Transparente Verwaltung: PIRATEN machen Telefonlisten von Jobcentern öffentlich

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei Deutschland veröffentlicht heute Telefonlisten mit den Durchwahlnummern der Sachbearbeiter von über 130 Jobcentern in Deutschland. Damit setzt sie das Transparenzprojekt von Harald Thomé fort. Thomé selbst konnte das Kostenrisiko für Rechtsverfahren nicht mehr tragen, die ihm von mehreren Jobcentern angedroht wurden. Er entschied sich daher am 8. Januar 2014, das Projekt aufzugeben.

»Alle Informationen, die Harald Thomé jemals veröffentlicht hat, haben ihm die Jobcenter aufgrund des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) aushändigen müssen. Und sie müssten sie auf Nachfrage auch jedem anderen herausgeben. Der Versuch, ihm die direkte Weitergabe der Dokumente zu verbieten, macht doch überhaupt keinen Sinn. Das sind freie Informationen, und es ist ein Unding, dass hier noch eine rechtliche Grauzone konstruiert wird. Deswegen übernehmen wir diese Veröffentlichung, denn als Partei können wir den Einschüchterungsversuchen von Jobcentern gelassener entgegentreten als Herr Thomé als Einzelperson«, erklärt Thorsten Wirth, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

»Jobcenter sind Behörden der sozialen Grundsicherung. Wieso können sich die Sachbearbeiter – die sich ja sogar Kundenberater nennen – dann hinter einer unpersönlichen Callcenter-Rufnummer verstecken? Wer diese Nummer nutzt, muss auf einen Rückruf oft lange warten. Unkompliziert und hilfreich? Fehlanzeige! Diese Verschleierungspolitik ist für die Betroffenen entwürdigend, und die Aggressivität, mit der Jobcenter sie verteidigen, entbehrt nicht nur der rechtlichen Grundlage – sie ist auch zutiefst unmoralisch«, ergänzt Thomas Küppers, Themenbeauftragter für Soziales der Piratenpartei Deutschland.

»Wenn Behörden Informationen nach dem IFG ohnehin herausgeben müssen, dann kann es doch nicht sein, dass sie jeder einzelne Bürger mühsam erfragen und teilweise einklagen muss. Stattdessen müssen die Behörden diese Informationen grundsätzlich maschinenlesbar, in offenen Formaten und für jede Art der Nutzung frei über das Internet bereitstellen – durchaus auch in eigenem Interesse«, erklärt Anke Domscheit-Berg, Europalistenkandidatin der Piraten und Expertin für Open Government und Open Data.

Quellen:

[1] Aktionsseite zum Thema auf Website der PIRATEN: https://www.piratenpartei.de/aktionen/telefonlisten-jobcenter/
[2] Ausstiegserklärung von Harald Thomé: http://www.harald-thome.de/media/files/Ausstiegserkl-rung-8.1.2014End.pdf
[3] Urteil des VG Leipzig zur Offenlegung: http://www.harald-thome.de/media/files/Urteil-VG-Leipzig-zu-IFG-21.01.2013.pdf
[4] Telefonlisten im Wiki: https://wiki.piratenpartei.de/Telefonlisten_Jobcenter

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Kommentare

85 Kommentare zu Transparente Verwaltung: PIRATEN machen Telefonlisten von Jobcentern öffentlich

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  1. Harry schrieb am

    Hallo,
    wir finden es toll das Ihr diesen Schritt geht und wir sind selber dabei das auf einem ausländischen Server zu spiegeln.

    LG

    • Tobias Claren schrieb am

      Was für Drohungen gab es denn gegen den Herrn Thome?
      Wie macht man sich die Jobcenter zum Feind? Die Klage gegen Antenne Hessen wegen Nennung des Jobcenter und einer „Frau S.“ war schon peinlich. Ich hätte die Frau mit vollem Namen genannt…

      Gibt es da eine Liste mit Streitfällen.
      Das veröffentlichen der erstrittenen Liste kann es ja wohl nicht sein.
      Wer sie durch ein Urteil erhält, darf sie ja wohl auch weitergeben.

      Wie viele JC gibt es denn? Werden sie noch vervollständigt?

      Ist die Liste in einem Listenformat dass sich leicht nutzen lässt?

      Idee:
      Eine Webseite wie Spickmich.de auf Basis dieser Telefonliste für JC-Angestellte erstellen.
      Die „Kunden“ können da ihre „Sachbearbeiter“ benoten, und ihre Erlebnisse schildern.
      Laut Urteil müssen sich Lehrer benoten lassen, das gilt also auch für Sachbearbeiter der Jobcenter.
      Die Piratenpartei sollte so eine Seite betreiben, so wie die Piratenpartei Schweden „ThePirateBay“ hostete.
      Grundsätzlich nichts gegen TPB, aber DAS wäre wirklich politisch.
      Das wäre besser als diese Aktion hier. Oder eine wenigsten eine Fortsetzung.

      Mit so einer Webseite „im Nacken“ könnte sich das Verhalten der Sachbearbeiter positiv verändern.
      Mit jeder Bewerung und jedem Erlebnisbericht würde sich unter ihrem Klarnamen eine Art „Zeugnis“ entwickeln.
      Mit den „Marc“ dieses Landes darf man dabei kein Mitleid haben. DIe machen das Freiwillig. Sie können jederzeit fristgerecht kündigen. Es ist absolut irrelevant wie die selbst behandelt werden, eds zählt wie sie sich verhalten. der „Schießbefehl“ war auch keine Entschudligung, oder?

      Gäbe es so eine Seite, sollte es auch eine „Präsentsationsansicht“ der Webseite geben.
      Ähnlich der speziellen Ansicht für mobile Darstellung würden hier die Einträge zur Präsentation gut lesbar auch aus Metern Entfernung dargestellt.
      Z.B. hinter einem Schaufenster (einer Partei-Zweigstelle), auf eine Wand gebeamt (durch/von Piraten), oder aber auch auf Monitore wie alte Notebooks, gebrauchte Billgtablets (Android-App mit der Präsentationsansicht) usw. hinter der Autoscheibe.
      So würde man diese Daten einem großen Zuschauer bzw. Passantenkreis zugänglich machen.
      Sie erst darauf Aufmerksam machen.
      Daheim können sie ja dann die Webseite lesen. Egal ob als „Kunde“ oder jeder Andere (aus Interesse).

      Man könnte auch einen Flyer der weit sichtbar für die Webseite wirbt ausdrucken, und hinter die eigene Autoscheibe kleben.
      Das kann jeder ohne technischen Aufwand.

      @ Andreas

      Die PP setzt sich für den Datenschutz von PRIVATpersonen ein.
      Ein Polizist im Dienst (den man auch fotografieren und das Foto veröffentlichen darf) oder eben eine JC-Drohne hat genau so wenig Recht auf Anonymität wie die Lehrer die sich mit Klarnamen auf Spichkmich.de benoten lassen müssen. Da steht auch der Klarname und die Schule.
      Das sollte es auch für JC-Drohnen geben. Und Polizisten haben da auch keinen Sonderstatus.
      Eine Webseite wie http://www.RateMyCop.com für Deutsche Polizisten wäre nicht schlecht.

      Was die Kritiker hier angeht, die behaupten die Veröffentlichung würde/könnte „im schlimmsten Fall direkt zu einer Verschlechterung der Lebenssituation einzelner Menschen führen“, die sollten mit so einer Webseite ja keine Probleme haben.
      Zumindest nicht auf der Schiene „der Verschlechterung der Lebenssituation für einzelne Menschen“.

      • ein enttäuschter "Kunde" schrieb am

        Das Jobcenter Braunschweig hat seit ein paar Wochen sämtliche Telefonnummern geändert. Egal welche Nummer man auch aus der von Euch verööfentlichten Liste man anwählt, man kommt nur bis zur Info.

        Aus unbestätigten Quellen hörte ich das es aus folgendem Grund geändert wurde.

        Die Mitarbeiter des JC Braunschweig wollen nicht dauernd von Kunden gestört werden.

        Auch über die Infozentrale werden keine Durchwahlen zu den MA’s weitergegeben.

  2. Heinrich Rode schrieb am

    Moin,

    bei Eurer letzten Quelle (4 Telefonlisten) ist eine falsche URL verlinkt.

