterschiedlichsten Helmen und in Gesichtsschutzmasken sehen, manchmal halten sie Holzknüppel in den Händen. Sie dürfen nicht glauben, dass Sie „Extremisten“, „Provokateure“ oder „Rechtsradikale“ vor sich haben. Sowohl ich wie auch alle meine Freunde erscheinen nun zu den Kundgebungen in solcher Ausrüstung. So schnell sind wir – ich, meine Frau, meine Tochter, meine Freunde – zu Extremisten geworden.

Wir haben keinen anderen Ausweg, unser Leben und unsere Gesundheit zu verteidigen. Auf uns zielen die Kämpfer der Polizeieinheiten, unsere Freunde werden von ihren Scharfschützen getötet. Die Zahl der Protestierenden, die allein im Regierungsviertel in den letzten zwei Tagen getötet wurden, beträgt nach unterschiedlichen Angaben zwischen 5 und 7 Personen. Die Verschollenen in ganz Kiew zählt man bereits in Dutzenden. Wir können mit den Protesten nicht aufhören, weil das bedeuten würde, wir nehmen unser Land als ein lebenslanges Gefängnis in Kauf.
Die jungen Ukrainer, die postsowjetischen Generationen, vertragen keine Diktatur mehr. Wenn die Diktatur siegt, muss Europa mit der Perspektive rechnen, ein Land wie Nordkorea an der europäischen Ostgrenze zu bekommen. Außerdem wird das für Europa eine Flut von Flüchtlingen zwischen 5 und 10 Millionen bedeuten.

Ich möchte niemanden erschrecken. Unsere Revolution ist die Revolution der Jugend. Und diesen nicht erklärten Krieg führt die Regierung vor allem gegen die Jugend. Mit der nächtlichen Dunkelheit erscheinen auf den Kiewer Straßen undefinierte Menschengruppen „in Zivil“. Sie machen hauptsächlich Jagd auf die jungen Menschen, die kleine Abzeichen oder Markierungen des Majdans oder der EU tragen. Die Jugendlichen werden gefasst, in Wälder gebracht, nackt ausgezogen und im harten Frost gefoltert. Ist es Zufall, dass junge Künstler– Theaterdarsteller, Maler, Dichter – auffallend oft Opfer dieser Überfälle werden?
Man gewinnt den Eindruck, dass im Lande etwas wie „Todesschwadronen“ walten, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Besten auszurotten. Und noch ein bemerkenswertes Detail: in den Kiewer Krankenhäusern werden den protestierenden Verletzten Polizeifallen gestellt. Die Protestierenden (ich muss das noch einmal betonen: die verletzten Protestierenden!) werden in Krankenhäusern gefasst und zu Verhören an unbekannte Orte gebracht. Sogar für die zufälligen Opfer einer Polizeigranate ist es gefährlich geworden, einen Arzt aufzusuchen. Die Ärzte zucken die Achseln und liefern ihre Patienten den sogenannten „Rechtsschützern“ aus.

Zusammenfassend möchte ich sagen: in der Ukraine geschehen massenhaft Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und die Verantwortung für die Verbrechen trägt die jetzige Staatsmacht. Wenn man hier von Extremisten spricht, kann das nur auf die Staatsmacht zutreffen. Und nun zu den beiden traditionell kompliziertesten Fragen: ich weiß nicht, was weiter geschieht, so wie ich nicht weiß, was Sie heute für uns tun könne. Sie können immerhin diesen Artikel hier weiterleiten und publizieren. Was noch? – Seid in Gedanken bei uns. Denkt an uns. Wir werden auf jeden Fall siegen, wie grausam die da auch vorgehen mögen. Die Ukrainer verteidigen heute buchstäblich mit eigenem Blut die europäischen Werte einer freien und gerechten Gesellschaft. Und meine Hoffnung besteht darin, dass Sie das zu schätzen wissen.

 


Englisch Translation:

Dear friends,
especially foreign journalists and editors,

These days I receive from you lots of inquiries requesting to describe the current situation in Kyiv and overall in Ukraine, express my opinion on what is happening, and formulate my vision of at least the nearest future. Since I am simply physically unable to respond separately to each of your publications with an extended analytical essay, I have decided to prepare this brief statement which each of you can use in accordance with your needs.

The most important things I must tell you are as follows.

