Gehen der NSA die Terroristen aus? Virtuelle Geiselhaft von Gamern beenden

CC-BY Tobias M. Eckrich

Der amerikanische Geheimdienst NSA sowie der britische GCHQ machen auch vor den persönlichen Nachrichten in Online-Spielen nicht halt. Das geht aus aktuellen Veröffentlichungen von Edward Snowden hervor. Angesichts der massiven Eingriffe der Geheimdienste in die Privatsphäre jedes Internetnutzers und der bleibenden Untätigkeit der Politik ruft die Piratenpartei Deutschland die Gamerszene auf, kollektiv Widerstand gegen die Überwachung ihres virtuellen Lebens zu leisten.

»Die NSA spielt mit uns und schreckt tatsächlich nicht davor zurück, in jeden Bereich einzudringen, dessen sie habhaft werden kann. Wir haben es satt, dass Geheimdienste unsere Grundrechte derart mit Füßen treten und die Bundesregierung immer nur wegschaut. Unsere Kultur ist unsere Festung – bis hierher und nicht weiter. Da die Politik sich offensichtlich mehrheitlich verweigert, die Geheimdienste in die Schranken zu weisen, scheint es wieder einmal einen Akt des zivilen Ungehorsams zu benötigen, um an unsere wichtigsten Grundrechte zu erinnern«, mahnt Thorsten Wirth, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

Wie aus den Dokumenten hervorgeht, sind das XBox-Live-Netzwerk, aber auch Spieler von ›World of Warcraft‹, ›Second Life‹ und verschiedenen Shootern betroffen. Der Datenverkehr zwischen Kunden und Servern wurde untersucht und Chat-Protokolle zu Profilen zusammengefügt. Mitarbeiter der Geheimdienstbehörden wurden direkt in Spiele eingeschleust.

»Unsere Freiheit ist gefährdet, weil inzwischen jede Nachricht auf unserem Handy und unserem Laptop – selbst im vermeintlich geschützten Umfeld der Gaming-Community – von Dritten gelesen werden kann. Wir müssen uns die Freiheit des Netzes zurückerobern. Das heißt auch, dass wir endlich damit beginnen, das Netz von politischer Seite aus zu einem demokratischen Raum umzugestalten, in dem die Grundrechte selbstverständlich sind«, so Wirth weiter.

Quellen:
[1] Überwachung in Online-Spielen [engl.]: http://www.documentcloud.org/documents/889128-games.html

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Kommentare

4 Kommentare zu Gehen der NSA die Terroristen aus? Virtuelle Geiselhaft von Gamern beenden

  1. sabrina üblacker schrieb am

    die freiheit wird uns allen genommen, sehen wir mal, wann alle aufwachen werden.

  2. Enya schrieb am

    Als ob die Schnüffelei aufhören würde, wenn wir uns wehren. Dann werden einfach neue Methoden eingeführt und fleißig weiter spioniert. Wir sind ja auch alle potentielle Terroristen!!! Das Leben einer Hausfrau lässt ja auch vermuten, dass sie im Keller nicht nur Leichen, sondern auch noch Maschinengewehre und Granaten und mindestens eine Atombombe in Einmachgläsern eingelagert hätte. Die sind doch erst zufrieden, wenn in jeder privaten Wohnung auch noch eine Kamera aufgehängt werden darf und am besten noch die Gedanken offenbart werden.

  3. DudeKarl schrieb am

    Zitat von euch: ,,Da die Politik sich offensichtlich mehrheitlich verweigert, die Geheimdienste in die Schranken zu weisen“

    nicht nur die Politik verweigert sich mehrheitlich, vorallem der Wähler in seiner Mehrheit hat ausdrücklich die Überwachung gewünscht (SPD-CDU Mehrheit).

    dem dummen Michel ist es wohl egal, ob er abgehört wird, er hat ja eh schon seine Nase oder sein Hinterteil irgendwo in die Kamera gehalten – z.B. youtube, gibt bereitwillig überall seine Daten preis – paybackkarten, läßt sich den Fingerabdruck für den Ausweis in vorauseilendem Gehorsam nehmen, läßt sich am Flughafen durchleuchten, usw.

  4. Raimund schrieb am

    Ja, habt Ihr denn wirklich geträumt, Ihr währt wieder auf dem Spielplatz? Alles harmlos, kostenlos und so schön bunt? Wenn Ihr schon in der Schule nicht aufgepaßt habt, wird es jetzt höchste Zeit, George Orwell, Aldous Huxley und Franz Kafka zu lesen.

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