  3. Krömer schrieb am

    Was ich tun würde wüsste ich: jeden Arbeitsunwilligen der mich direkt anruft sofort abweisen bzw. mit dem Hinweis auf eine Sammelnummer auflegen.

    • Entgegen vieler anderer Behörden und Service-Leister ist die freiwillige Kontaktaufnahme mit einem Jobcenter ohne Not wohl eher nicht zu erwarten. Die Sorge vor Überlastung der Telefone hat es in den ersten 8 Jahren Hartz IV nicht gegeben.

      Wenn ein akutes Anliegen vorliegt, sollte die Erreichbarkeit sichergestellt sein.
      Callcenter können dies nicht leisten.
      http://www.beispielklagen.de/IFG061.html#Testanruf

    • Ein Mensch schrieb am

      Herr Krömer, Telefongespräche nicht annehmen zu wollen, ist eine Arbeitsunwilligkeitserklärung.

    • Erich Mielke schrieb am

      wwie kommst du darauf, dass dir das gut bekommen würde, als Sachbearbeiter?

      das einzige was zum Vorschein tritt, ist deine Unkenntnis
      §§ 40 Abs. 1 S. 1 SGB II, § 9 SGB X, § 37 S. 1 SGB I, § 37 Abs. 1 SGB II

      und wenn du das alles beachtest,, kommst du zu der Erkenntnis!

      Der Antrag ist an keine Form gebunden (§9 SGB X),
      als Antragstellung gilt jede schriftliche, mündliche oder fernmündliche Erklärung, die erkennen lässt, dass Leistungen begehrt werden. Die Leistungsträger sind verpflichtet, den wirklichen Willen des Antragstellers zu erforschen (allg. Beratungspflicht § 14 SGB I, besondere § 4 Abs. 1 Nr. 1 SGB II)

      und den Antrag entsprechend auszulegen ( § 2 Abs. 2 SGB I)

      und dafür Sorge zu tragen, dass sachdienliche und vollständige Anträge gestellt werden ( § 16 Abs. 3 SGB I).
      Die Behörde hat vielmehr den wirklichen Willen und das Begehren des Antragstellers zu erforschen ( BSG v. 28.10.2009 –B 14 AS 56/08 ER).

      • Spannend schrieb am

        Und die Vordrucke nach § 60 Abs. 2 SGB I lässt man dann mal unter den Tisch fallen.
        Die fehlende Möglichkeit der umfassenden Sachaufklärung bei Telefonaten sei jetzt mal dahingestellt. Gerade im Bereich der Leistungsanträge wird oftmals für die Bedürftigkeitsprüfung auch die Kontrolle der finanziellen Verhältnisse erforderlich. Ein Jobcenter, welches dieses Stück für Stück telefonisch abfragt, wird nicht mehr, sondern exponentiell mehr Personal brauchen.

        • Erich Mielke schrieb am

          und wenn Sie mehr Personal brauchen gibt es ein ggroße Anzahl von Arbeitslosen Hartz IV Empfänger, einfach nur einstellen dann entstehen auch keine Engpässe!

          Noch einfacher wird es wenn man beginnt nachzudenken, das Sachbearbeiter nur privilegierte Arbeitslose sind.. Wer braucht schon Sachbearbeiter einen Jobcenters wenn es keine Arbeitslosen gibt.? Arbeitslose die Arbeitslosen verwalten nennt man heute Sachbearbeiter.

    • Friedrich schrieb am

      @Krömer Sie Witzbold, woher entnehmen sie dem Klingelzeichen das es ein Arbeitsunwilliger ist, wobei diese Einstufung schon voll daneben ist. Und wie wollen sie denn Menschen unterstützen, was deren eigentlicher Job wäre, diese Hilfesuchenden auch Telefonisch zu beraten ? Servicewüste Deutschland und die Ämter, Behörden vorneweg.

    • Grimnir schrieb am

      Arbeitsunwillig ist wohl eher ein Sachbearbeiter, der für seine Kunden nicht zu sprechen ist.

  4. M. Y. schrieb am

    @Krömer: Mit „Arbeitsunwilligen“ meinen Sie sicherlich sich selbst, oder? Ach was frage ich – Ihre beschriebene Reaktion ist schon die Antwort.
    Wenn sie „Ihre Ruhe“ haben wollen, sollten Sie nicht in einem Bereich mit Kundenkontakt arbeiten.

  5. Rob schrieb am

    An Eurer Stelle würde ich die Listen so bearbeiten, dass nur Anrede (Herr, Frau), Nachname und Telefonnummer stehen, denn Herr Thome hat Listen erhalten die für den internen Dienstbetrieb waren, sprich wo Vollnamen und Anmerkungen zu Personalentwicklungen drinstehen. DIES ist nicht vom IFG gedeckt und könnte Euch Probleme bereiten. Und um Fair zu sein, könnt ihr Euch auch alle Nummer der Kreis- umd Bezirksämter geben lassen. Scheint das die Behörde Jobcenter gesondert von Euch betrachtet wird. Eine Servicenummer hat auch Sinn, dass nicht ständig das Telefon läutet wenn jemand beraten wird, denn wenn es so ist, dann habe beide keinen Nutzen einer guten Beratung, da diese vor Ort wie am Telefon schlicht unmöglich ist. Außerdem kann das Telefon abgestellt, lautlos gestellt werden und der augenscheinliche Sinn der Aktion geht flöten. Einfach nur gutgemeinte Ratschläge.

    • Erich Mielke schrieb am

      na endlich mmal einer der es verstanden hat! Es gibt gute Beispiele im Internet wie Jobcenter dieses Begehren ihrer Kunden in vernünftiger Form umsetzen.

      mir ist nicht bekannt dass es in Wuppertal massive Ausschreitungen gegen Sachbearbeiter gibt, auch wenn der Vorname erscheint. Dienstherrn in einem Jobcenter haben es selbst in der Hand vernünftige Kommunikation Möglichkeiten zu schaffen. Dann braucht man sowas hier überhaupt nicht!

  6. Walter Holub schrieb am

    Dies ist angesichts einer menschenverachtenden Entwicklung, wie ich sie niemals für möglich gehalten hätte, eine HOCHMORALISCHE TAT!
    DANKE!
    Walter Holub

  7. Marc schrieb am

    Nachdem ich weniger aktiv in der Piratenpartei mitgemacht habe, um mehr Zeit mit meiner Tochter verbringen zu können, hatte ich immer durch den Beitrag den ich zahlte ein gutes Gefühl. Ich dachte ich unterstütze Menschen, die es anders machen wollen.
    Da ich im Jobcenter arbeite, habe ich schon damals mit der Nummer unseres Ponader, den Umgang mit den Mitarbeiter der JC kritisiert. Ich warnte diese als allg. böse hinzustellen und direkt anzugehen. Das Gesetzt angehen wäre der Weg nicht die Behörden oder soagr die Angestellten und Beamten.
    Die Art Weise wie ihr das veranstaltet ist mir nur noch peinlich. Ohne jede Ahnung wie es in den Jobcenter ist, einfach mal Numern rausgeben und glaube es wäre was gutes. In den Foren und Mailinglisten ejder Kritik abtun mit (kurz zusammegefasst):“ Die haben es verdient und wir haben recht.“. ….einfach spitze. Ich trete jetzt wohl aus, weil ich solche billige Politik einfach nciht mehr unterstützen will.

    • Hallo Marc,
      ich danke Dir dafür, dass Du Dich hier zu Wort meldest und würde gerne lesen, was Du zu sagen hast. Ich gestehe, dass ich zu Anfang (vor Jahren) auch leichtfertig meinen Unmut auf die Mitarbeiter hatte. Nach Jahren der Sozialberatung, jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema Hartz IV und mehr als 250 Beistandsterminen sehe ich es ähnlich wie Du: Die Verantwortung liegt zuerst beim Gesetzgeber und den Hauptverantwortlichen der Umsetzung, nicht so sehr bei den Sachbearbeitern.
      Hier geht es um telefonische Erreichbarkeit und nicht um Stimmungsmache. Bei der Veröffentlichung der Diensttelefonnummern sehe ich persönlich keine Bedenken. Bei meinen Beistandsterminen habe ich immer wieder erlebt, dass ungelegene Anrufe abgewiesen wurden. Egal ob Anrufe von Kunden, Arbeitgebern, Kollegen oder Mitarbeiter anderer Behörden, die Gespräche wurden weitergeführt und gut.
      Vielleicht kannst Du uns aus Deiner Erfahrung mitteilen, wie viele Kundentermine wahrgenommen und wie viele Anrufe pro Tag/Woche eingegangen sind?
      Warum sind Diensttelefone in Rathäusern und Behörden im Internetauftritt „normal“ und worin besteht das Erfordernis der Anonymität ausgerechnet bei der existenziellen Grundversorgung?
      Bei Frauenhäusern besteht hier gerechtfertigter Bedarf. Aber Jobcenter?