During the less than four years of its rule, Mr. Yanukovych’s regime has brought the country and the society to the utter limit of tensions. Even worse, it has boxed itself into a no-exit situation where it must hold on to power forever—by any means necessary. Otherwise it would have to face criminal justice in its full severity. The scale of what has been stolen and usurped exceeds all imaginination of what human avarice is capable.

The only answer this regime has been proposing in the face of peaceful protests, now in their third month, is violence, violence that escalates and is “hybrid” in its nature: special forces’ attacks at the Maidan are combined with individual harassment and persecution of opposition activists and ordinary participants in protest actions (surveillance, beatings, torching of cars and houses, storming of residences, searches, arrests, rubber-stamp court proceedings). The keyword here is intimidation. And since it is ineffective, and people are protesting on an increasingly massive scale, the powers-that-be make these repressive actions even harsher.

The “legal base” for them was created on January 16, when the Members of Parliament fully dependent on the President, in a crude violation of all rules of procedure and voting, indeed of the Constitution itself, in the course of just a couple of minutes (!) with a simple show of hands (!) voted in a whole series of legal changes which effectively introduce dictatorial rule and a state of emergency in the country without formally declaring them. For instance, by writing and disseminating this, I am subject to several new criminal code articles for “defamation,” “inflaming tensions,” etc.

Briefly put, if these “laws” are recognized, one should conclude: in Ukraine, everything that is not expressly permitted by the powers-that-be is forbidden. And the only thing permitted by those in power is to yield to them.

Not agreeing to these “laws,” on January 19 the Ukrainian society rose up, yet again, to defend its future.

Today in television newsreels coming from Kyiv you can see protesters in various kinds of helmets and masks on their faces, sometimes with wooden sticks in their hands. Do not believe that these are “extremists,” “provocateurs,” or “right-wing radicals.” My friends and I also now go out protesting dressed this way. In this sense my wife, my daughter, our friends, and I are also “extremists.” We have no other option: we have to protect our life and health,as well as the life and health of those near and dear to us. Special forces units shoot at us, their snipers kill our friends. The number of protesters killed just on one block in the city’s government quarter is, according to different reports, either 5 or 7. Additionally, dozens of people in Kyiv are missing.

We cannot halt the protests, for this would mean that we agree to live in a country that has been turned into a lifelong prison. The younger generation of Ukrainians, which grew up and matured in the post-Soviet years, organically rejects all forms of dictatorship. If dictatorship wins, Europe must take into account the prospect of a North Korea at its eastern border and, according to various estimates, between 5 and 10 million refugees. I do not want to frighten you.

We now have a revolution of the young. Those in power wage their war first and foremost against them. When darkness falls on Kyiv, unidentified groups of “people in civilian clothes” roam the city, hunting for the young people, especially those who wear the symbols of the Maidan or the European Union. They kidnap them, take them out into forests, where they are stripped and tortured in fiercely cold weather. For some strange reason the victims of such actions are overwhelmingly young artists—actors, painters, poets. One feels that some strange “death squadrons” have been released in the country with an assignment to wipe out all that is best in it.

One more characteristic detail: in Kyiv hospitals the police force entraps the wounded protesters; they are kidnapped and (I repeat, we are talking about wounded persons) taken out for interrogation at undisclosed locations. It has become dangerous to turn to a hospital even for random passersby who were grazed by a shard of a police plastic grenade. The medics only gesture helplessly and release the patients to the so-called “law enforcement.”

To conclude: in Ukraine full-scale crimes against humanity are now being committed, and it is the present government that is responsible for them. If there are any extremists present in this situation, it is the country’s highest leadership that deserves to be labeled as such.

And now turning to your two questions which are traditionally the most difficult for me to answer: I don’t know what will happen next, just as I don’t know what you could now do for us. However, you can disseminate, to the extent your contacts and possibilities allow, this appeal. Also, empathize with us. Think about us. We shall overcome all the same, no matter how hard they rage. The Ukrainian people, without exaggeration, now defend the European values of a free and just society with their own blood. I very much hope that you will appreciate this.

Yuri Andrukhovych.

