Herzlichen Glückwunsch, Georg!

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei freut sich für Georg Wurth, den Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbandes. In einer Fernsehshow trat er mit der Vision an, den Cannabis-Konsum zu legalisieren und Cannabis als Medizin zu etablieren. Die Zuschauer belohnten diesen Einsatz und wählten ihn zum Gewinner der Show. Damit ist Georg – und mit ihm der Hanfverband – um eine Million Euro reicher. Herzlichen Glückwunsch, Georg!

Weltweit setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Verbotspolitik des letzten Jahrhunderts fehlgeschlagen ist. Das organisierten Verbrechen konnte profitieren und Konsumenten wurden schleichend durch verschmutzte Substanzen vergiftet – aber das gewünschte Ergebnis, die Verringerung von Angebot und Nachfrage an, als »illegal« erklärten, Drogen wurde nicht erreicht. Bereits 2011 setzte sich eine Expertenkommission der UNO dafür ein, »der Kriminalisierung, Ausgrenzung und Stigmatisierung von Menschen, die Drogen konsumieren, aber anderen keinen Schaden zufügen, ein Ende [zu] setzen«. Mutige Vorreiter wie die Niederlande und Portugal hatten schon lange bewiesen, dass der befürchtete Anstieg des Drogenkonsums nach einer Legalisierung ausbleibt. Im letzten Jahr haben mehrere US-amerikanische Bundesstaaten und Uruguay Cannabis praktisch völlig legalisiert.

Auch auf europäischer Ebene wurde die weitestgehend auf Repression fußende »Drogenstrategie 2005-2012« der EU-Kommission von einer Expertengruppe untersucht und als zu leicht befunden: »There is no evidence that the EU drugs situation has unequivocally improved over the period of the EU Drugs Strategy.« Natürlich hat dieses vernichtende Ergebnis nicht zu einer radikalen Reform der »Europäischen Drogenstrategie« geführt, sondern zu einer bloßen Fortschreibung des Auslaufmodells.

Die Piraten fordern in ihrem Europawahlprogramm, dass diese »Strategie« zu einer akzeptierenden und menschenwürdigen europäischen Drogen- und Suchtpolitik umgestaltet und weiterentwickelt wird. Bisher leider vergebens. Und auch im Deutschen Bundestag wird von der 80-Prozent-Koalition sicherlich keine kraftvolle Erneuerung ausgehen, wie zuletzt die Ernennung einer im Thema weitgehend unerfahrenen und stockkonservativen Drogenbeauftragten belegte. Dass Cannabis als Medikament vielen Patienten vorenthalten wird, kann da auch nicht mehr wirklich verwundern.

Mit dem Gewinn von einer Million Euro erhält der Deutsche Hanfverband nun die Möglichkeit, in der außerparlamentarischen Oppositionsarbeit neue Impulse zu setzen und seine wichtige Aufklärungsarbeit auszubauen. Wir wünschen ihm dafür alles Gute und werden ihn weiter in seinem wichtigen Anliegen unterstützen.

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Die Piratenpartei setzt sich für eine Legalisierung aller Drogen und für regulierte Abgabestrukturen ein, um die organisierte Kriminalität und die schleichende Vergiftung von Abhängigen zu bekämpfen. Sie nimmt damit in der deutschen Parteienlandschaft eine führende Rolle in fortschrittlicher Drogen- und Suchtpolitik ein. Mehr dazu erfahrt ihr im Parteiprogramm, im Bundestags-Wahlprogramm 2013 und im Europawahlprogramm 2014 der Piratenpartei.

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Kommentare

26 Kommentare zu Herzlichen Glückwunsch, Georg!

  1. Johann schrieb am

    Finde ich super!
    Die Million wird auf jeden Fall Früchte tragen und gut investiert sein!!!
    Wenn es dadurch zu einer Legalisierung kommt wird die Justiz entlastet, also der Steuerzahler
    zahlt nicht so viel für die sinnlose Verfolgung und das Polizeipersonal kann sich auf wirklich kriminelle Taten konzentrieren. Außerdem werden die Konsumenten (die Konsumentenzahl wird nicht zunehmen) weniger geschädigt, durch wegfallen der Streckmittel.
    Danke das Georg Wurth gewählt wurde! Hammer!

  2. Andreas schrieb am

    Wie sinnlos. Anstatt das Geld einer Stiftung zur Verfügung zu stellen, wird es für sinnlose Drogenarbeit auf dem Weg zur (hoffentlich) niemals eintretenden Legalisierung verschwendet werde. Welch Misswahl.