      • Marc schrieb am

        Ich nenne es einfach mal ein wenig konkreter. In meinen Jobcenter wurde eine Servicenummer eingeführt, als ich schon dort arbeitete. Ich arbeite im Eingangsbereich und hatte folgendes Problem. Ein Kunde sitzt bei mir und wünscht Klärung. Klärung nur mit Zuständen Sachbearbeiter oder Arbeitsvermittler möglich. Ich will anrufen. Kollege geht nicht ran, weil er entweder schon zig anrufe hatte und nichts beenden konnte oder gerade einen Kunden bei sich hat. Oder es war einfach immer besetzt. Kunde, der vor mir sitzt, muss nun warten dun es staut sich, da das dann öfter passierte. Irgendwann kommt die Klärung, und der Sachbearbeiter oder Arbeitsvermittler muss für mich erneut arbeit unterbrechen. Nach der Einführung der Servicenummer war dort eine bessere Erreichbarkeit. Die Bearbeitungszeit der Fälle ging wirklich runter und Kunden die persönlich im Eingangsbereich ihr Anliegen klären wollten bekamen diese auch. Viele die mit den internen abläufen eines Jobcenter nicht vertraut sind konnen sich das natürlich nicht vorstellen. Klischeedenken ist dort beliebter. Und gerade weil es dort um Grundsicherung geht, ist eine ruhige Bearbeitung um so wichtiger, weil hier Fehler fataler enden können als in anderen Bereichen. Auch ist das Aufkommen durch Anrufe und persönlichen Gesprächen in Jobcenter höher als in normalen Rathäusern. ( Vielleicht mit Ausnahme Straßenverkehsamt wenn es warm wird). Ich sehe es auch in allen Kommentaren…ich muss in keiner Partei sein, in der mich so viele Mitglieder dämonisieren. Das ist ein wirklich trauriger Tag.

        • Hallo Marc, Deine Schilderung macht manches deutlicher. Nun hat der Eingangsbereich eines Jobcenters sicher nicht die „beratende Funktion“, die auf alle Fragen eine Antwort zu geben hat, sondern eher die Aufgabe eines funktionierenden persönlichen „Callcenters“ für die Annahme von Unterlagen, die Herausgabe von Formularen und Vergabe von Terminen.

          Wenn Du selbst immer wieder versucht hast Klärung mit den Kollegen zu schaffen, spricht das am Besten für die Freigabe der Rufnummern, damit nicht zwei Mitarbeiter gebunden werden für die eine Aufgabe.

          Die Kollegen nehmen das Gespräch an, wenn sie Zeit haben, oder weisen es ab, wenn sie im Gespräch sind.

          Deine Erfahrungen wären für alle hier von Nutzen, wenn man Dich besser behandeln würde. Es tut mir leid, dass Du dies erleben musst.
          Wenn Du Interesse hast, an ehrlichem und sachlichem Austausch, würde ich mich freuen, wenn Du mich persönlich kontaktierst. Veränderung setzt verstehen voraus. Dafür bin ich offen. Das ich dem Hartz-System kritisch gegenüberstehe, siehst Du an meiner Homepage.
          lg, Ulli

    • R.L. schrieb am

      JEDE Behörde in Deutschland ist telefonisch erreichbar, Landratsamt, Führerscheinstelle, Ordungsamt, Sozialamt, Bauamt, Ordnungsamt, ja sogar der Bürgermeister hat eine telefonische Durchwahl. Nur die Fallmanager und Sachbearbeiter die WOLLEN nicht?

      Die KÖNNEN nicht weil sie durch die Anrufe gestört werden?

      Ach so. Komisch. Und alle anderen Ämter schaffen es?

      Richtig so! Veröffentlicht alle Telefonnummern ! DIe Herren und Frauen im Jobcenter führen sich auf wie die Götter in weiß !

      Damit wird eine breite Diskussion losgetreten und das ist richtig so !

      • Spannend schrieb am

        Ach, jede Behörde hat alle Mitarbeiter telefonisch aufgelistet und gibt alle Nummern raus? Nein, das macht kaum eine Behörde. Das Jobcenter ist übrigens die Behörde, nicht die einzelne Stelle, die vom Jobcenter mit der Wahrnehmung irgendeiner Aufgabe betraut wurde. Das ist interne Arbeitsorganisation – willst Du die von außen bestimmen?

  8. Andreas schrieb am

    Das eine Partei die sich für den Datenschutz einsetzt die Vor- und Nachnamen von Angestellten veröffentlicht, die nicht selbst über die Strukturen entscheiden, in denen sie arbeiten, das geht überhaupt nicht!
    Hier trifft es einfach die völlig Falschen!

    Klar kann man was dagegen haben, dass man im Jobcenter nicht gleich seinen Sachbearbeiter erreicht. Aber die Sachbearbeiter bzw. Kundenbetreuer haben nun mal bis zu 250 Menschen zu betreuen und wenn die gerade im Beratungsgespräch sind ist doch völlig klar, dass die nicht ständig ans Telefon gehen können. Das würde auch dem „Kunden“ nicht gerecht werden, der um 8 Uhr pünktlich zum Gesprächstermin erschient.

    Ich frage mich daher wirklich, ob Ihr mal nen Moment lang darüber nachgedacht habt, was Ihr da eigentlich macht.

    Die Aktion hier ist aber nicht nur suboptimal, weil der Parteivorstand hier aktionistisch den eigenen Grundsatz des Datenschutzes verletzt, sondern auch deshalb, weil das Ganze völlig unpolitisch ist.

    Politisch wäre es z. B. zu fordern, dass mehr Sachbearbeiter eingestellt werden.

    Nehmt das Zeugalso bitte runter oder gründet eine APO. Denn es gibt noch Piraten wie mich, denen wirklich daran gelegen ist Politik zu machen. Sachpolitik.

    Danke.

    • nicholas schrieb am

      Wenn ich nicht gestört werden möchte, stelle ich mein Telefon auf lautlos oder mache es aus. Das schaffen die Kundenberater sicherlich auch.

      • Andreas schrieb am

        Was das Problem, das hier behoben werden soll, dann aber auch nicht löst.

    • mal wieder Die schrieb am

      was muss ich hier oben im Kommi lesen..Zitat : „……..Das eine Partei die sich für den Datenschutz einsetzt die Vor- und Nachnamen von Angestellten veröffentlicht,die nicht selbst über die Strukturen entscheiden, in denen sie arbeiten, das geht überhaupt nicht!“
      Wie bitteschön soll man denn das Pferd aufzäumen als nur von hinten??? Hier geht es um staatl. Gelder und deren Beantragung.Diese Behörde hat bereits genug Mist durchgesetzt…..Sanktionen…..und lässt sich teilweise bei Notlagen Zeit Gelder zu zahlen.Ich habe in der Vergangenheit noch Niemanden erlebt der Tipps bekam in der Art: DAS können sie beantragen ,oder DIES….oh Nein…….die Beratungspflicht wird fast NIE ausgeschöpft…also ich zieh vor der Piratenpartei den HUT!!!! Wenn XY und Z Datenschutz missbraucht schreit auch kein Hahn-ausgerechnet hier