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Kommentare

9 Kommentare zu Offener Brief von Juri Andruchowytsch zur Lage in der Ukraine

  1. macheMirdieWeltwieSiemirGefällt schrieb am

    Heute kann man in TV-Nachrichten aus Kiew Protestierende in unterschiedlichsten Helmen und in Gesichtsschutzmasken sehen, manchmal halten sie Holzknüppel in den Händen. Sie dürfen nicht glauben, dass Sie „Extremisten“, „Provokateure“ oder „Rechtsradikale“ vor sich haben. Sowohl ich wie auch alle meine Freunde erscheinen nun zu den Kundgebungen in solcher Ausrüstung. So schnell sind wir – ich, meine Frau, meine Tochter, meine Freunde – zu Extremisten geworden.

    LOL 14 88 und White Power auf Schild im Zentrum der Proteste, die Fahnen der rechten Partisanen und Leute aus dem Svoboda Umfeld mit „Holzknüppel(n) in den Händen“ + entsprechende Reden waren alles Einbildung:
    Das sind gar keine „Rechtsradikalen“.

    Warum ergreift ihr Partei für gewaltätige Proteste nationalistischer Gruppen gegen ne gewählte Regierung?

    • Dirk schrieb am

      Unsere Sichtweise der Dinge kannst Du in unserer Pressemeldung vom 27.1. lesen. Dort heißt es zum Beispiel: »Denn sowohl Regierung als auch Opposition agieren in einem korrupten System, und die Proteste drohen überdies von extremen Nationalisten unterwandert zu werden.«

      • wieSiemirGefällt schrieb am

        Beispielsweise Svoboda hat von Anfang an -im Bündnis mit den Anderen – zu den Protesten aufgerufen. Das war offiziell, gut sichtbar und keine „Unterwanderung“.

        Ist ungefähr so, wie gemeinsam mit der NPD zu ner Demonstration aufzurufen und hinterher zu behaupten, sie sei in Gefahr von „extremen Nationalisten“ unterwandert zu werden.

        Auch die anderen Parteien, die zu den Protesten aufgerufen haben sind eher extremer, was ihren Nationalismus angeht.

        In der PM steht das Gebot der Stunde sei „Pressefreiheit und Gewaltlosigkeit“.
        Im „Offenen Brief“ mit dem ihr euch hier solidarisiert steht was, von ner Bewaffnung mit Knüppeln.
        Das ist nicht konsistent, unstimmig.
        Gewaltlos mit Knüppeln passt nicht.

        • Dirk schrieb am

          Jurij ruft in seinem »Offenen Brief« nicht zur Gewalt auf. Und er betont: »Wir haben keinen anderen Ausweg, unser Leben und unsere Gesundheit zu verteidigen.« Insofern scheint der Aufruf zur Gewaltlosigkeit in der Pressemeldung jedenfalls nicht ohne Anlass zu sein.

          • JackFou schrieb am

            Wenn du protestieren gehst und erlebst wie andere Protestierende von Scharfschützen erschossen, von Polizisten zu Tode gehetzt, von Schlägerbanden verprügelt und aus dem Krankenhaus entführt werden, würdest du dir dann nicht auch eventuell einen Holzknüppel und eine Gesichtsmaske zulegen?
            Ist jemand, der sein Leben oder zumindest seine Gesundheit bedroht sieht, weil er für seine Meinung eintritt und sich entsprechend wappnet automatisch wie ein Extremist?
            Ich würde sagen in dem Fall haben die Regierungen gewonnen, die Protestierende als „Terroristen“ bezeichnen.

            Gewaltlosigkeit funktioniert nicht nur von einer Seite und Juri ist nicht Gandhi.

            • machemirdieweltwiesiemirgef schrieb am

              Selbstverständlich sind das Extremisten. Wer gegen die Staatsform und die gewählte Regierung ist, ist ein Extremist. Das ist die Definition von Extremismus.

              Die Proteste waren von Anfang an keine friedlichen Proteste. Es wurde öffentlich zum Sturz der Regierung aufgerufen und mit Gewalt gedroht für den Fall das diese nicht zurücktritt.
              Die Leute waren und sind bewaffnet und haben Polizisten angegriffen und z.B. angezündet.
              Bereits zu Beginn waren paramilitärische Gruppen zu sehen, die als „Terroristen“ bezeichnet werden können.

              Die Protestierenden pauschal als Opfer der „bösen Regierung“ darzustellen ist eine einseitige Sichtweise. Selbstverständlich muss niemand automatisch protestieren und schon gar nicht mit Knüppeln. Das sind Entscheidungen und kein alternativloses Naturgesetz.

