Piratenpartei veröffentlicht geheime U+C Mandantenvereinbarung

Bild: Tobias M. Eckrich

Piratenpartei veröffentlicht geheime U+C Mandantenvereinbarung. Uns ist eine Mandatsvereinbarung zwischen Pornoindustrie und Abmahnanwalt zugespielt worden, die wir Euch nicht vorenthalten wollen. Heute abend ab 22 Uhr live im Mumble der Piratenpartei NRW und live im Nebelhorn Piratenradio. Wer schon vorab einen Eindruck haben möchte, kann ja mal hier klicken.

Update: Die Aufnahme des Diskussionsabend und mehr auf Nebelhorn-Radio.

Quellen:

[1] http://wiki.piratenpartei.de/Mumble/Hilfe/Erstverbindung
[2] http://nebelhorn-piratenradio.de/
[3] http://www.wbs-law.de/abmahnung-filesharing/abmahnkanzleien/abmahnung-u-c-rechtsanwaelte/piratenpartei-veroeffentlicht-geheime-uc-mandantenvereinbarung-49185/

Flattr this!


Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

10 Kommentare zu Piratenpartei veröffentlicht geheime U+C Mandantenvereinbarung

  1. Contranscore schrieb am

    Wird es dazu noch einen Podcast zum nachhören geben?

  2. idee schrieb am

    Es ist in vielen Fällen völlig irrelevant, ob man den Speicher zur Festplatte und damit auch den temporären Ordner für Streams ausschaltet oder auch nur dem Player (im Browser) bei der Speicher(platz)-Einstellung vorgibt, dass Webseiten keine Informationen auf den Computer ablegen dürfen. (Beim Flash-Player, rechte Maustaste auf den Stream, globale Einstellungen, „Verhindern,…“.)

    Ausschlaggebend für die künftigen Abmahnwellen war der Zeitpunkt, zu dem Kinderpornos (Film, Bild) im Arbeitsspeicher (RAM) strafrechtlich verfolgbar wurden. Problematisch ist das allerdings, weil der Browser keine strafrechlich einwandfreie Vorabversion einer fremden oder gehackten Webseite (Weblink) anbietet und man versehentlich geschützte Bilder oder Filmsequenzen im Browser zu Gesicht bekommen könnte; der Browser baut sich auch in der Abwesenheit des Nutzers auf.

    Der Anwalt kann doch nur abmahnen, dass man sich einen gestreamten, urheberrechtlich geschützten Film ansah. Er geht davon aus, dass es völlig ausreicht, wenn der Film im Arbeitsspeicher ist und von dort auf einen weiteren Speicherträger gelangen könnte. Der Abmahnende selbst kann – ohne einen Zugriff auf den jeweiligen PC zu haben – niemals nachweisen, dass man den Film tatsächlich „gespeichert“ oder doch „nur“ über den RAM angesehen hat. Wer will denn einen Film überhaupt noch bei sich speichern, wenn man ihn doch nur im Netz mal eben so (gestreamt) abrufen braucht. Natürlich ist es schon so, dass ein Film auf dem eigenen Speicherträger unabhängig von einer Internetverbindung und vom Internet-Datenautobahn-Aufkommen ruckelfrei ohne Werbung läuft.

    Früher waren die Menschen nicht so vernetzt. Nur einzelne Menschen haben Zitate für sich genutzt. Heute sind die Menschen vernetzt und man teilt sich Aufgaben, auch wenn sich Menschen gar nicht kennen. Wenn man ein ganzes Buch beispielsweise nicht zitieren darf, wohl aber einzelne Passagen, dann teilt man sich die Passagen, bis das ganze Buch zitiert vorliegt. Wenn man das auf einen Film übertragen möchte, kann man das „Film-Zitat“ bis auf die Einzelbilder herunterbrechen, die man technisch – auch über eine Cloud – als ruckelfreien Film wieder abspielen lassen kann. Bislang sind Filme oft nur aufgrund des vorgefunden kleinen Speicherträgers CD/DVD in Teile „zerlegt“.