      • Bummi110 schrieb am

        Nennen wir doch die Dinge mal beim Namen. Ich bin es leid, daß auf der einen Seite sieht wie gnadenlos und menschenverachtend die Mitarbeiter der Jobcenter, die täglich das Recht, die Gesetze und das GG mit füßen treten, mit verfassungswidrigen Sanktionen hantieren und tausende Hilfsbedürftiger ihrer Lebensgrundlage berauben, sie in Kriminalität und Obdachlosigkeit treiben, und sich dann wenn ihre Telefonnummern veröffentlich werden, als arme Opfer darstellen. Sagt mal gehts noch? Jeder Einzelne die ser Mitarbeiter ist ein Intensivtäter, und zwar schon aus der Tatsache heraus daß er als Mitarbeiter einer Behörde mit hoheitlichen Aufgaben der politischen Treuepflicht unterliegt. Diese ist im Verwaltungsrecht festgeschrieben. Sie bedeutet nicht daß der Mitarbeiter der jetzigen Regierung treu zu dienen hat, sondern sie bedeutet, daß der Mitarbeiter sein Handeln unter anderem auch streng am GG auszurichten hat. Sollte der Dienstherr also eine Handlung verlangen, die nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, hat der Mitarbeiter dies beim nächsten Vorgesetzten zu melden, sollte es dennoch von ihm verlangt werden hat der Mitarbeiter das Recht, die verlangte Maßnahme nicht durchzuführen(Und das obwohl es ein Streikverbot gibt.)Ich kenne nur eine einzige Jobcentermitarbeiterin, die den Schneid hatte das zu tun. Ihr Name ist Inge Hannemann

        • Dirk schrieb am

          Jobcentermitarbeiter als »Intensivtäter« zu beschimpfen, hilft in der Diskussion nicht wirklich weiter.

  9. Fran Kee 【Ƿ】 schrieb am

    Sehr geil, heute bin ich mal wieder richtig stolz Pirat zu sein.

    Geile Arbeit, wichtiger Punkt, Standhaft bleiben, nicht einschüchtern lassen, schon gar nicht von Behörden. Für „Arbeitslose 1. Klasse“ (also Arbeits-„Agentur“ „Kunden“) folgender Tipp:

    Vorname.Nachname@arbeitsagentur.de

    Wenn man versucht, euch berechtigte Forderungen zu versagen, unter Druck zu setzten, etc… immer schön die lokalen und überregionalen Großkopferten mit auf den CC setzen. (Damit funktioniert diese Namensformel auch besser. Die haben eher eine Email nach dieser Namensformel als die kleinen…)

  10. Mario Tants schrieb am

    Hallo,

    die Durchwahlnummern von Mitarbeitern zu veröffentlichen, ist nicht nur eine Frechheit für eine Partei, die sich dem Datenschutz, der Datensicherheit und logischerweise auch der Datensparsamkeit verpflichtet hat. Nein, es ist auch unüberlegt und kontraproduktiv.

    Wenn Mitarbeiter vor lauter Direktanrufen nicht mehr dazu kommen, die gestellten Anträge zu beantworten oder sich aufgrund der Vielzahl der Anrufe diesem Kommunikationsweg verschließen, führt dies direkt zu einer Verschlechterung der Situation der Antragsteller, der Menschen, die auf eine schnelle Bearbeitung in den Jobcentern wirklich angewiesen sind.

    Diese Veröffentlichung kann im schlimmsten Fall direkt zu einer Verschlechterung der Lebenssituation einzelner Menschen führen. Ich gehe davon aus, dass die Urheber dieser Schwachsinnsidee in dem Moment für die Betroffenen direkt erreichbar sind. Oder etwas nicht?

    Auch, dass die Arbeitssituation der einzelnen Sachbearbeiter direkt und verantwortlich durch Herrn Thorsten Wirth und Herrn Thomas Küppers verschlechtert wird, ist nicht hinnehmbar.

    Mit ein wenig mehr Nachdenken und der Expertise von Leuten, die Ahnung haben, wäre dieser Fail sicher nicht passiert.

    Beste Grüße,

    Mario Tants

    • Hanni schrieb am

      Sie empfinden es als *Frechheit*, die Durchwahlnummern von Mitarbeitern zu veröffentlichen? Würden Sie es ebenso sehen, ginge es hier um die Durchwahlnummern von Finanzämtern oder irgend einer anderen Behörde?
      Die Arbeitssituation von Mitarbeitern steht bei dieser einmaligen behördlichen Verfahrensweise eher nicht im Vordergrund, denn die kann man organisatorisch so lösen, daß bestimmte Zeiten festgelegt werden, zu denen Anrufe entgegen zunehmen sind. Zudem gibt es Abteilungen, die nicht im direkten Kundenkontakt stehen – wie die Leistungsabteilung.

      Politik und Jobdentern geht es nicht vorrangig um schnelle Problemlösung und kurze Kommunikationswege. Man will dem Betroffenen seinen Platz zuweisen, ihn als Bittsteller manifestieren, dessen Daten nicht halb so geschützt sind wie die Dienstnummern der Angestellten.

      Diesen Mißstand im Zuge der Veröffentlichung der Durchwahlnummern offenzulegen und zu thematisieren ist ein – im positiven Sinne – Piratenstück vom Feinsten!

      • Andreas schrieb am

        Es behauptet ja keiner, dass in den Jobcentern alles erste Sahne ist. Da gibt es eine Menge, was definitiv im Argen liegt. Wenn ich das wirklich ändern will, dann muss ich das als Partei aber politisch lösen. Also die bestehenden Strukturen bemängeln und sinnvolle Alternativen aufzeigen. Enfach nur Nummern und Namen hochzuladen und die Mitarbeiter der Jobcenter in Haftung zu nehmen – die dafür definitiv nichts können – dass ist die „mit-dem-Kopf-durch-die-Wand“-Methode.

        Ich bin Pirat geworden, weil mir der Populismus und Aktionismus vieler Politiker nicht gefällt. Die Idee Sachpolitik zu machen, dass ist es, was mich überzeugt.

        Es gibt dazu einen ganz einfachen Satz, den jeder kennt: „Der Zweck heiligt nicht die Mittel.“ Wer sich so verhält wie unser Vorstand in diesem Fall, der ist per se der Meinung es besser zu wissen. Kann man so machen, dann aber besser als Aktionsbündnis, das außerhalb der Parlamente Druck aufzubauen versucht. Wenn man das als Partei politisch ändern will, dann macht man das über die Parlamente. Spricht also mal die Piraten-Abgeordneten in den Landtagen darauf an oder nutzt OpenAntrag. Und die Reden dann mit den zuständigen Stellen, gehen in die Jobcenter und arbeiten vernünftige, durchdachte Anträge aus.

        Ich sags nochmal: Einfach nur die Mitarbeiter der Jobcenter in Haftung zu nehmen ist nicht in Ordnung. Die können nichts für die Strukturen, in denen sie arbeiten. Vor- und Nachnamen zu veröffentlichen, das entspricht nicht dem Geist, mit dem wir als Piraten mal angetreten sind. Ich sag mal: Datenschutz und so.

        Politik ist das Bohren dicker Bretter. Es braucht Zeit. Das ist mühsam, aber auch gut so. Denn sonst könnten auch Leute deren politische Haltung uns Piraten ganz und gar nicht liegt ganz schnell ganz fatale Ideen umsetzen. Soll heißen: Politik ist der Wettbewerb um die bessere Idee, die dann argumentativ durchgesetzt werden muss.

        Einfach Telefonnummern zu veröffentlichen und zu glauben, dass damit das Problem gelöst ist, dass ist einfach nicht richtig durchdacht. Schlimmer ist aber fast noch die Haltung, die daraus sichtbar wird: „Wir wollen keinen Diskurs um die beste Lösung, wir wissen es ja ohnehin besser.“

        • Zit.: „Einfach nur Nummern und Namen hochzuladen und die Mitarbeiter der Jobcenter in Haftung zu nehmen – die dafür definitiv nichts können – dass ist die „mit-dem-Kopf-durch-die-Wand“-Methode.“
          Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? – Nichts.

          Mitarbeiter, die im Gespräch sind, weisen das Gespräch ab; wenn Sie verfügbar sind, gehen sie dran. Wer frei hat oder Urlaub, ist nicht erreichbar. Das gilt auch für Toilettengänge und Mitarbeiterbesprechungen. Alles ist gut. Auch von uns ist niemand immer erreichbar.

          Über die Veröffentlichung von Vornamen kann man streiten . . . bis man weiß, dass der Vorname für die Erreichbarkeit per mail wichtig ist:
          vorname.nachname@jobcenter-ge.de

          Wollt Ihr jetzt Telefonbücher unter Datenschutz stellen, weil darin Namen und Vornamen stehen?