    • kfc schrieb am

      Wie überhaupt nicht sinnlos.
      Sinnlos ist jährlich Milliarden für die Strafverfplgung eines opferlosen Verbrechens zu verschleudern, während man Millionen durch Steuern einnehmen könnte.

      Dazu gehört über die herrschende Doppelmoral endlich mal aufgeklärt. An den Folgen ihres Alkoholkonsums sterben jährlich alleine in Deutschland 70000 Menschen. An THC ist noch niemand gestorben.
      Auch die Mär von der Einstiegsdroge ist schon lange wiederlegt.
      Trotzdem ist in unserer Gesellschaft besaufen vollkommen annerkannt, das bei weitem weniger schädliche Kiffen (Sozial, Körperlich und Volkswirtschafftlich) allerdings verpönt.
      Das Ergebnis von 50 Jahren Propaganda.
      Einige Leute, wie z.B. der Andreas hier, sind offensichtlich nicht in der Lage sich selbst zu informieren. Georg, hier musst du ansetzen, mach was draus.

      • JackFou schrieb am

        Ich wohne übrigens selbst seit einiger Zeit in den Niederlanden und trotz der de-facto Legalisierung von Cannabis findet man hier nicht an jeder Ecke 10 Kiffer. Überraschend nicht wahr?
        Zur Einstiegsdroge: Das hängt davon ab wie man Einstiegsdroge definiert. Es stimmt, dass die überwältigende Mehrheit der Konsumenten von harten Drogen zuvor auch Cannabis konsumiert hat. Es stimmt allerdings auch, dass die überwältigende Mehrheit der Cannabiskonsumenten nie auf härtere Drogen umsteigt.
        Die allermeisten Drogenkarrieren fangen also bei Cannabis an. Die allermeisten Dorgenkarrieren enden aber auch dort.

      • Dirk schrieb am

        Anmerkung aus dem Maschinenraum: Hallo Dr.D, auch wenn der Kommentar von Andreas keinerlei Argumente enthält – Beleidigungen müssen nicht sein. Daher kann ich Deinen anderen Kommentar nicht freischalten.

    • david schrieb am

      nahezu jeder chemische wirkstoff hatt verhärende nebenwirkungen auf unseren körper ! tetrahydrocanabinol und cannabidiol würden hunderte schädliche medikamente ablösen. alein in deutschland würden die mächtigen pharma konzerne milliarden verluste machen! aufklärung darüber ist dringend notwendig. denn nur dann können wir gegen die wahren drogen „alkohol,tabak,chemie“ und die damit verstrickten „top politiker“ in diesem land vorgehen. piraten macht weiter so, wir finden euch spitze !!!

      • JackFou schrieb am

        Mach dich bitte mal schlau, was „chemischer Wirkstoff“ bedeutet. Alles, wirklich alles ist Chemie. Auch THC. Selbst die Luft, die du atmest.

  3. thomas schrieb am

    Nach Abzug der Steuern ne gute halbe Million für eine gute Sache

    • M. schrieb am

      …Du bist ein perfekter Unterstützer der organisierten Kriminaliät. Leider hast Du nichts davon und das sei Dir gegönnt. Mit oder ohne Deine Meinung wird nicht mehr oder weniger konsumiert. Danke dass Du trotzdem Steuern zahlst.

  4. Viktor schrieb am

    Herzlichen Glückwunsch :)
    Villeicht verstehen jetzt die Leute das es garnicht so schlimm ist ^^

  5. Joachim Jördens schrieb am

    Herzlichen Glückwunsch.
    Diese von mir nicht erwartete Entscheidung zeigt, dass dieses Land und seine Menschen noch immer für eine Überraschung gut sind.
    Sie ermuntert zur Weiterarbeit und nährt die Hoffnung, dass Information und Aufklärung stärker wirken als platte Propaganda und Hetze.
    Danke an alle die für Georg Wurth und den deutschen Hanfverband gestimmt haben.

  6. Patrick schrieb am

    @Andreas
    Das Geld ist beim DHV mindestens genauso gut aufgehoben, wie bei den Projekten von Michael Fritz und Amadou Yombo Diallo. Welche der folgenden Ziele halten Sie denn für, ich zitiere, „Sinnlos“?:

    1) Schwarzmarkt austrocknen und illegalen Handel beenden.
    2) Kriminalitätsraten senken.
    3) Medizinische Anwendungs- und Forschungsgebiete weiter ausbauen.
    4) Bezahlbare medizinische Versorgung für Hanf-Patienten gewährleisten.
    5) Kinder und Jugendliche schützen, durch Jugendschutzgesetze.
    6) Streckmittel eliminieren, um gefährliche Folgeschäden zu vermeiden.
    7) 530 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr (Konsum).
    8) Repressionskosten in Höhe von 1 Milliarde Euro pro Jahr einsparen.
    9) Etwa 13.500 neue Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft ankurbeln.