    Und dann kommt es noch darauf an, ob man ähnlich wie bei einem Text-Zitat eine gewisse Menge an Daten zivilrechtlich legal ansehen und mit entsprechenden (Quellen-)Zitatangaben verwenden kann.

  3. Sabrina schrieb am

    Wenn ein Anwalt behauptet, es habe jemand unrechtmäßig einen Film heruntergeladen, weil er ihn im Strean angeschaut hat, dann ist von Betrug des Anwalts auszugehen. In der Regel sind in solchen Fällen die Anwälte, die angeblich in ihren Urheberrechten verletzte Firmen sowie die Gutachter, deren Gutachten als Beweis dem Gericht vorgelegt werden eine feste Struktur, wobei die Firmen immer wieder unter anderem Namen neu gegründet werden, damit nicht offensichtlich wird, dass es immer dieselben Leute sind.

    Streaming ist schon deswegen kein rechtswidriger Download, weil keine vom Streamer nach Abschluss des Streaming weiter nutzbare Datei erzeugt wird. Das im vorliegenden Fall der RA Urmann etwas anderes behauptet ist verwunderlich, zumal er seine eigene Behauptung nicht erklären kann.

    Bei den Abmahnungen ist es so, dass in der Regel, sofern die Werke überhaupt existieren, für deren angeblich illegale Nutzung abgemahnt wird, diese auf dem Markt nicht verkäuflich sind, also damit kein Geld verdient werden kann. Sie sind in der Regel also völlig wertlos.

    Und weil mit dem regulären Verkauf kein Geld gemacht werden kann, stellt man diese Medien in das Internet ein (sofern diese Werke überhaupt existieren) versucht an IP-Adressen zu gelangen und mahnt ab, selbst dann, wenn die Leute diese Werke noch nicht einmal gestreamt haben, was nicht rechtswidrig wäre. Man spekuliert darauf, dass die Leute den Browserverlauf längst gelöscht haben und gar nicht nachprüfen können, wann sie wo was geguckt haben.

    Auf manchen Blogs wird davon berichtet, dass die IP-Adressen abgefischt werden, wenn die Leute Werbebanner anklicken. Von den Werbebannern werden die Leute dann ohne Zustimmung auf eine Pornoseite weitergeleitet, wo sie sich dann angeblich urheberrechtlich einen Film gestreamt hätten. Ob die Leute aber tatsächlich den Film gestreamt oder die Seite sofort wieder verlassen haben, kann man bei dieser Methode der IP-Adressengewinnung nicht ermitteln.

    Eine andere Abmahnmasche praktiziert eine Berliner Abmahnfirma. Diese mahnt kleine Blog-Betreiber für Bildchen ab, an der sie die Rechte habe und stellte (das war noch vor den Gesetzesänderungen die die Höhe der Kosten etwas reduzierte) zwischen 3000 und 7000 Euro in Rechnung. Dabei handelte es sich um völlig wertlose Bildchen mit einer Auflösung von vielleicht 400 x 600 oder 600 x 800 px, für deren Verkauf man in dieser Auflösung ganze 0,00 Cent bekommen würde. Denn Bilder sind in doch recht hochwertiger Qualität in freier Lizenz im Internet in Massen verfügbar, zum Beispiel da:
    http://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Quality_images/Subject/Places
    Pikant bei der Sache war, dass die Abmahnende Firma zu dem Zeitpunkt, als die Blog-Betreiber sich die Bildchen auf die Seite eingebunden hatten, die Rechte an den Bildern gar nicht hatte. Die hatte sie sich erst nachträglich für – Achtung – ca. 25 (fünfundzwanzig) Euro besorgt, einzig für den Zweck nun die Nutzer der Bilder abzumahnen. Eindeutig Betrug.

    Die Abmahner wollen leichtes Geld und keinen Stress. Aber genau den sollte man denen machen.