          Auch Jobcenter-Mitarbeiter sind nur für einen bestimmten Personenkreis zuständig, und nur wenige davon suchen vertrauensvoll das Gespräch. In den meisten Fällen muss man eh dazu raten alles schriftlich zu beantragen und sich den Eingang aller Schreiben bestätigen zu lassen.

          Die Veröffentlichung von Mitarbeiter-Telefonnummern ist selbstverständlich.

          Der Skandal ist das Theater, dass man in den Jobcentern darüber macht. – Und das vertritt damit beileibe nicht wirklich die Interessen der Mitarbeiter. Viele geben den Kunden ausdrücklich ihre Visitenkarte mit und wünschen ausdrücklich den „kurzen Dienstweg“.
          Für Kundenbetreuer eine Selbstverständlichkeit.

          • Spannend schrieb am

            Spannend der Einwand mit den Telefonbüchern – der Eintrag erfolgt übrigens nur auf Deinen Antrag, nicht einfach so. Das zeigt am Rande, wie man sich fachlich disqualifizieren kann.
            Diese Selbstverständlichkeit würde ich gerne mal exemplarisch an anderen Behörden belegt bekommen. Also nicht einzelnen, sondern dann allen. Haben die Sozialämter deutschlandweit ihre Nummern frei zugänglich? Hat das Bundesministerium für xy alle Nummern frei zugänglich? Natürlich nicht. Haben die Telekom oder Daimler das? Nein, natürlich nicht.
            Ich bin übrigens sicher, dass die Namenskonvention der Emailadressen sich nun auch ändern wird.

        • Hanni schrieb am

          @ Andreas
          Was Sie da umtreibt ist zwar gut nachvollziehbar und teilweise richtig. Nur sind die Piraten (noch) nicht in der Situation, mit dem von Ihnen beschriebenen Weg voranzukommen oder gar wirksam durchzusetzen.
          Die Übernahme der Liste und deren Veröffentlichung ist eine – wenn auch recht unkonventionelle – Form der Sachpolitik. Unterschwellig geht es der BA nicht um ihre Mitarbeiter und schon gar nicht um den Schutz ihrer Kunden, sondern schlicht um die Klarstellung, daß man die geschaffenen bürokratischen bzw. rechtl. Freiräume gerade im BA-Bereich nicht aufzuweichen gedenkt. Es geht aus Sicht der Politik/ BA um Machtdemonstration, nicht um das Suchen nach politischen Lösungen. Wollte man die, man hätte es auch ohne diese *Liste* geschafft. Statt dessen massive Bedrohung des Herrn Thome, der genau den geraden Weg versucht hat, den Sie ja nicht ganz zu unrecht bevorzugen.

          Sowohl die Stellungnahme der BA-Sprecherin als auch die Gegner dieser Aktion belassen es bei Spitzfindigkeiten (sensible Gespräche, ungestörter Arbeitsablauf) und Letztere bemerken dabei nicht, daß es unterschwellig nicht nur um Jobcenter geht, sondern generell um das Mißverhältnis Staat-Bürger.
          Bei solch einem heiklen Thema *heiligt der Zweck die Mittel*, zumal die Aktion weder ungesetzlich noch unmoralisch ist. Sie setzt um, was eigentlich selbstverständlich sein müßte.
          Das Problem ist damit nicht gelöst, wie Sie sagen, aber das Signal, daß mit dieser Aktion ausgesand wurde, ist wichtig und richtig! Es bedeutet, wir haben euch im Auge und lassen uns nicht einschüchtern.
          Das ist um Längen mehr, als jede andere Partei zu diesem Thema mit labern und abnicken zustande gebracht hat.
          Dafür mein Dank an die, die das so entschieden haben.

        • Erich Mielke schrieb am

          du sprichst von braucht Zeit, ddicke Bretter bohren und von oder besser keiner Verantwortung

          ….Mitarbeiter der Jobcenter in Haftung zu nehmen – die dafür definitiv nichts können –

          da irrst du gewaltig, jeder ist für sein Handeln immer verantwortlich, als Bediensteter oder Angestellter im öffentlichen Dienst leistest du ein Amtseid!

          Und das was seit zehn Jahren in den Jobcentern abgibt ist unterste Schublade,, auf was willst du warten wie lange willst du warten und wer soll es verändern wenn nicht die Mitarbeiter und die betroffenen. Es gibt perfekte Beispiel vernünftiger Kommunikation einfach mal hineinschauen http://www.jobcenter.wuppertal.de/vv/personen/5000046.php das alles kannst du hundertfach im Internet für vernünftige Jobcenter, nachlesen, ein Stück tiefer die am lautesten schreien Geheimhaltung sind in der Regel die schlechtesten und miserabelen Jobcenter im Umgang mit Kunden in Deutschland. Daher weht der Wind!

    • Hallo Mario Tants,
      die Aussage, dass „Mitarbeiter vor lauter Direktanrufen nicht mehr dazu kommen, die gestellten Anträge zu beantworten oder sich aufgrund der Vielzahl der Anrufe diesem Kommunikationsweg verschließen,“ bedarf einer Begründung.
      Wie viele Anrufe pro Tag bei den Mitarbeitern eingehen, habe ich noch nirgendwo gelesen, wohl aber von 750.000 Sanktionen wegen Meldeversäumnissen. Terminversäumnisse heißen aber auch: der Kunde ist nicht gekommen, hier ist – mehr als geplant – freie Zeit zum Arbeiten und Telefonieren.
      Auch ist nicht ersichtlich, weshalb die Unterdeckung der Jobcenter-Mitarbeiter, der überhöhte Krankenstand und die schlechte Gesetzeslage zu Lasten der Erreichbarkeit für die Erwerbslosen gehen sollte.

      Beispiel Iserlohn. Ob Stadtverwaltung, Grundsicherung, Jugendamt, Stadtbücherei, Volkshochschule, Zweckverband für Abfallbeseitigung oder Kirchen, Caritas oder AWO – die Mitarbeiter sind mit Telefonnummer und Arbeitsgebiet auf den eigenen Internetauftritten ausgewiesen und zumeist noch mit Foto vorgestellt.
      Anders das Jobcenter Märkischer Kreis: Selbst die Durchwahlnummern von Geschäftsführer und Führungskräften sind geheim, und das Impressum verweist in ein nicht näher bekanntes Callcenter. (Ob das rechtlich zulässig ist, ist mir derzeit nicht bekannt. Möglicherweise ist das abmahnfähig.)

      Und selbst auf dem Jobcenter-eigenen Leitbild sind wildfremde Personen abgelichtet.
      http://www.jobcenter-mk.de/common/library/dbt/sections/_uploaded/Flyer_Leitbild_2012.pdf

      Mutieren Jobcenter zum „Hochsicherheitstrakt“?

    • Dirk schrieb am

      Lieber Mario,

      ich freue mich über die kompakte Darstellung der Kritikpunkte. Leider laufen sie völlig ins Leere:

      1. Kontaktinformationen Deines Sachbearbeiters sind keine persönlichen Daten. Es wird ja nicht etwa die private Telefonnummer veröffentlicht. Dass die dienstliche Erreichbarkeit kein schutzwürdiges persönliches Datum ist, sieht übrigens auch §5 IFG explizit so.

      2. Aus Spaß rufen Menschen bestimmt nicht mal eben im Jobcenter an. Und wenn es eine ernsthafte Frage ist, dann gehört deren Beantwortung ja gerade zur Arbeit des Sachbearbeiters. Wie ihn Arbeit von der Arbeit abhalten kann, erschließt sich mir nicht.

      3. Eine ganze Reihe von Jobcentern haben ganz offenbar gar kein Problem mit der Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter und stellen ihre Telefonnummern völlig freiwillig ins Netz. Es geht also ganz offenbar. Man muss es nur wollen.

      4. Ja, Thorsten und Thomas sind jederzeit und kurzfristig erreichbar, und zwar über die bei Piraten üblichen Medien Twitter, email, Jabber etc. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen: Sie antworten kurzfristig, wenn Du eine Frage hast. Und ja, den Urheber dieser »Schwachsinnsidee«, Herr Thomé, kannst Du direkt anrufen, denn seine Telefonnummer steht auf seiner Webseite öffentlich im Netz. Warum auch nicht?

      5. Die Arbeitssituation von Jobcentermitarbeitern wird durch Thorsten und Thomas nicht verschlechtert, denn die Information zur Durchwahl ihres Sachbearbeiters steht allen Betroffenen ohnehin gesetzlich zu. Und diese Daten waren auch vorher schon im Internet abrufbar. Praktisch ändern sich durch die Übernahme der Veröffentlichung durch die Piratenpartei genau zwei Dinge: Erstens gibt es weniger Verwaltungsaufwand für die Jobcenter bei der Herausgabe von Telefonnummern zui deren Herausgabe sie verpflichtet sind. Zweitens gibt es weniger Stress und Entwürdigung für Betroffene. Beides rührt daher, dass die Plattfom »piratenpartei.de« weiter bekannt ist, als die Webseite von Harald Thomé.

      6. Die Initiative wird von Menschen befürwortet und unterstützt, die sich seit vielen Jahren mit der Situation von Arbeitssuchenden auseinandersetzen und Seminare, Kurse und Beratungen für Betroffene anbieten oder diese gar zum Jobcenter begleiten, weil sich allein durch die Anwesenheit einer zweiten Person die Chance erheblich verbssert, dass diese Menschen die ihnen zustehenden Leistungen auch erhalten.

      Natürlich ist die Veröffentlichung der Telefonlisten keine Maßnahme, die nachhaltig an die Wurzeln der üblen Sozial- und Arbeitspolitik geht. Aber sie gibt ein bisschen Würde zurück und lenkt die Aufmerksamkeit mal wieder auf die Betroffenen. Deswegen finde ich sie super. Und ich hoffe, dass sie uns, der Bevölkerung und vielleicht sogar dieser Groko ein Anlass ist, sich zu den Wurzeln des Übels durchzuwühlen. Lösungswege dafür stehen in unseren Wahlprogrammen.

      Lieben Gruß,
      Dirk

  11. Christian schrieb am

    Diese Aktion in Unfug. Erstens werden jetzt die Berater in ihrer Arbeit behindert. Und jeder stelle sich mal vor, man sitzt da mit seinem Ansprechpartner und dessen Telefon klingelt die ganze Zeit. Super Vorstellung. Und gerade die Piraten, eine Partei die der IT nahesteht sollte wissen, dass man Telefonnummern heutzutage relativ einfach komplett neu vergeben kann. Da wird der entsprechende Dienstleister beauftragt und nächste Woche sind die Nummern von heute Geschichte. Und wer darf die kosten dafür tragen? Genau, wir Steuerzahler. Liebe Piraten, bekommt erst einmal Eure eigenen Probleme in den Griff bevor Ihr auf Kosten des Steuerzahlers solche kurzsichtigen Aktionen startet.

    • Fussfall schrieb am

      Moin,

      inder heutigen Zeit ist es möglich, Telefone bei Nichterreichbarkeit entweder auf andere Gesprächspartner umzulegen oder sie auf den AB weiterzuleiten. Ich glaube nicht das jetzt der Anbieter der TK beauftragt wird neue Nummern zu vergeben. Die Aktion ist auch nicht darauf ausgerichtet den TK-Anbieter ein regelmäßiges Einkommen zu ermöglichen. Die Aktion ist darauf gerichtet das Kunden der Arbeitsagentur ihr Recht bekommen. Ich nenne jetzt ganz bewusst den Begriff „Kunden“, die Mesnche die da anrufen sind das. Es sind KEINE Bittsteller/Schmarotzer/Faultiere sondern Menschen die Probleme haben und Rat suchen.

    • Bummi110 schrieb am

      Hallo Christian,
      Die Jobcenter halten sich an keinerlei Gesetze, das ist der Grund warum sie so viel Angst haben und sich abschotten wollen mit Geheimen Nummern und viel Security. Natürlich kostet das Geld, die Klage gegen die Jobcenter, die sich mal wieder nicht an Recht und gesetz halten wollen, hat auch viel Geld gekostet und letztlich haben die Jobcenter auch verloren, und danach waren einige Jobcenter immer noch nicht bereit das geltende Urteil zu respektieren und drohten mit gerichtlichen Gegenmaßnahmen, die wieder viel Geld kosten würden. Schau doch mal genau hin, wer ist denn nun der Auslöser??? Und diesen Leuten ist es scheiß egal, ob du das doppelte oder dreifache dafür bezahlen mußt. ich hoffe Du verstehst jetzt was hier läuft.

      • Dirk schrieb am

        Auch wenn manchmal »Mitläufer« erforderlich sind, damit Jobcenter-»Kunden« die ihnen zustehenden Leistungen vollständig erhalten, entspricht die Aussage die Jobcenter halten sich an keinerlei Gesetze schlicht nicht der Wahrheit.

  12. Bürger schrieb am

    Die Aktion ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar.
    Das bedeutet doch im Umkehrschluss, dass ein Berater denjenigen der vor ihm sitzt und seine ganze Aufmerksamkeit braucht, nicht wirklich beraten kann, wenn sein Telefon dauernd klingelt. Andernfalls würde die Aktion implizieren, dass die Berater den ganzen Tag eh nur unsinnig dasitzen und nichts tun.
    Daneben disqualifiziert die Aktion auch die Call Center. Aber da haben die Piraten sicherlich aussagekräftige Statistiken, dass ein Call Center nicht hinreichend qualifiziert sei. Warum dann nicht gleich alle zum Chef durchstellen? Ich bin mir nicht einmal sicher, ob das direkte Erreichen eines Sachbearbeiters für den Hilfesuchenden die gewünschte Lösung sicherstellt.
    Wenn es Probleme mit dem Call Center gibt, sollte doch gerade die eigentlich IT-affine Piratenpartei in der Lage sein, diese Probleme zu analysieren und nach praktikablen Lösungen zu suchen.
    Anlayse des Problems, Lösungsvorschlag erarbeiten, Lösungsvorschlag umsetzen, prüfen, nachbessern. So wäre jedem geholfen und so würde ich auch einen konstruktiven Umgang miteinander verstehen. Der kleine Angestellte der Agentur, dessen Entscheidungsspielraum für diese Problematik hier sicherlich nicht groß sein dürfte, soll hier also Missstände ausbaden?

    Wo bitte bleibt eine Analyse der Missstände, die hier angeprangert werden sollen?

    Aber solche Ansätze sehe ich hier nicht. Für mich macht die ganze Aktion den Eindruck von frustrierten Mitmenschen, die sich irgendeine Verbesserung davon erhoffen und letztendlich nur eines erreichen: Die, die immer dieser Meinung waren, werden zustimmen. Der Rest wird sich genervt
    abwenden. Zustimmung wird dadurch im Ergebnis nicht gewonnen werden. Das kann ich schon mal garantieren.

    Ich gehe jetzt im Übrigen davon aus, dass alle Piraten, die ich gerne erreichen würde, um meine Fragen hinreichend zu klären, mir hier ihre Telefonnummer hinterlassen.

    Ist das die Politik, wie die Piratenpartei sie versteht? Datenschutz gilt nur da, wo die Piratenpartei sie sieht? Kompetenz galore. Ausbaden soll das bitte das untere Ende der Kette einer Arbeitsagentur?
    Informationsfreiheitsgesetz heisst also „einfach mal verantwortungslos raus mit den Daten“?

    Danke und bitte gerne.

    • Bummi110 schrieb am

      Du redest hier von Ermessensspielraum der Mitarbeiter, der nicht besonders gross sein dürfte. Aus Deiser Aüßerung entnehme ich das es eine Vermutung Deinerseits ist. Die Tatsache sieht anders aus. Immerhin ist der Ermessensspielraum groß genug um unschuldigen Bürgern die Lebensgrundlage zu entziehen, sie Hunger, Krankheit und der Obdachlosigkeit preis zu geben und den Tod des Betroffenen billigend in Kauf zu nehmen. ich habe das alles selbst erleben müssen. Mein größtets Verbrechen dabei war, daß ich noch nicht tod bin. Mein Jobcenter arbeitet aber daran.

  13. Hanni schrieb am

    Respekt, liebe Piraten!

    Jedem Angestellten in Behörden, die vom Steuerzahler bezahlt werden und in dessen Sinne zu arbeiten haben, wird zugemutet, das Telefon zu bedienen. Die Jobcenter haben sich da insgesamt einen fast rechtsfreien Raum geschaffen, der durch diese Aktion prima offengelegt wird. DANKE dafür.

    Laßt euch nicht vom Gejammere der Sachbearbeiter einlullen. Arbeitsabläufe können durchaus so gestaltet werden, daß zu täglich oder wöchentlich festgelegten Zeiten Anrufe angenommen werden können. Da muss man nicht in die „ach so sensiblen Beratungsgespräche platzen“. Mo und Mi von 9-11 Anrufzeit oder ähnlich… Wo ein Wille ist, wäre auch Weg.
    Diese fadenscheinigen Begründungen der Jobcenter machen eines deutlich. Man setzt bewußt auf Einschüchterung und läßt sich die Anrufe auch noch von den Empfängern per Hotline teuer bezahlen.

  14. Martin schrieb am

    Was für eine unsinnige Aktion. Sicher wahnsinnig hilfreich für alle, wenn bei Beratungsgesprächen ständig das Telefon klingelt. Bis vor ein paar Minuten fühlte ich mich den Piraten noch politisch nahe, aber das geht gar nicht.

    • @Martin
      Was weißt Du wirklich über die Arbeit in einem Jobcenter? Welche Unterschiede siehst Du im Vergleich mit anderen Ämtern und Behörden mit Kundenkontakt? Was denkst Du, wie oft Kunden täglich bei einem Jobcenter-Mitarbeiter anrufen? Wie viele Minuten Arbeitszeit sind für Telefongespräche eingeplant? Ob das mehr sind als beim Jugendamt oder dem Einwohnermeldeamt?
      Ich denke, telefonieren gehört selbstverständlich zum Stellenprofil einer Behörde. Wer am Tag zehn Telefonate führt, ist noch kein Callcenter-Mitarbeiter.

  15. Patrick schrieb am

    Nur ein Wort: Unverantwortlich!

    Die Veröffentlichung von Durchwahlen hat nichts, aber auch rein gar nichts mit Transparenz zu tun, sondern ist auch für den Schutz der Mitarbeiter da. Ich frage mich da gerade wirklich wer da eine Abwegung getroffen hat.
    Die Anrufenden werden weitergeleitet (Kostenfrei sollte die Nummer schon sein, das ist wohl war) oder können eine E-Mail schreiben.
    Jeder hat die Möglichkeit seine Nummer im Telefonbuch erscheinen zu lassen oder nicht, aber spätestens wenn sie den ganzen Tag Anrufe haben, nicht wissen, ob es nur eine kurze Nachfrage ist oder irgendein Drohanruf (Ich habe schon genügend Dinge von den Jobcentern gehört und ich möchte die breite, breite Masse ausschliessen, aber ein einziger reicht aus…). Mal schauen, wie schnell sie dann ihre Nummer wechseln und beim nächsten Mal keinen Eintrag im Telefonbuch haben. Da die Hotline vorgeschaltet ist man nicht direkt bei der Person herauskommt gegen den sich der Groll hägt, hält einiges ab. Und nur weil man bei einer öffentlichen Einrichtung arbeitet heißt es nicht, dass man zum Freiwild werden muss.
    Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass dies nichts mit der geforderten Transparenz zu tun hat, sondern sich nur hinter diesem Begriff versteckt, um sofort bei jeder Angelegenheit einen, seiner Meinung nach, Schuldigen ausfindig zu machen und ein Arbeiten unmöglich zu machen.
    Und auch ich glaube, dass das von Mario Tants beschriebene Szenario eintreten wird. Die Jobcenter werden sich neue Blöcke zu weisen lassen und der Steuerzahler wird es bezahlen müssen. Wenn dann nicht schon die Hälfte der Mitarbeiter gegangen ist aus psychologischen Gründen. Die Fluktuation ist ja nicht schon hoch genug.

    Patrick

  16. Johannes Ponader schrieb am

    Die Piratenpartei tut nichts anderes, als die Arbeit von Harald Thomé, einem renommierten Sozialberater, weiterzuführen. Die Nummern standen seit langem und bis vor kurzem auf Harald Thomés Seite verfügbar, solange, bis er durch die Drohung einer Massenabmahnung durch die Mitarbeiter eines nicht kooperierenden Jobcenters zur Aufgabe des Projekts gezwungen wurde.

    Die Nummern stehen schon seit längerem im Netz, nur nicht auf unserer Homepage. Warum sollte jetzt plötzlich die Welt untergehen, weil die Piratenpartei das Projekt spiegelt und weiterführt?

  17. Pingback: Jobcenter-Durchwahlnummern geleakt! |

  18. Gerd schrieb am

    Finde die Aktion gut.

    Das ein Arbeitssuchender seinen Betreuer ständig anruft – ist wohl nicht zu erwarten.

    Nebenbei gibt es Anrufbeantworter – den kann man bei einem Beratungsgespäch einschalten.

    Interessant ist – das man den Berater noch nicht mal per Mail direkt erreichen kann.
    (das im Informationszeitalter)

    • Dirk schrieb am

      Inzwischen zeigt sich ja, dass es nur einige »schwarze Schafe« sind. Viele Jobcenter gehen hier ja auch sehr kundenorientiert und entspannt vor. Zum Beispiel die beiden hier: Bieberach und Ulm.

  19. Patrick Grosa schrieb am

    Natürlich kann man den Mitarbeiter per Mail erreichen und das wird auch genutzt und auch die Mitarbeiter geben ihre Durchwahlen raus, wenn sie ein gutes Gefühl bei Ihrem gegenüber haben. Aber es geht nicht bei Allen, glauben Sie mir. Thema AB, den muss man sich dann auch erstmal anhören und an Tagen, wo von früh bis abends getaktet ist könnte es schwierig werden. Mitteilungen. Dass man es aus diesem irgendeinem Grund zum Termin nicht schafft, wird ja auch entgegen genommen und weitergeleitet. Aber komplexere Sachen am Telefon? Will man da direkt eine Antwort haben, wird wohl schlecht möglich sein bzw. muss das ja auch geprüft werden oder wollen Sie dass ihr Steuergeld ungeprüft irgendwo hin geht? Nein, sie wollen Transparenz was mit dem Geld passiert und dass es nicht sinnlos/unberechtigter Weise gezahlt wird und das muss überprüft werden.

    @Johannes Ponader Es ist immer eine Frage, wieviel Aufmerksamkeit generiert wird. Es ist nun mal einfach so, dass durch die Veröffentlichung durch eine Partei mehr Aufmerksamkeit generiert wird. Mir was das nämlich recht neu und ich bin erst durch die Medien darauf aufmerksam geworden.

  20. Pingback: Twitter ist toll. Unsere Tools sind toll. Piraten sind toll. « Heidepiraten

  21. RA schrieb am

    Danke für die Veröffentlichung. Die Erfahrung hat leider gezeigt, dass über die Callcenter faktisch keine Hilfe möglich ist. Wenn ich dort (als Rechtsanwalt) anrufe, scheitere ich schon daran, dass der Callcentermitarbeiter keinen Zugriff auf die Akte hat und daher meine Vollmacht nicht überprüfen kann. So wird selbst eine einfache Sachstandsanfrage nicht beantwortet. Nach meiner Erfahrung beschränkt das Callcenter sich auf die Funktion eines Anrufbeantworters.
    Ich kann allerdings auch verstehen, dass der/die Sachbearbeiterin auch mal ungestört arbeiten oder Termine wahrnehmen möchte. Ein Ausweg wäre etwa eine telefonische Direkt-Erreichbarkeit jeweils für eine Stunde pro Tag. Der momentane Zustand ist aber sehr unbefriedigend.
    Ich befürchte allerdings, dass Direktanrufe an der Nummer erkannt und nicht abgenomen werden. Mal abwarten …

  22. Guten Tag.
    So jetzt mache ich mich mal wieder unbeliebt. Daher einige Infos vorab. Ich hatte mit Harald Thomè zusammen einen Aufruf veröffentlicht, für die Petition von Inge Hannemann gegen die Sanktionen im Hartz IV. Seit August vorigen Jahres streite auch ich öffentlich mit einem Blog gegen Hartz IV. Und einiges mehr – gern selbst recherchieren. Soviel zu meinem Hintergrund. Eins noch:
    Was hinsichtlich der Telefonlisten passiert ist, geht auf keine Kuhhaut und auch ich habe definitiv und öffentlich gegen die Behandlung von Harald Stellung genommen.
    Aber: es ist in der Tat richtig: “ … Die Mitarbeiter der Jobcenter führten sehr sensible Kundengespräche. Um ein Vertrauen aufzubauen, seien intensive Gespräche notwendig. …“
    Zumindest stand das damals so im verbindlichen Konzept der Fallmanager_innen – und ich habe das auch so gehandhabt. Und in der Tat war es eine ganze Zeitlang für qualifizierte Fallmanager_innen durchaus möglich, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.
    In welche Richtung es dann immer mehr den Bach runter ging, brauche ich hier niemandem zu sagen, klar.
    Es regt mich nur ein wenig auf und ärgert mich, wenn ich dann im Netz sowas lese: „Jeder, der im Büro arbeitet, muss ständig das Telefon beantworten – das nennt man Serviceorientierung.“ —> FALSCH. Das ist das genaue Gegenteil. Wer das nicht weiß, hat es wohl noch nicht selbst erlebt. Wenn ich ein Fallmanagement – Gespräch führe und wir z.B. zum Punkt „Vorstrafen“ kommen und wie mit dieser Tatsache bei Bewerbungen am sinnvollsten umzugehen ist – und es dann klingelt und ich abnehmen muss und kurz danach in den Höhrer spreche: „Nein, ist klar Herr Xlywitzky – wenn Sie morgen Ihre Entgiftung antreten, sind Sie natürlich für Ihren Termin in der nächsten Woche entschuldigt! Finde ich prima, dass Sie sich dazu durch gerungen haben und ich kann Ihnen da auch noch ein paar wichtige Informationen …, etc. pp.“.
    Das ist NICHT „serviceorientiert“. Das ist Bruch des Datenschutzes und Missachtung des Menschen der vor mir sitzt zugleich. Und es führt zu einem unnötig verlängerten Realgespräch und zu einem gehetzten Telefongespräch.
    Das sind die Realitäten.
    Dennoch war und bin ich selbstverständlich FÜR die Verfügbarkeit der Telefonlisten- jedeR Sachbearbeiter_in und jedeR Fallmanagerin sollte nämlich selbst entscheiden können, wann das Telefon leise gestellt wird, wann der Anrufbeantworter für persönliche Rückrufbitten / Nachrichten läuft – und wann genug Luft ist, es völlig frei zu schalten.
    Das ist nicht immer eine einfache Entscheidung – den Fallmanager_innen waren „ca. 75 Fälle“ versprochen. Aufgehört habe / wurde ich mit 436. Und meine Kolleg_innen hatten kaum weniger. Dafür aber eine aufgeblasene und abstruse EDV, ein starkes Controlling und den Druck, sinnlose und praxisferne Kennzahlen für die „Oberen“ zu erfüllen.
    Keine einfache Entscheidung – aber sie muss bei dem oder der Einzelnen bleiben! Die Unterdrückung von Telefonlisten ist da, wie so oft, der völlig falsche Weg!
    MfG
    Burkhard Tomm-Bub
    Ex – Fallmanager

  23. Andena schrieb am

    Armselig.

    Die „Piratenpartei“ hat sich mit der Veröffentlichung von Mitarbeiterlisten gegen deren Einwilligung jetzt ihren Ruf als „Datenschutzpartei“ zerstört. Die Wähler werden das quittieren.

  24. Natalie schrieb am

    Na dann denke ich doch mal, dass im Rahmen des Informationsrechts, der gemeine Steuerzahler auch ein Recht darauf hat, wen er durch seine Steuern so finanziert. Mal sehen wo wir die Liste unserer Kunden im Gegenzug dann veröffentlichen dürfen…. wenn man alles öffentlich macht wirds für die NSA auch uninteressant.

  25. Guten Tag.
    @Andena … so, so, „Datenschutzpartei“.
    Fragt sich WESSEN Daten? Doch wohl eher die der Bürgerinnen und Bürger!
    Die Mitarbeiter_innen der jobcenter haben (teilweise!) die Veröffentlichung abgelehnt, ja. Aber: in ihrer Funktion! Nicht als Bürger_innen.
    Der Staat ist Diener des Volkes – nicht umgekehrt!
    Und falls der Staat das anders sieht: kann er ja das Volk auflösen und sich ein neues wählen!
    Bis dahin sollte es bei Transparenz, unbehinderter Kommunikation und Nachvollziehbarkeit bleiben.
    MfG
    Burkhard Tomm – Bub, M.A.
    Ex – Fallmanager

  26. Jobcenter schrieb am

    Ich verstehe nicht, dass dies innerhalb der Behörde zu Aufregung führt.
    Ich, Sachbearbeiterin Jobcenter im Süden Deutschlands, gehöre einem JC an, welches sich bewusst gegen das Servicecenter entschieden hat. Die Kosten, welche für den Service der Telefonberatung zu erbringen wären, wurden somit gespart und Stellen konnten ausgebaut werden. Weniger Fallzahl aber mit persönlicher Beratung – auch am Telefon. Auf unserer Internetseite gibt es die Durchwahlen schon immer als Pdf zum Runterladen und jeder Leistungsempfänger bekommt einen Ausweis mit allen Daten (eigene Ermittlungen somit nur für Nicht-Leistungsempfänger notwendigen).
    Dieses Verfahren sollte Standart werden. Deutschlandweit!

  27. André (olle _ Icke) schrieb am

    Die Idee finde ich gut. Was kostet so ein Callcenter? Mit dem gesparten Geld kann man eventuell schon eine Halbtagskraft einstellen die nur Telefonanrufe beantwortet. Für mich muss so ein Amt auch nicht 365 Tage im Jahr und 24 h am Tag erreichbar sein. Wenn mir die Sprechzeiten in einer Bandansage durchgesagt werden richte ich mich danach, so ist es bei allen anderen Behörden eigentlich auch. Wenn ein Mitarbeiter ein Kundengespräch hat braucht er einfach nicht erreichbar sein und könnte dies zum Beispiel durch einen Tastendruck am Telefon kenntlich machen.

  28. Ende schrieb am

    Die Piraten haben mit dieser Aktion ihre Unfähigkeit zur Politik belegt. Wer Zustände in einer Behörde ändern will, hat hierbei – ja, da gibt es immer Widerstände, ebenso wie bei der Änderung parteiinterner Strukturen (z.B. SMV) – mit dem Gegenüber zu sprechen und sich Unterstützung zu suchen. Das ist Demokratie. Draufprügeln, Arbeitsorganisationen ignorieren und die Mitarbeiter selbst als „unwichtig“ einstufen, weil sie ja im öffentliche Dienst stehen, das zeigt das fehlende Verständnis der Piraten darüber, wie eine Gesellschaft und ihre Organisationen und Strukturen funktionieren.
    Es passt ja aber zu einer immer sozialistischeren Ausrichtung dieser Partei – die Sozialisten konnten sich auch nie damit abfinden, dass etwas nicht nach ihrem Gusto lief. Wann setzen die Piraten eigentlich sozialistische Methoden ein?

    Nein, dieses Mal gibt es bewusst eine Anti-Piraten-Proteststimme – und die Austrittserklärung.

    Ihr werdet unter 2 % landen mit diesem Kurs.

    • Bummi110 schrieb am

      @Eonde, anscheinend bist Du irgentwie am Ende. Offensichtlich erkennst Du keinerlei Zusammenhänge. Die Einhaltung von Gestzen einzufordern ist nicht nur die politische Plicht aller Parteien, sondern unter anderem auch deine und meine Pflicht. Was hat das nichts mit draufprügeln zu tun und ist demokrtaisch. Aber den Menschen rechtswidrig die Lebengrundlage zu entziehen und sie Hunger Karnkheit und Obdachlosigkeit preis zu gaben, das ist undemokratisches Draufprügeln, und zwar in seiner brutalsten Form. Treten sie doch und gehen sie CDU wählen, sie werden bald merke(l)n was sie davon haben.

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