              Mit der Annahme das Gewaltfreiheit nicht einseitig sein könne lässt sich jede Art von Gewalt rechtfertigen, weil „die Anderen“(tm) einem eben angeblich keine Wahl lassen würden.
              So könnte auch argumentiert werden die ukrainische Regierung müsse leider den Protest gewaltsam beenden, weil die Opposition ihr keine Wahl lasse. Das geht in Beide Richtungen.

              Es ist mir gleichgültig ob „die“ Regierungen „gewonnen“ haben. Habe nichts gegen „die Regierungen“. Im übrigen geht „Propaganda“ von verschieden Stellen aus. Möglicherweise auch von deutschen Stiftungen, sagten zumindest Medienberichte.

              Das Handeln der ukrainischen Regierung in Bezug auf Menschenrechte hätte auch kritisiert werden können, ohne für die Opposition Partei zu ergreifen. Dieses ist von Seiten der Piratenpartei nicht geschehen. Stattdessen findet sich unkommentiert „Propaganda“ von Teilen der Opposition.

              Hatte lediglich darauf hingewiesen dass sich die Behauptung einer Abwesenheit „Rechtsextremer“ nicht mit meinen Beobachtungen deckt. Des weiteren ist es aus meiner Sicht begründungsbedürftig, wenn einerseits von einer Parteinahme für „Gewaltlosigkeit“ gesprochen wird und andererseits Leuten unkommentiert das Wort gegeben wird, die offensichtlich nicht gewaltlos, weil sie den eigenen Angaben nach mit Knüppeln bewaffnet, sind.
              Das passt nicht zusammen.

              Es wäre interessant zu wissen ob die im Brief behaupteten Fakten vor der Veröffentlichung geprüft worden sind und mit welcher Begründung die Piraten für die Opposition in der Ukraine Partei ergreifen.

              • JackFou schrieb am

                Ich dachte immer Extremisten wären Menschen, die sich am äußersten Rand eines postulierten politischen Spektrums befänden. Danke für die Aufklärung.
                Wie nennt man dann eigentlich Regierungsmitglieder, die demokratiefeindliche Gesetze erlassen und brutale Polizeigewalt gegen die eigenen Bürger veranlassen?

                Ich weiß nicht, ob du selbst vor Ort warst – Phrasen wie „dass sich […] nicht mit meinen Beobachtungen deckt“ lesen sich wie ein Bericht aus erster Hand. Ich muss also davon ausgehen, dass du an Tag 1 der Proteste dort warst und rechtsextreme Randalierer gesehen hast, welche ausländische Photographen Journalisten nicht sahen oder nicht sehen wollten?Ansonsten würde mich interessieren auf welche Quellen du dich stützt.

              • machemirdieweltwiese schrieb am

                Tut mir leid. Auf einer persönlichen Ebene möchte ich nicht diskutieren.
                Benutze bitte eine Suchmaschine, wenn dich die Thematik weitergehend interessiert(z.B.: „Rechtsextremismus“, „Ukraine“, „Maidan“). Bin raus.

              • JackFou schrieb am

                Das muss ich dann wohl so akzeptieren.
                Dann würde ich aber darum bitten auf Aussagen wie „meine Beobachtungen“ zu verzichten, wenn es lediglich um das Asuwerten von Quellen aus 2. und 3. Hand geht.
                Ich habe versucht mich nach bestem Wissen und gewissen umfassend zu informieren.
                Niemand bestreitet ernsthaft, dass es untern den Protestiernenden in der Ukraine Rechtsradikale und Neonazis gibt.
                Ich habe jedoch keinen Grund zu der Annahme gefunden, dass es sich dabei um mehr als einige hundert bis tausend Individuen unter hundertrausenden(!) Protestierendenden handeln könnte.
                Sprich die überwältigende Mehrheit derer, die auf den Straßen und Plätzen demonstrieren, sind keine Rechtsextremen.
                Die Proteste scheinen auch über Wochen bis Monate hin tatsächlich friedlich verlaufen zu sein, bis die Stimmung dann aus einer Reihe von Gründen gekippt ist und die Proteste zu einem Spielplatz für Krawallmacher wurden.

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