    Die repressive Drogenpolitik der Bundesregierung wurde nun jahrzehntelang praktiziert und konnte keinerlei Fortschritte erzielen, stattdessen bewegen wir uns von Jahr zu Jahr weiter zurück. Ich begreife nicht, wie Menschen wie Sie, diese Herangehensweise rechtfertigen und verteidigen können? Ist es Ihnen völlig gleichgültig, dass jedes Jahr 1 Milliarde Euro in die Strafverfolgung von Hanf-Konsumenten investiert wird, obwohl diese Investition rein gar nichts Positives bewirkt? Die Prohibition von Hanf konnte weder den illegalen Handel beenden, noch den Konsum einschränken oder gar verhindern, dementsprechend wurden die Kernziele nie erreicht. Stattdessen schauen wir tatenlos dabei zu, wie der Schwarzmarkt stetig wächst, verzichten auf Alters- und Qualitätskontrollen (Streckmittel) und verfolgen Konsumenten und Patienten, die niemanden schaden und keine Gefahr für die Gesellschaft darstellen.

    Die aktuelle Drogenpolitik, die vor allem von der CDU/CSU vehement verteidigt wird, ist unmenschlich, kontraproduktiv und unverantwortlich. Anstatt Bürger und Jugendliche zu schützen, setzen wir sie den Schwarzmarkt aus und riskieren somit ihre Gesundheit. Illegalen Händlern hingegen werden Sanktionen zugesprochen, wenn sie ihre Kunden mit Streckmitteln vergiften, denn dadurch sinkt der Wirkstoffgehalt, der bei einer Verhandlung Auswirkungen auf das Strafmaß hat.

    Unsere Regierung gestattet 14-Jährigen im Beisein der Eltern den Konsum von Alkohol (Sekt,…), obwohl Alkohol für einen heranwachsenden Organismus extrem schädlich ist. Gleichzeitig verbietet unsere Regierung erwachsenen Personen den Konsum von Hanf (THC/CBD/CBN), obwohl die Wirkstoffe von Hanf für einen ausgewachsenen Organismus bei Weitem weniger schädlich sind. Wie kann es sein, dass wir Kinder sozusagen selbst bestimmen lassen, aber erwachsenen Vorschriften machen und sie ins Gefängnis stecken?

    Die Drogenpolitik in diesem Land trotzt nur so vor Inkompetenz und Ignoranz, so werden wichtige politische Positionen seit Jahren mit Quereinsteigern besetzt, die bereits voreingenommen an die neue Thematik herangehen. Frau Marlene Mortler (CSU) ist beispielsweise unsere neue Drogenbeauftragte, zuvor beschäftigte sie sich mit den Themen Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Bereits wenige Wochen später war sie sich sicher, dass Hanf eine Einstiegsdroge wäre (Mythos) und setzte da an, wo bereits viele zuvor aufgehört haben, mit dem Leugnen alter und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse.

    „Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt, und sie eine Lüge nennt, ist ein Vebrecher!“ (Galileo Galilei)

  7. Klaus schrieb am

    Ausgezeichnet!
    Zu schade, dass die Sendung nicht im Fernsehen ausgestrahlt worden ist! Denn wir müssen alle darüber reden. Omi, Opi, Mami und Papi müssen verstehen, dass es IHRE Kinder, Neffen, Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde sind, die durch den Strafapparat verfolgt werden, und deren Leben mit der Prohibition zerstört wird. Viel schlimmer, als dies je durch Cannabis passieren kann. UND dass auch ihnen ein hochwirksames Medikament vorenthalten wird, das auch ihre Leiden lindern könnte. Rein aus politischen und finanziellen Interessen deren, die an der bisherigen Praxis unbedingt festhalten wollen.

    • Dirk schrieb am

      Das ganze Format war wohl extrem grottig – aber ein Megaeuro für Georg ist doch auch schon mal was. Ich bin ganz sicher, dass wir in nächster Zeit sehr viel über das Thema hören werden.