    Unberechtigt abgemahnt ?
    Schadensersatzklage vorbereiten und sofort einen Mahnbescheid beim Amtsgericht beantragen. Die Kanzlei Urmann und C. ist derzeit nicht in der Lage, die Post zu bewältigen und es bestehen gute Chancen, dass diese die 14-tägige Widerspruchsfrist gegen den gerichtlichen Mahnbescheid in vielen Fällen nicht einhalten kann, geschweige denn sich gegen eine nachfolgende Klage zu verteidigen.

    Und dann hat man einen vollstreckbaren Titel und sollte damit sofort in die Vollstreckung gehen.

    Die Firma Urmann+C wird innerhalb kürzester Zeit pleite sein, bzw. mit ihrem Geld verschwunden.

    Und – liebe Pornofreunde – geht ruhig davon aus, dass auch ihre Frau schon Pornos geschaut hat.

    • Idee schrieb am

      Das stimmt so nicht Sabrina:“…, weil keine vom Streamer nach Abschluss des Streaming weiter nutzbare Datei erzeugt wird.“
      Es gibt genug Programme und Methoden, um die Datei (Video, Musik, Bild etc.) aus dem temporären Ordner herauszubekommen, bevor sie gelöscht wird. Natürlich kommt es bei dem Programm und der Methode auf den jeweilig genutzten Browser und auf das Betriebsystem an. Eine zuverlässige Methode ist meist schon die Umbenennung (der Endung) der Datei.
      Ausserdem würden Abhörende wohl ausflippen, wenn auch ihre Daten gelöscht würden, wenn der Bespitzelte (also sein Surfverhalten) einfach nur seinen Browser schließen müsste.

    • Perak schrieb am

      Liebe Sabrina,

      Deine Tipps zu Schadensersatzklage sind interessant – ich werde es von meinem Anwalt prüfen lassen. Als Selbständiger, mit einem ganz ordentlichem Stundensatz und einer Verwicklung in eine 1 bis 3 Tätige Klärung der Sachlage (entgangener Umsatz und Gewinn), würde meinerseits auf die U+C Kanzlei eine Forderung zwischen 700 und 2000 € kommen – wenn es mir gelingt die Abmahnung zu umdeklarieren (sonst nur „Abwehrkosten“). Und glücklicherweise wäre ich in der Lage so um die 3000 € als Spielgeld für eine gerichtliche Auseinandersetzung einsetzen zu können, um diesem Unfug mal ein Ende zu setzen.
      Leder werde ich wegen Redtube nicht abgemahnt – es sei denn, es handelt sich um einen großangelegten Betrug (siehe Heise Verlag), weil ich dieses Portal bis Dato nicht kannte.

      „Und – liebe Pornofreunde – geht ruhig davon aus, dass auch ihre Frau schon Pornos geschaut hat.“

      Zum Glück und Leider gleichzeitig, leben wir in D. Leider wegen der Unsitte der Abmahnerei, die es wohl nur in D gibt. Zum Glück wegen der doch einer offenen Gesellschaft, in der meine Frau und ich immer wissen wann sich der Partner Pornos anschaut, denn wenn auch selten, dann doch gemeinsam.

      „Die Firma Urmann+C wird innerhalb kürzester Zeit pleite sein, bzw. mit ihrem Geld verschwunden.“

      Das Problem aus meiner Sicht ist, wer hinter der Abmahnung steht – die GmbH Kanzlei, mit vielleicht 50 k €, die schnell aufgebraucht sind, oder die einzelnen Anwälte, die man 8 Jahre lang nach der „Fingerhebung“ jagen kann.

      Weiterhin, sollte inzwischen – wie man es hört – Redtube eine „aggressive“ US Anwaltskanzlei beauftragt haben, gegen die Abmahner vorzugehen. Dann muss ich mich, ein kleines Würstchen, mit meiner Forderung gegenüber der mittellosen, vielleicht mit Berufsausübungsverbot belegten Anwälten, gaaaanz hinten anstellen.

      Gruß

Es können keine neuen Kommentare mehr abgegeben werden.

Weitere Beiträge: