PIRATEN wählen Liste zur Europawahl

Bild: Tobias M. Eckrich

Bei ihrer Aufstellungsversammlung zur Europawahl in Bochum wählte die Piratenpartei Deutschland dieses Wochenende ihre Liste. Zur Wahl stellten sich 62 Kandidatinnen und Kandidaten. An die Spitze der Liste wurde die Frankfurterin Julia Reda, Expertin für die Themen Urheberrecht, Asyl und Transparenz, gewählt. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Fotios Amanatides aus Köln und Anke Domscheidt-Berg aus Brandenburg.

Julia Reda, Vorsitzende der Young Pirates of Europe, sammelte bereits bei der Europaabgeordneten der schwedischen Piratenpartei, Amelia Andersdotter, Erfahrungen im parlamentarischen Betrieb. »Die Europäische Einigung können wir nur durch eine gemeinsame europäische Identität vorantreiben und die schaffen wir nur durch Mitbestimmung. Wir positionieren uns für ein gemeinsames Europa und eine echte europäische Gemeinschaft«, sagte sie nach ihrer Wahl. In der Vergangenheit arbeitete sie bereits eng mit Fotios Amanatides und Anke Domscheit-Berg zusammen.

»Europa funktioniert nicht ohne die Bürger«, betonte der Zweitplatzierte, Fotios Amanatides, dessen Themenschwerpunkte Bürgerbeteiligung, Außen- und Sicherheitspolitik sind. Die Drittplatzierte, Anke Domscheidt-Berg, beschäftigt sich mit Open-Data und Open-Government und fasst ihre Forderungen mit dem Statement »gläserner Staat, statt gläserner Bürger« zusammen.

Quellen:
[1] Liste aller zwölf Kandidatinnen und Kandidaten
[2] Foto der Kandidatinnen und des Kandidaten

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Kommentare

14 Kommentare zu PIRATEN wählen Liste zur Europawahl

  1. Glückwunsch zur Wahl! Sieht doch gut aus. Allerdings: Warum stimmt das nicht mit der Reihenfolge in der Ergebnisliste überein? Da ist Fotios Amanatides auf 1, Anke Domscheit-Berg auf 5 und Julia Reda auf 6. Eins von beidem kann doch nicht stimmen.

    • Bernd Schreiner schrieb am

      Der erste Wahlgang war zur Bestimmung der Listenlänge da, nicht für die Reihenfolge. Der zweite Wahlgang bestimmte dann die Reihenfolge der Kandidaten…

  2. Liberaler schrieb am

    Das mit der Wahl kann nur funktionieren wenn der Wahlkampf und Aktionen koordiniert werden. Die Bundestagswahl war ja so das alle Stammtisch irgendwie autonom vor sich herumgewerkelt haben. Ohne Bundesweite Themenkampagnen wird es nicht möglich sein öffentliche Aufmerksamkeit auf die relevanten Themen zu konzentrieren.

    • Fahrenheit schrieb am

      Genau das Gegenteil war der Fall.Wenn jetzt wieder eine corporate identity Kampagne gefahren wird, wo z.B wieder eine kleine Gruppe entscheidet wie und was auf den Plakaten steht und wie Wahlkampf gemacht wird. Wird auch das Ergebnis dort liegen wo es schon zur Niedersachsen und Bundestagswahl lag. Die Vielfalt ist die Stärke der Piraten nicht ein gemeinsamer strategischer Wahlkampf. Seit die Umfrage immer schlechter werden, kopieren die Piraten Wahlstrategien der anderen Parteien und werden immer Konservativer. Damit logst du keinen mehr zur Urne. Man braucht keine gemeinsame Strategie sondern ein gemeinsames Ziel.

  3. Peter Strohm schrieb am

    Ich hoffe die Europawahl funktioniert für euch genauso gut wie die Bundestagswahl. Wie bitteschön kann man sowas als Wähler noch mitmachen?! Das Wahlprogramm und die Wahl der Kandidaten baut sich auf wie eine Versteigerung. Der nächste bietet Videospiele für alle, der nächste Videospiele + Drogen, der nächste Drogen, Videospiele und Gratis Cash für alle. Wenn es nicht gerade irgendwelche Nerds oder sonst für Utopiequatscher sind, weiß doch jeder das solche Dinge nur leere Phrasen sind. Ihr fordert eine Abschaffung der %-Hürde. Ja, warum zum Geier gibt es das denn?! Weimarer Republik? Italien, auch so’n leuchtenes Vorbild. Aber egal, WIR fordern mehr Demokratie. BGE ja klar. Damit jeder zuhause bleiben kann, weil ja sowieso Geld reinkommt und sich mit Videospiele vollpumpen? Schau dir die NRW Fraktion an. Erst werden die Leute reingewählt, danach gehen die aus der Partei, weil laut deren Meinung eine Parteiarbeit + diese Phrasen eine Zumutung ist. Das Thema Datenschutz geht den Leuten nicht am Arsch vorbei. Ihr seid einfach bloss die falsche Partei. Ihr quatscht erst was von Drogen, Zombieangriffe auf Berlin, Zeitreisen, Bau einer Enterprise, geht als Karnevalsverein ins Parlament, ja klar und jetzt soll man euch bei dem wichtigen Thema noch für voll nehmen. Echt ganz große Kiste! Ich werde euch bestimmt nicht wählen! Mal was anderes: Gibt es eigentlich mittlerweile ein Nachfolger von Popcornpiraten?

    • dapiraten schrieb am

      nee….nachfolger für popcornpiraten sind überflüssig!alles ist mittlerweile popcorn geworden!smile

    • Es ist nicht nur das Thema Drogen (http://lobbywatch.wordpress.com/2012/08/17/tabaklobbyisten-kapern-die-piratenpartei/), sondern auch Wissenschaft (http://www.cigarworld.de/blog/?p=489) und Spaß mit Sprengmitteln im Stadion (http://www.piratenpartei-hessen.de/aktuelles/2013-09-02-videocast-von-andre-hoffmann-zum-thema-fanrechte) und dergleichen. Das ist die eine Seite.

      Die andere ist, dass die Weimarer Republik nicht an zu viel Demokratie gescheitert ist, sondern an zu wenig, insbesondere auch zu wenig Ermächtigung des Individuums. Und das BGE hat an sich mit Freibier und Kiffen nix zu tun, auch wenn leider ein lautstarker Teil der Piratenpartei die Idee mittlerweile in diese Ecke gedrängt und damit schwer beschädigt hat. Lieber mal beim Martin Luther King (http://www.livableincome.org/aMLK-deutsch.htm) reinschauen oder sich mit dem Problem mit der Sorgearbeit beschäftigen (http://care-macht-mehr.com).

      • Grimnir schrieb am

        Die Piratenpartei profitiert inzwischen von der 3%-Hürde. Ohne diese Hürde würden noch mehr verärgerte Sympatisanten der Piratenpartei zu Parteien wie den Freien Wählern, „die Partei“, Volksabstimmung oder der PdV abwandern. http://www.derwesten.de/img/incoming/crop8483096/7958508180-cImg0273_543-w656-h240/sitzverteilung.jpg

        Mit dem BGE hat sich die Piratenpartei selbst ein gewaltiges Kuckucksei ins Nest gelegt. Dieses herbei halluzinierte Anspruchsrecht verdrängt wichtige Freiheitsrechte. Auf dem amerikanischen Kontinent wird übrigens Canabis immer mehr legalisiert. Die EU schwimmt mit der gesetzlichen Einschränkung des Rechts auf Tabakkonsums damit international gegen den Strom.

        Im Vergleich zur peinlichen Farce der Vorstandswahl war diese Kandidatenaufstellung im Übrigen bemerkenswert demokratisch.

        • Das Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe ist irgendwie schon grundlegend. Das BGE ist nur das Mittel, um dieses Recht für alle Menschen durchzusetzen. Wer tot ist braucht dagegen auch kein freies Internet.
          Das gilt übrigens analog auf für die Tabakepidemie, die derzeit etwa 6 Mio. Menschenleben im Jahr kostet und beispielsweise in Nordamerika sehr massiv bekämpft wird (http://www.spiegel.de/panorama/new-york-zigaretten-kuenftig-erst-ab-21-jahren-a-930959.html und http://www.spiegel.de/politik/ausland/neues-gesetz-new-york-verbietet-e-zigaretten-a-940430.html). Mal abgesehen von dem Problem, dass der individuelle Autonomieverlust unter Einfluss von psychoaktiven Substanzen teilweise so krass ist, dass die Leute mit ihren Freiheitsrechten schon gar nichts mehr anfangen können, davon gibt es mehr als genug traurige Beispiele bei den Piraten. Konrad Adenauer fand genau das Phänomen toll: „Die Raucher vernebeln nicht nur die Luft, sondern meist auch ihren Geist, und so kann man leichter mit ihnen fertig werden.“ Das ist vielleicht nicht ganz das, was wir wollen, oder?
          Die Legalisierung von Cannabis hat jedenfalls mit der verstärkten Zwangsverabreichung von rauchbaren Drogen, wie sie der vergangene Bundesvorstand propagiert hat (http://www.piratenpartei.de/2013/05/30/weltnichtrauchertag-werbeverbot-fur-tabakprodukte/), überhaupt nichts zu tun. Freiheitsrechte gibt es nämlich nur für Menschen und nicht für menschenverachtende Unternehmen oder in ebensolche Aktivitäten verstrickte staatliche Strukturen wie z.B. aktuell http://www.dortmundkills.de/de