  8. Joerg Krause schrieb am

    Man muß nicht Fachwissen anzuhäufen um zu sehen, daß Menschen Drogen benutzen oder danach streben.
    Dieser Fingerzeig wird sicher positive Zeichen im Umgang mit Hanf wecken.
    Ich selbst sehe erst hier und jetzt, was offenbar geschehen ist (TV shows? IGITT)
    Mehr als die Million wird auf die Glotzbrigaden sicher wirken , daß ein good boy hier ein persönliches Ideal strikt verfolgt. Da kann man hoffen, daß beim Bierchen fassen, dem Einen oder Anderen eine Zelle oben umkippt, die dann zu ticken beginnt. … “ und es ging langsam voran, wir kamen trotzdem voran, ein Hurra auf die Reise , denn wir kamen glücklich an1″ (Achim Reichel, Shanty Alb´m)

  9. Dr.D schrieb am

    @Andreas,

    Du bist [Beleidigung entfernt], echt lächerlich…

    Einer Stiftung zukommen lassen, wie idiotisch, wozu ?
    Das jeder in Afrika ein Kugelschreiber bekommt ? Und der Vorsitzenden seine Eier im neuen Mercedes schaukelt.!? Lächerlich echt!!!

    Wie wär’s spende doch deinen Monatslohn an eine Stiftung.

    MfG Dr.D.

  10. dana deluxe schrieb am

    Nicht zu vergessen, dass durch eine Legalisierung auch der Anbau von Cannabis Sativa erleichtert würde, gute Kleidung, ausgezeichnetes Dämmmaterial etc.
    Glückwunsch, Georg und Deutscher Hanfverband!

  11. Dirk schrieb am

    Maschinenraum: Der Blogpost wurde mit einem ausführlicheren Text aktualisiert.

  12. Moloko schrieb am

    Cannabis als Medikament ist bereits seit 2011 möglich. Dafür wurde extra das Betäubungsmittelgesetz geändert:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nabiximols

    Allerdings nur für Patienten mit Multipler Sklerose.

    Also die Tränendrückernummer zieht von daher nicht mehr. Da muß man sich etwas Neues einfallen lassen.

    • Dirk schrieb am

      Cannabinoidhaltige Medikamente und der Naturstoff selbst sind leider sehr, sehr weit entfernt davon, als ganz normales Medikament verfügbar zu sein. Durch die – vorsichtig ausgedrückt – idiotische Art der THC-Gewinnung und die geringe Menge, die davon prodiziert wird, sind die Medikamente zudem extrem teuer. So haben die Krankenkassen durchaus ein Interesse daran, die Anzahl der Patienten klein zu halten. Und wenn Patienten die hohen Kosten durch Eigenanbau umgehen wollen, tritte ein interessanter Mechanismus in Kraft: Die Gerichte entscheiden, dass dem Patienten der Eigenanbau nur dann nicht gestattet werden kann, wenn die Krankenkasse die hohen Kosten übernimmt. Und, Zack!, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Aber erst nach vielen Jahren. Die Piraten meinen: So kann man mit Kranken nicht umgehen. Und wir freuen uns, dass Georg Wurth seine Aufklärungsarbeit jetzt mit größerem finanziellen Hintergrund fortführen kann.

  13. Nagid schrieb am

    @Moloko
    Ach und andere Menschen mit ebenfalls schweren Erkrankungen sind egal? Tolle Moral die sie da an den Tag legen… Die Pro-Hanf bewegung ist schon seit Jahren weit mehr als eine „Tränendrückernummer“. Cannabis sollte für JEDEN der eine Krankheit hat, bei welcher Cannabis eine weitaus bessere Wirkung als Chemie zeigt, weitestgehend frei und unproblematisch Erwerbbar sein!

  14. Titus schrieb am

    Ein echt total wichtiges Thema :-( . Gerade in Zeiten der Snowden Enthüllungen oder TTIP usw gibt es doch nix wichtigeres als sich über die Legalität von THC zu unterhalten. Ich denke auch bei den Ponyzüchtern muss dringend mal geklärt werden ob der Einsatz von Brandzeichen da noch legal ist!

    • Dirk schrieb am

      Das Thema mag für Dich nicht wichtig sein – für ca. 13 Mio. kriminalisierter THC-Konsumenten in Europa ist es wichtig. Ebenso für vielen Patienten, denen ihr Medikament vorenthalten wird. Und da soll eine politische Partei wort- und tatenlos danebenstehen?

      Die Piraten sind keine ein-Themen-Partei und können sich um mehrere Dinge gleichzeitig kümmern. Auch um TTIP. In der Tat haben wir in Bochum eine deutliche Ablehnung von TTIP in unser Europawahlprogramm aufgenommen und sind dem Bündnis „TTIP-Nein danke!“ assoziiert. Wir setzen uns weiterhin aktiv dafür ein, das TTIP ein Thema bei bundesweiten Kundgebungen im Vorfeld der Europawahl wird.

      Deine Bemerkung zu den Brandzeichen finde ich geschmacklos.

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