          • Grimnir schrieb am

            „Das Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe ist irgendwie schon grundlegend.“

            Was für ein Quatsch. Das Recht auf Existenz ist tautologisch. Ein postuliertes Recht auf _sichere_ Existenz lässt sich nur im Rahmen einer konservativen Sicherheitsideologie verwirklichen. Diese hat Walter Ulbricht am 13. August 1961 hervorragend umgesetzt. Ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe würde bedeuten, dass man überall aufkreuzen und die Leute belästigen darf, auch wenn man zu der Geburtstagsfeier gar nicht eingeladen ist. Dass Kommunisten gern freiheitsliebende Menschen belästigen, bevormunden und ihnen „Sicherheit“ versprechen ist leider nichts neues. Als das „Das Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe“ ins Parteiprogramm aufgenommen wurde, bin ich unverzüglich aus der Piratenpartei ausgetreten. Dieses sogenannte Recht bleibt für mich der größte Makel eures Parteiprogramms.

    • Dirk schrieb am

      Durch die gebetsmühlenartige Wiederholung des Weimarer-Republik-Mems wird es weder besser noch richtiger. Das mit dem geschichtlichen Hintergrund gibt es hier zu lesen: http://www.piratenpartei.de/2013/12/24/weihnachtsgruesse-und-auf-ein-neues/comment-page-1/#comment-54342

      Für diejenigen, die sich lieber ernsthaft für unsere Themen und für die Kandidaten auf der Europaliste interessieren, gibt es ab morgen spannende Interviews hier auf der Seite. Es geht dabei, soweit ich mich erinnere, weder um Drogen, noch um Zombies, Raumschiffe oder Karnevalvereine. Aber wer vom Zeitreiseantrag aus Bochum I bisher nur gehört hat, kann die Wartezeit z.B. mit der Lektüre der Begründung überbrücken: https://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA582 Hoffen wir, dass die Piraten niemals den Humor verlieren.

    • Klarsichtkarl schrieb am

      Besonders, diese Machtmenschen in der Piratenpartei. Während ich den anderen europäischen Piratenpartein die Daumen drücke, haben sich die deutschen Piraten mal wieder durch Inkompetenz disqualifiziert. Von Blabla quatschende Politikern haben wir schon genug.

  4. Klarsichtkarl schrieb am

    Und so funktioniert die Demokratie bei den Piraten: man lade einen oder mehrere Busse voll mit seinen Anhängern (gerade der bei den letzten Landtagswahlen mit nur ein Paar zerquetschten Prozent vom Wähler bedachten Landesverband Hessen ist der Meister dadrin) und fährt damit zum Parteitag. Man bringt seine Kandidaten durch, egal, ob sie kompetent oder inkompetent sind: Hauptsache Macht!

    • Dirk schrieb am

      @Karl: Ich freue mich auf Deinen Beleg für diese Behauptung. Denn mindestens müssen es sehr kleine Busse gewesen sein, die der hessische Landsverband da bestellt hat. Anhand der Statistik der Akkreditierten erkennt man nämlich, dass nur 61 der 767 Teilnehmenden der Aufstellungsversammlung aus Hessen kamen. Sie waren damit in der Versammlung mit ca. 8% gegenüber dem Verhältnis in der Gesamtpartei (6%) leicht überrepräsentiert. Bei der entfernungsgewichteten Beteiligung lag Hessen nach Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen auf Platz 5. Die 16 gegenüber einer repräsentativen Verteilung »überzähligen« hessischen Piraten hätten Julia im Extremfall 16×9=144 zusätzliche Punkte beim zweiten Wahlgang geben können. Julia führt die Wertung aber mit 187 Punkten Vorsprung an. Sehr kleine Busse eben. Und ein erneuter Beleg dafür, wie sich viele Behauptungen in Luft auflösen, wenn man sich kurz mit den Tatsachen auseinandersetzt.

      @all: Von der Kompetenz unser Spitzenkandiatin Julia Reda speziell im Bereich Urheberrecht und wie das in Europa funktioniert, könnt ihr euch übrigens gerne selbst überzeugen, denn wir haben seit heute abend auch ein Interview mit Julia hier auf der Webseite.

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